Miteinander reden: Was ist "aktives Zuhören"?

Die Grundlage für jedes Gespräch ist, dass wir einander richtig zuhören. So einfach das klingt, die meisten hören nicht zu und verstehen nicht, was der Andere sagt. Hier beschreiben wir, was mit "aktivem" Zuhören gemeint ist und wie man es üben kann.

Was heißt „aktiv Zuhören"?

aktiv zuhören kommunikation miteinander reden Jemand hört aktiv zu, wenn er als Zuhörer seinem Gesprächspartner ein ehrliches Interesse am „Verstehen“ zeigt. Nicht der Zuhörer entscheidet also darüber, wie gut er das Gehörte versteht sondern sein Gesprächspartner.

Ein ehrliches Interesse kann durch verschiedene Verhaltensweisen ausgedrückt werden. Im Weiteren liste ich Indizien auf, anhand derer Sie ein aktives Zuhören erkennen können. Sie enthält Beispiele, die Sie auf reale Gesprächssituationen übertragen können.

1. Annahmesignale beim aktiven Zuhören

Kopfnicken, zugewandter freundlicher Blick, den Körper zuneigen, Äußerungen wie: "Ja", "Aha", "Hm", "Genau" etc.

2. Nicht festlegende Aufforderungen

Offene Fragen, keine Wertungen, "Möchtest du darüber mehr erzählen ...", "Möchtest du darüber sprechen ...", "Das hört sich an, als ginge es dir sehr nahe ..."

3. Paraphrasieren

"Du glaubst ...", "Wenn ich dich richtig verstehe, denkst du ..." (siehe auch den Artikel: "Paraphrase: Paraphrasieren lernen leicht gemacht").

4. Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte

Verbalisieren Sie die Gefühle, die Sie aus den Aussagen Ihres Gesprächspartners interpretieren - beispielsweise: "Ich kann das nicht" - „Hast du Zweifel, dass du besser werden kannst?“ oder „Fürchtest du, dass ...?". "Er kann überhaupt nicht zuhören" - „Ärgerst du dich darüber, wenn er dir nicht zuhört?"

5. Ausreden lassen

Lassen Sie Ihren Gesprächspartner in Ruhe ausreden. Er soll den Eindruck haben, dass Sie sich für ihn Zeit nehmen und er alles sagen kann, was ihm wichtig ist. Den Anderen zu unterbrechen, zeugt eher von Desinteresse und Egoismus.

Wofür ist Aktives Zuhören nützlich?

aktiv zuhören Kommunikationstechnik miteinander reden Wenn Sie aktiv zuhören, dann zeigen Sie Interesse an Ihrem Gesprächspartner. Das erzeugt Vertrauen.

Es entsteht eine lockere und freundliche Atmosphäre, in der es leichter ist, offen über sich selbst und seine Wünsche oder Probleme zu reden.

Gerade wenn es um schwierige oder emotional stark belastete Themen geht, können Sie durch aktives Zuhören Ihrem Gegenüber zu einer positiven, lösungsorientierten Sichtweise verhelfen.

Übung zum aktiven Zuhören

Setzen Sie sich zu zweit oder in einer Dreiergruppe gegenüber. A redet, B hört aktiv zu (und C ist der Metabeobachter, der darauf achtet, dass 'richtig' aktiv zugehört wird). Das Thema lautet "Was mich am meisten nervt".

  • A beginnt zum Thema zu erzählen.
  • B versucht sich in den anderen hineinzudenken und zu -fühlen und wendet die oben angegebenen Verhaltensweisen an.
  • Nach etwa 10 Minuten gibt A Feedback, ob er den Eindruck hatte, dass B wirklich Interesse an ihm gehabt hat.

Wichtiger Hinweis zur Übung

Für das aktive Zuhören gibt es keine eindeutigen Verhaltensregeln. Es ist einfach nur wichtig, dass Sie wirklich Interesse an Ihrem Gesprächspartner haben und an dem, was er Ihnen sagen will.

An den obigen Indizien kann man ein Interesse erkennen, wobei jedoch nur ein formales Einnehmen der Körperhaltung ohne dem dahinterliegenden Einfühlungsvermögen wahrscheinlich etwas 'steif' beim Anderen ankommen wird.

Viel Erfolg beim aktiven Zuhören!

19.07.2016 © seit 02.2002 Sabrina Ulbrich

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