Diabetes mellitus: Ernährungstipps bei Diabetes Typ 2

Sagte Ihnen Ihr Arzt, Ihre Zuckerwerte sind zu hoch? Sollen Sie Ihre Ernährung wegen Diabetes umstellen und haben das Gefühl, alles, was gut schmeckt und Spaß macht, ist "verboten"? In diesem Artikel finden Sie wertvolle Tipps, wie Sie sich gut, lecker und gesund bei Diabetes ernähren können.

Diabetes mellitus Diabetes Typ 2Es gibt einige wichtige Regeln, die helfen können, die Blutzuckerwerte wieder zu senken. Dazu können Sie folgende Liste mit Empfehlungen von mir nutzen.

Falls Sie wirklich vorhaben diese Empfehlungen umzusetzen, sollten Sie sich genau aussuchen, was Sie auswählen wollen. Denn häufig treffe ich übereifrige Menschen, die versuchen, gleich "alles auf einmal" zu machen.

Dies führt meist nur zu Frust, da die wenigsten die Disziplin haben, sehr viele Änderungen gleichzeitig im Leben einzuführen bzw. auch durchzuhalten. Nehmen Sie sich lieber einzelne Punkte vor, denn das ist in der Praxis viel erfolgversprechender.

Was können Sie bei Diabetes tun?

  • Reduzieren Sie Ihr Gewicht (wenn Übergewicht vorhanden).
  • Bewegen Sie sich regelmäßig (mind. 3x pro Woche).
  • Probieren Sie jede Woche ein neues Rezept.
  • Essen Sie mindestens eine Rohkostportion pro Tag - langsam steigern.
  • Trinken Sie ausreichend, wer nicht trinkt, kann nicht entgiften und entschlacken (1-2 l Wasser am besten ohne Kohlensäure).
  • Essen Sie nach Jahreszeiten bzw. nach Saison - z. B. im Juni Erdbeeren + Spargel, im Winter Kohlgemüse, im Sommer Beeren, Bohnen usw.
  • Essen Sie, was in der Region wächst –> kurze Wege von der Ernte zum Verbraucher.
  • Dämpfen Sie Ihr Gemüse und genießen es bissfest. Essen Sie einen kleinen Anteil als Vorspeise roh -> Frischkost.
  • Wenn Sie keine Zeit zum Einkaufen haben, lassen Sie sich eine Biokiste liefern (wird nach Jahreszeit mit Obst und Gemüse gefüllt).
  • Stillen Sie Ihren Hunger nach Süßem mit Feigen, Datteln, Mandeln oder süßen Früchten und Honig. Ansonsten sollten Sie wenig Gebäck vorwiegend am Nachmittag essen.
  • Meiden Sie Weißmehl, Zucker, Fertigprodukte und gehärtete Fette.
  • Essen Sie möglichst nicht zu spät am Abend.

Diabetes: Worauf sollten Sie beim Essen achten?

Was tun, wenn Sie die Lust packt, zwischendurch auch einmal etwas "Ungesundes“ zu essen? Ja, tun Sie das und genießen Sie es! Natürlich sollten Sie darauf achten, es möglichst selten zu tun, aber dann mit Genuss. Versuchen Sie anschließend den Ausgleich mit mindestens 2 Teilen Obst oder Gemüse - roh am selben Tag - zu schaffen.

Denn man sollte auch bei gesundheitlichen Problemen nicht vergessen, dass Essen satt machen und Spaß bringen sollte. Also vergessen Sie das Wort "Diät"! Meistens kann man sich nicht über längere Zeit daran halten und oftmals nimmt man kurz danach wieder zu. Letztlich bringt das Ganze nur etwas, wenn man seine Ernährungsgewohnheiten vollständig ändert. Wir sind irgendwann in den 80er Jahren zu einer Kohlenhydratmast übergegangen und leider haben wir diese bis heute nicht abgelegt.

Wir haben Fette reduziert oder essen heute ungesunde Fette. Ballaststoffe nehmen wir fast überhaupt nicht mehr zu uns. Dabei sind Eiweiße im richtigen Verhältnis lebenswichtig. Jeder zehnte Deutsche leidet inzwischen an einer Essstörung und Kalorienzählen ist zu einer Art Sport entartet.

Dr. Bruker hat festgestellt, dass der Mensch, wenn er täglich 4 Lebensmittel (zwei über der Erde gewachsen und zwei unter der Erde gewachsen) roh essen würde, er viele Ballaststoffe, Vitamine und eine gesunde Verdauung hätte. Das täglich zu schaffen, ist gar nicht so leicht. Zu seinen Vorschlägen einer gesunden Ernährung gehört auch der Frischkornbrei. Als Lesetipp sei hier sein Buch "Unsere Nahrung – unser Schicksal" von Dr. med. M.O. Bruker empfohlen.

Ernährung bei Diabetes mellitusWichtig ist, dass Sie viele Lebensmittel mit einem niedrigen GLYX Wert essen. In kleinen Mengen dürfen Sie auch die Lebensmittel aus der Liste mit mittleren GLYX Wert essen. Die Liste der erlaubten Lebensmittel ist vielseitig und abwechslungsreich. (Bücher zum Thema GLYX sind unterhalb des Artikels aufgeführt.)

So sind Ballaststoffe in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten. Sie sind unverdaulich und bringen unseren Darm in Bewegung. Ballaststoffe binden Cholesterin und schleusen es aus dem Körper. Sie halten die Glucosemoleküle und geben sie nur langsam ins Blut weiter. Dadurch wird weniger Insulin angelockt.

Gewöhnen Sie deshalb Ihren Körper langsam an Ballaststoffe, um Ihren Darm nicht zu überlasten. Steigen Sie auf Vollkornprodukte um, essen Sie mehr Obst und Gemüse. Wenn Ihr Darm träge geworden ist, muss er sich erst daran gewöhnen, wieder eine Menge zu bewegen und dazu braucht man etwas Geduld. Also, einen Gang zurück schalten und dem Körper ein wenig Zeit lassen. Weiterhin ist es hilfreich, gut zu kauen, viel zu trinken und vielleicht ab und zu einen kleinen Spaziergang zu machen.

Schnelle Abhilfe versprechen 1-3 Tassen Tee mit Fenchel, Anis und Kümmel (diese Mischung bekommt man überall). Wenn Sie unter Verstopfung leiden, können Sie auch konzentrierte Ballaststoffe in Form von Weizenkleie, Haferkleie oder Leinsamen aufnehmen. Fangen Sie mit 1 Teelöffel an.

Wichtig ist, Weißmehl und Zucker wegzulassen. Ein- bis zweimal am Tag sollte eine Stuhlentleerung erfolgen. Mit den Ballaststoffen, die Sie zu sich nehmen, wird das auch bald der Fall sein. Trinken Sie viel, am besten klares Wasser mindestens 1 ½ Liter pro Tag. Ohne ausreichend zu trinken, ist alles andere sinnlos.

Drei Mahlzeiten am Tag wären sinnvoll, warum?

Wenn wir essen, gibt die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Insulin frei und zwar entsprechend die Menge, die benötigt wird. Das Insulin bringt die Glucose in die Zelle. Es ist ca. 4 Stunden im Blut. In der freien Zeit, die danach folgt, wird Glukagon freigesetzt. Dies sorgt dafür, dass aus den Zellen das gespeicherte Fett zu den Zellen gebracht wird, wo es in Energie (Zucker) umgebaut wird. Damit steht uns die benötigte Energie immer zur Verfügung, ohne dass wir in die Heißhungerfalle kommen.

11.05.2016 © seit 06.2009 Renate Reimer  
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