Grundlagen für erfolgreiches Lernverhalten - Kurs "Lernen lernen" Teil 1

Dieser Kurs soll Ihnen die Grundlagen vermitteln, was "Lernen lernen" eigentlich bedeutet. Wir werden uns mit den Umgang mit unseren Stimmungen und Gefühlen ansehen, uns mit unserer eigenen Einstellung zum Lernen beschäftigen, einen Selbsttest anbieten und an verschiedenen Fallbeispielen Lösungsmöglichkeiten für bekannte Lernprobleme durchsprechen.

Student Das Ziel dieses Kurses ist, Ihnen Ihre persönlichen Rahmenbedingungen bewußt zu machen, die Sie für Ihre eigene Arbeit benötigen. Die Kursinhalte sind in einer einfachen Sprache aufbereitet, so daß auch Schüler und Eltern von diesem Wissen profitieren können.

Hier ein Überblick über die Themen, die in unserem Grundlagenkurs zum Thema "Lernen lernen" behandelt werden. Neben den Lektionen haben wir die Bearbeitungzeiten angegeben, damit Sie wissen, wieviel Zeit Sie für die einzelnen Lektionen einplanen sollten.

Bearbeitungszeit insgesamt: ca. 120 Minuten

Stimmen Sie sich auf das Lernen ein. Erfahren Sie in den folgenden Lektionen, was"'Lernen" bedeutet und wie Sie Ihre bisherigen Fähigkeiten steigern können. In der folgenden Gliederung sehen Sie die einzelnen Themen im Überblick, die wir in diesem Kontext behandeln wollen.

Lektionen - Übersicht: Was bedeutet Lernen?
Einstimmung ca. 20 Minuten
Hier zeigen wir, wie Sie sich Ihre bisherigen Erfahrungen in Erinnerung rufen können.
  • Einstimmung auf das Thema "Lernen"
Grundlagenwissen ca. 20 Minuten
  • Fragen rund um's Lernen
  • Die Vergänglichkeit des Wissens
  • Die Elemente des Wissens
  • Was heißt Lernen lernen?
Welcher Lerntyp bin ich? ca. 20 Minuten
Finden Sie heraus, mit welchen Sinnen Sie am besten Lernen:
  • Die vier Lerntypen
  • Welcher Lerntyp bin ich?
Praxis ca. 60 Minuten
Wenden Sie das Gelernte auf alltägliche, praktische Situationen an:
  • Fallbeispiel 1 - Lernprobleme
  • Fallbeispiel 2 - Planungsprobleme
  • Fallbeispiel 3 - Prüfungsangst
  • Lernen mit Pausen

Der gesamte Kurs im Überblick:

Was bedeutet lernen?

Was bedeutet "Lernen" und wie können Sie Ihre eigene Lernfähigkeit steigern? Die meisten Menschen nehmen an, es handle sich hierbei um Begabung, um natürliche Talente, um genetische Veranlagungen, die ihnen mitgegeben wurden oder auch nicht. Doch - Lernen ist eine Fähigkeit wie jede andere - man muß sie erwerben oder mit seinen bisherigen Fähigkeiten zurecht kommen.

Jeder kann das Lernen lernen, wenn er sich darüber klar wird, wie er sich verbessern kann. Viele Menschen sind sich gar nicht bewußt, welches Potential in Ihnen steckt.

Mit Geduld, Motivation und Selbstvertrauen können Sie Ihre Ziele realisieren. Wir wollen Ihnen in den folgenden Lektionen die Grundlagen für erfolgreiches Lernen und einen Selbsttest vorstellen. Damit bekommen Sie einen Überblick, wie man das Thema "Lernen lernen" erfolgreich herangehen kann bzw. welche äußernen Einflüsse beim Lernen eine Rolle spielen. Mit diesem Wissen können Sie Ihre ersten Schritte zur Steigerung Ihrer Lernfähigkeit realisieren.

Einstimmung auf das Lernen

Welche Einstellung habe ich zum Lernen?

SchülerinAlles, was wir tun und denken, ist eingefärbt durch unsere Stimmung, in der wir uns gerade befinden. Am deutlichsten bemerken wir dies, wenn wir verliebt sind - dann ist die Welt "rosarot" - oder wenn wir melancholisch sind - dann ist die Welt "grau". Die Stimmung, in der Sie lernen und die Einstellung, mit der Sie lernen, beeinflußt Ihren Lernerfolg. Damit Sie möglichst viel in diesem Kurs lernen, ist es wichtig, daß Ihnen bewußt wird, welche Einstellung Sie gegenüber dem Thema Lernen haben und in welcher Stimmung Sie sich jeweils befinden.

Manchen Menschen fällt das Lernen schwer, sie müssen sich anstrengen, haben nicht den gewünschten Erfolg oder langweilen sich schon bei der Vorstellung lernen zu müssen. Anderen macht das Lernen Spaß, sie erweitern ihren Horizont, lernen konzentriert und aufmerksam und genießen ihren Erfolg. Die Beispiele beschreiben Extreme zwischen denen es eine Fülle von Variationen gibt.

Durch folgende Einstimmung, können Sie Ihrer Einstellung zum Lernen auf die Spur kommen: Lehnen Sie sich zurück und schließen Sie die Augen. Wandern Sie mit Ihren Gedanken in die Vergangenheit. Vergegenwärtigen Sie sich konkrete Situationen, in denen das Lernen für Sie wichtig war. Erinnern Sie sich auch an Prüfungen, Seminare, Kurse, an alles, was Sie mit Lernen verbinden.

Horchen Sie in sich hinein und beobachten Sie dabei Ihre Stimmungen. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an das Thema Lernen denken? Freudig, eifrig, gestreßt, gelangweilt? Versuchen Sie möglichst viel von Ihren Gedanken und Gefühlen mitzubekommen. Machen Sie diese Übung 5-10 Minuten lang - öffnen Sie anschließend die Augen und notieren Sie Ihre Gedanken.

Meine Lernprobleme ...

LernproblemeNiemand lernt immer gleich gut. Manchmal hat man einen schlechten Tag und kann sich kaum auf etwas konzentrieren. In Prüfungssituationen hat mancher Angst sich nicht an alles zu erinnern. Es mag Themen geben, bei denen Sie sich fragen, wozu Sie dies lernen sollen. Lernen kann ermüdend oder langweilig sein, wenn man sich nicht für das Thema interessiert. Man ist nur halb bei der Sache und froh, wenn man den ganzen Aufwand hinter sich hat.

Wenn Sie solche Situationen kennen, haben Sie die Möglichkeit Ihre Lernschwierigkeiten zu erkennen. Wer ein Problem meistern will, muß das Problem zuerst konkret formulieren. Wer seine Probleme nicht kennt, kann auch keine passende Lösung finden.

Viele Menschen machen den Fehler ihr "Lernproblem" zu verallgemeinern. Sie denken, daß sie zu dumm oder zu faul sind oder daß Lernen an sich keinen Spaß macht. Wer sich genauer fragt, was ihm schwer fällt, mag zu der Erkenntnis kommen, daß er an manchen Tagen unkonzentriert ist, Zusammenhänge schlecht erinnert, von Ängsten gelämt wird oder ähnliches. Wenn Sie Ihr Problem konkret beschreiben können, haben Sie schon halb gewonnen - denn für jedes konkrete Problem, gibt es auch eine Lösung! Unlösbar sind nur Verallgemeinerungen, die das eigentliche Problem vernebeln.

Schließen Sie nochmals Ihre Augen und vergegenwärtigen Sie sich Situationen, in denen Ihnen das Lernen schwer fiel. Überlegen Sie, worin genau das Problem bestand. Führen Sie ein Zwiegespräch mit sich selbst und fragen sich, was genau an dieser bestimmten Lernsituation so schwierig war. Fragen Sie genauer nach - verlangen Sie konkrete Antworten und keine allgemeinen Formulierungen.

Wenn Sie Ihr Zwiegespräch beendet haben, öffnen Sie wieder die Augen und schreiben Sie Ihre Erkenntnisse auf. Seien Sie ehrlich - je genauer Sie Ihr Problem erkannt haben und benennen können, desto näher sind Sie an der Lösung.

Freudiges Lernen ...

LernverhaltenVergegenwärtigen Sie sich jetzt, daß Lernen auch Spaß machen kann. Wenn Sie beispielsweise Computer-Strategie-Spiele lieben, müssen Sie eine Menge intelligenter Entscheidungen treffen, um gegen den Computer zu gewinnen. Gibt es ein bestimmtes Thema, das Sie brennend interessiert? Gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, beispielsweise praktische Versuche im Physikuntericht, die Ihre Neugier wecken? Freuen Sie sich über Ihren Erfolg und die Anerkennung, wenn Sie ein gute Note geschrieben haben? Macht es Ihnen Spaß mit anderen im Wettstreit zu stehen, vielleicht bei einem Kartenspiel? Gab es schon einmal ein Thema, daß Sie so interessiert hat, daß Sie alles um sich herum vergessen haben? Gibt es bestimmte Lehrer bei denen Ihnen das Lernen besonders viel Spaß macht?

Gehen Sie diesen Gedankenanregungen nach und schließen Sie wieder die Augen. Vergegenwärtigen Sie sich Lernsituationen, in denen Ihnen das Lernen großen Spaß gemacht hat. Erinnern Sie sich an Situationen, in denen Sie alles um sich herum vergessen haben und voll bei der Sache waren. Stellen Sie sich diese Situationen möglichst genau vor - so als würden sie gerade in diesem Moment geschehen. Empfinden Sie die Freude, die Sie dabei hatten.

Fragen Sie sich dann wieder im Zwiegespräch, was genau Ihnen an dieser Situation so viel Freude bereitet hat. Geben Sie sich nicht mit dem erstbesten Gedanken zufrieden, sondern fragen Sie genauer nach. Je besser Sie selbst verstehen, was Ihnen in diesen Lernsituationen Spaß gemacht hat, desto besser verstehen Sie die Quelle Ihrer stärksten Motivation. Versuchen Sie Ihre Stärken herauszufinden, denn sie werden die mächtigsten Werkzeuge für Ihren Erfolg sein.

Nachdem Sie das Zwiegespräch beendet haben, öffnen Sie wieder die Augen. Notieren Sie Ihre Erkenntnisse. Je genauer Sie diese Situationen beschreiben können, desto mehr erfahren Sie über Ihre Stärken.

17.04.2017 © seit 03.2006 Petra Sütterlin  

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