Aloe Vera: Richtig gießen und düngen

Das richtige Gießen und Düngen ist für die Pflege der Aloe Vera lebenswichtig, da sie sehr empfindlich auf zu viel Wasser und die falschen Nährstoffe reagiert. Bei der Frage wie oft man die Aloe gießen und düngen sollte sind einige Dinge zu beachten, die wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengefasst haben.

Video: Aloe Vera gießen & düngen

In diesem Video haben wir die wichtigsten Erfahrungen und Tipps zum Gießen und Düngen der Aloe Vera für Sie zusammengefasst.

Aloe Vera: Wasserbedarf der Wüstenlilie in der Natur

Die Aloe Vera wächst in der Natur bevorzugt in sehr warmen, sonnigen und trockenen Klimazonen und ist es gewohnt mit sehr wenig Wasser zu überleben. Um mit wenig Wasser auszukommen, speichert sie Wasservorräte in den Blättern, weshalb man sie auch zu den Sukkulenten (lat. suculentus für „saftreich“) zählt. Die Fähigkeit in sehr trockenen Gebieten zu überleben hat ihr den Spitznamen „Wüstenlilie“ eingebracht.

Aloe Vera in der Natur Wasser Wasserbedarf

Auf Staunässe oder ständige Wasserzufuhr ist sie nicht ausgelegt. Bleiben die Wurzeln längere Zeit zu feucht, beginnt die Pflanze zu faulen, da sie das überschüssige Wasser nicht mehr in den Blättern speichern kann. Zu viel zu gießen, ist somit die häufigste Ursache für das Verenden von Aloen. Trockenheit hingegen kann sie problemlos über mehrere Wochen im Sommer bzw. im Winter sogar über 3-4 Monate überstehen.

Gießen nach Wachstum: Unterschied – Wüste & deutsches Klima

Die Aloe Vera vergrößert nur in der Wachstumsphase die Anzahl und Größe der Blätter, wobei Sie zu dieser Zeit am meisten Wasser aufnimmt. Während Sie in tropischen und subtropischen Gebieten das ganze Jahr über wächst, ist die Wachstumsphase unter deutschen Klimaverhältnissen auf die warme Jahreszeit – also zwischen April und Oktober – begrenzt.

Zwischen November und April hält sie Winterruhe – sprich, sie wächst so gut wie gar nicht und benötigt dann keinen Dünger mehr bzw. nur noch sehr wenig Wasser.

Aloe Vera gießen im Winter

Aloe Vera im Sommer gießen

Da die benötigte Wassermenge der Aloe stark von der Wachstumsphase abhängt, rechne ich hier die Zeit zwischen April und Oktober großzügig als „Sommer“. Wie viel Wasser sie benötigt, hängt dann zusätzlich vom Standort, der Außentemperatur und den Wetterverhältnissen ab. Die Wüstenlilie mag gerne viel Sonnenlicht und Temperaturen über 20° C, die ihr natürliches Wachstum anregen.

Gegossen werden sollte in der warmen Jahreszeit aber nur soviel, wie der Wurzelballen aufnimmt. Unter „normalen“ sommerlichen Wetterbedingungen reicht es bei uns aus, die Aloe Vera ca. einmal in der Woche zu gießen. Da aber auch im Sommer das Wetter sehr wechselhaft sein kann, ist die Erde der Aloe Vera das wichtigste Kriterium beim Gießen.

Aloe Vera gießen Düngen

Ob eine Aloe Wasser braucht oder nicht, erkennt man am besten an der Feuchtigkeit der Erde. Solange die Erde noch feucht ist, sollte man nicht zusätzlich gießen. Die Erde sollte immer wieder Zeit haben zwischendurch auszutrocknen bzw. vor dem erneuten Gießen ein paar Tage ausgetrocknet bleiben.

Erfahrene Gärtner können die Feuchtigkeit der Erde ganz gut mit den Fingern prüfen, hier spürt man mit etwas Übung sehr gut, wie trocken die Erde ist. Gärtner mit weniger Erfahrung können ein Feuchtigkeitsmessgerät nutzen, welche man einfach kurz in den Boden steckt und dann auf der Skala die Bodenfeuchte direkt ablesen kann.

Achtung Extremwetter: Da auch extreme heiße Wetterverhältnisse in Deutschland keine Seltenheit mehr sind, sollte man in solchen Perioden die Bodenfeuchtigkeit zweimal pro Woche prüfen. Speziell dann, wenn die Aloe draußen steht und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Dabei kann sich der Blumentopf so stark erwärmen, dass viel Flüssigkeit in relativ kurzer Zeit verdunstet – sprich der Pflanze zur Wasseraufnahme nicht zur Verfügung steht.

Aloe Vera im Winter / kalte Jahreszeit gießen

Da die Aloe keinen Frost verträgt, bringt man sie vor den ersten Nachtfrösten wieder in die Wohnung. Dort kann man sie bei mindestens 15° C überwintern lassen. Da sie zwischen November bis Ende März zu wenig Sonne abbekommt, stellt sie das Wachstum fast vollständig ein.

In diesem Überwinterungs-Modus braucht sie nur noch sehr wenig Wasser zum Überleben. Als grobe Faustregel gießen wir die Aloen dann nur noch alle 2 bis 3 Monate – ist viel Erde vorhanden hält sie auch bis zu 6 Monate ohne Wasser aus. Da nichts mehr wächst, sollte man auch die Düngung in dieser Zeit weglassen.

Als Test, ob die Pflanze Wasser braucht, kann man hier wieder die Feuchtigkeit der Erde prüfen. Wie man dies tut, haben wir bereits im obigen Punkt beschrieben.

Aloe Vera – zu viel Wasser?

Wenn die Erde der Aloe über längere Zeit zu feucht ist, beginnen ihre Wurzeln zuerst zu kränkeln und dann zu faulen. Die Blätter der Aloe werden dann „glasig“ und matschig. Das satte Grün verblasst und der weiße Strunk wird braun. Ebenso ist Schimmel auf der Erde ein eindeutiges Warnsignal, dass die Erde über längere Zeit zu nass war.

Aloe Vera Staunässe Blätter faulen

Neben zu starkem Gießen können auch Plastikblumentöpfe (die im Gegensatz zu Ton kein Wasser abdunsten lassen) oder die falsche Erdmischung die Gefahr von Staunässe erhöhen.

Falls Sie solche Anzeichen erkennen, sollten Sie umgehend die Aloe Vera umtopfen, ansonsten verfault die Aloe und stirbt ab. Umtopfen als „Notmaßnahme“ heißt: Raus aus dem Topf, Erde entfernen und ein paar Tage liegen lassen, bis die Wurzeln trocken sind.

Ein Aloe Vera Ableger kann mehrere Tage, ohne Schaden zu nehmen, an der blanken Luft liegen. Erst nach ein paar Wochen trocknen die Blätter der Ableger so sehr aus, dass sie schrumpeln.

Aloe Vera – zu wenig Wasser?

Wenn die Aloe über längere Zeit zu wenig Wasser bekommt, kann man den Wassermangel an den Blättern erkennen. Da Sie ihre Wasservorräte in den Blättern speichert, beginnt sie die Reserven zum Überleben zu nutzen. Dabei zieht sie das Wasser aus den Blattspitzen ab, wodurch diese braun werden und von Außen nach Innen langsam verdorren.

Aloe Vera zu wenig Wasser gießen

Die gute Nachricht ist, dass das Verdursten der Wüstenlilie wesentlich länger dauert als das Ertrinken bei Staunässe. Selbst nach mehreren Wochen Trockenheit kann sich die Aloe wieder regenerieren, wenn man ihr wieder Wasser gibt. Die vertrockneten Blätter erholen sich dann zwar nicht mehr, aber Aloen wachsen bei guter Pflege wieder so gut nach, dass man die Blätter einfach entfernen / abschneiden kann.

Wo gießt man die Aloe Vera?

Die Blätter der Aloe können selbst keine Flüssigkeit aufnehmen – die Wasseraufnahme wird von den Wurzeln geregelt. Daher mag sie es nicht von oben (auf das Blattgrün) gewässert zu werden, wobei sie aber ein Abduschen des Blattgrüns – z. B. im Sommer zum Entfernen von Staub – kurzzeitig recht gut verträgt. Optimal beim Gießen ist die direkte Wässerung der Erde.

Aloe Vera gießen und düngen

Welches Wasser zum Gießen verwenden?

Die meisten empfehlen hier Regenwasser zu verwenden, welches man in einer Regentonne sammelt. Möglichst eine längere Zeit aufbewahrt, wodurch es sauerstoffreich ist und die Temperatur der Umgebung angenommen hat.

Aber auch gewöhnliches Leitungswasser ist zum Gießen gut geeignet, sofern es kein Chlor enthält. Je weicher das Wasser ist – also je weniger Kalk – enthält, desto besser. Wer nur sehr kalkhaltiges Wasser zu Hause hat, kann das Wasser vorab abkochen, um den Kalk auszufällen und es dann mit einem Filter reinigen.

Aloe Vera richtig düngen

Welchen Dünger brauche ich?

Da die Aloe Vera zu den Sukkulenten zählt und mit den Kakteen verwandt ist, kann man speziellen Flüssigdünger für Kakteen / Sukkulenten kaufen. Vorgedüngte Blumenerde ist nicht geeignet, da diese Düngung eher auf unsere heimischen Pflanzen ausgelegt ist.

Welche Bestandteile sollte der Dünger enthalten?

Der Dünger sollte viel Kalium enthalten, was die Widerstandskraft der Aloe gegen Kälte und Trockenheit stärkt. Phosphat ist wichtig, um die Bildung von Ablegern und das Wurzelwachstum zu fördern. Stickstoff macht die Pflanze kräftiger und sorgt für die satte tiefgrüne Farbe der Blätter. Diese Bestandteile sind normalerweise in guten Kakteen- oder Sukkulentendünger enthalten.

Wann wird die Aloe gedüngt?

Die Aloen werden nur in der Wachstumszeit – also frühesten ab April bis etwa gegen Ende Oktober – gedüngt. In der Überwitterungsphase – zwischen November und März – braucht die Aloen Vera nur Wasser.

Wie oft dünge und wie viel ich die Aloe?

Da die Konzentrationen des Düngemittels je nach Hersteller variieren, sollten Sie sich bei der Menge und Zeitpunkt einfach an die Angaben des Herstellers halten. Über den Daumen gerechnet ist das Düngen im Durchschnitt nur alle 2 – 3 Wochen nötig.

Aloe Vera richtig düngen

Gießkannen für kleine Kakteen & Sukkulenten

Wer Probleme hat bei kleinen Pflanzen das Wasser richtig zu dosieren, kann sich spezielle Gießkannen für Kakteen oder Bonsai besorgen. Prinzipiell kann man für kleine Wassermengen zwar auch mit einem Messbecher (mit Ausguss) gut verwenden, aber mit der passenden Gießkanne ist es noch einfacher.

Eine andere Möglichkeit sind sogenannte „Sukkulenten Gießflaschen„. Mit diesen Gießflaschen kann man auch kleinste Mengen Wasser gut dosieren. Hier wird nicht gegossen, sondern gedrückt. Die gängige Kapazität liegt zwischen 250 ml und 500 ml.

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Petra Sütterlin

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