Eigene Aloe Vera Pflanze pflegen

Damit die eigene Aloe Vera zu Hause gut gedeiht, muss man sie richtig pflegen. Als robuste Zimmerpflanze verzeiht sie viele Fehler und kann daher auch von Anfängern leicht kultiviert werden. Dennoch sollten Sie einige grundlegende Bedürfnisse der Aloe kennen. Hier wollen wir Ihnen einen Überblick geben, was bei der Pflege zu beachten ist.

Die Aloe Vera in der Natur

Um die Pflanze zu verstehen ist es gut, sich einen Überblick über die Aloe Vera zu schaffen und die Bedingungen zu kennen, unter denen sie natürlicherweise gedeiht. Die Aloe Vera stammt ursprünglich von der arabischen Halbinsel, d. h. sie ist an ein sonnenreiches, trockenes und warmes Klima gut angepasst. Heute ist sie in tropischen und subtropischen Klimazonen auf der ganzen Welt zu Hause.

Echte Aloe in der Natur

Um auch in wüstenartigen Gebieten längere Trockenzeiten zu überstehen, lagert sie ihre Wasserreserven in den Blättern ein. Daher zählt man sie zu den Sukkulenten – suculentus steht für „saftreich“ – und nicht zu den Kakteen. Insofern verwundert es nicht, dass das begehrte Gel in den Blättern fast zu 99 Prozent aus Wasser besteht.

So gut sie mit Trockenheit umgehen kann, so schlecht verträgt sie zu viel Wasser oder gar Staunässe an den Wurzeln. Stehen die Wurzeln im Wasser so genügen oft schon wenige Tage, um sie zum Faulen zu bringen. Da sie ähnliche Blüten wie die heimische Lilie austreibt, hat ihr das hierzulande den Spitznamen „Wüstenlilie“ eingebracht.

Die „Echte Aloe Vera“ erkennen

Die Aloe ist eine Pflanzengattung zu der über 500 verschiedene Arten gehören. Die Bezeichnung der Aloen reicht von „Aloe aageodonta“ bis „Aloe zubb“. Der Zusatz „Vera“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „wahr“. Die Echte Aloe wird häufig auch als „Aloe barbadensis“ oder „Aloe barbadensis miller“ bezeichnet. (Quelle Wikipedia)

Die verschiedenen Aloe Arten unterscheiden sich zwar in Aussehen und Eigenschaften, werden aber des Öfteren von Laien verwechselt. Gerade im Internet findet man häufiger Tipps zur falschen Pflanze, da der Autor eine Aloe arborescens mit der Vera verwechselt hat.

Echte Aloe Vera erkennen

Auf der obigen Abbildung können Sie drei echte Aloe Vera sehen. Die Blätter wachsen direkt aus dem Strunk und weisen eine tiefgrüne Farbe auf. Junge Blätter sind oft mit hellen Punkten gesprenkelt, während ältere Blätter einheitlich grün werden.

Die Blätter wachsen von Innen (oben) nach Außen, sodass sich die größten und ältesten Blätter immer unten befinden. An den beiden Außenseite befinden sich kleine, fleischige Stacheln.

Aloe Vera richtig pflegen

In der folgenden Übersicht haben wir für Sie die wichtigsten Pflegetipps zusammengestellt.

Der richtige Standort für die Aloe

Während die Aloe Vera in warmen Gefilden das ganze Jahr über draußen gedeiht, ist sie in unseren Breitengraden eine typische Kübel- und Zimmerpflanze. Man kann sie an einem sonnigen Fenster das ganze Jahr im Zimmer halten oder im Sommer nach Draußen auf den Balkon oder in den Garten stellen. Allerdings verträgt sie weder Frost noch Temperaturen unter 10 Grad, d. h. man muss sie spätestens im Herbst zum Überwintern wieder in Innenräume bringen.

Aloe Vera Überwintern

Ab dem späten Herbst stellt sie ihr Wachstum nahezu vollständig ein, da sie zu wenig Licht und Wärme bekommt. Man kann sie dann bei Zimmertemperatur (15 – 20 °C) und weniger Licht in einem Wohnraum überwintern lassen. Falls ihre ausladenden Blätter zu viel Raum einnehmen, kann man sie mit einer Schnur hochbinden.

Bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad fühlt sich die Aloe besonders wohl und wächst am stärksten. Obwohl die Aloe direktes Sonnenlicht gerne mag, sollte Sie sie im Frühjahr anfangs erst wieder an die Sonne gewöhnen – sprich nur stundenweise dem Sonnenlicht aussetzen. Eine zu schnelle oder zu lange Sonnenexposition kann zu einem Sonnenbrand an den Blättern führen, d. h. die Blätter verbrennen und werden braun.

Wer Hunde und Katzen im Hause hat, die auch gerne mal an Pflanzen knabbern, sollte die Aloe so aufstellen, dass die Tiere nicht an sie herankommen. Den die Blätter enthalten Aloin, das für Hunde und Katzen giftig ist.

Sukkulentenerde statt Blumenerde

Die Aloe Vera ist in der Natur an karge Böden gewöhnt und wächst daher am besten in sogenannter Kakteen- und Sukkulentenerde. Solche Erdmischungen sind an das Nährstoffprofil von trockenheitsliebenden Pflanzen ausgerichtet. Sie können sie einfach in einer Gärtnerei oder im Internet kaufen.

Normale Komposterde ist häufig zu nährstoffreich. Wird normale (d. h. torffreie und ungedüngte) Blumenerde verwendet, so empfiehlt es sich, die Durchlässigkeit mit etwas Sand, Seramis oder Blähton zu erhöhen. Zwingend nötig ist Spezialerde für die Aloe Vera nicht, aber die Aloe Pflanzen fühlen sich in so einer Erde am wohlsten.

Aloe Vera Erde - Sukkulentenerde selber mischen

Da gekaufte Sukkulentenerde nicht billig ist, kann man sich so eine Erde für die Aloe Vera auch günstig selber mischen. Dies kann sich auszahlen, wenn man sehr viele oder sehr große Pflanzen hat, die viel Erde beim Umtopfen benötigen. Wie man das macht, können Sie sich im verlinkten Artikel oder im obigen Video ansehen.

Die Erde sollte gut durchlässig sein und Wasser nur bedingt speichern. Nasse Füße mag die tropische Schönheit nicht. Dies erreichen Sie, wenn Sie Sand und Substrate der Blumenerde beimischen. So wird sie wasserdurchlässig und schützt die Wurzeln vor Staunässe.

Aloe Vera richtig gießen

Bei der Herkunft der Aloe Vera hatten wir bereits angemerkt, dass sie aus einer wüstenähnlichen Gegend kommt. Damit kann sie längere Trockenperioden – mit dem in den Blättern gespeicherten Wasser – gut überstehen.

Zu viel Wasser oder gar Staunässe verträgt sie jedoch nur schlecht, d. h. schon nach wenigen Tagen beginnen ihre Wurzeln in Wasser zu faulen. Demzufolge ist zu häufiges Gießen die häufigste Todesursache bei Aloen. Das richtige Gießen der Aloe Vera gehört damit zu den wichtigsten Punkten der Pflege.

Wie viel Wasser sie braucht, ist von den Jahreszeiten abhängig. In der Wachstumsphase – also zwischen April und September – benötigt sie am meisten Wasser, welches Sie in blatteigenes Gel verwandelt. Je nach Standort, Wärme und Sonneneinstrahlung gießt man sie 1 bis 2 Mal wöchentlich.

Aloe Vera richtig gießen und düngen

Die Grundregel lautet nur soviel zu gießen, wie der Wurzelballen direkt aufnehmen kann. Überschüssiges Wasser aus dem Untertopf muss abgegossen werden. Erst dann, wenn der Substratboden wieder vollständig ausgetrocknet ist, darf nachgegossen werden.

Im Winter stellt sie ihr Wachstum fast vollständig ein und benötigt dann auch kaum mehr Wasser. Je nach Standort genügt es, die Pflanze alle 1 bis 2 Monate ein wenig zu gießen.

Die Aloe Vera düngen

Das Düngen der Aloe Vera sollte, regelmäßiges Umtopfen in frischer Erde vorausgesetzt, ausschließlich im Sommer stattfinden. Denn nur in der Wachstumsphase hat die Pflanze einen höheren Bedarf an zusätzlichen Nährstoff.

Als Dünger eignen sich Spezialdünger für Kakteen- und Sukkulenten besonders gut. Bei der Menge und Häufigkeit der Düngung, sollten Sie sich an den Herstellerangaben orientieren. Wer selber Gel von der Pflanze ernten will, sollte nur Dünger kaufen, der auf einer natürlichen Basis hergestellt wurde.

Blätter der Aloe schneiden

Es gibt zwei Gründe die Blätter der Aloe Vera zu schneiden. Einmal will man sie vor dem Umtopfen in Form schneiden, damit die Mutterpflanze später wieder optimal in den neuen Blumentopf passt. Dies sollte man ca. 1 Woche vor dem Umtopfen machen, damit die Schnittverletzungen vorab noch abheilen können.

Der zweite Grund ist, dass man das wertvolle Gel in den Blättern ernten will. Hierbei empfehlen wir dies während des Sommers zu machen, da die Pflanze zu dieser Zeit gerade frisches Gel produziert. Siehe hierzu unsere Tipps zur Ernte der Aloe weiter unten.

Aloe Vera Blätter schneiden & aufbewahren

Umtopfen der Aloe Vera

Alle zwei- bis drei Jahre sollte die Aloe Vera in ein größeres Gefäß umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist kurz vor Beginn der neuen Wachstumsphase – also zwischen März und April. Ein späteres Umtopfen im Sommer ist zwar möglich, unterbricht jedoch das optimale Wachstum im Sommer.

Aloe Vera richtig umtopfen – Anleitung

Ein Umtopfen in der Winterszeit würde die wichtige Ruhephase der Pflanze stören. Da sie zu dieser Zeit kaum wächst, wäre auch eine erneute Wurzelbildung arg gestört.

Vor dem Umtopfen sollte der Wurzelballen ausgetrocknet ein, damit sich die Pflanze leicht aus dem Topf lösen löst und die Wurzeln gut von der alten Erde befreit werden können. Ebenso kann man Ableger gut von der Mutterpflanze lösen und seine Aloen so leicht vermehren.

Aloe Vera mit Ablegern vermehren

Ab dem 3 bis 4 Lebensjahr beginnt die Aloe Vera während des Sommers regelmäßig Ableger auszutreiben. Die Ableger sind im Topf mit der Mutterpflanze verbunden und verwurzeln selbst ab einer Größe von ca. 10 cm.

Eine Aloe Vera mit Ablegern zu vermehren ist die einfachste und sicherste Methode neue Pflanzen zu kultivieren. Am besten erledigt man das gleich beim Umtopfen der Mutterpflanze, da hier der Wurzelballen ohnehin schon frei liegt.

Aloe Vera mit Ableger vermehren

Wie man Ableger beim Umtopfen abtrennt, welche für eine Vermehrung geeignet sind und wie diese dann wieder eingetopft werden können, haben wir im oben verlinkten Artikel und im Video gezeigt.

Im Internet findet man häufiger Ratgeber, die behaupten, dass man die Aloe Vera mit Stecklingen vermehren kann. Warum diese Methoden nicht funktionieren, haben wir in unserem YouTube-Video gezeigt.

Aloe Vera mit Blättern Stecklingen vermehren?

Aloe Vera zum Blühen bringen

Eine Aloe bei unseren Klimaverhältnissen blühen zu sehen, ist eher eine Seltenheit. Sie braucht 3 bis 4 Jahre um geschlechtsreif zu werden und damit überhaupt Blüten wachsen lässt. Dabei regt eine Abnahme der Sonneneinstrahlung, Trockenheit und sinkende Temperaturen die Blütenbildung an, was bei uns oft im Herbst der Fall ist. Daher sind Aloe Vera Blüten bei uns am häufigsten im Winter zu sehen, aber sie kann in jedem Monat vorkommen.

Die Ernte der Aloe Vera

Die Blätter einer eigenen Aloe Vera zu ernten rentiert sich erst ab einem bestimmten Alter der Pflanzen. Denn die Aloe braucht ca. 3 bis 4 Jahre bis die Blätter entsprechend groß sind und so genügend Gel gewonnen werden kann.

Geerntet werden dabei immer die größten unteren Blätter, die möglichst nah am Strunk abgeschnitten werden. Wer seine Pflanze optimal pflegt bzw. sie entsprechend gut wächst, kann bei einer 4-jährigen Aloe 1 bis 4 große Blätter im Jahr ernten. Am besten erntet man die Blätter im Sommer, da die Pflanze dann am meisten frisches Gel produziert.

Aloe Vera ernten der Blätter

Im obigen Video zum Thema „Blätter der Aloe schneiden“ zeigen wir auch, wie man Blätter zur Gelgewinnung am besten schneidet. Das Gel oder den Saft der Aloe Vera selber herzustellen ist auch für Anfänger machbar – siehe hierzu unsere verlinkte Anleitung.

Ein kühl und trocken gelagertes Blatt kann bis zu 6 Wochen nach der Ernte verwendet werden. Ganze Blätter zu ernten lohnt sich nur, wenn man größere Mengen des Aloe Gels oder Saftes erhalten bzw. das Ganze zu weiteren naturkosmetischen Produkten verarbeiten will.

Aloe Vera scheibchenweise ernten

Wer nur kleinere Gelmengen – z. B. für Notfallanwendungen – braucht, kann auch kleinere Blattabschnitte verwenden. Wenn Sie die Pflanzen ansonsten gut pflegen, vertragen sie einen Blattschnitt ganz gut. Schon nach wenigen Tagen verschließt die Pflanze die Schnittstelle und der Rest des Blattes überlebt.

Tipps zum Kauf einer Aloe Vera Pflanze

Die Aloe Vera hat es beinahe in jeden Pflanzenfachmarkt geschafft. Auch online kann sie – beispielsweise über Amazon – bestellt werden. Wenn Sie die Aloe nicht nur als Zierpflanze kaufen, sondern später auch ihr Gel verwenden möchten, achten Sie darauf, dass es eine Echte Aloe Vera ist.

gekaufte Aloe Vera Pflanze

Wer möglichst schnell Blätter einer Aloe ernten will, sollte nur Pflanzen kaufen, die mindestens 2-3 Jahre alt sind. In diesem Alter können die Blätter schon ca. 30-40 cm groß werden, was für eine erste Ernte ausreichend ist. Optimal wären 5 Jahre alte Aloe Vera mit einer Blattlänge von ca. 60-70 cm.

Aloe Vera Sweet kaufen

Bei der Aloe vera ‚Sweet‘ handelt es sich um eine spezielle Züchtung, die angeblich fast keine (abführenden) Bitterstoffe – wie das ungesunde Aloin – enthalten soll. Sie soll komplett, also mit Blatthaut und ohne weitere Verarbeitung verzehrbar sein.

Wir haben den Verzehr dieser speziellen Züchtung nur einmalig ausprobiert. Im Smoothie zusammen mit anderen Geschmäckern hat uns das auch nicht geschadet. Heute sehen wir wegen der uneinschätzbaren Menge an Aloin und der Latexschicht der Blätter davon ab. Für die innere Anwendung kaufen wir ausschließlich fertigen Aloe Vera Saft.

Aloe Vera Blatt kaufen

Wer keine Aloe Vera Pflanze pflegen will, der kann sich auch einzelne Blätter kaufen. Sie werden in Bio Qualität in einer Größe von ca. 60-70 cm angeboten. Zudem sollten Sie darauf achten, ob die Aloe Farm auch nachhaltig anbaut, da es leider auch schon Bio-Monokulturen gibt, die der Umwelt mehr schaden als nutzen.

gekaufte Aloe Vera Blätter

Die Blätter wiegen von ca. 800 Gramm bis über ein Kilo. Da man bei so großen Blätter am wenigsten Verschnitt hat, kann man etwa die Hälfte des Blattgewichts als pures Gel herauslösen.

Zum Lagern der Blätter empfehlen wir einen trockenen, gut belüfteter und sonnengeschützten Ort mit einer Temperatur zwischen 10 °C und 20 °C Grad. So können frische Blätter 4-8 Wochen gelagert werden.

Krankheiten und braune Blätter

Wer seine Aloe Vera richtig pflegen will, sollte gesunde von kranken Pflanzen unterscheiden können. Die wichtigsten Ursachen und Lösungen haben wir im Artikel „Aloe Vera – Blätter werden braun“ für Sie zusammengefasst.

Grundsätzlich können Sie jedoch davon ausgehen, dass braune oder verfaulte Blätter immer Alarmzeichen sind, die eine Krankheit der Pflanze andeuten.

Aloe Vera Team

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