Basilikum selber pflanzen, anbauen und ernten

Wer frischen Basilikum zum Würzen, Garnieren oder in Salaten liebt, braucht ihn nicht teuer zu kaufen, sondern kann ihn mit einfachen Mitteln selber ziehen und anbauen.

Basilikum selber anbauen In dieser Anleitung zeige ich Ihnen alles, was zum Anbauen, Pflegen, Ernten und Lagern von Basilikum wichtig ist. In der rechten Abbildung sehen Sie, wie schön groß und buschig meine Basilikumpflanzen werden.

Im folgenden Beispiel verwende ich vorgezogenen Bio-Basilikum aus dem Topf, den ich vermehre und einen Vorrat erzeuge, der für die ganze Familie ein Jahr lang reicht. Falls Sie diese Anleitung als Video sehen wollen, finden Sie am Ende des Artikels die Videoanleitung dazu.

Basilikum selber pflanzen / vermehren

Basilikum selber pflanzenAls Grundlage verwende ich einen gekauften Bio-Basilikumtopf, da er relativ günstig zu haben ist und ich das Ziehen aus Samen unnötig mühsam finde.

Als Erstes löse ich den Basilikum aus dem Topf, breche den Wurzelballen vorsichtig auf und separiere die stärksten Pflanzen.

Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Blätter und Wurzeln - soweit möglich - unbeschädigt bleiben. Kleine oder mickrige Pflanzen sortiere ich aus.

Auf diese Weise gewinne ich aus einem einzigen Basilikumtopf etwa 20 bis 30 kleine Pflanzen, wovon etwa 80 bis 90 % überleben. Das dürfte selbst für Basilikumfans zu viel sein - aber man kann entweder weniger Pflanzen anbauen oder einen Teil verschenken.

Die kleinen Pflanzen gebe ich in bechergroße Anzuchttöpfe mit Anzuchterde. Anzuchterde ist relativ nährstoffarm, was die Pflanze dazu bringt, vermehrt Wurzeln auszubilden und stark zu werden.

Basilikum anpflanzenDen Setzling vergrabe ist bis kurz unter die Blätter. Damit steht er stabiler und der vergrabene „Stamm“ bildet zusätzliche Wurzeln.

Zum Schluss drücke ich die Erde nur noch kurz fest und sumpfe sie mit reichlich Wasser ein. Zur Sicherheit stecke ich noch ein kleines Stöckchen mit in den Anzuchtopf - zur Stabilisierung des Stamms, bis er stark genug ist.

Kompostierbare Anzuchttöpfchen haben den Vorteil, dass man sie später komplett mit der Pflanze in den nächstgrößeren Topf umtopfen kann.

Tipp: Basilikum mag die direkte Mittagssonne nicht. Am besten wächst er an Orten, die nur die Morgen- oder Abendsonne abbekommen.

Basilikum anbauen: Basilikum richtig schneiden

Basilikum anbauen schneidenDie Kunst beim Anbauen von Basilikum ist, ihn richtig zu schneiden, damit er schön groß und buschig wird. Wie Sie in der rechten Abbildung erkennen, beginne ich schon sehr früh mit dem ersten Schnitt (der rote Punkt markiert die Schnittstelle).

Der Grund dafür ist schlicht, dass die Pflanze dann langsamer wächst, d. h. einen stärkeren Stamm ausbildet und daher mehr Blätter tragen kann. Außerdem wird sich der Basilikum oberhalb des Schnitts in zwei Stämme verzweigen.

Direkt am oberen Ansatz der Blätter können Sie meist schon die Austriebsstellen erkennen, die Sie NICHT mit abscheiden sollten.

Basilikum richtig schneidenIn der rechten Abbildung wurde die Schnittstelle mit Pfeilen markiert, um das Prinzip aller weiteren Schnitte zu verdeutlichen.

Denn gerade am Anfang wird die Basilikumpflanze recht oft geschnitten, damit man möglichst viele Verzweigungen erhält. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man etwa ein- bis zweimal die Woche den Basilikum zurechtschneiden muss, damit er die optimale Form bekommt.

Alle abgeschnittenen Blätter können Sie natürlich gleich zum Essen, Garnieren etc. verwenden.

Irgendwann im Sommer wird der Basilikum anfangen, Blütenstände an den Spitzen auszutreiben. Er will sich vermehren und steckt dann dort seine ganze Kraft hinein. Diese Blütenstände sollten Sie ebenfalls entfernen - denn nur dann bildet er weiter fleißig Blätter.

Basilikum selber ziehenFalls jemand nicht wissen sollte, wie der Blütenstand beim Basilikum aussieht, findet ihn in der rechten Abbildung.

Es sind kleine Blättertürmchen, die aus den Enden der Pflanze herausstehen. Hier ist der Blütenstand noch grün, später wachsen daraus Blüten in unterschiedlichen Farben (je nach Basilikumart). Diese Blüten sind übrigens essbar - ich erwähne dies nur, weil ich schon Leute gesehen habe, die sie einfach wegwarfen.

Wer seinen Basilikum auf diese Weise pflegt, wird im Sommer einen großen Busch bekommen, aus dem man reichlich Blätter und Blüten ernten kann.

Basilikum richtig ernten

Beim Basilikum kann man die Blätter und Blüten ernten und essen. Anfangs fällt beim Schnitt schon einiges an Basilikum an. Ist die Pflanze groß genug, kann man Blätter ganz nach Bedarf abschneiden.

Hier gilt folgende Regel: Schneiden Sie vor allem die großen (ausgewachsenen) Blätter für die Ernte ab. Sie wachsen ohnehin nicht mehr und nehmen den kleinen Blättern das Licht.

Belassen Sie immer so viele Blätter an der Pflanze, dass sie noch ordentlich wachsen kann. In der Regel sollte sie nie mehr als maximal zu 60 % zurückgeschnitten werden. Speziell in den Sommermonaten wächst der Basilikum so stark, dass man ein- bis zweimal in der Woche richtig viele Blätter ernten kann.

Ernten kann man bis in den Herbst hinein. Wenn man dann die Pflanzen noch ins Haus holt (sie dürfen keinen Frost abbekommen) halten sie sich noch länger - wachsen aber immer langsamer, bis sie im Winter das Wachstum fast vollständig einstellen.

Basilikum lagern / einfrieren

Wer um die fünf große Basilikumbüsche wachsen lässt, bekommt so viel Basilikum, dass selbst Fans nicht mehr alles essen können. Das ist aber nicht schlimm, denn Sie können die Blätter auch in Gefrierbeutel geben und im Ganzen einfrieren.

Eingefroren halten die Blätter ca. ein Jahr lang durch, d. h., Sie haben Basilikum auch im Winter bzw. bis zur nächsten "Basilikumanbau-Zeit" zur Verfügung. Die Blätter werden beim Auftauen zwar etwas matschig, aber man kann sie noch gut zum Würzen, Pürieren etc. verwenden, denn der gute Geschmack bleibt erhalten.

Videoanleitung: Basilikum richtig pflanzen / anbauen

Wenn Sie wollen, können Sie sich die Anleitung auch als Video ansehen.

Viel Spaß und Erfolg beim Anbauen und Ernten von Basilikum!

21.03.2016 © seit 10.2002 Heiko Wahn

Gesamtstatistik der Bewertungen

  4.8 Gesamtbewertung

  4.9 Thema
  4.8 Information
  4.8 Verständlichkeit

Stimmen: 9

Legende

5 Sterne: super!
4 Sterne: gut gelungen!
3 Sterne: O.K.
2 Sterne: geht so
1 Stern: erträglich

diesen Ratgeber: Bewerten | Drucken

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.