Aloe Vera richtig Umtopfen – Anleitung

Wenn die Aloe Vera gut gedeihen soll, muss man sie regelmäßig umtopfen. Damit das Umtopfen gelingt, sollten Sie verschiedene Dinge wie den Zeitpunkt, die richtige Erde, das Vermehren mit Ablegern / Kindeln, Wahl des Topfes usw. berücksichtigen. In dieser Anleitung zeigen wir, was beim Umtopfen wichtig ist und wie man dabei vorgeht.

Wann ist die beste Zeit zum Umtopfen?

Die Aloe Vera wächst unter heimischen Klimaverhältnissen nur in der warmen Jahreszeit – also zwischen April und Oktober. Ab November bis Ende März bekommt sie zu wenig Licht und Wärme, was bewirkt, dass sie in eine Art Winterruhe verfällt. In dieser Zeit stellt sie ihr Wachstum fast komplett ein und fährt den Stoffwechsel auf ein Minimum herunter.

Wann Aloe Vera umtopfen

Da das Umtopfen für die Aloe Stress bedeutet, sollte man sie in der Winterruhe nicht stören. Sobald jedoch der neue Wachstumsschub im April / Mai wieder einsetzt, ist auch die richtige Zeit zum Umtopfen der Aloe gekommen. Die Aloe wird wieder aktiv und will wachsen. So hat sie den ganzen Sommer über genug Platz und frische Erde, um neue Wurzeln und Blätter auszubilden.

Wie oft muss ich Aloen umtopfen?

Als grobe Faustregel kann man sagen, dass die Aloe Vera gewöhnlich alle 2 bis 3 Jahre umgetopft werden sollte. Das wichtigste Kriterium ist das Wachstum der Pflanze, dass vom Standort, der Topfgröße, den Lichtverhältnissen, der Düngung, Gießen und der Qualität der Erde abhängig ist.

wie oft Aloe Vera umtopfen

Ob die Pflanze noch in den Topf passt, ist natürlich auch optisch gut zu erkennen. Wenn die Aloe allmählich Topfgröße erreicht, kann man davon ausgehen, dass der Wurzelballen die Erde gut durchwurzelt hat und zusätzliche frische Erde benötigt. Aber selbst wenn die Aloe nicht so rasant gewachsen ist, tut ihr frische Erde spätestens im dritten Jahr gut.

Vorbereitung zum Umtopfen der Aloe Vera

Wer sich das Umtopfen möglichst leicht machen will, kann schon vorab einige Vorbereitungen treffen.

Trockenlegen vor dem Umtopfen

Hören Sie einige Wochen vor dem Umtopfen auf die Pflanze zu gießen und warten Sie, bis die Erde ausgetrocknet ist. Trockene Erde lässt sich nicht nur viel leichter von den Wurzeln lösen, sondern auch die Ableger / Kindel kann man einfacher abtrennen.

Blätter beschneiden

In dieser Zeit kann man zudem lange Blätter abschneiden / ernten oder asymmetrisches Wachstum durch entsprechendes Abschneiden korrigieren. So bekommt man die Aloe wieder in „Form“, sodass sie optimal in den neuen Blumentopf passt.

Aloe Vera vor Umtopfen beschneiden

Aloe Erde kaufen oder selber mischen

Die Aloe Vera wächst am besten in Kakteen- und Sukkulentenerde, die Sie sich vorab besorgen sollten. Wer sich keine Arbeit machen will, kann sich solche Erdmischungen direkt im Internet bestellen oder beim Gärtner kaufen. Wer sehr viel Erde zum Umtopfen benötigt und nicht so viel ausgeben will, kann sich auch die Erde für die Aloe Vera selber mischen.

Blätter beim Umtopfen schützen

Eine weitere Empfehlung ist die Blätter der Aloe direkt vor dem Austopfen – z. B. mit etwas Packpapier und einer Schnur – hochzubinden. So kann man die Aloe Vera während des Umtopfens besser greifen bzw. schützt auch etwas sperrig gewachsene Blätter davor, versehentlich abzubrechen.

Aloe Vera vor umtopfen Blätter einpacken

Anleitung & Tipps beim Umtopfen der Aloe Vera

Austopfen der Aloe

Legen Sie die Aloe Vera auf einen Tisch und bewegen Sie vorsichtig die Pflanze, bis der Wurzelballen sich vom Topf löst. Dies gelingt bei trockener Erde am einfachsten. Plastiktöpfe kann man auch etwas verformen, um den Ballen schneller zu lösen.

Wurzelballen aufbrechen

Befreien Sie den Wurzelballen von alter Erde in dem Sie ihn etwas ausklopfen. Da die Wurzeln rund im Topf wachsen, brechen wir sie etwas auf, sodass sie sich später besser in alle Richtungen ausbreiten können. Falls dabei einige äußere Wurzeln abbrechen, schadet dies der Aloe nicht. Solange genug Wurzelwerk verbleibt, wird sich die Aloe nach dem Eintopfen schnell wieder erholen.

Aloe Vera umtopfen Wurzelballen aufbrechen

Ableger beim Umtopfen abnehmen

Umgetopft wird nur die Mutterpflanze. Falls sie in der letzten Wachstumsphase Ableger gebildet hat, kann man diese beim Aufbrechen des Wurzelwerks gleich separieren. Brechen Sie hierzu das Wurzelwerk direkt am Ableger auf und versuchen Sie den Ableger mit möglichst viel Wurzeln abzutrennen.

Die abgetrennten Ableger / Kindel legt man beiseite – man kann sie dann später in einen Extrablumentopf einpflanzen und so die Aloe Vera vermehren.

Ableger, Kindel rauslösen

Tipp zur Wahl des Blumentopfes

Bei der Wahl des Blumentopfes empfehlen wir Tontöpfe – ohne Glasur – da diese selbst auch überschüssige Flüssigkeit aufsaugen und speichern. Der Topf sollte unten ein Loch haben, sodass überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann.

Er sollte groß genug sein, damit der Wurzelballen genügend frische Erde hat, um sich weiter auszubreiten. Aber nicht zu groß wählen, nur um ein Maß größer nehmen.

Umtopfen: 1 Maß größer wählen

Tipp für Vielgießer: Drainage

Vor dem Einpflanzen kann man größere Kieselsteine unten in den Blumentopf legen – diese wirken als Drainage. So entsteht ein „Stauraum“ für überschüssige Flüssigkeit, in dem die Wurzeln nicht direkt im Wasser stehen.

Eintopfen der Aloe

Wer keine Drainage in den Blumentopf legt, kann stattdessen auch ca. 3-4 cm Sukkulentenerde unten in den Blumentopf geben. Dann stellt man die Aloe mittig in den Topf und füllt die Leerräume rund herum mit frischer Erde auf. Drücken Sie beim Auffüllen die Erde zwischendrin immer wieder fest, sodass die Aloe am Ende einen guten Halt im Blumentopf bekommt.

Aloe Vera nach dem Umtopfen gießen

Gießen Sie die Aloe Vera nach dem Umtopfen nur soweit an, wie Sie es beim „normalen“ gießen ebenfalls tun würden. Die Erde sollte gut durchfeuchtet werden, damit die Wurzeln mit der frischen Erde Kontakt bekommen.

Aloe Vera nach Umtopfen gießen

Achtung! Sumpfen Sie die Aloe Vera aber nicht ein, wie manche es bei heimischen Pflanzen tun würden! Wir haben diesen Fehler früher beim Umtopfen der Aloe Vera gemacht. Das Ergebnis ist oft, dass Staunässe entsteht, die sich zu lange hält – sprich die Wurzeln beginnen darin zu faulen.

Bedenken Sie hier einfach, dass die Aloe Vera nicht umsonst den Spitznamen „Wüstenlilie“ hat. Sie ist sehr gut an längere Trockenzeiten angepasst, da sie alles Wasser zum Überleben in den Blättern speichert. So kann sie über Monate ohne Wasser überleben, während stehendes Wasser schon nach wenigen Tagen die Wurzeln zum Faulen bringt.

Notfall: Umtopfen der Aloe Vera bei Staunässe

Eine Ausnahme – oder Notfallmaßnahme – ist, das Umtopfen der Aloe Vera bei Staunässe. Wer seine Aloe Vera versehentlich eingesumpft hat, läuft Gefahr, dass die Aloe verfault und stirbt. Denn Aloen vertragen Staunässe nur für kurze Zeit – also maximal über ein paar Tage. Da Blumentöpfe Feuchtigkeit über Wochen halten, sollten sie mit dem Trockenlegen/ Umtopfen nicht zu lange warten. Sobald die Wurzeln faulen, kann man die Fäulnis nicht mehr stoppen.

Notfall umtopfen der Aloe bei Staunässe

Hier ist es wichtig die Aloe umgehend auszutopfen, die nasse Erde zu entfernen und die Wurzeln an der Luft abtrocknen zu lassen. Falls die Wurzeln nur an wenigen Stellen faulen, kann man versuchen sie abzuschneiden, damit die Fäulnis sich nicht weiter ausbreitet. Hat die Fäulnis aber schon einen größeren Teil des Wurzelballens befallen, ist es meist zu spät die Pflanze zu retten.

Das Trocknen kann mehrere Tage bis hin zu über einer Woche dauern. Solche Trocknungszeiten machen der Aloe Vera – selbst über 1-2 Wochen – nicht viel aus, da sie als Sukkulente ihre Wasserreserven in den Blättern eingelagert hat. Eingetopft wird sie erst dann, wenn der Wurzelballen und das verbliebene Erdreich vollständig durchgetrocknet ist.

So einen „Notfall“ können Sie aber leicht vermeiden, wenn Sie die den Jahreszeiten gemäß – d.h. abhängig von den Wachstumsphasen – die Aloe Vera richtig gießen und düngen.

Damit sind wir mit unseren Tipps zum Umtopfen am Ende und hoffen, dass einige Tipps und Informationen dabei waren, die Ihnen bei der erfolgreichen Pflege der Aloe Vera helfen.

Petra Sütterlin

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