Ganzheitlich leben: Das Kopf-Herz-Hand-Prinzip (Pestalozzi)

Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass Denken, Erfahren, Empfinden und Handeln nicht voneinander losgelöst sind. Vielmehr arbeiten Wissen, Gefühle, Fähigkeiten und Fertigkeiten vernetzt miteinander: Wir lassen unser Herz nicht zu Hause bei unserer Familie oder hängen es mit der Jacke an die Garderobe und es sitzt auch nicht nur unser Kopf im Bürostuhl.

Das Ideal lautet: Wenn ich etwas mache, weiß ich, wie ich es machen muss, dass es das Richtige ist und dass es mir Freude macht.

Welche Schwerpunkte Sie setzen, können Sie in diesem Test prüfen: "Kopf-Herz-Hand: Sind Ihre Stärken ganzheitlich entwickelt?"

Kopf (assoziatives Denken - Verstand - Vernunft)

Kopf Herz Hand PrinzipRabäääähhh ... so treten wir in die Welt und können noch nicht unterscheiden, zwischen uns, der Welt, unseren Gedanken, Bedürfnissen, Gefühlen und Handlungen.

Assoziierend lernen wir unsere Sprache: Alles, was ein Fell hat, ist ein Wauwau.
Diese Art zu denken nutzen wir bei Techniken, wie automatisches Schreiben, Clustering, Brainstormen. Das assoziative Denken ist die Quelle unserer Inspiration, unserer Kreativität.

Doch wie nicht alles Fellige ein Hund ist und nicht alle roten Beeren genießbar, so ist auch nicht jede kreative Idee brauchbar oder realistisch. Manchmal haben wir Flausen oder Rosinen im Kopf. Unsere Gedanken müssen wir überprüfen, überdenken, auf Denkfehler untersuchen.

Die ersten Denkregeln lernen wir spätestens in der Schule mit dem Einmaleins. Auch bei der deutschen Grammatik lernen wir Regeln. Wir lernen auch wahre Schlüsse zu ziehen und sie von falschen zu unterscheiden.

Die Grundlage unseres Denkens, mindestens der letzten 2000 Jahre, ist die aristotelische Logik. Der griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles (384-322 v.Chr.) hat sie begründet. Aristoteles sah in der Wahrheit eine Übereinstimmung von Verstand und Sache: "Wahr ist, von etwas, was ist, zu sagen es sei, und von etwas, was nicht ist, zu sagen es sei nicht."

Die Wahrheit finden wir durch Anschauung und Erfahrung, empirisch: Die Tasse fällt zu Boden, wenn wir sie loslassen und der Weg nach unten frei ist. Wahrheit bezeichnet im Allgemeinen die Übereinstimmung von Urteilen, Aussagen oder Sätzen mit der Wirklichkeit. Aristoteles stellte die Unterscheidung in wahr/falsch auf eine formale Grundlage, er begründete die erste Logik.

Wir lernen also, wahr und falsch zu unterscheiden. Doch nicht alles in der Welt können wir mit wahr/falsch beurteilen. Bäcker oder Metzger zu werden, ist nicht wahr oder falsch. Die Berufswahl zeigt uns, dass es verschiedene Perspektiven auf der Welt gibt, die nebeneinander stehen. Unauflösbare Widersprüche in der Logik zeigen uns die Grenzen des Verstandes.

Als Beispiel sei hier das Licht genannt: Licht verhält sich wie eine Welle und wie eine Korpuskel, je nach Art der Beobachtung. Um alle physikalischen Erscheinungen, die mit Licht zusammenhängen, zu erklären, benötigen wir zwei sich widersprechende Modelle. Widersprüchlich sind diese beiden Modelle aber nur auf der Basis einer Wahr/falsch-Logik, wenn wir davon ausgehen, dass ein Modell das wahre ist, das andere dann falsch ist und es ein Drittes nicht geben kann.

Doch gibt es einen zwingenden Grund daran festzuhalten? Gotthard Günther entwarf eine dreiwertige Logik (zum Einstieg: Gotthard Günther), Niklas Luhmann beschrieb die Beobachtung 2. Ordnung (vom "Was" zum "Wie") (zum Einstieg: Beobachtung zweiter Ordnung), um nur zwei zu nennen, die diese Frage mit "Nein" beantwortet haben.

"Der Widerspruch ist das Erheben der Vernunft über die Beschränkungen des Verstandes." (Hegel 1770 - 1831)

Um die Unterscheidung wahr/falsch zu verlassen, bedarf es eines Dritten, das weder wahr/falsch oder sowohl als auch wahr/falsch ist. Folglich kann dieses Dritte nicht Wahrheit oder Falschheit sein. Wenn es keine übergreifenden Wahrheitskriterien gibt, was gibt es dann? Willkür, Relativismus, Dezisionismus ...? Dieses Dritte kann Reflexion, Sinn oder auch Wille sein ("Diese Theorie ist sinnvoll", "Mein Leben macht Sinn", "Ich handle nach meinem Willen").

"Scheint die Welt so groß, weil der Kopf so klein?" (Wilhelm Busch -1832 - 1908)

Pestalozzi Kopf Herz HandSo bleibt uns, wenn wir unsere Gedanken nach allen Regeln der Kunst geprüft haben, letztendlich nur, uns für unsere Perspektive zu entscheiden: Uns eine eigene Meinung zu bilden, indem wir unsere Erfahrungen auswerten und uns dann für das entscheiden, was für uns sinnvoll ist, was wir erreichen wollen.

Es geht darum ein Ziel zu setzen, weit in die Zukunft entworfen, an dem wir uns ein Leben lang orientieren können - ein Lebensziel, eine Vision. Es handelt sich um etwas, das unser Leben sinnvoll macht, denn den Sinn unseres Lebens können wir uns nur selbst geben. Von solch einer Vision profitieren Sie gerade:

"Ein PC auf jedem Schreibtisch und in jedem Zuhause." (Die Vision von William "Bill" Henry Gates III - 1955)

11.05.2016 © seit 11.2007 Petra Sütterlin  

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