Natürliche Konzentration: Wie Kinder lernen sich zu konzentrieren

Die erste Form der Konzentration, die Kinder quasi von sich aus lernen, ist die sogenannte natürliche oder autotelische Konzentration. Diese "natürliche" Form der Konzentration erzeugen die Kinder beim Spielen.

Man kann sie immer dann beobachten, wenn ein Kind völlig in das Spiel versunken ist und sich so auf die eigene Handlung fokkusiert, dass es weder Geräusche noch andere Störungen um sich herum wahrnimmt. Spiele sind typische autotelische Handlungen, also Handlungen, die einen selbstgesetzten Zweck verfolgen. Es gibt über das Spielen hinaus keinen weiteren Zweck.

Wie funktioniert die "natürliche" Konzentration?

Kinder lernen sich zu konzentrieren KonzentrationNehmen wir ein Beispiel: Ein Kind versucht mit einem Ball zu drippeln - es versucht den Ball solange wie möglich von einer Hand in die andere zu spielen, bis der Ball unglücklich aufkommt und wegfliegt.

Dabei konzentriert es sich darauf, seine persönlich "Bestmarke" aufzustellen - dies wäre ein autotelisches Spiel, also ein Spiel, dessen Sinn nur im und für das Spiel relevant ist.

Diese autotelische Handlungsweise können wir im Grunde bei allen Spielen beobachten - auch beim Schachspiel, Monopoly, Dame etc. Die Tätigkeit ist selbst das Ziel - es gibt keinen anderen Nutzen, Sinn oder Wert, der nicht im Spielen selbst liegt.

Dieser Selbstbezug ermöglicht es uns eine Art "Parallelwelt" zu erschaffen, die ganz allein für sich steht. Es ist für den Alltag völlig unerheblich, ob wir beim Monopoly gewinnen oder verlieren - es macht nur einen Unterschied im Spiel selbst.

Mit solchen autotelischen Handlungen lernt das Kind Fantasie zu entwickeln, seine Fähigkeiten in einer solchen "Parallelwelt" zu erforschen und sich durch das Spiel zu konzentrieren.

Konzentrationsübung für KinderVorteil der natürlichen Konzentration

  • Die natürliche oder autotelische Konzentration muss nicht erlernt werden, sondern ist eine natürliche Fähigkeit des Kindes.
  • Sie bietet einen Anknüpfungspunkt (Erfahrungsbackground), damit ein Kind später auch andere (oder höhere) Formen der Konzentration lernen kann.
  • Das Kind lernt spielerisch die Welt kennen.

Nachteil der natürlichen Konzentration

  • Die natürliche oder autotelische Konzentration funktioniert nur, solange die Handlung den natürlichen Bedürfnissen/ Neigungen/ Interessen entspricht.
  • Sie basiert auf dem Lust-/ Unlust-Prinzip. Nur Tätigkeiten, die als "lustvoll" empfunden werden, sind geeignet die Aufmerksamkeit des Kindes zu fesseln. Alles, was keine Lust auslöst, kann nicht fokkusiert werden. Sobald eine Tätigkeit keine Lust mehr bereitet, wird sie vergessen und ist für das Kind unwichtig, störend, langweilig.

Mit dieser kleinen Erläuterung können Eltern die Rolle des Spielens - zum Erlernen von Konzentration - vielleicht besser verstehen. Alle Kinder fangen auf dieser Art an, diese Fähigkeit zu entdecken und zu schulen. Das Praktische daran ist, dass sie dabei auch lernen sich mit sich selbst zu beschäftigen - sich auf eine Sache voll und ganz einzulassen.

Deshalb kann es ein guter Weg sein - wenn das Kind sich nur sehr schwer konzentrieren kann - mit ihm zu spielen, bzw. ihm Spiele zu zeigen, bei welchen es die autotelische Konzentration spielerisch erlernen kann.

Wie kann ich meinem Kind helfen sich besser zu konzentrieren?

Es gibt viele Einflüsse, die die Konzentration bei Kindern positiv und negativ beeinflussen können. So ist uns oftmals nicht bewusst, welchen Einfluss die Umgebung hat - welche sinnlichen Reize das Kind ablenken. Damit das Kind auch Spaß beim Lernen hat, sollten wir es nicht überfordern. Wir sollten als Eltern wissen, was man von einem Kind in welchem Alter verlangen kann und was nicht.

Wenn Sie wissen wollen, was Sie als Elternteil praktisch tun können, damit sich Ihr Kind leichter und besser konzentrieren kann, habe ich ein kleines Video vom Schweizer Fernsehen herausgesucht. Es ist zwar etwas langatmig, erklärt aber viele wichtige Einflüsse auf die Konzentration des Kindes und was wir als Eltern positiv verändern können.

Viel Spaß beim Erlernen der Konzentration mit Ihrem Kind!

05.09.2017 © seit 09.2005 Andrea Munich  
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