Knigge Begrüßung: Anreden und Titel richtig verwenden

03.02.2010
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Cassandra B.
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Titel und Namen richtig verwendenUm Peinlichkeiten im Gespräch mit anderen Menschen zu vermeiden, sollte man wissen, welche Anrede (Namen und Titel) angemessen sind. Macht man hier Fehler wird das schnell als unhöflich und inkompetent gewertet.

So entscheidet oft schon der erste Eindruck über Ihre soziale Kompetenz. Informieren Sie sich im folgenden Artikel, auf was Sie bei der Anrede und Nennung der Titel achten sollten.

Sie kennen mit Sicherheit ähnliche Situationen: Stellen Sie sich vor, bei einer Firma anzurufen, um etwas zu bestellen oder um eine Information zu bekommen.

Ein freundlicher Herr meldet sich am anderen Ende der Leitung und fragt Sie nach Ihrem Namen. Im gesamten folgenden Ablauf Ihres Gespräches spricht er Sie bei Ihrem Namen an. Er hat ihn sich sofort eingeprägt.

Dadurch entsteht sehr schnell eine persönliche und freundliche Atmosphäre, Sie fühlen sich ernst genommen, eine gewisse Verbindlichkeit entsteht. Selbst wenn Sie nicht das bekommen, was Sie sich erhofft haben, werden Sie dieses Gespräch und die damit verbundene Firma in guter Erinnerung behalten. Wer andere Menschen mit ihrem Namen anspricht, schafft schnell ein vertrauliches und angenehmes Klima, wird als freundlich, zuvorkommend und höflich erlebt.

Knigge Begrüßung: Persönliche Anrede

Damit kommen wir zur ersten Regel der Anrede: Merken Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners und sprechen Sie ihn mit seinem Namen an. Es ist völlig unerheblich, wie wohlklingend, kompliziert, kurz oder lang der Name sein mag. Wenn Sie ihn nicht gleich verstehen, fragen Sie nocheinmal nach.

Sie werden das Phänomen bei sich selbst kennen: Ihr eigener Name ist Ihnen vertraut. Er gehört zu Ihrer Identität und wird Sie ein Leben lang begleiten (zumindest meist eine lange Zeit). Das dürfte selbst dann der Fall sein, wenn er - für andere - ungewöhnlich klingt. Die angenehmen Wirkungen mit dem eigenen Namen angesprochen zu werden, nehmen auch andere Menschen wahr.

Heutzutage haben immer mehr Menschen Doppelnamen, vor allem Frauen. Frauen nehmen meist einen Doppelnamen an, wenn sie nicht auf ihren Geburtsnamen verzichten wollen. Achten Sie darauf, den vollständigen Doppelnamen zu verwenden, auch wenn er lang und etwas umständlich auszusprechen ist. Menschen, die einen Doppelnamen haben - egal wie er klingt - haben ihn bewusst angenommen.

Insofern werden sie Wert darauf legen bei ihrem Doppelnamen genannt zu werden. Fragen Sie höflich nach, wenn Sie ihn nicht gleich verstehen. Sie können, bei sehr umständlich auszusprechenden Namen, auch nachfragen, ob es in Ordnung ist, nur den ersten Namen zu verwenden. Dieser wird in der Regel der wichtigere sein. Das ist für die Betroffenen meist kein Problem. Oft hören sie sogar auf beide Namen. Achten Sie jedoch bei der schriftlichen Anrede darauf, den vollständigen Namen zu verwenden.

Knigge Anrede: Nennung der Titel

Titel zeichnen Menschen in irgendeiner Form aus. Wir unterscheiden in diesem Artikel: akademische Titel, Berufstitel, Ehrentitel und Adelstitel. Im persönlichen, zwischenmenschlichen Kontakt wird empfohlen, den Titel bei der persönlichen Anrede in korrekter Form zu nennen. Für die meisten Menschen gehört ihr Titel zu ihrem Namen (unabhängig von der Rechtsprechung). Dabei ist es unerheblich, ob sie ihn redlich verdient haben, oder ob sich ihr Titel aus einer Erbfolge ergibt. Nehmen Sie daher nicht nur die Namen, sondern auch die Titel anderer Menschen ernst.

Dabei ist es sinnvoll, folgende Perspektive einzunehmen: Menschen mit Titel sind nicht notwendig wichtiger als andere Menschen. Es gibt Menschen, die mit ihrem Titel wichtige Fähigkeiten erworben haben, diese Fähigkeiten erfolgreich einsetzen und sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren. Es gibt auch Menschen ohne Titel, die herausragende Leistungen erbringen, sich quasi von unten empor gearbeitet haben. Ein Titel ist also nicht unbedingt ein Kennzeichen des eigenen Erfolgs. Dennoch legen viele Menschen Wert darauf, was Sie in der Anrede würdigen sollten.

Knigge Ansprache: Akademische Titel

Bedenken Sie, dass man nur denjenigen, der den akademischen Titel erworben hat damit anspricht. Der Lebenspartner - egal ob Mann oder Frau - eines akademischen Titelinhabers wird nicht mit diesem Titel angesprochen. Früher war das der Fall. Die Frau eines Doktors wurde als "Frau Doktor" angesprochen. Das gilt heute als völlig überholt. Denn Frauen studieren selbst und erwerben sich ihre eigenen Titel.

Anrede akademischer TitelAchten Sie darauf, auch bei der mündlichen Anrede den Titel zu verwenden. Das ist beim Doktortitel sehr einfach, da er kurz und gut auszusprechen ist. Sprechen Sie z.B. Frau Schmidt, die ihren Doktor in Philosophie gemacht hat, mit Frau Doktor Schmidt an.

Der Doktortitel wird immer mit dem Nachnamen verknüpft, außer es handelt sich um einen Arzt oder eine Ärztin. Diese können Sie mit Frau Doktor bzw. Herr Doktor ansprechen. Bei einer schriftlichen Anrede können Sie den Vornamen mit nennen, z.B. Frau Doktor Sabine Schmidt.

Es gibt viele akademische Titel, die sich sehr sperrig anhören, z.B. Diplom-Betriebswirt, Diplom-Ingenieur, Diplom-Volkswirt, etc. Dennoch wird empfohlen auch solche Titel zu nennen, nicht nur schriftlich (ein Muss!), sondern auch mündlich. Sie können jedoch nachfragen, ob Sie den Titel weglassen können. In vielen, v.a. jüngeren Kreisen ist es heutzutage üblich geworden, diese Titel wegzulassen. Fragen Sie im Zweifelsfall einfach nach.

Hat jemand mehrere Titel inne, so verwenden Sie nur den höchsten Titel in der Anrede. Ein Diplom-Ingenieur, der seinen Doktor gemacht hat, wird daher mit Herr Doktor ... angesprochen.

Knigge Begrüßung: Berufstitel

Knigge EhrentitelSie bezeichnen in der Regel den Beruf, der ausgeübt wird. Manche fassen unter Berufstitel auch Ehrentitel, doch der Übersicht halber werden hier beide Titelarten voneinander getrennt.

Doch die Grenzen sind fließend - am Beispiel Bischof wird das deutlich: Hierbei handelt es sich einerseits um eine Berufsbezeichnung, aber auch um einen Ehrentitel. Einige Beispiele für Berufstitel: Pfarrer, Pastor, Bischof (bzw. Exzellenz), Stadtrat, Bürgermeister, Architekt oder Botschafter.

Verwenden Sie den Berufstitel immer bei der schriftlichen Anrede. Er steht vor dem akademischen Titel und dem Namen. Bei einer mündlichen Anrede spielt der Kontext eine wichtige Rolle. Handelt es sich eher um einen formellen Anlass, wird der Berufstitel mit genannt werden. Handelt es sich um einen eher alltäglichen Umgang, werden Berufstitel oft weggelassen. Das gilt allerdings nicht für den gesamten Bereich der religiösen Titel.

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