Schnittlauch Pflege im Topf für Balkon & Küche

Schnittlauch lässt sich ganz einfach im Topf – in der Küche oder auf dem Balkon – ziehen. Mit der richtigen Pflege kann er dort gut gedeihen und lässt sich fast das ganze Jahr über ernten. In dieser Übersicht haben wir die wichtigsten Dinge zusammengestellt, die Sie wissen & beachten sollten.

Wissenswertes über Schnittlauch

Schnittlauch ist eine alte Heil- und Gewürzpflanze, die bei richtiger Pflege fast 20 Jahre alt werden kann. Je nach Sorte kann er zwischen 20 und 60 cm hoch wachsen. Er gilt als sehr robust und ist somit auch für Anfängern geeignet.

Er gehört zu der Gattung der Lauchgewächse, d. h. er bildet unterirdisch eine Zwiebel mit Wurzeln aus, aus der dann die rohrartigen Halme wachsen. Seine Zwiebeln sind winterhart, d. h. sie überleben bei bis zu -25 °C. Die Halme gehen im Winter ein und treiben dann im nächsten Jahr frisch aus.

Schnittlauch Pflege im Topf

Empfindlich ist er eigentlich nur bei Wassermangel, in der falschen Erde oder wenn er zu wenig Licht bekommt. Wer ihn in Innenräumen oder dem Balkon zieht, hat meist keine Probleme mit den typischen Schädlingen wie Blatt- und Pflanzenläusen, falschen Mehltau oder Schnittlauchrost.

Damit der Schnittlauch auch bei Ihnen gut gedeiht, sollten Sie die folgenden Punkte bei der Aufzucht und Pflege beachten.

Video Anleitung: Schnittlauch Pflege im Topf

Sie können die Anleitung hier als Video ansehen oder im folgenden Text in Ruhe nachlesen.

Schnittlauch Pflege im Topf für Küche und Balkon

Richtigen Topf und Erde verwenden

Bei der Auswahl des Topfes ist es wichtig, dass dieser groß genug ist und ein Wasserloch hat. Schnittlauch mag zwar gerne Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Bekommt er zu lange nasse Füße, so beginnen die Wurzeln zu faulen und die Pflanze stirbt ab.

Da er die Erde gerne tiefer durchwurzelt, sollte der Topf etwa 15 bis 20 cm hoch und ebenso breit sein. Baut man ihn in zu kleinen Töpfen oder Schalen an, stellt er sein Wachstum früh ein, d. h. man bekommt nur kurze, mickrige Halme.

Stellen Sie den Topf auf einen Untersetzer, sodass Sie gleich nach dem Gießen überschüssiges Wasser abschütten können.

Verwenden Sie nur gekaufte Blumenerde für die Pflanze, damit diese frei von Schädlingen ist, die man aus dem Garten kennt. Gewöhnliche Blumenerde ist bereits vorgedüngt, sodass die dort enthaltenen Nährstoffe für ca. 1 Jahr reichen.

Vermeiden Sie nährstoffarme Anzuchterde und Erde oder Kompost aus dem Garten. Erde oder Kompost aus dem Garten enthält fast immer irgendein „Bodenleben“, die im engen Topf problematisch werden können.

Da sich die Nährstoffe in einem Topf nicht erneuern, sollte man ihn einmal jährlich umtopfen.

Samen im Topf säen

Schnittlauch aus Samen zu ziehen ist nicht so einfach, da er ein Kaltkeimer mit einer Keimtemperatur zwischen 5 und 15 °C ist. Da er ca. 14 Tage zum Keimen braucht, muss dieser Temperaturbereich so lange gehalten werden, bis man die ersten Sprösslinge sieht.

Samen im Topf aussäen

Diese Temperaturen haben wir natürlicherweise zwischen März und April auf dem Balkon oder auch im Winter in schwach beheizten Räumen / Keller. Bei normalen Zimmertemperaturen von 20 °C keimt er meist nicht.

Zudem ist er ein Dunkelkeimer, d. h. die Samen müssen mit ca. 1 cm Erde bedeckt sein. Er wächst gerne in Horsten, sodass man 20 bis 30 Samen im Topf aussäen kann.

Während der Keimungszeit muss die Erde dauerhaft leicht feucht gehalten werden. Sobald die ersten Triebspitzen zu sehen sind, braucht die Pflanze ausreichend Licht, um weiter zu gedeihen.

Vorgezogenen Schnittlauch im Topf ziehen

Der einfachste Weg Schnittlauch im Topf zu ziehen ist, sich bereits vorgezogene Horste vom Gärtner oder aus dem Supermarkt zu besorgen. Achten Sie dabei auf Bio-Qualität, sodass die Pflanzen möglichst wenig mit Spritzmitteln und Schadstoffen belastet sind.

Gekaufte Pflanzen sind für den schnellen Verbrauch gemacht, d. h. zu viele Pflanzen teilen sich einen zu kleinen Topf mit zu wenig Erde. Dabei ist die Erde größtenteils schon so stark durchwurzelt, dass man ihn nur ein- bis zweimal ernten kann, bevor er an Nährstoffmangel eingeht.

Schnittlauch umtopfen

Um dies zu vermeiden, sollte man ihn direkt nach dem Kauf in einen größeren Blumentopf (drei bis viermal so groß) umtopfen. Dabei können Sie den ganzen Horst entweder direkt in frische Blumenerde setzen oder ihn mit einem scharfen Messer in zwei Teile schneiden.

Brechen Sie vor dem Eintopfen die Wurzeln etwas auf, sodass er schneller anwächst. Da die Nährstoffe im Topf bzw. Erde nach ca. einem Jahr verbraucht sind, sollte man sie dann entweder erneuern oder ihn ab dem zweiten Jahr zusätzlich düngen.

Standort

Für das optimale Wachstum braucht der Schnittlauch in der warmen Jahreszeit möglichst viel Licht. Wählen Sie daher das hellste Fenster oder auch einen sonnigen Balkon als Standort aus. Die Pflanze kann zwar auch im Halbschatten gedeihen, wächst dort aber deutlich langsamer und bringt somit nur einen geringen Ertrag.

Grundsätzlich kann man so den Schnittlauch das ganze Jahr über ernten. Die optimale Ernte bringt er zwischen März und November. Im Winter wächst er aufgrund des Lichtmangels nur wenig. Wir empfehlen daher ihm im Winter eine Ruhephase zu gönnen, wie wir es im Punkt „Pflege im Winter“ beschrieben haben.

Gießen und Düngen

Schnittlauch muss regelmäßig gegossen werden, sodass die Erde immer leicht feucht bleibt. Da er gerne Kalk mag, ist kalkhaltiges Wasser von Vorteil.

Gegen Trockenheit ist er nur wenig resistent, d. h. schon nach kurzer Trockenheit beginnt die Pflanze zu verdorren und bekommt gelbe Halme. Einmal komplett ausgetrocknet, hat man nur noch Stroh, welches man nicht mehr regenerieren kann. Längere Staunässe verträgt er ebenfalls nicht, aber diese kann man leicht mit dem richtigen Blumentopf vermeiden.

Schnittlauch im Topf gießen und düngen

Die Nährstoffe in frischer Blumenerde reichen gewöhnlich für ein ganzes Jahr. Da frische Blumenerde bereits vorgedüngt ist, braucht man daher keinen zusätzlich Dünger. Wer im nächsten Jahr die Blumenerde komplett erneuert, kann so komplett auf die Zugabe von Dünger verzichten.

Nur wenn die Blumenerde nicht gewechselt wird, sollte man sie zusätzlich mit einem Gemüsedünger – z. B. als Beigabe zum Gießwasser – wieder mit Nährstoffen anreichern.

Schnittlauch schneiden / ernten

Ernten Sie nur so viel Schnittlauch, wie sie aktuell zum Kochen oder Würzen benötigen. Sobald die Halme 15 bis 20 cm hoch sind, kann man sie abschneiden.

Schneiden Sie dabei die Halme ca. 3 bis 4 cm über dem Boden ab. So verbleibt genug Laub im Topf, dass er immer wieder neu austreiben kann.

Schnittlauch im Topf schneiden

Ab Juni versucht der Schnittlauch Blüten auszutreiben, die sie ebenfalls mit ernten und essen können. Hier ist wichtig, die Blüten möglichst früh abzuschneiden, damit sie nicht aufgehen und die Halme darunter verholzen.

Pflege im Winter

Der Schnittlauch ist an unsere Jahreszeiten angepasst, d. h. dass normalerweise im Spätherbst die Halme verwelken und er sich zur Winterruhe in die Zwiebeln zurückzieht.

Da er in Innenräumen keinen Frost bekommt, wächst er dort das ganze Jahr über, wobei das Wachstum im Winter aber nur sehr spärlich ist.

Damit die Pflanze nicht auslaugt, kann man ihr ebenfalls etwas Winterruhe gönnen. Dazu schneidet man Anfang November das komplette Laub ab und stellt den Topf anschließend in ein unbeheiztes Zimmer / Keller oder besser noch auf den Balkon. Licht braucht er in dieser Zeit kaum, da er kein oberirdisches Laub hat.

Draußen bekommt er etwas Frost ab, was ihn ab März anregt, kräftiger auszutreiben. In der Ruhezeit sollte man nur mäßig gießen – gerade soviel, dass die Erde nicht völlig austrocknet.

Die Winterruhe endet, sobald Anfang bis Mitte März die Halme wieder erneut austreiben.

Warum wächst er nicht gut im Topf?

Obwohl Schnittlauch an sich eine sehr robuste Pflanze ist, können bestimmte Umstände ihn dazu bringen schlecht zu wachsen oder ganz einzugehen.

Die wichtigsten Fehler will ich hier kurz aufzählen:

Spärliches Wachstum wegen Lichtmangel

Schnittlauch bracht viel Licht, um gut zu wachsen. Schon eine Gardine oder ein dunkles Fenster können dafür sorgen, dass er nur noch schlecht wächst.

Zu viel oder zu wenig Wasser

Bei zu langer Trockenheit werden die Halme schon nach Tagen zu Stroh und treiben auch anschließend nicht – oder nur mehr schlecht aus. Bei Staunässe werden die Halme matschig und seine Zwiebeln faulen, was ihm ebenfalls den Garaus macht.

Auch ein Standort direkt an der Heizung kann die Erde im Winter zu schnell austrocknen lassen.

Gartenerde und Kompost

Sowohl bei Gartenerde als auch bei Kompost hat man fast immer einen Eintrag von „Bodenleben“ in den Blumentopf, die der Pflanze schaden. Selbst Nützlinge wie Regenwürmer finden im Topf nur die Wurzeln des Schnittlauchs als Mahlzeit.

Da Schädlinge oft mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, hilft auch keine optische Kontrolle. Nur wenn man sie im Backofen mindestens 30 Minuten auf 100 Grad erhitzt, kann dort Schädlinge abtöten.

Falsche Ernte

Schnittlauch will eigentlich nur wachsen, um Blüten auszutreiben und sich damit zu vermehren. Lässt man die Halme zu lange bzw. zu hoch wachsen, knicken sie ab oder bilden Blüten, verholzen und verwelken anschließend.

Ernten Sie daher Schnittlauch regelmäßig, sobald die Halme zwischen 15 und 20 cm hoch werden. Dies regt ihn dauerhaft an, neu auszutreiben und kräftig nachzuwachsen.

Schneidet man zu tief – z. B. direkt über dem Boden – kann er ebenfalls eingehen.

Schnittlauch wird nicht umgetopft



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Topft man gekaufte Pflanzen nicht in größere Töpfe um, geht der Schnittlauch schon nach einigen Monaten aufgrund von Nährstoffmangel ein.

Bekommt er nicht jährlich frische Erde und wird zudem nicht gedüngt, wächst er auch immer schlechter bis er schließlich ganz verwelkt.

Schlechte Keimbedingungen

Bei zu hohen Keimtemperaturen oder zu wenig Feuchtigkeit treiben aus dem Samen entweder keine oder nur sehr wenige Halme aus.

Damit sind wir mit unseren Tipps am Ende und wünschen Ihnen viel Erfolg beim Schnittlauchanbau im Topf. Wie man Schnittlauch erfolgreich im Garten anbaut, können sie im Artikel „Schnittlauch anpflanzen, ernten und einfrieren“ nachlesen.

Tony Kühn

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