Zucchini selber pflanzen / anbauen und ernten

Zucchini selber zu pflanzen ist auch für Anfänger recht einfach zu machen, wenn man einige Grundlagen beachtet. In dieser Anleitung erfahren Sie alles Wichtige, was man zum Anbau, der Pflege und Ernte rund um die Zucchini wissen muss. So kann jeder - von der leckeren Zucchiniblüte bis zur fertigen Frucht - die ganze Familie mit wenig Aufwand versorgen.

Damit Sie sehen können, dass wir aus Erfahrung sprechen und unsere Tipps auch in der Praxis funktionieren, haben wir ein eigenes Video zu diesem Thema gedreht und in diesen Artikel eingebaut.

Zucchini aus Saatgut ziehen oder kaufen?

Wer Zucchini selber anbauen will, kann die Pflanzen selber aus Saatgut ziehen oder Vorgezogene aus der Gärtnerei kaufen. Grundsätzlich empfehle ich nur gekauftes Saatgut zu verwenden, da hier darauf geachtet wird, die Bitterstoffe herauszuzüchten, die den Wirkstoff Cucurbitacine enthalten. Dies ist ein Abwehrstoff der Pflanze, der auch für Menschen ungenießbar bis giftig ist, d. h. zu Erbrechen und Durchfall - bzw. in sehr hohen Dosen - auch zum Tod führen kann.

Der Bitterstoff entsteht, wenn gezüchtete Zucchini (auch "kleiner Kürbis" genannt) sich mit wilden Kürbissen (z. B. durch die Bestäubung von Bienen) kreuzen. Auch bei extremer Trockenheit produzieren manche Kürbisse vermehrt Cucurbitacine. Falls Sie also essbare Kürbisse (wie Zucchini) im Garten anbauen wollen, sorgen Sie dafür, dass keine Wild- oder Zierkürbisse in der Nähe sind bzw. auch bei Trockenheit die Pflanzen entsprechend gewässert werden.

Als Test empfiehlt sich nach der Ernte die Zucchini zu kosten. Die Bitterstoffe kann man sehr gut schmecken, d. h. schmeckt man wenig bis nichts ist die Zucchini in Ordnung, schmeckt sie mittel bis stark bitter, sollte man sie vollständig schälen. Die Bitterstoffe reichern sich nämlich hauptsächlich in der Schale an. Alternativ kann man sie auch entsorgen.

Zucchini aus Samen selber ziehen

Wer Zucchini aus Samen selber ziehen will, sollte Ende März bis Mitte April damit beginnen. Geben Sie die Samen hierzu einfach in kleine Blumentöpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde. Die Keimzeit beträgt etwa 1 bis 2 Wochen. Die Nährstoffarmut bewirkt, dass die kleinen Zucchinipflanzen anfangen ein kräftiges und gut verzweigtes Wurzelwerk zu bilden.

Sie wachsen so zwar etwas langsamer, aber dafür wird die Pflanze insgesamt deutlich kräftiger. Die kleinen Pflanzen brauchen es warm, d. h. Sie können Sie in dieser Zeit nur in der Wohnung oder Gewächshaus vorziehen.

Zucchini aus Samen Saatgut selber ziehen

Tipp zum besseren Wachstum: Sobald im Frühling die ersten warmen Tage kommen, stellen wir die Zucchinipflanzen auf den Balkon, damit sie sich sehr früh an die Sonne gewöhnen bzw. im Sonnenlicht auch deutlich kräftiger entwickeln, als in der Wohnung oder dem Gewächshaus. Stellt man sie zu dunkel, werden sie nur dünn und lang. Da Zucchini keinen Frost vertragen, sollte man sie frühestens nach den Eisheiligen (Mitte Mai) in den Garten auspflanzen.

Tipp gegen Schnecken: Achten Sie darauf, dass die kleinen Zucchini bereits einen dickeren Stamm mit ausgeprägten Härchen bekommen. Denn auch Schnecken lieben junge Zucchini, d. h. besonders zarte und noch sehr kleine Zucchini werden gerne ratze putz vernascht, was jeden Gärtner zur Weißglut treiben kann. Sind die vorgezogenen Pflanzen jedoch schon kräftig, kabbern die Schnecken zumindest die Mutterpflanze nicht mehr weg.

Zucchini selber anbauen pflanzen

Zucchini im Garten pflanzen / anbauen

Da Zucchini Starkzehrer sind, sollte man die Gartenerde vorbereiten. Dazu arbeiten wir beispielsweise vorab ordentlich Mist, Pferdeäpfel und Kompost in die Erde ein. Diese Vorarbeit reicht bei uns aus, dass wir die Zucchini während der gesamten restlichen Wachstumszeit nicht mehr zusätzlich düngen müssen. Zucchini mögen einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Graben Sie für die jungen Zucchini ein Pflanzloch und schütten sie eine ganze Gießkanne (10 Liter) Wasser hinein. Brechen Sie dann die Wurzeln der Zucchini auf, sodass die Wurzeln zu allen Seiten herunterhängen. So verwurzeln die Zucchini deutlich schneller und besser, als wenn man den Wurzelballen am Stück lässt. Warum das so ist, erklärt Ihnen unser Gärtner hier: "Blumentopfeffekt schadet der Wurzelbildung".

Geben Sie dann die Zucchini in das Pflanzloch und füllen Sie es wieder mit Erde auf. Drücken Sie die Erde gut an (verdichten), damit möglichst wenig Hohlräume übrig bleiben. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 1 Meter zwischen den Pflanzen, denn im Juni / Juli wachsen die Zucchini so stark, dass sie ordentlich Platz für ihre Ausleger brauchen.

Am Ende basteln wir noch einen Gießring um die Pflanze, den wir abschließend nochmals mit einer ganzen Kanne Wasser auffüllen. Damit wird die Erde noch weiter verdichtet und die Wurzel bekommen so guten Kontakt mit der umgebenden Erde.

Zucchini im Garten pflanzen

Als grobe Orientierung reichen für eine vierköpfige Familie in einem guten (trockenen) Jahr ca. drei - bzw. bei schlechter Witterung und vermehrten Schädlingen fünf - Pflanzen aus, um alle zu versorgen.

Von nun an, haben Sie recht wenig zusätzliche Arbeit mit den Zucchini. Es reicht ab und an mal das Unkraut wegzuharken und bei längerer Trockenheit die Pflanzen ab und an mal zu gießen. Bei einem sehr feuchten Jahr kann man - um die Schnecken im Zaum zu halten, die gerne die jungen Blüten fressen - Schneckenkorn rund um die Pflanzen streuen.

In sehr feuchten Jahren kann es zu Problemen bei der Befruchtung der Pflanzen kommen, da die Bienen nicht häufig genug den Pollen der männlichen Blüten auf die weiblichen übertragen. Falls zu viele weibliche Blüten unbefruchtet bleiben - sprich ohne Fruchtbildung abfallen - kann man mit einem Pinsel selbst nachhelfen. Nehmen Sie hierzu die Pollen der männlichen Blüte mit einem Pinsel auf und streichen Sie ihn anschließend über die Narbe der weibliche Blüte.

Wie Sie männlichen und weibliche Blüten selbst ganz einfach unterscheiden können, zeigt das folgende Bild.

Männliche Blüten sitzen auf einem dünnen, langen Stiel, während man bei weiblichen direkt die Fruchtbildung (links) erkennen kann.

Zucchini selber schneiden / ernten

Ab Mitte Juni / Anfang Juli können Sie anfangen die ersten Zucchini zu ernten. Zur Ernte schneiden Sie am besten die Zucchini mit einem sauberen Schnitt am Strunk ab, um die Pflanze möglichst wenig zu verletzen. Manche drehen die Früchte auch einfach von Stamm ab, doch so besteht die Gefahr, die Mutterpflanze unnötig zu verletzen, was sie für Krankheiten anfälliger macht.

Zucchini schneiden ernten

Die Erntezeit reicht somit vom Juni bis in den Oktober hinein. Hat man viele Zucchini, kann man sie schon recht klein ernten und sie direkt roh für Salate verwenden. Die größeren Exemplare kann man für Suppen, Gemüsemix, Soßen oder auch zum Füllen nutzen.

Achten Sie im Oktober auf den Wetterbericht, den spätenstens vor den ersten Nachtfrost sollte die letzte Ernte eingeholt sein. Denn sobald die Zucchini einmal Frost abbekommen hat, gehen die Mutterpflanze plus alle verbliebenen Früchte kaputt.

Zucchiniblüten ernten

In einem guten Jahr ist die Ernte oft so reichlich, dass man die Zucchini gar nicht mehr so schnell wegessen kann, wie sie nachwachsen. Viele wissen nicht, dass die Zucchiniblüten nicht nur essbar, sondern eine echte Delikatesse sind. Da ohnehin nur die weiblichen Blüten Früchte bilden, kann man männliche Blüten auch (in Maßen) abschneiden und direkt verzehren.

Zucchiniblüten kann man in Salate geben, sie in Öl ausbacken, frittieren, als Beilage zum Grillen reichen oder sie auch (wie z. B. gefüllte Paprika) mit allerlei leckeren Füllungen versehen.

Einerseits kann man so die Menge der Ernte steuern (begrenzen) oder den Speiseplan mit den Blüten noch reichlicher gestalten. Die Blüten sehen eben nicht nur gut aus, sondern schmecken auch richtig lecker.

Videoanleitung: Zucchini selber anbauen

Zucchini Inhaltsstoffe

Zucchini sind nicht nur lecker, sondern haben auch einen hohen Vitamingehalt - speziell an Vitamin B1, A und C. Außerdem enthalten sie wertvolle Mineralien wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Natrium und Eisen. Sie enthalten wenig Kalorien, sind leicht zu verdauen und wirken zudem entwässernd und entschlackend.

Tipp: Die Zellgifte / Bitterstoffe der Zucchini sitzen in der Schale. Je größer man Zucchini wachsen lässt, desto dicker wird die Schale.

Zucchini lagern

Die beste (längste) Art der Lagerung ist, die Zucchini an der Mutterpflanze zu belassen. Sobald man sie abschneidet halten sie maximal 14 Tage durch. Die Früchte sollte man bei Zimmertemperatur lagern. Werden sie zu kalt (z. B. im Kühlschrank) bilden sie Bitterstoffe und werden weich / matschig.

Lagern Sie die Zucchini nicht neben Tomaten oder Äpfeln, die Ethylen beim Reifen abgeben, was die Zucchini schneller verderben lässt.

Wer sie lange haltbar machen will, kann die Zucchini in Öl einlegen oder sie (wie Kartoffelchips) trocknen lassen. Hierzu kann man unter dem Stichwort "Zucchini haltbar machen" über Google jede Menge Methoden und Rezepte finden.

Damit bin ich mit meiner Anleitung am Ende und wünsche Ihnen guten Appetit mit Ihren selbst gezogenen Zucchini!

Viel Spaß beim Pflanzen / Anbauen der Zucchini!

06.08.2018 © seit 07.2018 Tony Kühn  
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