Tomaten anbauen: Tomaten selber ziehen / pflanzen

Wer auf leckere, wohlschmeckende Tomaten steht, wird im Supermarkt selten fündig. Daher ziehen viele Hobbygärtner ihre Tomaten selbst und können ihre Lieblingstomaten aus über 200 Tomatensorten auswählen.

In diesem Artikel werde ich Ihnen einige Tipps und Tricks rund um das Anbauen von Tomaten verraten. So sollte es jedem Hobbygärtner gelingen, seine Lieblingssorten im Garten zu pflanzen. Falls Sie keinen eigenen Garten haben, können Sie sich auch alternativ meinen Tipp "Tomaten auf dem Balkon pflanzen / anbauen" ansehen.

Am Ende des Artikels finden Sie noch ein Video, in dem wir ebenfalls alle wichtige Schritte, Tipps und Erfahrungen zusammengestellt haben.

Tomaten anbauen, ziehen, züchten

Warum Tomaten selber ziehen / anbauen?

Die über 200 verschiedenen Tomatensorten bieten eine unglaubliche Geschmacksvielfalt, die die meisten gar nicht kennen. Aber auch gängige Tomatensorten schmecken viel besser, wenn man sie selbst anbaut. Wer einmal den Unterschied geschmeckt hat, mag die "Supermarkt-Wasser-Tomaten" nicht mehr essen. Außerdem macht natürlich auch das Gärtnern selbst viel Spaß.

Wie gewinne ich Tomatensamen selbst?

Dazu gibt es bereits eine Anleitung mit vielen Tipps im Artikel "Tomatensamen gewinnen: Saatgut für Tomaten selber machen". Beginnen Sie mit diesem Schritt, um das Saatgut für Ihre Lieblingssorten zu bekommen.

Anleitung: Tomaten selber ziehen / anbauen

Zuerst besorgen Sie sich sogenannte Anzuchttöpfe von Ihrer Gärtnerei oder aus dem Internet. Sie bestehen aus einem kompostierbaren Material und sind für wenige Euro zu haben.

Sie sind besonders praktisch, da man die einzelnen Tomatenpflanzen gleich separat (d. h. eine Pflanze pro Kästchen) pflanzen kann. Man erspart sich später das Trennen der einzelnen Tomatenpflanzen mit ihren noch sehr empfindlichen Wurzeln.

Die einzelnen Kästchen können dann wie "Miniblumentöpfe" verwendet werden, d. h., man gibt Anzuchterde und einen Tomatensamen hinein. Die Aussaat der Tomatensamen sollte zwischen Mitte Februar bis Mitte März erfolgen, damit die Tomatenpflanzen im Mai groß und kräftig genug sind, um in den Garten zu kommen.

Anleitung Tomaten selbst zu pflanzen

Tipp Samenanzahl: Da die "Ausfallrate" der Samen oft recht hoch ist, kann man auch mehrere Samen in ein Töpfchen geben. Dann bekommt man recht sicher mindestens 1 Tomatenpflanze pro Pflanzloch. Alternativ kann man auch ca. doppelt so viele Tomatensamen in Töpfchen sähen. Wenn dann zu viele Tomaten kommen, kann man sie später immer noch verschenken.

Wichtig: Die frisch besäten Töpfchen zum Keimen unbedingt mit Folie abdecken bzw. in einen Plastikbeutel stellen und gelegentlich (1x tägl.) für einige Minuten lüften, damit es nicht schimmelt (für gleichmäßige Feuchte und Wärme), bis Keimblätter erscheinen.

Anschließend die Folie entfernen, denn dann können die Keimblätter keine Stauwärme mehr vertragen. Nun an einen hellen Ort (Fenster) mit ca. 16 Grad stellen.

Bis die Keimlinge aus der Erde kommen benötigen die Töpfe kein Licht nur Wärme, weswegen ich sie bei uns auch in die Nähe des Ofens gestellt habe. Erst wenn die Keimblätter erschienen sind, stellt man sie unabgedeckt ins Licht und kühl.

Die Keimlinge schießen schnell. Es sollten die ersten "echten" Tomatenblätter" sichtbar sein, bevor sie in größere Blumentöpfe umgepflanzt werden.

Tomaten aus Samen ziehen Tomaten einpflanzen

Mein Tipp: Stellen Sie eine Plastikschale unter die Anzuchttöpfe, damit kein Wasser auf die Fensterbank gelangen kann.

Im nächsten Schritt werden dann die einzelnen Töpfchen getrennt und in größere Blumentöpfe umgepflanzt. Da die Kästchen kompostierbar sind, stellt man sie komplett mit dem Tomatenkeimling in den Blumentopf. Dann gibt man so viel Erde hinzu, dass die Keimblätter gerade noch aus der Erde herausschauen.

Der Sinn des "Tieferpflanzens" ist, dass der kleine Stängel unter der Erde Wurzeln ausbildet. Würde man den Keimling nicht tiefer setzen, wäre nur ein dünner Stängel als "Stamm" vorhanden, der sehr fragil ist und kaum Gewicht aushält. So bildet der Keimling viele und starke Wurzeln unterhalb der Keimblätter aus, d. h., man bekommt eine sehr kräftige Tomatenpflanze.

In der folgenden Abbildung können Sie erkennen, wie die umgetopften Tomaten neu verwurzelt sind und einen kräftigeren Stamm ausbilden.

Tomaten anbauen selber ziehen Tomatenpflanze gut verwurzeln

Ein Trick gegen zu schnell wachsende Tomaten ist, die Tomaten an einen kühleren Ort - z. B. in ein unbenutztes Gästezimmer mit 10 bis 15°C - zu stellen. So gewöhnen sich die Tomaten an leichte Temperaturschwankungen bzw. wachsen langsamer. Wenn es schneller gehen soll, stellt man sie wieder an einen wärmen, sonnigen Ort und hält die Erde feucht.

Bis etwa Mitte April erreichen die angepflanzten Tomaten bereits eine stattliche Höhe. Hier kann man bereits deutlich erkennen, dass die Tomaten einen dicken und tragfähigen Stamm ausgebildet haben.

Tomanten selber vorziehen

Die Blumentöpfe mit den Tomaten (siehe Abbildung) stehen am Südfenster im Wohnzimmer, d. h., sie bekommen viel Licht. Falls Sie eine Terrasse haben, können die Tomaten an wärmeren Tagen tagsüber auch nach draußen gestellt werden, um richtig Sonne zu tanken. So gewöhnen sich die Blätter an das "echte" Sonnenlicht und "verbrennen" nicht, wenn man sie später im Garten auspflanzt.

Das Wachstum verläuft nun so schnell, dass man den einzelnen Pflanzen fast zusehen kann, wie sie jeden Tag größer und kräftiger werden.

In dieser Zeit können Sie bereits einen geeigneten Standort vorbereiten. Wichtig ist, dass unsere Tomaten viel Sonne abbekommen und gleichzeitig vor Regen und starkem Wind geschützt sind. Ein bisschen Regen schadet nichts, aber bei Dauernässe bekommen sie Braunfäule, die die ganze Ernte vernichtet. Um das zu verhindern, reicht oft schon ein Unterstand oder eine kleine Überdachung.

Tomatendach Regenschutz für Tomaten

Tomaten können bis zu 7 Jahren am gleichen Ort gepflanzt werden. Da Tomaten nährstofftechnisch Starkzehrer sind, empfehle ich etwas Pferdemist und Kompost mit unter die Erde zu mischen.

Zum Auspflanzen warten wir bis nach den Eisheiligen - Mitte Mai - bis es keine Nachtfröste mehr gibt. Hören Sie einfach auf den Wetterbericht, um den richtigen Zeitpunkt zu erfahren.

Graben Sie für jede Pflanze ein Loch und sumpfen es vorab kräftig mit Wasser ein. Damit sich die Wurzeln in alle Richtungen ausbreiten und die Tomaten so deutlich schneller anwachsen, brechen wir die Wurzelballen auf. Außerdem setzen wir auch einen Teil des unteren Stammes ins Erdreich, da dieser dort dann ebenfalls noch Wurzeln ausbildet.

Am Ende drücken wir die Erde fest und bauen einen Gießring, damit das Wasser beim Gießen auch die Wurzeln erreicht. Für jede Pflanze geben wir eine Rankhilfe mit in den Boden, an der wir sie später befestigen können. Der Pflanzabstand sollte 40 bis 50 cm nicht unterschreiten.

Tomaten richtig einpflanzen

Wer gut Platz hat, sollte einige Lücken zwischen den Tomaten lassen. Da sie recht groß und buschig werden, erleichtert das später erheblich die Pflegearbeiten und die Ernte.

Anfang Juni zeigen sich die ersten Blüten. Sobald sie bestäubt werden, entwickeln sich an diesen Stellen unsere Tomaten. Im Garten übernehmen die Insekten die Bestäubung - hat man auf dem Balkon zu wenig Insekten, kann man die Bestäubung selbst mit einem Pinsel übernehmen.

Tomatenanbau Mitte Juni

Auf jeden Fall muss man die Blüten und Triebe das ganze Jahr im Auge behalten. Besonders Seitentriebe können kritisch sein, da sie oft zu schwach sind, um die Last der dort wachsenden Tomaten zu halten. Wenn man solche Triebe nicht abschneidet oder gut abstützt, werden sie so schwer, dass sie abbrechen und so die Mutterpflanze schwer schädigen oder gar zerstören.

Damit das Unkraut in der Wachstumsphase nicht überhandnimmt und alles zu wuchert, nehmen wir alle paar Wochen eine Hacke und graben es einfach in den Mutterboden unter.

Wie die Mutterpflanze wächst, kann man durch Ausgeizen gut kontrollieren. Im Video zeige ich, wie wir Seitentriebe an ungünstigen Stellen schon recht früh abknipsen. So entwickelt die Tomatenpflanze nur Blütenstände, die sehr nach am robusten Hauptstamm sind.

Ansonsten brauchen Sie nicht viel zu tun, außer sie regelmäßig zu gießen. Wichtig ist, dass die Tomaten nicht austrocknen, was in sehr heißen und trocknen Perioden schnell passieren kann. Einmal ausgetrocknet werden die Blätter braun und die Pflanze geht ein. Hier kann man einfach auf die Blätter achten - d. h. wenn Tomatenpflanzen zu trocken werden, werden die Blätter schlapp und die Pflanze hängt etwas kraftlos herum - dann sollte man gießen.

Wenn alles reibungslos läuft, können Sie ab Mitte Juli bis zu den ersten Nachtfrösten im Spätherbst regelmäßig die selbst angebauten Tomaten ernten.

Tomaten selber ernten

In einem guten Jahr ernten wir ca. 1 bis 2 Kilo Tomaten pro Pflanze, d. h. wir sind mit 20 Tomatenpflanzen für zwei Leute so von Juli bis Anfang Januar komplett mit Tomaten versorgt.

Grüne Tomaten kann man nicht roh essen (außer, wenn es sich um eine grüne Sorte handelt). Warten Sie also geduldig, bis die Tomaten eine (je nach Sorte) schöne, rote und kräftige Farbe haben.

Sie werden feststellen, dass auch im späten Herbst nicht alle Tomaten rot werden. Bevor wieder Frost einsetzt, können Sie die grünen Tomaten ernten und im Haus an einem warmen Ort nachreifen lassen.

Der Reifungsprozess von grünen Tomaten kann Monate dauern. Sie können bis in den Winter hinein noch die nachgereiften Tomaten aus dem eigenen Garten genießen.

Videoanleitung: Tomaten selber ziehen / anbauen und ernten

Damit man sich den Tomatenanbau besser vorstellen kann, zeigen wir in dieser Videoanleitung ebenfalls alle wichtige Schritte. Hier haben wir unsere Erfahrungen über das Jahr hinweg mitgefilmt und so das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Damit bin ich mit meinen Tipps zum Anbau von Tomaten am Ende und hoffe, dass Sie einige gute Anregungen bekommen haben, wie Sie künftig Tomaten selbst anbauen können.

Viel Freude mit Ihren selbst angepflanzten Tomaten!

20.02.2019 © seit 05.2014 Andrea Munich  
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