Natürliche Konzentration: Wie Kinder lernen sich zu konzentrieren

07.10.2005
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Wacki Bauer
www.philognosie.net
  

Die erste Form der Konzentration die Kinder - quasi von sich aus lernen - ist die sogenannte natürliche oder autotelische Konzentration. Diese "natürliche" Form der Konzentration erzeugen die Kinder beim Spielen selbst. Man kann sie immer dann beobachten, wenn ein Kind völlig in das Spiel versunken ist und so auf die eigene Handlung fokusiert ist, daß es weder Geräusche noch andere Störungen um sich herum wahrnimmt. Spiele sind typische autotelische Handlungen - also Handlungen - die einen selbstgesetzten Zweck verfolgen - es gibt über das Spielen hinaus keinen weiteren Zweck.

Ball spielenNehmen wir ein Beispiel: Ein Kind versucht mit einem Ball zu drippeln - es versucht den Ball solange wie möglich von einer Hand in die andere zu spielen, bis der Ball unglücklich aufkommt und wegfliegt. Dabei ist es so konzentriert es sich darauf, seine persönlich "Bestmarke" aufzustellen - dies wäre ein autotelisches Spiel - also ein Spiel, dessen Sinn nur im und für das Spiel relevant ist.

Diese autotelische Handlungsweise können wir im Grund bei allen Spielen beobachten - auch beim Schachspiel, Monopoly, Dame etc.. Die Tätigkeit ist selbst das Ziel - es gibt keinen anderen Nutzen, Sinn oder Wert, der nicht im Spielen selbst liegt. Dieser Selbstbezug ermöglicht es uns andererseits eine Art "Parallelwelt" zu erschaffen, die ganz allein für sich steht. Es ist für den Alltag völlig unerheblich, ob wir beim Monopoly gewinnen oder verlieren - es macht nur einen Unterschied im Spiel selbst.

Mit solchen autotelischen Handlungen lernt das Kind Fantasie zu entwickeln - seine Fähigkeiten in einer solchen "Parallelwelt" zu erforschen - Fantasie zu entwickeln und sich durch das Spiel zu konzentrieren.

Vorteil:

  • DominosteineDie natürliche oder autotelische Konzentration muß nicht erlernt werden, sondern ist eine natürliche Fähigkeit eines Kindes.
  • Sie bietet einen Anknüpfungspunkt (Erfahrungsbackground), daß ein Kind später auch andere (oder höhere) Formen der Konzentration lernen kann.
  • Das Kind lernt spielerisch die Welt kennen.

Nachteil:

  • Die natürliche oder autotelische Konzentration funktioniert nur solange die Handlung, die den natürlichen Bedürfnissen/ Neigungen/ Interessen entsprechen.
  • Sie basiert auf dem dem Lust/ Unlust-Prinzip, d.h. nur Tätigkeiten, die als "lustvoll" empfunden werden, sind geeignet die Aufmerksamkeit des Kindes zu fesseln. Alles was keine Lust auslöst, kann nicht fokusiert werden. Sobald eine Tätigkeit keine Lust mehr bereitet, wird sie vergessen - ist für das Kind unwichtig, störend, langweilig.

Mit dieser kleinen Erläuterung können Eltern die Rolle des Spielens - zum erlernen von Konzentration - vielleicht besser verstehen. Alle Kinder fangen auf dieser Art an, diese Fähigkeit zu entdecken und zu schulen. Das praktische daran ist, daß sie dabei auch lernen sich mit sich selbst zu beschäftigen - sich auf eine Sache voll und ganz einzulassen.

Deshalb kann es ein guter Weg sein - wenn das Kind sich nur sehr schwer konzentrieren kann - mit ihm zu spielen, bzw. ihm Spiele zu zeigen, bei dem es selbst in die autotelische Konzentration spielerisch erlernen kann.

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