Weiße Flöhe (Springschwänze) in der Blumenerde bekämpfen

Wenn sich weiße Flöhe (Springschwänze) in der Blumenerde sammeln, kann das ihrer Pflanze schaden. Wie sie die kleinen Flöhe erkennen und bekämpfen können, wollen wir ihnen im Folgenden zeigen.

Video: Springschwänze in der Blumenerde bekämpfen

In dieser Video-Anleitung zeigen wir Ihnen, wie die Bekämpfung von Springschwänzen in der Blumenerde praktisch ausgeführt wird. Dabei haben wir die Methode – sie mit biologischen Spülmittel zu bekämpfen – gewählt.

Weiße Flöhe (Springschwänze) in der Blumenerde bekämpfen

Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Start-Button klicken. Wir weisen darauf hin, dass beim Starten des Videos Daten an YouTube übermittelt werden.

Was sind weiße Flöhe / Springschwänze oder Collembola?

Sehen wir uns zunächst an, was Springschwänze sind und welche Rolle sie in der Natur spielen. Weiße Flöhe, auch Springschwänze oder Collembola genannt, sind winzige, flügellose Bodenorganismen, die zur Klasse der Sechsfüßer (Hexapoda) gehören. Obwohl sie umgangssprachlich oft als „Flöhe“ bezeichnet werden, haben sie biologisch nichts mit echten Flöhen (Insekten) zu tun.

Springschwänze Collembola Weiße Flöhe bekämpfen Anleitung Nahaufnahme

Springschwänze gehören zu den Urinsekten und sind Bodenbewohner. In der Natur – oder im Garten – gehören sie zu den wichtigsten Bodenorganismen, da sie maßgeblich an der Zersetzung und Verwertung abgestorbener Pflanzenteile beteiligt sind. So findet man sie z. B. häufig in der Nähe von Komposthaufen, wo sie fleißig an der Humusbildung arbeiten.

Der Hauptlebensraum der Springschwänze ist der Boden, der reich an organischem Material ist. Sie bevorzugen feuchte Standorte, da sie für ihren Wasserhaushalt auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind. Daher findet man sie häufig in Feuchtgebieten, Waldböden, unter Mulch oder im Kompost. In Innenräumen kommen sie häufig in Blumenerde, Pflanzentöpfen oder feuchten Moosen vor.

In ihren bevorzugten Lebensräumen besiedeln sie spezifische Mikrohabitate wie Laubstreu, wo sie abgestorbenes Pflanzenmaterial zersetzen, oder Pilze, die eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Auch dunkle, geschützte Stellen – wie unter Steinen und Holz sind – beliebte Rückzugsgebiete.

Springschwänze erfüllen wichtige Funktionen für gesunde Ökosysteme. Eine ihrer wichtigsten Funktionen ist die Förderung der Bodenfruchtbarkeit und -struktur. Sie ernähren sich von abgestorbenem organischem Material, Pilzen und Mikroorganismen, wodurch sie organisches Material in kleinere Partikel zersetzen und die Mineralisierung fördern. Diese Aktivität trägt zur Bildung von Humus bei, der den Boden fruchtbarer macht.

Ein weiterer wichtiger Beitrag ist ihre Rolle im Nährstoffkreislauf. Sie beschleunigen den Abbau von organischem Material, unterstützen die Arbeit von Bakterien und Pilzen und tragen indirekt zur Freisetzung von Stickstoff und anderen für das Pflanzenwachstum wichtigen Nährstoffen bei.

Gleichzeitig helfen sie, das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Boden aufrechtzuerhalten, indem sie Pilze und Sporen fressen. Dadurch können sie das Wachstum bestimmter Pilzarten regulieren und möglicherweise das Auftreten pflanzenschädigender Pilze eindämmen.

Springschwänze sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Sie dienen vielen Bodenräubern wie Spinnen, Raubmilben und anderen Insekten als Nahrungsquelle und tragen so zum Gleichgewicht des Bodenökosystems bei. Sie sind daher ein wertvoller Teil der Natur, den es zu erhalten und zu schützen gilt. Nur in der heimischen Blumenerde haben sie nichts zu suchen und können bekämpft werden.

Wie sehen Springschwänze aus?

Damit Sie die Springschwänze auch erkennen können, haben wir von einem befallenen Blumentopf ein Foto eingestellt. Hier können Sie einen starken Befall der Blumenerde durch diese „Flöhe“ erkennen. Weitere Aufnahmen finden Sie in unserem obigen Video.

Weiße Flöhe Springschwänze Collembolen in der Blumenerde bekämpfen

In der obigen Abbildung sehen Sie kleine weiße „Würmchen“, die auf der Blumenerde aktiv sind. Sie befinden sich nur auf dem Boden und klettern nicht auf den Stamm oder in höher gelegene Blätter der Pflanze.

Am hinteren Teil des Körpers haben die Springschwänze kleine gabelartige Fortsätze – auch Sprunggabeln genannt – die es ihnen erlauben, sich hüpfend wie ein Floh zu bewegen. Es gibt mehrere Arten von Collembolen, wobei nur die oberirdisch lebenden Exemplare solche Sprunggabeln haben.

Wenn sie die kleinen Flöhe beobachten, werden sie somit bemerken, wie die Springschwänze im Blumentopf herumspringen. Da sie in geringer Anzahl recht unscheinbar sind, bemerken viele einen Befall erst, wenn sie in großer Zahl auftreten.

Sie legen mikroskopisch kleine Eier, die bei Trockenheit durch den Wind verweht werden können. In der Erde der Zimmerpflanzen können sie schnell zum Ärgernis werden. Wenn ihnen die natürliche Nahrungsquelle ausgeht, beginnen sie die Wurzeln der Pflanze zu befallen und zu fressen.

Manchmal erkennt man die Springschwänze – bei geringem Befall der Pflanze – nach dem Gießen, wenn sie aus der Erde kriechen, aktiv werden und herumspringen.

Wie kommen Springschwänze in die Blumenerde?

Springschwänze können auf vielfältige Weise in Blumenerde gelangen, da sie in der Natur weit verbreitet sind.. Eine der häufigsten Ursachen ist verunreinigte Blumenerde. Insbesondere nicht sterilisierte oder organisch angereicherte Erden können bereits Springschwänze oder deren Eier enthalten. Auch selbst gemischte Erde oder Erde aus dem Garten birgt ein ähnliches Risiko, da diese Tiere natürlicherweise im Boden vorkommen.

Ein weiterer Faktor ist Überwässerung, da feuchte Erde Springschwänze anzieht. Übermäßiges Gießen und Staunässe schaffen ideale Bedingungen für ihre Vermehrung. Sind benachbarte Pflanzen befallen, können sich die Tiere leicht über Töpfe, Untersetzer oder Gießwasser ausbreiten. Auch beim Umtopfen oder Teilen von Pflanzen können sie unbemerkt mit der Erde übertragen werden.

Organisches Material wie Kompost, Mulch oder Naturdünger ist eine weitere Möglichkeit, wie Springschwänze in die Blumenerde gelangen können. Sogar dekorative Mulchschichten wie Rindenmulch oder Moos können als Quelle dienen. Auch beim Kauf neuer Pflanzen besteht ein Risiko, da diese bereits befallene Erde enthalten können.

Pflanzen, die zeitweise im Freien stehen, können Springschwänze aus dem Gartenboden aufnehmen. In feuchten Räumen wie Kellern oder Gewächshäusern kann es zu einer Ausbreitung kommen, zum Beispiel durch Spritzwasser oder Luftfeuchtigkeit. Selbst wenige Springschwänze können sich unter idealen Bedingungen schnell vermehren, insbesondere bei feuchtem Boden, reichlich organischem Material und warmen Temperaturen.

Um einen Befall zu vermeiden, empfiehlt es sich, sterilisiertes Substrat zu verwenden und Staunässe zu vermeiden. Neue Pflanzen sollten auf Schädlinge oder Bodenorganismen untersucht werden und organische Materialien wie Kompost oder Mulch sollten sparsam und sorgfältig geprüft verwendet werden.

Wer sich unsicher ist, kann neue Erde vorab ca. 30 Minuten bei 100 °C in den Backofen geben. So kann man sicher sein, dass in der Erde keine unerwünschten Bewohner überleben. Durch solche Maßnahmen kann das Befallsrisiko deutlich reduziert werden.

Die weißen Flöhe / Springschwänze oder Collembola bekämpfen

Die Springschwänze lassen sich bei Zimmerpflanzen mit einem einfachen Hausmittel ganz einfach bekämpfen. Stellen Sie die Zimmerpflanze auf den Balkon (oder in die Badewanne).

Geben Sie in eine Kanne Wasser und etwas (biologisch gut abbaubares) Spülmittel. Ein Tropfen Spülmittel auf ca. einen Liter Wasser reicht aus.

Dann setzen Sie die Blumenerde vollständig unter Wasser und lassen das Wasser mit dem Spülmittel etwa eine Stunde lang stehen.

Springschwänze Hausmittel bekämpfen entfernen

In der folgenden Abbildung sehen Sie eine Großaufnahme der Wasseroberfläche mit den ertrunkenen Springschwänzen. Schon nach wenigen Minuten hört das Gewusel auf.

Das Spülmittel hat den Zweck, die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen, sodass die Springschwänze nicht darauf schwimmen können – oder anders – aufgrund der fehlenden Oberflächenspannung des Wassers sinken die kleinen Flöhe ein und ertrinken.

Springschwänze bei Zimmerpflanzen Hausmittel

Nach spätestens einer Stunde sind alle Springschwänze ertrunken, und das Wasser kann vorsichtig abgegossen werden.

Da die Erde dann noch sehr feucht ist, sollte man sie draußen (bei Wind und Sonnenschein) oberflächlich wieder abtrocknen lassen, bevor man die Zimmerpflanze zurück an ihren Platz stellt.

Anmerkung: Manche empfehlen, die Springschwänze mit normalem Wasser ohne Zusätze zu ertränken, was meiner Erfahrung nach nicht oder nur bedingt funktioniert. Denn die Springschwänze sind so leicht, dass sie auf der Wasseroberfläche bleiben können, dann zu Pflanzenteilen „schwimmen“ und dort das Ende der „Sintflut“ abwarten. Da Springschwänze sehr viele Eier legen können, reicht es aus, wenn nur wenige überleben. Dann beginnt das Spiel einige Wochen später wieder neu.

Mit dem Spülmittel im Wasser sollte der Befall der Zimmerpflanze von Springschwänzen jedoch vollständig behoben sein.

Weiße Flöhe bei leichtem Befall entfernen

Der Vollständigkeit halber will ich noch einige alternative Methoden zur Bekämpfung von Springschwänzen nennen, die vor allem bei leichtem Befall angewandt werden können.

Weniger Gießen: Feuchtigkeit entziehen

Da Springschwänze auf eine feuchte Umgebung angewiesen sind, ist der erste Schritt, die Erde trockener zu halten. Reduzieren Sie das Gießen vorübergehend und lassen Sie die oberste Erdschicht gut austrocknen. Das macht den Boden für die Tiere unattraktiv und reduziert ihre Population. Achten Sie jedoch darauf, die Pflanze nicht komplett austrocknen zu lassen – besonders empfindliche Arten wie Farne oder Orchideen benötigen weiterhin ausreichend Feuchtigkeit. Zusätzlich sollten Sie die Drainage des Pflanzentopfes überprüfen: Stellen Sie sicher, dass überschüssiges Wasser problemlos ablaufen kann und die Töpfe über funktionierende Abflusslöcher verfügen.

Mechanische Entfernung: Schnelle Lösungen

Eine effektive Methode, um Springschwänze zu entfernen, besteht darin, die obersten 2–3 cm der Blumenerde abzutragen. Diese Schicht ist meist der Hauptlebensraum der Tiere. Entsorgen Sie die entfernte Erde im Hausmüll, damit sich die Springschwänze nicht erneut verbreiten können. Eine weitere hilfreiche Technik ist der Einsatz von sogenannten Kartoffelfallen. Schneiden Sie ein Stück rohe Kartoffel ab und legen Sie es auf die Erdoberfläche. Die Stärke der Kartoffel lockt die Springschwänze an, sodass sie sich nach einigen Stunden darunter sammeln. Entfernen Sie die Kartoffel und entsorgen Sie sie zusammen mit den darauf befindlichen Tieren.

Natürliche Mittel einsetzen

Neben der mechanischen Entfernung können natürliche Hilfsmittel wie Sand, Kies oder Neemöl zum Einsatz kommen. Eine dünne Schicht Quarzsand oder feiner Kies auf der Erdoberfläche erschwert es Springschwänzen, an die feuchte Erde zu gelangen, und entzieht ihnen somit die Lebensgrundlage. Auch Neemöl, ein pflanzliches Mittel mit abstoßender Wirkung auf viele Bodenorganismen, hat sich bewährt. Vermischen Sie Neemöl nach Anleitung mit Wasser und gießen Sie die Pflanze vorsichtig. Das Öl wirkt auf natürliche Weise und ist für die Pflanze ungefährlich.

Präventive Maßnahmen – neuen Befall vermeiden

Um Springschwänze langfristig fernzuhalten, ist Prävention entscheidend. Achten Sie darauf, Staunässe zu vermeiden und die Pflanzen nur zu gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Kontrollieren Sie regelmäßig den Feuchtigkeitsgehalt der Erde, insbesondere bei Pflanzen, die zu viel Wasser nicht gut vertragen. Wenn Sie die Erde wechseln, empfiehlt es sich, sterilisierte Blumenerde zu verwenden. Alternativ können Sie selbstgemischte Erde im Backofen bei 80–100 °C für etwa 30 Minuten erhitzen, um alle potenziellen Schädlinge abzutöten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kontrolle neuer Pflanzen, bevor sie in Ihre Sammlung aufgenommen werden. Überprüfen Sie die Erde auf sichtbare Springschwänze, und wenn ein Befall vorliegt, entfernen Sie die alte Erde gründlich und spülen Sie die Wurzeln der Pflanze ab, bevor Sie sie umtopfen.

Viel Erfolg beim Bekämpfen der Springschwänze in der Blumenerde!

Andrea Munich

Teilen

Einen Kommentar schreiben

Die Angabe des Namens ist optional.
Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung, Verarbeitung und Veröffentlichung der angegebenen Daten durch diese Website einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.