Ritzen & Spalten in alten Holztüren / Holzfenstern abdichten

Alte Holztüren und Holzfenster verziehen sich mit den Jahren und bilden dabei am Rahmen Spalten und Ritze, durch die Zugluft eindringen kann. Wer nicht das Geld hat, die alten Türen und Fenster gegen Neue auszutauschen, muss kreativ werden. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen einen Trick, wie Sie Fenster und Türen wieder dicht bekommen.

In diesem Artikel wird Ihnen das Prinzip zum Abdichten der Ritzen und Spalten am Beispiel einer alten Balkontür gezeigt. Wie Sie in der folgenden Abbildung erkennen können, hat sich die Tür mit der Zeit im Rahmen verzogen und so entstanden Spalten von bis zu 5 Millimetern. Da die Tür ansonsten aber perfekt eingepasst war, wurden nur die Ritzen mit einem gehobelten Kantholz wieder abgedichtet.

Holztür Spalten Ritzen abdichten Zugluft

Das verwendete Kantholz (Holzleiste) hat die Maße 2 cm x 1 cm x 180 cm und ist in jedem Baumarkt zu bekommen. Beim Anbringen der Holzleiste sollte darauf geachtet werden, sie an einem unbeweglichen Element zu fixieren, um die mechanische Beanspruchung beim Öffnen und Schließen der Tür möglichst gering zu halten. In diesem Fall wurde zum Anbringen der Holzleiste der Türrahmen gewählt.

Als Erstes messen Sie die Höhe und Breite der Tür aus, damit Sie wissen, wie viele bzw. auch wie lange die Holzleisten sein müssen, dass damit ein kompletter Rahmen hergestellt werden kann. Berechnen Sie bitte auch den "Verschnitt" ein, denn meisten gibt es bei den Holzleisten nur Standardmaße, die man selbst anpassen (zurechtsägen) muss.

Die Maße können Sie dann später zum Zurechtsägen der Holzleisten nochmals gebrauchen - also den Zettel aufheben und sehr genau messen. Damit die Holzleisten möglichst auf den Millimeter genau angelegt werden können, sollte die Tür geschlossen sein.

Sägen Sie vorher die Holzleisten zurecht und halten Sie die Holzleiste mit leichtem Druck an die Tür bzw. den Türrahmen. Fangen Sie von oben an, die Holzleiste mit einem Nagel zu fixieren. Dann gehen Sie schrittweise nach unten, d. h., die Holzleiste wird gegen die Tür gedrückt und dann ca. alle 20 cm mit einem Nagel fixiert, bis Sie unten angekommen sind.

Zugluft abdichten Fenster Türen selbst machen

Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie auch leichte Schrägen (oder Bögen) anpassen können, denn die Holzleisten können mit etwas Druck gut gebogen werden. In der Abbildung können Sie bereits erkennen, dass die Holzleiste sehr genau angepasst werden kann, d. h. so, dass der gesamte Spalt passgenau abgedichtet wird.

Bringen Sie einen Rahmen aus Holzleisten um die gesamte Tür oder das Fenster an, das Sie abdichten wollen.

Tipp: Hobbyhandwerkern gelingt es oft nicht, Millimeter genau zu messen bzw. die Holzleisten zu sägen. Wenn hier am Stoß (Verbindung zwischen den unterschiedlichen Holzleisten) ein kleiner Spalt übrig bleibt, ist das nicht schlimm.

Dieser kann am Ende mit etwas Acryl oder Silicon dicht gemacht werden. Das Verfugen mit Acryl hat den Vorteil, dass es überlackiert werden kann, während Silicon oft haftungsabweisend ist, d. h. keine Haftung für die Lasur oder den Lack bietet.

Sind alle Leisten passgenau und vollständig angebracht, können Sie sie mit einer Holzschutzlasur oder einem passenden Lack der Rahmenfarbe optisch anpassen.

So verschwindet der kleine Rahmen aus Holzleisten optisch, sodass man ihn kaum noch (als nachträglichen Zusatzeinbau) wahrnimmt.

Wie der Endzustand aussieht, sehen Sie im Bildausschnitt der folgenden Abbildung.

Zugluft abdichten an Fenstern und Türen Methode Anleitung

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts - Spaß beiseite - die Holzlattung entspricht nach dem Lassieren fast genau der Rahmenfarbe des Türrahmens und wird damit optisch fast unsichtbar.

Tipp: Falls Sie die Holzleiste nicht 100 prozentig dicht an den Türrahmen genagelt bekommen, können Sie die Holzleiste an der Auflagefläche ebenfalls mit einer Silicon- oder Acrylfuge bestreichen. Beim Annageln der Holzleiste wird dann die Silicon- oder Acrylfuge platt gedrückt und dichtet so auch noch den letzten zehntel Millimeter ab.

Außerdem können Sie auf die Holzleiste noch ein Tesa-Mollband ankleben, falls - z. B. durch leicht ungenaues Arbeiten - eine kleine Restfuge verblieben sein sollte.

Damit haben Sie alle Informationen, um selbst alte Holztüren und Fenster wieder gegen Zugluft dicht zu bekommen. Im Anschluss wird noch eine kleine Werkzeug- und Materialliste angefügt, damit Sie beim Einkauf der benötigten Utensilien alles gleich zu Hand haben.

Werkzeug- und Materialliste:

  • Holzleisten (Länge vorher ausmessen!)
  • Nägel
  • Hammer
  • Holzschutzlasur (oder Farbe zum Anpassen der Leiste an den Untergrund)
  • Pinsel zum Auftragen der Lasur
  • Stichsäge zum Zurechtsägen der Holzleisten
  • Tube Silicon oder Acryl zum Abdichten von kleineren Ritzen

Viel Erfolg beim Abdichten der Zugluftritzen an Türen und Fenstern!

19.02.2019 © seit 12.2011 Tony Kühn  
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