Kürbis pflanzen: Hokkaido selber anbauen & ernten

Der Hokkaido ist in Deutschland mittlerweile ein beliebter Speisekürbis. Man kann aus ihm Suppengerichte oder leckere Beigaben für Fleischgerichte zaubern.

Hokkaido selber pflanzen und ernten AnleitungWer einen eigenen Garten hat, kann mit wenig Aufwand Hokkaidos selber anbauen und ernten.

Da ich ein Fan von Hokkaidos bin, pflanze ich den Kürbis seit Jahren und bin immer wieder über die reiche Ernte erfreut.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Hokkaidos selber ziehen, auspflanzen, pflegen, ernten und lagern.

Hokkaido: Kürbis selber ziehen

Hokkaidos aus Samen ziehenHokkaidos lassen sich leicht mit gekauften Samen anbauen. Selber sollte man keine Samen ziehen, denn die angebauten Pflanzen können mutieren und ein Gen aktivieren, welches Cucurbitacine bildet. Diese Substanz enthält Bitterstoffe, die Erbrechen, Durchfall - und in hoher Konzentration - sogar zum Tod führen kann. Bei gekauften Samen besteht diese Gefahr nicht.

Die Kürbissamen werden dann Anfang März bis April in feuchte Anzuchterde gesteckt, bis sie austreiben.

Anzuchterde ist nährstoffarm, d. h., der Keimling wächst zwar langsamer, bildet dafür aber ein kräftiges Wurzelwerk aus. In der rechten Abbildung sehen Sie, wie der Hokkaido nach etwa 2 Wochen aussieht.

Er wächst schnell und sollte anfangs immer wieder etwas zurückgeschnitten werden, damit der Stamm kräftiger wird und etwas verholzt.

Denn je kräftiger die Wurzeln und je verholzter der Stamm, desto weniger gehen Schnecken an den Hokkaido.

Wer sich nicht diese Mühe machen will, kann vorgezogene Hokkaidos auch mit wenigen Euros in einer Gärtnerei besorgen.

Wann sollte ich den Hokkaido im Garten pflanzen?

Der Hokkaido - wie übrigens auch viele andere Kürbissorten - verträgt keinen Frost. Daher kann er gewöhnlich erst nach den Eisheiligen (etwa Mitte Mai) in den Garten ausgepflanzt werden.

Falls Sie den Hokkaido selber ziehen, warten Sie, bis der Hautstamm etwas verholzt ist. Dann lassen Schnecken den Hokkaido auch in Ruhe, denn sie lieben am meisten das frische, junge Grün.

Hokkaido im Garten anbauen: Was ist zu beachten?

Hokkaido im Garten selber anbauenDer Kürbis liebt die pralle Sonne - suchen Sie daher einen Standort, an dem er besonders viel Sonne bekommt.

Außerdem mag Hokkaido besonders nährstoffreiche Erde. Deshalb pflanzen ihn viele auf einen Komposthaufen oder reichern die Erde / das Pflanzloch ordentlich mit Kompost und Pferdemist an.

Tipp gegen Schneckenfraß beim Hokkaido: Streuen Sie etwa im Abstand von etwa 1 Meter Schneckenkorn um den Hokkaido. Der Abstand ist wichtig, da Schneckenkorn Schnecken nicht nur tötet, sondern auch anlockt.

Achten Sie darauf, dass er genügend Platz hat, denn er bildet meterlange Ausläufer an denen die kleinen Kürbisse heranreifen.

In seiner Nähe verträgt er sich mit Mais, Rankbohnen, Zucchini und Gurken.

Hokkaido im Garten pflanzen anbauenIst er gut mit Kompost versorgt, braucht man ihn nicht zu düngen. Zusätzlich gegossen werden, muss er nur in längeren Trockenperioden - ansonsten reicht ihm Regenwasser völlig aus.

Er bekommt schöne gelbe Blüten aus denen sich - nach der Befruchtung durch Insekten - der eigentliche Kürbis entwickelt.

Eine kräftige Hokkaidopflanze kann zwischen 5 und 15 Kürbisse bringen, die etwa 0,5 bis 2 Kilogramm schwer werden. Mit 2 bis 3 kräftigen Pflanzen kann man also eine fünfköpfige Familie locker ein ganzes Jahr versorgen.

Mein Tipp: Sie können die Wachstumsrichtung der Ausläufer selbst steuern, indem Sie sie in eine bestimmte Richtung legen. Achten Sie darauf, die Ausläufer vorsichtig umzulegen, denn sie krallen sich gerne an anderen Pflanzen fest.

Der junge Hokkaido ist anfangs durch ein helles Gelb gut zu erkennen. Im Reifungsprozess verwandelt sich das Gelb dann langsam in ein tiefes Rot-Orange.

Wann wird der Hokkaido geerntet?

Hokkaido selber ernten ErnteHokkaidos kann man von Ende August bis etwa Ende November ernten. Wichtig ist, dass Sie die Außentemperaturen im Blick behalten, denn sobald er Frost bekommt, stirbt er ab und verfault.

Ernten Sie also alle Hokkaidos (auch unreife!), bevor der erste Nachtfrost einsetzt, denn man kann sie gut lagern und sogar nachreifen lassen.

Ob ein Hokkaido erntereif ist, erkennen Sie am holzigen Strunk (siehe Abbildung rechts) und seiner tiefen rot-orangen Farbe. Schneiden Sie ihn zur Ernte am verholzten Strunk ab, d. h., 3 bis 5 Zentimeter Strunk sollte noch am Kürbis verbleiben.

Es wird zwar im Internet häufig behauptet, dass man auch durch Klopfen "hören" kann, ob er schon reif ist, aber ich halte das für völligen Unsinn. Zumindest ergaben meine Kopfversuche keinen hörbaren Unterschied zwischen reifen und unreifen Kürbissen.

Gegen Ende der Vegetationszeit kann man sehr große Blätter und neue Triebe abschneiden, dann geht die verbleibende Kraft der Pflanze noch in die letzten Kürbisse.

Hokkaidos lagern und nachreifen lassen

Hokkaidos lagern und nachreifen lassenLagern Sie die geernteten Hokkaidos trocken und kühl - optimal sind Temperaturen zwischen 10 bis 15 °C. Legen Sie die Kürbisse separat aus, denn manchmal beginnt einer zu schimmeln. Mit ausreichendem Abstand steckt er keine anderen Kürbisse an.

Bei optimalen Bedingungen kann man Hokkaidos zwischen 6 und 8 Monaten lagern.

In dieser Zeit reifen auch unreife Hokkaidos noch nach - man erkennt es wieder an der Farbe, die langsam ins tiefe Orange wechselt.

Viel Erfolg beim Pflanzen / Anbauen von Hokkaido!

01.03.2016 © seit 02.2016 Tony Kühn    

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