Lauchzwiebeln lassen sich auch für Anfänger leicht pflanzen, pflegen und ernten. Sie gehören zu meinen Lieblingspflanzen, da ich sie roh und gekocht vielseitig in der Küche einsetzen kann. Daher will ich Ihnen hier zeigen, wie sie jeder erfolgreich anbauen kann.
Videoanleitung: Lauchzwiebeln selber anbauen
In unserem Video finden Sie eine Zusammenfassung aller Kriterien, die wir beim Anbau von Frühlingszwiebeln beachten.
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Steckbrief: Lauchzwiebeln
Lauchzwiebeln, auch bekannt als Frühlingszwiebeln, Winterheckenzwiebeln oder Ewige Zwiebeln, gehören zur Familie der Amaryllisgewächse und sind eng mit der klassischen Speisezwiebel verwandt. Im Gegensatz zu dieser bilden sie jedoch keine runde Zwiebelknolle, sondern eine schlanke, leicht verdickte Basis und lange, hohle, grüne Blätter – die sogenannten Schlotten.

Die Pflanze ist besonders beliebt, da sie in vielen Sorten als winterhart und mehrjährig gilt. Vor allem die Winterheckenzwiebel eignet sich hervorragend für den Anbau im eigenen Garten, da sie auch tiefe Temperaturen problemlos übersteht und zuverlässig austreibt. Wer sie einmal im Beet hat, kann sich oft über viele Jahre an frischen Lauchzwiebeln erfreuen.
Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 15 und 20 °C – unter diesen Bedingungen keimen die Samen in der Regel nach 10 bis 20 Tagen. Eine Saattiefe von etwa 1 bis 2 cm ist ideal. Man kann sie von März bis in den September hinein aussäen und ausgereifte Pflanzen fast das ganze Jahr über ernten.
Anbau im Topf oder im Beet
Eine Besonderheit von Frühlingszwiebeln ist, dass man sie sowohl im Topf (oder Blumenkasten) als auch im Freiland anbauen kann. Erntet man nur das Grün der Pflanze, wächst sie stetig nach, sodass man selbst in einem großen Blumentopf auf dem Balkon noch eine gute Ernte bekommt.
Außerdem ist sie nur wenig temperaturempfindlich, d. h. sie wächst fast das ganze Jahr über. Selbst leichte Fröste sind kein Problem und sie treibt schon sehr zeitig im Frühjahr (ab Ende Februar bis März) wieder aus. Zudem ist sie recht anspruchslos, was die Pflege betrifft. Sind ausreichend Nährstoffe im Boden, brauch man sie nur gelegentlich zu gießen – was sie auch für Anfänger besonders geeignet macht.
Standort und Bodenbeschaffenheit
Lauchzwiebeln bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, was sich besonders in den frühen Wachstumsphasen positiv auf die Entwicklung auswirkt. Ein geschützter Platz im Garten, z.B. an einer Mauer oder zwischen anderen Pflanzen, kann überdies helfen, Wind und extreme Witterungsbedingungen zu mildern.

Lauchzwiebeln bevorzugen einen lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden. Ideal ist ein lehmig-sandiger Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit, aber ohne Staunässe. Staunässe kann vor allem im Wurzelbereich schnell zu Fäulnis führen. Der pH-Wert sollte im neutralen bis leicht alkalischen Bereich zwischen 6,5 und 7,5 liegen.
Vor der Aussaat oder Pflanzung lohnt es sich, den Boden leicht zu lockern und eventuell mit Kompost anzureichern. Das sorgt für einen kräftigen Start und eine gleichmäßige Nährstoffversorgung.
Frühlingszwiebeln – Gießen und Düngen
Lauchzwiebeln haben einen gleichmäßigen Wasserbedarf, vertragen aber weder extreme Trockenheit noch Staunässe. Besonders in den Wochen nach der Aussaat oder während des Anwachsens vorgezogener Jungpflanzen ist regelmäßiges Gießen wichtig, damit die Pflanzen nicht austrocknen.
Der Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden – eine Mulchschicht aus Gras oder Stroh kann helfen, die Feuchtigkeit besser zu speichern und gleichzeitig das Unkrautwachstum zu unterdrücken. Während längerer Trockenperioden, insbesondere im Sommer, empfiehlt es sich, morgens oder abends zu wässern, um die Verdunstung zu minimieren.

Hinsichtlich der Düngung sind Lauchzwiebeln eher genügsam. Bereits bei der Bodenvorbereitung kann Kompost oder ein organischer Langzeitdünger eingearbeitet werden. Wer auf natürliche Weise düngt, ist mit reifem Kompost, Pflanzenjauche oder Hornmehl gut beraten.
Während der Wachstumsphase genügt meist eine ein- bis zweimalige Düngung mit einem milden Flüssigdünger, z.B. auf der Basis von Brennnesseljauche. Zu viel Stickstoff sollte vermieden werden, da er zwar das Blattwachstum fördert, die Pflanzen aber anfälliger für Schädlinge und Krankheiten macht. Eine Überdüngung wirkt sich negativ auf das Aroma aus.
Mischkultur und Fruchtfolge
Lauchzwiebeln vertragen sich gut mit vielen Gemüsearten und helfen, Schädlinge fernzuhalten. Besonders bewährt hat sich die Nachbarschaft mit Möhren, Rote Bete, Salat, Tomaten und Erdbeeren. Die Zwiebel verströmt ätherische Öle, die Schädlinge wie Möhrenfliege oder Blattläuse abschrecken.
Schlechte Nachbarn sind andere Lauchgewächse wie Knoblauch, Speisezwiebeln oder Lauch, da sie ähnliche Nährstoffansprüche haben und sich gegenseitig schwächen. Auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen reagieren empfindlich auf die Nähe von Zwiebelgewächsen.
Für die Fruchtfolge gilt: Da Lauchzwiebeln zu Bodenmüdigkeit neigen, sollten sie mindestens drei bis vier Jahre nicht an derselben Stelle wieder angebaut werden. Ideal ist es, Lauchzwiebeln in einer Fruchtfolge mit Starkzehrern wie Kohl oder Kürbis und Mittelzehrern wie Salat oder Spinat zu kombinieren. So bleibt der Boden im Gleichgewicht und Krankheiten wie Zwiebelfäule oder Pilzbefall haben weniger Chancen.
Pflanzabstände und Keimbedingungen
Bei der Direktsaat ins Beet wird ein Reihenabstand von ca. 15 bis 20 cm empfohlen, damit genügend Platz zum Hacken, Wässern und Pflegen bleibt. Innerhalb der Reihen sollte mit einem Abstand von etwa 3 bis 5 cm gesät werden. Auch vorgezogene Jungpflanzen können in diesem Abstand gepflanzt werden.
Die ideale Keimtemperatur liegt bei 15 bis 20 °C – unter diesen Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge in der Regel nach 10 bis 20 Tagen. Der Boden sollte locker und gut durchfeuchtet, aber nicht nass sein. Staunässe oder verdichteter Boden verzögern die Keimung oder lassen das Saatgut faulen. Eine Saattiefe von 1 bis 2 cm ist optimal.
Anleitung zum Anbau von Frühlingszwiebeln
Zunächst muss das Beet gut gelockert und von Unkraut befreit werden. Lauchzwiebeln bevorzugen einen lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden. Wer möchte, kann etwas Kompost einarbeiten, um die Nährstoffversorgung zu verbessern.

Dann werden flache, ca. 1-2 cm tiefe Rillen im Abstand von ca. 20-25 cm gezogen. In diese Rillen wird das Saatgut in einem Abstand von ca. 3-5 cm gleichmäßig verteilt.

Nach der Aussaat werden die Rillen leicht mit Erde bedeckt und vorsichtig angedrückt. Anschließend sollte gründlich, aber schonend gewässert werden, damit die Samen guten Bodenkontakt haben.
Die Keimung erfolgt bei gleichmäßiger Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 15 und 20 °C in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit ist es wichtig, das Beet feucht, aber nicht nass zu halten.

Wenn die Jungpflanzen einige Zentimeter hoch sind, kann man sie ausdünnen, wenn sie zu dicht stehen.
Danach genügt es, regelmäßig zu gießen – besonders bei Trockenheit – und den Boden locker und unkrautfrei zu halten. Gedüngt wird nur leicht – wie oben beschrieben.

Nach etwa 8 bis 12 Wochen – je nach Witterung und Sorte – können die ersten zarten Lauchzwiebeln geerntet werden.
Lauchzwiebeln mehrfach ernten
Hier will ich Ihnen meine Methode – nur das Grün von Lauchzwiebeln zu ernten – sehr empfehlen. Der Vorteil ist, dass die Pflanze immer wieder nachwachsen kann – also sehr viel mehr Ernte bringt, als wenn man die ganze Pflanze aus dem Boden reißt. Außerdem kann man sie im Herbst auswachsen und Samen bilden lassen – so bekommt man kostenlos neues Saatgut fürs nächste Jahr und erfreut auch die Insektenwelt.
Dazu wird das Laub ca. 2-3 cm über dem Boden mit einer sauberen Schere oder einem Messer abgeschnitten. Wichtig ist, nicht zu tief zu schneiden, damit der Vegetationspunkt, also der Teil, aus dem neue Blätter wachsen, nicht verletzt wird. Wenn dies beachtet wird, treibt die Pflanze in der Regel schnell wieder aus und liefert kontinuierlich frisches Grün.
Diese Erntemethode eignet sich besonders für mehrjährige Sorten wie die Winterheckenzwiebel, die bei guter Pflege über viele Jahre immer wieder austreiben. Zwischen den Schnitten sollte der Pflanze eine Regenerationszeit von etwa zwei bis drei Wochen gegeben werden.
Wenn die Blätter dünner oder blasser werden, gib ihnen eine längere Ruhepause oder versorge sie mit Nährstoffen. So bleibt dein Frühlingszwiebelbeet dauerhaft vital – so haben Sie fast das ganze Jahr über frisches Zwiebelgrün zur Hand.
Frühlingszwiebeln lagern / konservieren
Am schönsten ist es natürlich, das frisch geerntete Grün direkt in der Küche zu verarbeiten. Allerdings können im Sommer solche Mengen zu Stande kommen, dass man nicht mehr alles direkt verzehren kann.
In diesem Fall bietet es sich an, die Frühlingszwiebeln zu lagern. Hierzu sollte man die frische Ernte waschen und – für eine kurzfristige Lagerung – in einen Gefrierbeutel geben und im Kühlschrank frisch halten. So gelagert kann man die Lauchzwiebelernte ca. 5 bis 7 Tage aufbewahren und bei Bedarf wieder direkt verwenden.
Wer sehr viel geerntet hat und die Lauchzwiebeln längerfristig konservieren will, kann die Ernte waschen, klein schneiden und einfrieren. Wir verwenden hier ebenfalls Gefrierbeutel als Behältnis. Eingefroren kann man die Ernte bis zu etwa einem Jahr konservieren und bei Bedarf auftauen und verwenden. In Salaten ist die aufgetaute Ernte zwar nicht mehr ganz so knackig – aber für Suppen, Soßen immer noch gut zu gebrauchen.
Saatgutgewinnung und Lagerung der Samen
Die Saatgutgewinnung von Frühlingszwiebeln, insbesondere von mehrjährigen Sorten wie der Winterheckenzwiebel, ist relativ einfach. Zur Samengewinnung werden einige ausgewählte, kräftige Pflanzen im Beet stehen gelassen und nicht geerntet. Spätestens im zweiten Jahr treiben diese Pflanzen Blütenstände aus, die sich zu kugelförmigen, weißen bis hellrosa Blütenbällen entwickeln. Diese werden gerne von Insekten besucht und bestäuben sich meist problemlos selbst oder untereinander.
Sobald die Blütenstände verblüht und vertrocknet sind, bilden sich in den Kapseln kleine schwarze Samen. Sobald die Kapseln aufspringen, können die Samen leicht herausfallen.

Am besten erntet man die ganzen Blütenstände, sobald sie trocken und bräunlich sind, und hängt sie kopfüber an einem luftigen, trockenen Ort auf, z. B. über einer Papiertüte, um die herausfallenden Samen aufzufangen.
Nach ein bis zwei Wochen können die Samen von Pflanzenresten befreit, vorsortiert und vollständig getrocknet werden. Die Lagerung erfolgt am besten in einem dunklen, trockenen und kühlen Raum – zum Beispiel in einem gut verschlossenen Glas oder einer Papiertüte.
Wichtig ist, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann, da das Saatgut sonst schnell seine Keimfähigkeit verliert oder zu schimmeln beginnt. Unter optimalen Bedingungen bleibt das Saatgut etwa zwei bis drei Jahre keimfähig.
Wer regelmäßig eigenes Saatgut gewinnt, kann nicht nur Geld sparen, sondern auch Pflanzen nachziehen – ein echtes Plus für den naturnahen Selbstversorgergarten.
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