Cocktailtomaten pflanzen, pflegen und ernten

Wer gerne mit verschiedenen Geschmäckern experimentieren will, sollte einmal probieren, selber Cocktailtomaten im Garten zu pflanzen. Cocktail- und Cherrytomaten geben eine reiche Ernte und die verschiedenen Sorten haben aromatisch viel zu bieten. Da ich selbst ein großer Fan von Cocktailtomaten bin, will ich im Folgenden zeigen, wie man sie auswählt, pflanzt, pflegt und erntet.

Video-Anleitung: Top Ernte mit Cocktailtomaten

In unserem Video zeigen wir Ihnen praktisch, wie man mit Cocktailtomaten hohe Erträge erzielen kann.

Cocktailtomaten pflanzen, pflegen und ernten

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Auswahl der Cocktailtomaten

Jede Sorte Cocktailtomaten hat einen besonderen Geschmack. Es lohnt sich also, verschiedene Sorten zu pflanzen, um mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zu experimentieren. Wir achten beim Kauf der Tomatenpflanzen darauf, dass sie für den Anbau im Freien geeignet sind – eine gute Resistenz gegen Bräunfäule haben – einen guten Ertrag liefern und möglichst pflegeleicht sind.

Wer bei der Wahl noch unsicher ist, kann unsere Lieblingssorten mal probieren …

Sorte „Dorada“

Diese goldgelbe Cocktailtomate ist ein echter Blickfang im Beet und lecker im Geschmack. Sie wächst bis zu zwei Meter hoch und bildet dabei eine kräftige, gut verzweigte Pflanze mit großen Rispen. Die Früchte sind rund, wiegen bis zu 30 Gramm und überzeugen mit einem saftig-fruchtigen Geschmack. Ihre dicke Schale macht sie besonders platzfest – selbst bei Regen platzen sie kaum auf. Dorada eignet sich gut für sonnige, luftige Standorte und bringt einen hohen, kontinuierlichen Ertrag bis in den Herbst. Die goldgelbe Farbe sorgt nicht nur für Abwechslung in der Küche, sondern ist auch bei Kindern beliebt.

Dorade Cocktailtomate

Sorte „Gardeners Delight“

Die Cocktailtomate Gardener’s Delight ist eine deutsche Züchtung aus Erfurt. Sie ist in England sehr populär geworden und gilt dort als eine der bekanntesten Sorten. Die „Freude des Gärtners“ ist neben dem Geschmack vor allem der hohe Ertrag bei der Ernte.

Sie ist pflegeleicht und robust und daher unter Hobbygärtnern sehr beliebt. Sie bildet lange Fruchttrauben mit vielen kleinen, leuchtend roten Tomaten, die etwa 25–30 Gramm wiegen. Der süß-fruchtige Geschmack macht sie ideal zum Naschen direkt von der Pflanze, aber auch für Salate und Dekoration. Gardeners Delight wächst kräftig und erreicht etwa zwei Meter Höhe. Sie braucht regelmäßige Ausgeizung und eine stabile Rankhilfe. Bei guter Pflege bringt sie hohe Erträge über eine lange Saison – auch unter weniger optimalen Bedingungen.

Gardeners Delight

Sorte „Green Doctors“

Diese grüne Cocktailtomate ist eine echte Rarität mit einem überraschenden Aroma. Obwohl sie grün bleibt, ist sie bei der Reife leicht durchscheinend, mit einem schimmernden Glanz – ein gutes Zeichen für den richtigen Erntezeitpunkt.

Die rundlichen Früchte wiegen zwischen 10 und 20 Gramm und haben einen süßen, fruchtig-würzigen, fast tropisch anmutenden Geschmack. Die Sorte reift früh und liefert bereits im Juli die ersten Früchte. Green Doctors kann bis zu zwei Meter hoch wachsen.

Green Doctors ist widerstandsfähig gegen Krankheiten, insbesondere Blütenendfäule, und bevorzugt warme, geschützte Lagen. Durch ihre ungewöhnliche Farbe ist sie ideal für gemischte Tomatenschalen oder als Blickfang im Salat.

Cocktailtomate Green Doctors

Sorte „Grüne Birne (auch „Green Pear“ oder „Grünes Birnchen“)

Diese farblich außergewöhnliche Sorte trägt birnenförmige Früchte mit einer gelblich-hellgrünen Färbung. Die Tomaten wiegen bis zu 25 Gramm, schmecken süßsäuerlich mit würzigem Aroma und haben eine angenehm feste Konsistenz.

Mit einer Wuchshöhe von ca. 2,20 m gehört sie zu den höher wachsenden Sorten. Sie bildet viele kleine Früchte und eignet sich gut für den geschützten Anbau im Freiland oder im Gewächshaus. Die Sorte ist relativ widerstandsfähig gegen Kraut- und Braunfäule, erfordert aber etwas mehr Pflege beim Beschneiden und Anbinden an der Rankhilfe. Besonders geeignet für gemischte Tomatengerichte oder als dekorative Snacktomate.

Tomate Grüne Birne

Sorte „Limoncito“

Diese aus Kasachstan stammende Sorte ist bekannt für ihre leuchtend orangefarbenen Früchte mit intensivem, süß-aromatischem Geschmack.

Die Früchte sind rundoval, wiegen etwa 15 bis 22 Gramm und wachsen in langen, dichten Rispen. Limoncito reift mittelfrüh und liefert ab Mitte Juli hohe Erträge – ideal für Naschkatzen und Kinder. Mit einer Höhe von bis zu drei Metern ist sie eine wahre Kletterkünstlerin und braucht eine stabile Rankhilfe sowie regelmäßiges Ausgeizen.

Sie bevorzugt vollsonnige Standorte und ist im Gewächshaus besonders ertragreich. Ihre dünne Haut macht sie regenempfindlich – im Freiland sollte sie daher überdacht werden.

Sorte „Sibirisches Birnchen“

Diese kompakt wachsende Sorte ist ideal für kleine Gärten, Balkone oder den Anbau in großen Kübeln. Die Pflanzen werden nur etwa 1,5 Meter hoch, sind aber sehr ertragreich.

Ihre hellroten, birnenförmigen Früchte reifen mittelfrüh, wiegen etwa 10-20 Gramm und überraschen mit einem intensiv süßen, aromatischen Geschmack, der an Honig erinnert. Die Pflanzen sind robust und gut an kühlere Klimate angepasst – ideal für Regionen mit kürzerer Saison.

Der Pflegeaufwand ist gering: Die Sorte kommt auch mit weniger Ausgeizen aus. Durch den kompakten Wuchs und die reiche Fruchtbildung eignet sie sich hervorragend für Naschgärten und kinderfreundliche Beete.

Wir empfehlen verschiedene Sorten zum Anbau zu wählen. So können Sie nicht nur unterschiedliche Geschmacksrichtungen testen, sondern auch die Ernte auch zeitlich verteilen – je nachdem, ob eine Sorte früh-, mittel- oder eher spät reif wird.

Cocktailtomate Sibirisches Birnchen

Standort und Erde

Cocktailtomaten lieben sonnige, warme und geschützte Standorte – je mehr Sonne, desto besser reifen die aromatischen Früchte. Ideal ist ein Standort, an dem die Pflanzen täglich mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonne abbekommen. Windgeschützte Standorte – zum Beispiel an der Hauswand, auf dem Balkon oder im Gewächshaus – bieten zusätzlichen Schutz und fördern ein gleichmäßiges Wachstum.

Wichtig ist auch eine gute Belüftung: Stehende feuchte Luft, wie sie in engen Ecken oder bei dichter Bepflanzung entsteht, kann Pilzkrankheiten wie Braun- oder Krautfäule begünstigen. Wer im Freiland anbaut, sollte den Tomaten idealerweise ein Dach oder einen Regenschutz bieten, denn längere Nässe erhöht das Krankheitsrisiko deutlich.

Cocktailtomaten sind Starkzehrer und brauchen nährstoffreiche, lockere und humose Erde mit guter Wasserspeicherfähigkeit. Daher kann man vor dem Pflanzen gerne Kompost, Pferdemist oder Blumenerde mit einbringen.

Der pH-Wert sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen (zwischen 6,0 und 7,0). In Kübeln ist es wichtig, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann – Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule.

Wann im Freien pflanzen?

Tomatenpflanzen sind im allgemeinen recht kälte- und frostempfindlich. Wer die Cocktailtomaten aus Samen selber vorziehen will, kann Anfang März damit beginnen. Die Keimtemperaturen liegen – je nach Sorte – hier zwischen 18 und 24 °C. Damit ist die Vorzucht nur in Innenräumen oder einem beheizten Gewächshaus möglich. Einfacher ist es, bereits vorgezogene Pflanzen beim Gärtner oder Gartencenter zu kaufen.

Als Faustregel zum Auspflanzen im Freien kann man sich die Faustregel merken, dies nach den Eisheiligen – also ca. ab Mitte Mai – zu tun. Ab dann gibt es keine Nachtfröste mehr, die den Tomaten schaden könnten.

Anbau und Pflege von Cocktailtomaten

In puncto Anbau und Pflege unterscheiden sich Cocktailtomaten nicht von anderen Tomatensorten. Wenn Sie hierzu noch Tipps und Anregungen wollen, empfehle ich unseren Artikel „Tomaten anpflanzen, pflegen und ernten„. Lediglich beim Ausgeizen gehen wir heute deutlich sparsamer vor, d. h. wir lassen immer wieder Seitentriebe stehen und wachsen, da sich daran auch weitere Fruchtstände ausbilden – die Ernte also ergiebiger machen. Hier müssen Sie nur darauf achten, die Seitentriebe extra mit Rankhilfen zu stützen, da sie beim Bilden der Früchte recht schwer werden können. Ohne zusätzlich Stütze besteht die Gefahr, dass die Triebe das Gewicht nicht halten und abbrechen.

Ansonsten sollten Sie die Cocktailtomaten regelmäßig gießen, wobei man vermeidet, das Wasser über die Blätter zu schütten, d. h. es direkt unter der Pflanze ins Erdreich gibt. Je trockener die Blätter bleiben, desto geringer ist die Gefahr von Braunfäule, die die gesamte Ernte vernichtet.

Zudem sind Tomaten Starkzehrer – sie verbrauchen beim Wachstum eine Menge Nährstoffe, die man über zusätzliches Düngen – mit Tomatendünger – ergänzen muss. Wann und wie viel gedüngt werden sollte, können Sie auf der Herstellerempfehlung des jeweiligen Düngemittels erkennen.

Erntezeit und Nachreifen der Tomaten

Meist bilden sich den gesamten Sommer über immer wieder neue Treibe und Rispen, sodass Sie bis in den Herbst hinein regelmäßig ihre Cocktailtomaten ernten können. Woran man die Reife von Tomaten erkennt, können Sie in unserem Artikel „Wann sind Tomaten reif?“ nachlesen.

Kurz bevor die Nachtfröste im Spätherbst einsetzen, sollten sie alle Tomaten – inklusive der unreifen – ernten. Diese kann man nämlich mit wenig Aufwand nachreifen lassen, sodass die gesamte Ernte verwendet werden kann. Wie Sie dabei vorgehen, haben wir im Artikel „Tomaten selber nachreifen lassen“ beschrieben.

Tomaten können auch konserviert werden, wenn die Ernte zu groß ist, dass sie nicht sofort verzehrt werden kann. Eine einfache Methode ist das Einkochen, d. h. überschüssige Tomaten mit etwas Salz und Pfeffer zu einer Soße einkochen und in Gläser abfüllen. Wer hier hygienisch arbeitet, kann so eine Tomatengrundsauce ca. 9 Monate haltbar machen.

Cocktailtomatensamen selber gewinnen

Wenn Sie samenfeste Sorten angepflanzt haben, lassen sich auch die Samen reifer Tomaten weiter nutzen. Dazu müssen Sie nur den Tomatensamen auslösen und so ihr Saatgut für das nächste Jahr herstellen. Diesen können Sie dann zur Vorzucht der nächsten Generation im kommenden Jahr verwenden.

Wer also Geld sparen will, kann mit der Gewinnung eigener Samen von Cocktailtomaten sich das Saatgut für die nächste Pflanzperiode sichern.

Damit sind wir mit unseren Tipps am Ende und hoffen ihnen genug Anregungen gegeben zu haben, dass sie den Anbau leckerer Cocktail und Cherrytomaten selbst einmal im Garten ausprobieren. Fragen und Anregungen zu diesem Thema beantworten wir gerne in den Kommentaren.

Andrea Munich

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