Vergessene Menschenrechte: Ist "Freiheit" nur ein Wort?

Teaser: Viele Deutsche kennen die Verletzungen der Menschenrechte nur aus Zeitungsartikeln, die uns im Alltag nur "abstrakt" zu betreffen scheinen. Doch im Zuge der Globalisierung leben wir nicht auf einer "sicheren deutschen Insel", die vom Weltgeschehen isoliert ist. Freiheit und Menschenrechte sind wichtige Werte, die wir nicht durch falsch verstandener "Toleranz" verspielen dürfen. Der Kampf um diese Grundrechte ist nicht vorüber - er hat gerade erst begonnen.

Verhängnis - Frauen unerwünscht!

Auf rund 100 Millionen werden die allein in Asien vom Erdboden verschwundenen Mädchen und Frauen geschätzt. Mädchen werden ausgesetzt, mißhandelt, gemordet. Weibliche Föten werden massenweise abgetrieben. „Töchter unerwünscht“, „Die Last, ein Mädchen zu sein“, „Sklavenleben“ – unter diesen Titeln nahm sich der Sender ARTE der grauenhaften Schicksale der vielen ungewollten Mädchen Indiens, Pakistans, Chinas, Afrikas und Europas an.

FrauenrechteDas Töten ihrer Töchter überläßt man den Müttern. Diese seien nichts wert, wenn sie viele Töchter – „unnütze Esser“ – oder gar nur Töchter gebären. Die Mütter seien schuld an solchem „Mißerfolg“, meinen die Analphabeten. Da ihnen ihre Familien jegliche Freiheitsrechte verweigern – hier bleiben auch geltende, durchaus rechtstaatliche Gesetze wirkungslos –, geben diese bedauernswerten Menschen dem Sippen-Zwang nach und töten ihre Töchter.

Sie sind aber wohl meist nicht kaltblütig genug, nach solchen Handlungen nicht ein Leben lang von schmerzender Trauer erfüllt zu sein. Ihr Frau-Sein ist ein einziges Verhängnis.

Auf der Seite der Männer sieht man Überheblichkeit, Selbstgerechtigkeit, seelische Blindheit gegenüber den weiblichen Mitmenschen. Doch auch sie beginnen zu leiden. Denn inzwischen ist der Geburtenüberschuß männlicher Kinder derart groß, daß Millionen von Männern, vor allem die der armen, bildungsfernen Unterschicht, keine Frau bekommen. Demzufolge nehmen Gewaltverbrechen bedrohlich zu.

Weltherrschaft im "Namen der Menschenrechte"?!

Angesichts dieses Widersinns und entsetzlichen Elends ist es unfaßbar, daß in Europa, ja Deutschland und hier vor allem in rechts-konservativen Kreisen die Auffassung grassiert, man solle die Völker ihre derartigen „Kulturen“ pflegen lassen, die ihrer Eigenart entsprungen seien. Sie sollen nicht mit den „sogenannten“ Menschenrechten behelligt werden, die ja nur dazu dienten, die Kulturen einzuebnen oder gar auszulöschen und eine Welteinheits-Unkultur und eine darüber herrschende Weltregierung herbeizuführen.

Da werden offensichtlich Ursache und Wirkung falsch aufeinander bezogen. Denn die Tatsache, daß eine Gruppe von Weltmachtlüsternen ihre kriegerischen Überfälle auf Länder ihres Interesses rund um den Erdball im Namen der Menschenrechte verüben, spricht doch nicht gegen die Menschenrechte, sondern kennzeichnet die Aggressoren als Heuchler ersten Ranges, die nur dazu beitragen, daß dem „Westen“ mitsamt seinen Menschenrechten mißtraut wird.

Darüber hinaus wird der Gedanke angeführt, Menschenrechte bezögen sich auf den Einzelmenschen, wobei die Gemeinschaft, in der er lebt und für die er auch Pflichten wahrzunehmen habe, in den Hintergrund der Aufmerksamkeit trete. Menschenrechte verführten zu Ichbezogenheit und Pflichtvergessenheit. Das Umgekehrte, die Anspruchslosigkeit der Einzelnen gegenüber den Forderungen der Gemeinschaft, wie es im Islam verwirklicht wird, wird gar als Vorbild hingestellt.

Die Verweisung der Frauen aus der Öffentlichkeitsarbeit auch bei uns zurück „an den Herd“ sei insofern sinnvoll, als sie der Volkserhaltung und besseren Kinderaufzucht diene. Denn Europa mit seiner Frauen-Emanzipation sei das schlagende Beispiel dafür, daß die Gleichberechtigung der Frauen zu Kinderarmut und schließlich zum Volkstod führe. Auch sei sie schuld an der Verlotterung unserer Jugend.

Kultur und der Freiheitsgedanke

Mit der Ludendorffschen Philosophie, die von Unwissenden gern in die Schublade mit der Aufschrift „rechts“ geworfen wird, hat ein solches Denken nichts gemein:

Da ist zunächst einmal die Tatsache, die Mathilde Ludendorff in die Worte faßt: „Der Mensch wird mit der Gewißheit geboren, ein Recht auf Freiheit zu haben.“ Sie spricht hier nicht von Männern, nicht von Frauen, nicht von Deutschen oder Menschen anderer Völker, nicht von Rassen. Sie spricht vom Menschen, von einem dem Menschen eingeborenen, ihm zustehenden Recht auf Freiheit, einem Menschenrecht also.

Freiheit ist – so führt Mathilde Ludendorff aus – ein Ziel, das in der Schöpfungsgeschichte schließlich im Erwachen des Ichs eines bewußten Lebewesens, des Menschen, erreicht wurde. Das Ich der Menschenseele ist „die einzige Stätte der Freiheit im Weltall“ (1) . Dort ist wieder erreicht, was der Erscheinungswelt, der Voraussetzung für bewußtes Leben, abgeht, was aber das Göttliche auszeichnet: schöpferische Freiheit, das Freisein vom Ursache-Wirkungs-Prinzip, von raum-zeitlicher Begrenztheit.

Im Ich der Menschenseele erlebt sich das Göttliche und schafft weiter an der Schöpfung, ursachlos, erhaben über Zeit und Raum, spontan. Die Werke wahrer Kultur – der Musik, der Dichtung, der bildenden Kunst, der Menschenliebe, des Gottesstolzes, der Forschung, der Philosophie – sind ihr sichtbarer Ausdruck.

Damit ist auch das Wesen von Kultur gekennzeichnet. Kultur ist Ausfluß der göttlichen Wünsche zum Guten, Wahren und Schönen, ist geniales, göttliches Leben, das sich durch Zweckfreiheit, Eigenständigkeit und damit Gottgeeintheit auszeichnet.

Kultur duldet daher auch nicht das Leid, das wehrlosen Menschen angetan wird, indem ihnen ihre Menschenrechte vorenthalten werden. Kultur will nicht Verstümmelung von Menschenseelen, sondern Entfaltung ihrer Gottkräfte. Sie will nicht Erniedrigung, sondern Wahrung des Gottesstolzes, des Willens, die eigene und die Persönlichkeit und Würde des Anderen unangetastet zu erhalten, und zwar ausnahmslos in jedem Menschen, gleich welchen Geschlechts, welcher sozialen Herkunft, welchen Volkes, welcher Rasse.

Menschenrechte

Nichts anderes wird mit den Menschenrechten erstrebt (2):

  • Art.1: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren…“
  • united nationsArt. 2: „Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“
  • Art. 4: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden…“
  • Art. 5: „Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.“
  • Art. 7: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz…“
  • Art. 21: „1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken. 2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande…“
  • Art. 26: „Jeder hat das Recht auf Bildung…“
  • Art. 27: „Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben…“
  • Art. 29: „1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist. 2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen…“

Gerade auch aus dem letztgenannten Artikel geht klar hervor, daß das Freiheitsrecht eines jeden Menschen die Pflicht beinhaltet, das Freiheitsrecht des Anderen zu achten. Die Menschenrechte beziehen sich somit ausdrücklich nicht nur auf das Ich des Einzelnen, sondern zugleich auf das Du, auf alle Menschen einer Gemeinschaft. Gleiches Recht für alle beinhaltet Selbstbeschränkung dort, wo das Freiheitsrecht des Anderen beginnt.

Auch hier besteht vollste Übereinstimmung mit der „Moral des Lebens“, wie sie von Mathilde Ludendorff in ihrem Werk TRIUMPH DES UNSTERBLICHKEITWILLENS dargestellt ist.

„Du bist nichts – dein Volk ist alles“?

Europa hat im Zeitalter der Aufklärung angefangen, sich seiner Ketten zu entledigen, die ihm durch abrahamitische Religionen, allen voran des Christentums, angelegt worden waren. Dabei sollte nicht vergessen werden, daß Religionen Ausfluß menschlicher Anschauungen sind. Letztlich sind nicht die Religionen die Urheber von Unfreiheit, sondern Menschen sind es.

Die von ihnen erdachten Religionen befestigen nur, was ihre Erfinder gedacht und gewollt haben. War auch Herrschsucht ihr Antrieb, so legen ihre Texte den Grund zum Aufbau des Systems „Befehl-Gehorsam“ und „Herr-Knecht-Magd“. Glaubenseifer tut das Seine dazu und baut dieses Kerkersystem aus.

UniformDoch eben ist es den meisten europäisch geprägten Ländern gelungen, sich von solchen Vorgaben zu lösen und sich den Menschenrechten gemäß eigene Verfassungen zu geben, da werden sie mit einer Welle von Millionen Menschen überschwemmt, deren Lebensanschauungen und Lebensart im alten Herr-Knecht-Magd-Denken verharren und fernab von Aufklärung und Menschenrechten angesiedelt sind.

Viele Führer der bisher etwa 20 Millionen eingewanderter Anhänger des Islam in Europa streben im Gegenteil die Ablösung des Rechtstaates mitsamt den Menschenrechten an und ihre Ersetzung durch die moslemische Scharia, des Regelwerkes „Allahs“.

Im Angesichte dieser Gefahr für unsere Freiheitsrechte ist es um so weniger verständlich, daß Europäer sich von den Menschenrechten abzuwenden beginnen und – zwar aus berechtigter Sorge um den Bestand ihrer Völker – nun mittelalterliche Verhältnisse zurückersehnen mit dem Ziel, dem wachsenden außereuropäischen Bevölkerungsdruck ein Gegengewicht entgegenzusetzen.

Noch stets war es das Bestreben machtgieriger Ideologen, ihre Kampfscharen zahlenmäßig zu verstärken, indem sie das weibliche Geschlecht in ihre Gewalt brachten, das allein über die Fähigkeit verfügt, neues Leben hervorzubringen, und ihm als einzige Aufgabe die des Gebärens zubilligten, ja aufzwangen. Unausgesprochen gilt hier das hitlersche Motto: „Du bist nichts, dein Volk ist alles.“

Nichts liegt der Ludendorffschen Philosophie ferner als eine derartige Weltanschauung. Nachdem die Philosophin den Sinn des Menschenlebens in der Fähigkeit des Ichs erkannt hatte, das Göttliche zu erleben, somit Bewußtsein Gottes werden zu können, ist es nur folgerichtig, daß es dieser Philosophie um den Einzelmenschen geht, um die Selbstschöpfung jeder einzelnen Menschenseele.

Zu ihrer Entfaltung jedoch bedarf sie gesunderhaltender Umweltbedingungen, worunter auch die Gemeinschaft von Menschen gehört, in der sie sich verstanden und heimisch fühlt. Diese Gemeinschaft ist naturgemäß das Volk, in das sie hineingeboren ist und mit dem sie ähnliche Wesensmerkmale verbinden. Die Volkseigenart gehört somit zu den Wesensmerkmalen der Einzelpersönlichkeit.

Niemand hat das Recht, die Persönlichkeit in dieser Gesamtheit ihrer Wesensmerkmale und damit in ihrer Einzigartigkeit herabzuwürdigen. Übereinstimmend mit dieser Sichtweise der Ludendorffschen Philosophie ist es oberstes Menschenrecht, als Persönlichkeit mit allen ererbten Wesensmerkmalen unangetastet gelten gelassen zu werden.

Unter der Herrschaft des entgegengesetzten Mottos, daß nämlich der Einzelmensch nichts sei, das Volk, die Glaubensgemeinschaft, das Ideologielager dagegen alles, kann es sehr schnell dazu kommen, daß errungene Freiheitsrechte verloren gehen, abgeschafft werden – vermeintlich zur „höheren Ehre Jahwehs oder Allahs“ bzw. zur Herbeiführung eines allgemeinen Menschheits-Beglückungs-Paradieses.

Einige Beispiele:

  • In den USA unter dem evangelikalen Justizminister John Ashcroft, der mit George W. Bush als dessen engstem Berater gemeinsam regelmäßig im Oval Office betet und bereits entscheidende Menschenrechte per Gesetz abgeschafft hat (3), dürfen Menschen, z. B. mutmaßliche „Terroristen“, festgenommen und ohne Anklage, ohne Rechtsbeistand und zeitlich unbegrenzt in Haft gehalten werden.

  • Der Jemen, bis 1990 geteilt in den arabisch-islamisch geprägten Nordjemen und den sowjetisch gelenkten Südjemen, wurde nach der Wiedervereinigung nicht etwa durch die vergleichsweise freiheitlichere Lebensweise des Südjemen beeinflußt, sondern blitzschnell wurde das ganze Land – nach kurzem Bürgerkrieg 1994 – Beute der Islamisten.

    „Dann plünderte die von Islamisten durchsetzte Armee des Nordens mehrere Tage Aden, und in kürzester Zeit sorgten ihre Schlägertrupps dafür, daß keine Frau mehr am Strand promenierte, keine mehr unverschleiert auf die Straße ging.“ (4) Die Professorin Haydar sagte, als sie 1983 nach Leipzig ging, um zu studieren, habe in ihrer Geburtsstadt Aden kaum eine Frau einen Schleier getragen.

    „Als sie 1990 zurückkehrte, konnte sie noch unverschleiert für die Einheit des Jemen demonstrieren. Allerdings nicht für die Einheit, die dann kam … nach 1994 sei es kaum noch möglich gewesen, ohne Schleier auf die Straße zu gehen, schon gar nicht an die Universität, wo sie als Professorin lehrt. Der Norden war der Sieger, und er hatte seine Ordnung durchgesetzt. »Sie gaben uns alle Nachteile und nahmen unsere Vorteile«, sagt sie bitter. »Und so verlieren wir unsere Rechte.«“

  • Nachdem die USA den Irak überfallen und destabilisiert haben, werden allein in Bagdad täglich mehr als 100 Menschen getötet. „In weiten Teilen des Iraks liefern sich Dschihadisten, Banden und Milizen einen blutigen Bürgerkrieg … Täglich fliehen tausend Familien vor der Gewalt, mehr als sechs Millionen Iraker haben sich in den Nachbarstaaten in Sicherheit gebracht. Mit jedem Tag gerät der Irak weiter außer Kontrolle, und die Teilung des Staats rückt näher.“ (5) Menschenrechte – Fehlanzeige!
28.03.2013 © seit 03.2007 Heidrun Beißwenger
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