Zimmer streichen: Wände streichen wie ein Profi

Wenn man seine Wände richtig streichen will, dann ist eine gute Planung, Vorbereitung und Ausführung Gold wert. Damit Sie nichts vergessen, haben wir hier eine komplette Anleitung erstellt, mit der Sie das Streichen ihrer Zimmer erfolgreich planen und ausführen können.

Vorbereitung zum Streichen der Wände

Je nach Zustand ihrer Räume können vor dem eigentlichen Streichen noch ein paar Vorarbeiten anfallen. Daher gebe ich Ihnen zuerst eine Liste zur Reihenfolge der Renovierungsarbeiten, bei denen ich von nicht renovierten Räumen (z. B. mit kahlen Putzwänden bzw. alten kaputten Tapeten) ausgehe …:

  1. Zimmer und Wände absaugen
  2. Räume mit Folie abdeckenSteckdosen und Lichtschalter entfernen
  3. Alte Tapeten entfernen / ablösen
  4. Löcher, Risse und Unebenheiten in den Wänden verspachteln
  5. Rohe Wand grundieren
  6. Wände (mit Raufaser) oder anderen Tapete tapezieren
  7. Zimmer mit Wandfarbe streichen

Falls in der Liste wichtige Vorarbeiten für Ihre Situation stehen, finden Sie über die Links weitere Artikel mit hilfreichen Anregungen und Tipps zur jeweiligen Aktion.

Vorarbeiten vor dem Streichen des Zimmers

Sind Ihre Räume so weit in Ordnung, beginnt die Vorarbeit mit Punkt 1 (Zimmer / Wände saugen) und Punkt 2 (Folien auslegen) und Punkt 4 (Wände verspachteln). Sobald diese Vorarbeiten erledigt sind, können wir mit dem Anstrich der Zimmer fortfahren.

Werkzeugliste und Tipps für den Einkauf

Räume ausmessen und Fläche der Wände bestimmen

Messen Sie die Räume – d. h. Wände plus Decke – aus und errechnen Sie für jeden Raum die Anzahl der Quadratmeter. Runden Sie großzügig auf, da immer mal für Nacharbeiten etwas mehr Farbe braucht.

Checkliste zum Einkauf für das Streichen der Wände

Auf den Farbeimern im Baumarkt ist immer eine Anzahl an Quadratmetern angegeben, für die die Farbmenge ausreicht. So können Sie dort ganz einfach berechnen, wie viel Farbeimer Sie für welches Zimmer brauchen.

Tipps zum Kauf von weißer Wandfarbe

Bei weißer Wandfarbe (Dispersionsfarbe) ist die Menge an Pigment für die Deckkraft entscheidend. Gewöhnlich wird Titandioxid als Pigment verwendet, wobei das Pigment am teuersten ist. Daher sparen viele Billigangebote am Pigment, was sich später in einer schlechten Deckkraft der Farbe zeigt.

Damit weiße Farbe schon nach dem ersten Anstrich deckend ist, braucht es 25 % bis 30 % Pigment. Kauft man Billigfarbe mit nur 15 % braucht es mindestens zwei Anstriche, damit man den Untergrund nicht mehr sieht. Selbst wenn die Billigfarbe nur die Hälfte kostet, hat man nichts gespart, sondern nur die doppelte Arbeit.

Achten Sie also dringend darauf, dass die Farbe „hochdeckend“ und somit optimal pigmentiert ist. Wie deckend eine Farbe ist, wird meist auf dem Etikett des Herstellers (siehe obige Abb.) angegeben.

Tipps zum Kauf von farbigen Wandfarben

Wer seine Zimmer farbig streichen will, kann sich neben der weißen Wandfarbe zusätzlich Abtönfarben kaufen, um fast jeden beliebigen Farbton selber zu mischen. Die Deckkraft der weißen Farbe spielt hier keine so große Rolle, da mit den Abtönfarben konzentriertes Pigment beigemischt wird, was die Deckkraft automatisch erhöht.

Farbton Wandfarbe selber mischen

Nachteil des selbst gemischten Farbtons ist, dass man den Farbton oft nicht mehr nachmischen kann. Geht die Farbe dann beim Streichen aus, hat man Trauer, da selbst kleinere Farbtonunterschiede deutlich erkennbar sind.

Alternativ kann man sich seinen Farbton beim Baumarkt mischen lassen. Hierzu gibt es dort sogenannte Farbkarten (siehe folgende Abb.), für die Rezepte vorhanden sind.

farbige Wandfarbe mit Farbkarte mischen lassen

Solche Farbkarten gibt es zum Mitnehmen, d. h. man kann sich die genauen Farbtöne vorab auswählen und gezielt zusammenstellen. Damit kann man Farbtöne auch auf andere Elemente des Raums oder der Einrichtung harmonisch abstimmen. Geht die Farbe beim Streichen aus, braucht man sich nur die jeweiligen Farbnummern zu merken, um den speziellen Farbton nachmischen zu lassen.

Werkzeug und Materialliste zum Streichen

Hier eine komplette Liste an Material und Werkzeug, die man zum Streichen braucht:

  • Wandfarbe
  • kleinen Pinsel zum Vorstreichen der Ecken und Kanten
  • Farbrolle
  • Abtropfgitter
  • Teleskopstange (für hohe Wände / Decke) – Alternative
  • Plastikplanen
  • Malerkrepp
  • Spachtel / Gips zum verspachteln (optional)
  • Lack, Verdünnung und Pinsel zum Streichen der Fußleisten
  • Stromprüfer (zum Entfernen der Steckdosen / Lichtschalter)
  • Leiter / Staffelei
  • Gummihandschuhe
  • Schere
  • Arbeitsklamotten
  • Stock zum Anrühren der Wandfarbe
Zimmer Wand streichen Folie Kaufen verwenden

Kleiner Spartipp: Wer nur wenig Geld hat, kann sich die Werkzeuge auch von Freunden ausleihen und entsprechend sauber gereinigt wieder zurückgeben. Ansonsten rate ich beim Kauf auf Qualität zu achten, denn gutes Werkzeug ist die halbe Miete beim Renovieren. Wer pfleglich damit umgeht, kann es ein Leben lang nutzen.

Zeitplanung für das Zimmerstreichen

Gerade Anfänger verschätzen sich oftmals grob, wie viel Zeit man zum Streichen eines Zimmers einplanen sollte. Schon beim Einkauf kann schnell ein halber Tag ins Land ziehen und selbst einfache Vorbereitungsarbeiten – wie Zimmer umräumen, Folie auslegen, Löcher spachteln, trocknen lassen etc. – kosten auch noch einen Tag.

Hat man alles zur Hand, ist das Streichen der Wände nach ein paar Stunden erledigt, aber die Farbe muss noch über Nacht trocknen, bevor man alles wieder einräumt. So schafft man ein bis zwei Zimmer locker an einem Wochenende, während man für eine komplette Wohnung durchaus eine Woche „Fulltime-Arbeit“ oder länger braucht.

Mein Tipp: Nehmen Sie sich großzügig Zeit und planen Sie alle Arbeitsschritte vorab. Bedenken Sie bei größeren Projekten – wie einer ganzen Wohnung / Haus – verschätzt man sich leicht, da mancher Arbeitsaufwand erst bei der Umsetzung erkennbar wird. Je mehr Luft sie bei der Zeitplanung lassen, desto weniger Stress müssen sie zusätzlich bewältigen.

Anleitung zum Streichen der Wände

Im Weiteren gehe ich davon aus, dass Sie die oben genannten Vorarbeiten bereits erledigt haben – sprich – nun ist „nur noch“ das Streichen der Wände gefragt.

Vorbereiten der Farbe

Rühren Sie mit einem Stock die Wandfarbe kräftig um. Wenn die Farbe länger gestanden hat, setzt sich das Pigment ab und das Bindemittel schwimmt oben auf. Rühren Sie so lange alles durch, bis die Wandfarbe wieder vollständig homogen gemischt ist. Wer will, kann dabei auch Abtönfarben beimischen, um den gewünschten Farbton zubekommen.

Zimmer Wand Streichen Farben Einkauf Tipps

Farbton testen: Nehmen Sie sich ein kleines Stück Zeitung und streichen Sie die Farbe mit einem Pinsel darauf. Halten Sie dieses Probestück an die Wand, um zu sehen, ob die Farbe den gewünschten Farbton angenommen hat.

Bitte beachten Sie: Solange die Farbe noch nass ist, erscheint der Farbton kräftiger und dunkler. Warten Sie bis die Farbe auf dem Probestück trocken ist, bevor Sie sich für einen Farbton entscheiden.

Vorstreichen der Wände (Ecken und Kanten)

Nehmen Sie sich eine alte Plastikschüssel (Einweckglas) und füllen Sie einen Teil der Wandfarbe hinein. Mit dem kleinen Pinsel können Sie nun alle Ecken und Kanten vorstreichen, die Sie mit der Rolle nicht erreichen.

Zimmer Wand mit kleinem Pinsel vorstreichen

Ich empfehle Ihnen einen ca. 10 bis 15 cm breiten Rand vorzustreichen. Beim Vorstreichen streiche ich neben den Ecken auch die Steckdosen, Lichtschalter, Fußbodenleisten, die Stellen rings um die Heizung und Fenster, Stromkabel der Lampe gleich mit.

Am Ende sollten nur noch die großen geraden Flächen übrig sein, die Sie dann leicht und zügig mit der Rolle streichen können. Optimal sind zwei Personen – einer übernimmt die Vorstreicharbeiten mit dem kleinen Pinsel und der andere die großen Flächen mit der Rolle.

Streichen der Wände mit der Rolle

Hängen Sie das Abstreifgitter in den Farbeimer und tauchen Sie die Rolle hinein. Sobald die Rolle völlig mit Farbe bedeckt ist, rollen Sie sie mehrmals über das Abstreifgitter, bis die Farbe nicht mehr von der Rolle tropft.

Wandfarbe zum Streichen anrühren

Beginnen Sie mit der Decke und malern Sie anschließend die Wand „bahnenweise“ ab, bis sie komplett und deckend gestrichen ist.

Grundregel: Immer von oben nach unten streichen!

Wenn Sie umgekehrt vorgehen würden, könnte es sein, dass Sie beim abschließenden Streichen der Decke Spritzer, Läufer oder „Nasen“ an die Wände spritzen, die Sie nicht oder zu spät bemerken.

Wand richtig streichen mit Rolle

Falls die Farbe nicht richtig deckt, streichen Sie trotzdem weiter und warten Sie ab, wie das Ganze aussieht, wenn es trocken ist. Solange Wandfarbe noch nass ist, können oft Dinge aus dem Untergrund durchscheinen, die man im trockenen Zustand nicht mehr erkennt.

Ich benutze zum Streichen der Wände gerne eine Teleskopstange, die es mir – ohne viel herumklettern zu müssen – erlaubt, alle Stellen zu erreichen. Besonders praktisch finde ich Teleskopstangen für „Über-Kopf-Arbeiten“ – sprich – um die Decke zu streichen.

Lassen Sie beim Streichen und während des Trocknens die Fenster gekippt, sodass die Farbe schneller trocknen kann.

Streichen der Fußbodenleisten

Falls Sie noch Fußbodenleisten streichen müssen, tun Sie dies zuletzt. Damit vermeiden Sie, dass Farbspritzer von der Decke oder den Wänden auf die frisch gestrichenen Fußbodenleisten gelangen.

Wände Zimmer richtig streichen

Sobald Sie alles gestrichen haben lüften Sie gut durch und warten Sie, bis alles trocken ist. Sehen Sie sich nun noch mal alle Wände an, ob die Farbe überall gleichmäßig deckt, oder es Schlieren oder Ungleichmäßigkeiten vom Farbton gibt.

Falls die Farbe schlecht deckt, müssen Sie noch mal ran und das Zimmer erneut streichen – ein Ärgernis, das man sich mit einer gut deckenden (meist etwas teureren) Wandfarbe sparen kann.

Tipp für längere Pausen beim Streichen

Legen Sie Pinsel, Roller, Abstreichgitter etc. in einen Plastiksack, sodass die darauf verbliebene Farbe nicht antrocknen kann. Vermeiden Sie Lufteinschlüsse. So können Sie den Pinsel oder Roller ein bis zwei Tage später noch benutzen, ohne ihn zwischendurch reinigen zu müssen.

Richtig Streichen Rolle Farbe lagern

Finish: Tipp zum Entfernen der Folie / Malerkrepp

Die Folie und das Malerkreppband lassen sich einfach und sauber entfernen, wenn die Farbe noch nicht vollständig getrocknet ist. Eine Arbeit die man direkt nach dem Fertigstellen aller Malerarbeiten anschließen kann.


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Denn man streicht immer ein wenig Farbe auf das Malerband, aber mit feuchter Farbe bekommt man eine saubere Kante und zieht keine Farbe – von angrenzenden Stellen der Wand – mit ab.

Malerwerkzeug einfach reinigen

Hier noch ein Tipp, wie Sie Malerwerkzeuge nach dem Streichen einfach reinigen / sauber machen können.

Malerwerkzeug säubern: Farbe aus Rolle & Pinsel entfernen

Ergänzende Artikel zum Thema finden Sie in unserer Rubrik „Streichen, Tapezieren & Renovieren“ auf Philognosie.

Viel Erfolg beim richtigen Streichen der Wände Ihrer Zimmer!

Aris Rommel