Gesundheit und Trinkgewohnheiten: Warum ist Trinken so wichtig?

Teaser: Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über eine gesunde Ernährung und Essgewohnheiten. Doch wie sieht es mit unseren Trinkgewohnheiten aus? Viele Menschen trinken zu wenig! Eine gesunde Ernährung reicht nicht aus, wenn der Körper nicht genug Flüssigkeit bekommt. Lesen Sie im folgenden Artikel, warum Trinken so wichtig für unseren Körper ist und was Sie tun können, um Ihre Trinkgewohnheiten nachhaltig positiv zu ändern.

Ein Mensch kann mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen, um zu überleben. Doch er überlebt nur wenige Tage, wenn er nicht genug Flüssigkeit aufnimmt. Menschen, die nur dann etwas trinken, wenn sie Durst verspüren, trinken zu wenig und haben bereits ein zu großes Flüssigkeitsdefizit. Durst entsteht dann, wenn dem Körper 0,5 % seines Gewichts in Form von Wasser fehlt. Wir sehen: Trinken ist mindestens genauso wichtig wie eine gesunde Ernährung.

Wie viel sollte täglich getrunken werden?

Gesundheit trinken trinkgewohnheitenEin Erwachsener verliert täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit. Zum Teil wird die Flüssigkeit in Form von fester Nahrung aufgenommen, z. B. durch Obst oder Gemüse. Doch den Großteil an Flüssigkeit muss der Mensch durch Getränke aufnehmen.

Erwachsene sollten jeden Tag mindestens 1 1/2 Liter - 2 1/2 Liter Flüssigkeit aufnehmen, so die Empfehlung vieler Experten. Für Kinder wird manchmal eine niedrigere Menge angegeben, doch in der Regel sollte sie genauso viel trinken wie Erwachsene. Natürlich handelt es sich dabei um Richtwerte.

Wer stark schwitzt, hat einen höheren Flüssigkeitsbedarf. Das kann an einem heißen Sommertag, in überheizten Räumen, nach der Sauna oder bei Fieber der Fall sein.

Auch bei Erbrechen, Durchfall, Krankheiten allgemein, bei erhöhtem Stress oder einer Diät besteht ein höherer Wasserbedarf. Wer sich körperlich anstrengt, sollte ebenfalls seine tägliche Flüssigkeitsmenge erhöhen, denn Wassermangel wirkt sich im Sport schnell gesundheitsgefährdend und leistungsmindernd aus. Bei Krankheiten, unabhängig welche, hilft eine erhöhte Aufnahme von Wasser dem Körper, alle Gifte, die ihn belasten, auszuscheiden.

Was sollte getrunken werden?

Die Experten empfehlen fast durchgehend, Wasser zu trinken. Doch auch Säfte mit Wasser gemischt, sogenannte Saftschorlen, sind eine gute Variante. Wer es gern heiß mag, kann sich Tee kochen und immer wieder für Abwechslung sorgen, denn es gibt sehr viele verschiedene Sorten auf dem Markt.

Was bewirkt eine gute Flüssigkeitsversorgung in unserem Körper?

Wer ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, z. B. in Form von Wasser, sorgt dafür, dass viele wichtige Nährstoffe auch im Körper verteilt werden können. Wasser hat dabei drei wichtige Funktionen:

  • als Transportmittel, z. B. für Blut, Harn, Schweiß ...
  • als Lösungsmittel für fast alle Stoffe in Zellen (belastende Schlacken und Feststoffe)
  • als Temperaturregler, denn durch die Haut und dem Atem verdunstet Wasser und entzieht dadurch dem Körper Wärme

Daher verliert der Körper täglich beachtliche Mengen an Flüssigkeit, die wieder ausgeglichen werden sollten, wenn man keine negativen gesundheitlichen Beeinträchtigungen riskieren will. Wer genug Flüssigkeit zu sich nimmt, fühlt sich körperlich wohler. Das haben verschiedene Studien ergeben.

Zum Beispiel wurde in einer Studie von Wissenschaftlern einer kalifornischen Universität mit 20.000 Probanden herausgefunden, dass Menschen, die mehr als 5 Gläser Wasser täglich trinken, weniger anfällig für Herzattacken oder Herzerkrankungen sind, als Menschen, die weniger als zwei Gläser täglich trinken.

Wassermangel: Was können die Folgen sein?

Wasser ist ein Hauptbestandteil des Blutes. Wenn das Blut aufgrund von Flüssigkeitsmangel nicht mehr richtig fließen kann, wird der gesamte Körper schlechter versorgt und Giftstoffe können nicht ausreichend ausgeschieden werden.

Die Folgen:

  • Gehirnleistung und Konzentrationsfähigkeit lassen rapide nach.
  • Die Gefahr von Nierensteinerkrankungen und Harnwegsinfektionen steigt.
  • Verstopfungen können ebenfalls ein Indikator für zu wenig Flüssigkeit sein.
  • Haut und Schleimhäute trocknen aus, daher haben es Viren und Bakterien sehr leicht in den Körper zu gelangen.
  • Die gesamte Leistungsfähigkeit des Körpers nimmt ab.

Achten Sie daher auf Warnsignale Ihres Körpers:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Mundtrockenheit
  • Durst aber auch Appetitlosigkeit
  • ein dunkler Urin (gelb oder orange)
  • Müdigkeit und Schwindelsymptome

Aber auch Konzentrationsprobleme können ein Warnsignal sein, dass nicht ausreichend Flüssigkeit im Körper vorhanden ist.

Alte Menschen und Kinder

Es besteht die Vermutung, dass die Hälfte aller Demenz-Erkrankungen bei alten Menschen durch Austrocknung (Dehydrierung) hervorgerufen bzw. begünstigt wurden.

Alte Menschen und Kinder haben einen sehr schwachen Durstreflex. Wenn sie durstig werden, ist der Körper, vor allem das Gehirn schon dehydriert. Bei ihnen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass genug getrunken wird.

Der eigene Urin ist ein guter Ratgeber. Er sollte von der Farbe her farblos bis hellgelb sein. Wenn er dunkler ist, ist der Körper bereits zu sehr ausgetrocknet.

Einige praktische Tipps für gesundheitsfördernde Trinkgewohnheiten

Es ist nicht ganz einfach seine Trinkgewohnheiten zu ändern, wenn man zu wenig trinkt. Deshalb hier einige Anregungen, was Sie tun können, um Ihre Trinkgewohnheiten zu verbessern:

  • Sie sollten über den ganzen Tag verteilt Wasser (oder oben genannte Äquivalente) trinken. Denn der Körper kann das Wasser nicht speichern. Das ist eine Regel, die immer beachtet werden sollte.
  • Zu jeder Mahlzeit gehört auch ein Getränk. Es hilft Ihrem Körper, die Nahrung besser zu verdauen und Nährstoffe zu lösen. Außerdem lässt sich diese Regel gut merken: "Immer wenn ich etwas esse, sollte ich auch trinken."
  • Außerhalb der Mahlzeiten sollten Sie immer ein Getränk griffbereit in Ihrer Nähe haben. Nehmen Sie Getränke mit auf Ihren Arbeitsplatz und stellen Sie ein gefülltes Trinkgefäß  auch zu Hause in Sichtnähe bereit. So werden Sie daran erinnert, mehrmals über den Tag verteilt etwas zu trinken. Wenn Sie Spazieren gehen oder Sport treiben, nehmen Sie sich Ihr Getränk mit! Es empfiehlt sich auch nachts ein Getränk in Griffnähe zu haben, falls Sie aufwachen und Durst oder eine trockene Kehle verspüren.
  • Wenn Ihnen das Trinken von Wasser mit der Zeit zu mühsam wird, wechseln Sie die Getränke. Abwechslung erhöht die Lust auf mehr. Das ist in vielen Bereichen des Lebens der Fall. Wechseln Sie zwischen verschiedenen Saftschorlen, Tees, Mineralwasser, etc. Dass Kaffee oder Schwarzer Tee dem Körper Wasser entziehen, ist längst überholt. Auch können Sie vermehrt Obst und Gemüse essen, um einen Teil des Flüssigkeitshaushaltes abzudecken, z. B. eine Wassermelone enthält sehr viel Flüssigkeit.
  • Es gibt jedoch ein Getränk, das dem Körper Wasser und Mineralstoffe entzieht und das ist Alkohol. Den großen Durst nach erhöhtem Alkoholgenuss dürften die meisten Menschen kennen. Wenn Sie Alkohol trinken, sollte Sie auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten. Am besten, Sie stellen sich schon während Sie z. B. ein Gläschen Wein trinken - je nach Menge - mindestens ein großes Glas Wasser bereit, das Sie im Laufe des Abends austrinken.
  • Wem es schwerfällt die ausreichende, tägliche Menge an Flüssigkeit abzuschätzen, kann nach dem Aufstehen, die beabsichtigte Trinkmenge bereitstellen (z. B. in Flaschen abgefüllt). So hat er den Überblick, wie viel noch zu trinken ist. Aber auch hier sollte darauf geachtet werden über den Tag gleichmäßig verteilt zu trinken.
  • Wer sich körperlich anstrengt oder relativ viel schwitzt, sollte sein Trinkpensum erhöhen. Das kann sehr schnell das Doppelte einer normalen täglichen Trinkmenge sein.

Viel Erfolg beim ausreichenden Trinken und denken Sie immer daran:

Sie dürfen und sollen über Ihren Durst trinken!

09.06.2012 © seit 10.2011 Cassandra B.  
Kommentar schreiben