Arbeit mit Lerntypen: Praxis für Lehrer

Viele Lehrer fragen sich, wie sie die Arbeit mit Lerntypen praktisch in den Unterricht einbauen können. Hier wollen wir Ihnen einige Anregungen geben, wie Sie dies realisieren können. Zuerst wollen wir eine mögliche Vorgehensweise beschreiben und am Ende noch Tipps geben, welches Ziel sie dabei anstreben können.

Welches Lerntypen-Modell wähle ich?

Heute schätzt man, dass es über 100 verschiedene Modelle gibt, die Lerntypen definieren. Auf Philognosie haben wir für Sie vier der bekanntesten Modelle herausgesucht und beschrieben. Wer sich vorab zu allen Lerntypen informieren will, kann unseren Artikel „Lerntypen Überblick – Welche Lerntypen gibt es?“ lesen.

Lerntypen - Praxis für Lehrer

Falls Sie selbst erst anfangen sich mit Lerntypen zu beschäftigen, empfehlen wir Ihnen die Lerntypen von Philognosie nach Vester, zu denen wir Ihnen einen Lerntypentest plus Auswertung und erklärende Artikel und Videos anbieten können.

Damit haben Sie genug Material, um eigene Experimente im Unterricht zu starten. Bevor Sie damit beginnen, empfehlen wir Ihnen, vorab den Test selbst zu machen bzw. sich ins Thema etwas einzulesen. Sie sollten am Ende zumindest so fit sein, dass Sie Fragen von Lernenden beantworten können.

Den eigenen Lerntyp bestimmen

Eine gute Einführung ins Thema ist, vorab den eigenen Lerntyp mit unserem Lerntypentest zu bestimmen. Wie man den Test durchführt, ist in der Testanleitung vollständig beschrieben.

Wir empfehlen vorab unser Video (auch im Test eingebaut) anzusehen, indem wir Empfehlungen geben, wie man mit seinen Testergebnissen umgeht und anschließend damit arbeitet.

Da wir keine persönlichen Daten speichern dürfen, sind die Testergebnisse nach dem Verlassen der Webseite weg. Falls Sie mit den Ergebnissen also weiter arbeiten wollen, müssen die Tester ihre Ergebnisse selbst notieren.

Lerntypentest Philognosie: Welcher Lerntyp bist du?

Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Start-Button klicken. Wir weisen darauf hin, dass beim Starten des Videos Daten an YouTube übermittelt werden.

Den eigenen Lerntyp kennenlernen

Im Testergebnis erfahren Sie ihren primären Lerntyp und können in der Auswertung seine Beschreibung – inklusive Stärken und Schwächen plus Lerntipps – nachlesen.

Um eine allgemeine Wissensbasis für alle Teilnehmer zum Thema zu schaffen, sollten Sie sich darüber hinaus unseren Artikel „Vier Lerntypen und wie sie am effektivsten lernen“ gemeinsam ansehen. Dort sind alle Lerntypen beschrieben, die für die weitere Arbeit interessant sind.

Hier haben sie die Möglichkeit den Artikel von den Teilnehmern lesen zu lassen oder sich das Video zusammen anzusehen, welches ebenfalls alle relevanten Informationen zusammenfasst.

Damit sollten Sie und die Teilnehmer eine gute Basis haben, um weiter mit dem Thema arbeiten zu können.

Das eigene Lernverhalten reflektieren

Bei dem Thema Lerntypen geht es darum, sein eigenes Lernverhalten kennenzulernen, d. h. zu verstehen, welchen Lernstil man selbst beim Lernen anwendet. Das eröffnet die Möglichkeit, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, die sich in der Praxis zeigen.

Lerntypen im Unterricht

Um eine Reflexion anzuregen, ist es sinnvoll, über die Testergebnisse und die Selbsteinschätzung mit den Teilnehmern zu reden. Finden sie sich im Testergebnis wieder? Wie verstehen sie die Stärken und Schwächen ihres Lerntyps? Was können Sie mit dem Lerntypen-Modell anfangen?

Solche oder ähnliche Fragen können einen Einstieg zum Thema bieten. Zusätzlich kann man anderes Feedback der Teilnehmer einholen und über deren Erfahrung reden. Alternativ können die Ergebnisse auch in einer Diskussionsrunde oder in einem Gruppenspiel thematisiert werden, was den Inhalt ebenfalls vertieft.

Die Teilnehmer sollen sich darüber bewusst werden, dass es viele Arten zu lernen gibt. Falls sie also mit ihrem Lernstil Probleme haben, gibt es Alternativen, wie sie anders vorgehen können.

Schwächen ermitteln – Lerntipps geben

Manche Menschen verzweifeln an ihrem eigenen Lernstil, d. h. sie haben sich eine Art des Lernens angewöhnt, die nur teilweise oder schlecht funktioniert. Hier gilt es den Teilnehmern zu vermitteln, dass es Alternativen gibt – sie sind nicht dumm, sondern können mit einer anderen Art des Lernens einen Lerninhalt vielleicht viel einfacher verstehen.

Die hohe Kunst für den Lehrenden ist, dass er alternative Lernmethoden kennt und vermitteln kann, wenn ein Teilnehmer in einem Bereich signifikante Schwächen zeigt und Tipps benötigt.

Wir haben sowohl in den Videos, als auch im Artikel einige Beispiele dafür gegeben, wie man die Stärken eines Lerntyps weiter ausbauen kann. Diese beispielhaften Lernmethoden sind natürlich nur grobe Skizzen, die die Richtung anzeigen sollen, wie man als Lehrer arbeiten kann.

Lerntypen Unterrichtsmaterial

Aber Sie müssen in dieser Phase nicht den Anspruch haben, alle offenen Fragen selbst beantworten zu können. Denn man kann sich bei bestimmten Schwächen auch Feedback und Anregungen von den Teilnehmern selbst geben lassen.

Wir waren immer wieder erstaunt, wie kreativ Menschen werden können, wenn sie ein Problem verstehen. Manchmal kamen die besten Lösungsvorschläge nicht von uns, sondern von den Teilnehmern selbst.

Zudem hat dieses gemeinsame Erarbeiten von Lösungsvorschlägen den Vorteil, dass alle das Thema weiter vertiefen und damit den Prozess – Wie verbessere ich meinen Lernstil? – immer eigenständiger vorantreiben können.

Wenn Sie so weit mit ihren Teilnehmern kommen, haben sie das wichtigste Ziel erreicht. Sie haben eine Reflexion über das eigene Lernverhalten angestoßen, von dem ein Mensch sein ganzes Leben lang profitieren kann.

Tony Sperber

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