Zimmer streichen: Wände streichen wie ein Profi

Wer seine Wände richtig streichen will, sollte ein paar Tricks kennen. So vermeiden Sie Anfängerfehler und können sich am Ende über Ihr frisch gestrichenes Zimmer freuen.

Zimmer streichen: Vorbereitung zum Streichen der Wände

Anleitung zum richtig Streichen der Wände im Zimmer - MalerarbeitenBevor ich damit anfange zu beschreiben, wie man ein Zimmer streicht, will ich zunächst kurz auf einige wichtige Vorarbeiten eingehen.

Wer zum rechten Zeitpunkt alles zur Hand hat, erleichtert sich die Arbeit um ein Vielfaches, bzw. muss nicht mitten in den Malerarbeiten anfangen "zu improvisieren".

Als Erstes steht ein Gang in ein Malergeschäft oder einen Baumarkt an, um sich mit den nötigen Utensilien auszurüsten. Sie erhalten im Folgenden eine kleine Checkliste von den Dingen, die ich im Normalfall benutze.

Mein Tipp: Drucken Sie sich diese Anleitung zum Streichen Ihrer Zimmer aus, dann haben Sie immer alles zur Hand.

Zimmer streichen: Checkliste für den Einkauf

1. Wandfarbe (Abtönfarbe) zum Streichen der Wand besorgen

Dabei ist darauf achten, dass sie für die Quadratmeter, die zu streichen sind, ausreicht. Falls Sie die Quadratmeterzahl von den Wänden und der Decke nicht im Kopf haben, messen Sie den Raum vorher aus und berechnen Sie die Quadratmeterzahl der zu streichenden Flächen.

Wenn Sie Ihr Zimmer nicht in Reinweiß streichen wollen, können Sie sich gleich noch mit Abtönfarben versorgen. Bei den meisten Malerbetrieben oder Baumärkten liegen Farbtabellen aus, die das Mischungsverhältnis zwischen Grundfarbe und Abtönfarbe angeben.

Kleiner Tipp: Sparen Sie nicht bei der Wandfarbe an Geld, sondern achten Sie darauf eine gut deckende Farbe zu kaufen. Die meisten Billigangebote zeichnen sich schlicht dadurch aus, dass die Wandfarbe schlechter pigmentiert ist, d. h. die Farbe schlechter deckt. Vielleicht sparen Sie so ein paar Euro, dürfen aber dafür das Zimmer / Wände mehrmals streichen, weil die Farbe nicht deckt. Sparen Sie sich diesen Ärger.

2. Einen kleinen Pinsel besorgen

Dieser wird zum "Vorstreichen" für die Ecken und Kanten gebraucht. Grundsätzlich empfehle ich zum Streichen der Wände immer langstielige Flachpinsel. Damit erhöhen Sie Ihren Aktionsradius erheblich und müssen die Leiter beim Streichen nicht ständig umstellen.

3. Einen Roller, Abtropfgitter und Teleskopstange besorgen

Roller mit langen "Haaren" eignen sich besonders gut für raue Untergründe (z. B. Rauputz), da sie Unebenheiten besser ausgleichen. Roller mit kurzen Haaren sind billiger und für plane Untergründe ausreichend. Die Teleskopstange brauchen Sie zum Streichen der Decke - alternativ geht auch ein Besenstiel.

4. Plastikplane und Tesakrepp besorgen

Die Abdeckplane sollte ausreichen, um die Möbel und den Boden komplett vor dem Streichen der Wände abzudecken. Da die Planen sehr billig sind, ist es besser man besorgt sich lieber zu viel als zu wenig.

Mit dem Tesakrepp werden Steckdosen, Fußbodenleisten, Lichtschalter usw. abgeklebt, damit man zügiger und genauer vorstreichen kann. Alternativ zu den Abdeckplanen können Sie auch altes Zeitungspapier benutzen - was aber beim Auslegen wesentlich mehr Arbeit macht.

5. Spachtel und Fugengips für Löcher in der Wand

Optional: Einen Spachtel und Fugengips, um alte oder abblätternde Wandfarben zu entfernen bzw. Löcher zu spachteln.

6. Lack, Verdünnung und Pinsel zum Streichen der Fußbodenleisten

Optional: Lack, Verdünnung und Pinsel zum Streichen der Fußbodenleisten. Evtl. auch Schleifpapier, falls der alte Lack an den Leisten Risse hat bzw. nicht mehr richtig haftet.

7. Stromprüfer besorgen

Beim Ab- und Anschrauben der Lampen und Steckdosen ist es nützlich zu wissen, ob Strom auf den Kabeln ist. Das kann man mit dem Stromprüfer - vor dem Streichen des Zimmers - ganz einfach prüfen.

8. Leiter / Staffelei erleichtern das Streichen der Wände

Optional: Eine Leiter oder Staffelei ist zum Vorstreichen der Zimmerecken (kurzer Pinsel) sinnvoll. Zum Streichen der Wände und Decke mit dem Roller können Sie wählen, ob Ihnen eine Teleskopstange oder Leiter lieber ist - es geht beides.

9. Gummihandschuhe für saubere Hände beim Streichen

Finde ich empfehlenswert, da man nicht nur die Finger, sondern evtl. auch die teure Armbanduhr einsaut. So kann man sich viel "Rubbelei" nach dem Streichen des Zimmers sparen.

Mein Tipp: Sie können sich viel Geld sparen, wenn Sie die hier aufgeführten Utensilien von Verwandten oder Freunden ausleihen. Denn wenn man die Utensilien zum Streichen am Ende wieder sorgfältig reinigt, kann man sie viele weitere Jahre verwenden.

Zimmer streichen: Vorbereitung zum Streichen der Wände ...

  1. Wände Zimmer richtig streichen Als Erstes stellen Sie alle Möbel in der Mitte des Zimmers zusammen, sodass die Wände und Decke frei zugänglich sind. Die Wände müssen komplett frei sein - also auch Bilder und Vorhänge etc. abnehmen.
  2. Falls Sie die Fußleisten ebenfalls streichen wollen, nehmen Sie sie ab.
  3. Dann nehmen Sie sich einen Staubsauger und saugen Teppich und Wände einmal richtig ab, sodass keine Spinnweben oder Staubrückstände mehr vorhanden sind.
  4. Decken Sie nun mit der Abdeckplane Möbel und den Boden vollständig ab, sodass sie von Spritzern nicht verunreinigt werden können. Die Plane selbst können Sie mit dem Tesakrepp an den Rändern fixieren, damit sie beim Arbeiten nicht verrutscht. Denken Sie auch daran die Fenster - am besten mit durchsichtiger Plane - vor Spritzern zu schützen.
  5. Als Nächstes nehmen Sie die Strom-Sicherung für den Raum heraus und montieren Steckdosen, Lichtschalter und Lampen ab. Prüfen Sie mit dem Stromprüfer vorher, dass kein Strom mehr fließt.
  6. Kleben Sie Steckdosen, Lampendrähte, Lichtschalter, Fußbodenleisten, Türrahmen etc. mit dem Tesakrepp ab, damit Sie später zügig mit dem kleinen Pinsel vorstreichen können, ohne aufpassen zu müssen aus Versehen Farbe aufzutragen. Falls Sie einen Holzofen im Zimmer haben, wickeln Sie das Ofenrohr ebenfalls in eine Plane ein bzw. decken Sie den Ofen damit ab.
  7. Falls die Untergrundfarbe nicht mehr richtig haftet, nehmen Sie den Spachtel zur Hand und entfernen Sie losen Farbschichten. Anschließend rühren Sie den Gips an und füllen alle Löcher (z. B. von Nägeln an den Wänden). Gleichen Sie mit dem Gips auch Unebenheiten (durch alte abgeplatzte Farbe) aus. Lassen Sie den Gipsspachtel trocknen.
  8. Legen Sie an den Ausgang des Zimmers einen Lappen oder ein größeres Handtuch aus, auf dem Sie Ihre Schuhe - die Sie beim Malern tragen - abstellen können. Schnell kann es passieren, dass unerfahrene Menschen mit den Malerschuhen auf die Toilette gehen und die Farbreste, die an den Schuhen kleben, auf den Weg dorthin verteilen.
  9. Ziehen Sie sich vor dem Malern alte Klamotten und Schuhe an, die dreckig werden dürfen. Wer sich beim Malern sein neues T-Shirt oder Hose etc. versaut, ist wirklich selbst schuld - so was muss nicht sein.

Nachdem Sie die Vorarbeiten fertiggestellt haben, können Sie anfangen das Zimmer zu streichen.

Wie gehe ich beim Streichen des Zimmers vor?

1. Vorbereiten der Farbe

Öffnen Sie die Wandfarbe und geben sie die entsprechende Menge an Abtönfarbe hinzu. Vorsicht - weiße Farbe lässt sich schon mit geringen Mengen Abtönfarbe stark verfärben.

Rühren Sie dabei mit einem Stecken die Farbe kräftig um und geben Sie erst dann wieder Abtönfarbe hinzu, wenn der Farbton in dem Farbkübel eine homogene Mischung (einheitlichen Farbton - kleine Schlieren) enthält.

Nehmen Sie sich ein kleines Stück Zeitung und streichen Sie die getönte Farbe mit einem Pinsel darauf. Halten Sie dieses Probestück an die Wand, um zu sehen, ob die Farbe den gewünschten Farbton angenommen hat. Achtung: Solang die Farbe noch nass ist, erscheint der Farbton kräftiger und dunkler - warten Sie also am besten, bis die Farbe auf dem Probestück trocken ist, bevor Sie sich für einen Farbton entscheiden.

Sobald Sie die Farbe ordentlich angerührt haben bzw. den gewünschten Farbton gemischt haben, kann es mit dem Streichen der Wände losgehen.

2. Vorstreichen der Wände (Ecken und Kanten)

Zimmer Wände streichen - vorstreichen mit kleinem PinselNehmen Sie sich eine alte Plastikschüssel (Einweckglas) und füllen Sie einen Teil der Wandfarbe hinein. Mit dem kleinen Pinsel können Sie nun alle Ecken und Kanten vorstreichen, die Sie mit der Rolle nicht erreichen.

Ich empfehle Ihnen von den Ecken aus einen 10 cm breiten Rand vorzustreichen. Streichen Sie alle Stellen des Zimmers vor, die Sie mit der Rolle nicht erreichen, bevor Sie mit der Rolle weiterarbeiten.

Beim Vorstreichen streiche ich neben den Ecken auch die Steckdosen, Lichtschalter, Fußbodenleisten, die Stellen rings um die Heizung und Fenster, Stromkabel der Lampe gleich mit. Am Ende sollten nur noch die großen geraden Flächen übrig sein, die Sie dann leicht und zügig mit der Rolle streichen können.

3. Streichen der Wände mit der Rolle

Zimmer Wohnung Wände streichen malern AnleitungHängen Sie das Abstreifgitter in den Wandfarbenkübel und tauchen Sie die Rolle hinein. Sobald die Rolle völlig mit Farbe bedeckt ist, rollen Sie sie mehrmals über das Abstreifgitter, bis sie nicht mehr tropft.

Beginnen Sie mit der Decke und malern Sie anschließend die Wand "bahnenweise" ab, bis sie komplett und deckend gestrichen ist.

Grundregel: Immer von oben nach unten streichen!

Wenn Sie umgekehrt vorgehen würden, könnte es sein, dass Sie beim abschließenden Streichen der Decke Spritzer, Läufer oder "Nasen" an die Wände spritzen, die Sie nicht oder zu spät bemerken.

Falls Sie bemerken sollten, dass die Farbe nicht richtig deckt, streichen Sie trotzdem weiter und warten Sie erst einmal ab, wie das Ganze aussieht, wenn es trocken ist. Solange Wandfarbe noch nass ist, können oft Dinge aus dem Untergrund durchscheinen, die man im trockenen Zustand nicht mehr erkennt.

Ich benutze zum Streichen der Wände gerne eine Teleskopstange, die es mir - ohne viel herumklettern zu müssen - erlaubt, alle Stellen, an die ich heran will, zu erreichen. Besonders praktisch finde ich Teleskopstangen für "Über-Kopf-Arbeiten" - sprich - um die Decke zu streichen.

Falls Sie noch Fußbodenleisten streichen müssen, tun Sie dies zuletzt. Denn der Lack der Fußbodenleisten braucht sehr viel länger, um zu trocknen. Außerdem laufen Sie so nicht Gefahr, dass Farbspritzer von der Decke oder den Wänden auf die frisch gestrichenen Fußbodenleisten gelangen.

Sobald Sie alles gestrichen haben, machen Sie die Fenster zum Lüften auf und warten Sie, bis alles trocken ist. Sehen Sie sich nun noch mal alle Wände an, ob die Farbe überall gleichmäßig deckt, oder es Schlieren oder Ungleichmäßigkeiten vom Farbton gibt. Falls die Farbe schlecht deckt, müssen Sie noch mal ran und das Zimmer erneut streichen - ein Ärgernis, das man sich mit einer gut deckenden (meist etwas teureren) Wandfarbe sparen kann.

Wände Zimmer streichen Tipps AnfängerTipp für längere Pausen beim Streichen der Wände

Legen Sie Pinsel, Roller, Abstreichgitter etc. in einen "Gelben Sack", sodass die darauf verbliebene Farbe nicht antrocknen kann. Vermeiden Sie Lufteinschlüsse. So können Sie den Pinsel oder Roller selbst einen Tag später noch benutzen, ohne ihn zwischendurch reinigen zu müssen.

Wenn alles in Ordnung ist, können Sie nach dem Streichen der Zimmer mit den Säuberungs- bzw. Aufräumarbeiten anfangen.

Ergänzende Artikel zum Thema "Zimmer oder Wände streichen" auf Philognosie:

Viel Erfolg beim richtigen Streichen der Wände Ihrer Zimmer!

04.05.2016 © seit 09.2005 Aris Rommel  
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