Verbraucherschutz: Kundenabzocke bei Beschreibung von Lebensmitteln vermeiden

Haben Sie sich auch schon einmal über die Kennzeichnung der Hersteller von Lebensmitteln geärgert? Man kauft im guten Glauben eine Packung "Geflügel-Wiener" und darf dann verblüfft zu Hause feststellen, dass die angeblichen "Wiener aus Geflügelfleisch" hauptsächlich aus Schweinefleisch bestehen. Richtig – Sie haben das Kleingedruckte nicht gelesen, denn die vollmundige Anpreisung des Produktes suggeriert etwas vollständig anderes, als das, was man tatsächlich bekommt.

Der Schafskäse ist eigentlich aus Kuhmilch gemacht, in die Kalbsleberwurst ist ein halbes Schwein hineingeraten und das "Müsli mit Haselnüssen" enthält nur "Feinstaubzugaben" der köstlichen Nüsse. Die Fantasie – oder Kreativität – der Lebensmittelhersteller ist bei der Kennzeichnung der Produkte wirklich sehr ausgeprägt. Wen wundert es da, wenn wir uns als Konsumenten solcher Lebensmittel regelmäßig über den Leisten gezogen fühlen?

Der Gesetzgeber tat bisher leider herzlich wenig, um einer derartigen Abzocke der Hersteller ein Ende zu bereiten. Scheinbar war alles erlaubt, was nicht eindeutig gegen die verklausulierten Gesetzesvorschriften verstößt. Und gerade diese Vorschriften lassen eine Menge Spielraum, um Kunden zu täuschen. Zudem will natürlich kein Lebensmittelhersteller als Betrüger dastehen und setzt sich schnell zur Wehr – unbeschäftigte Anwälte gibt es ja genug – um jede Art von öffentlicher Kritik zu vermeiden.

Aufklärung tut also Not und nun es ist an den Verbrauchern etwas gegen diese Form des "sanften Betruges" zu unternehmen. Daher begrüße ich die Initiative der Verbraucherzentralen der Bundesländer sehr, die Verbraucher künftig besser zu informieren, indem sie ein eigenes Internet-Portal zur Information solcher "Kennzeichnungssünden" erstellt haben. Auf dem Portal "Lebensmittel-Klarheit.de" können Sie nicht nur von den Erfahrungen anderer geprellter Kunden profitieren, sondern auch selbst "seltsam gekennzeichnete" Produkte offiziell melden.

Sie finden das Portal "Lebensmittel-Klarheit.de" über diesen Link: "Verbraucherzentrale – Lebensmittel-Klarheit.de".

Der normale Verbraucher soll hier aus seiner passiven Rolle des Beobachters herausgeholt werden und aktiv mithelfen, falsche oder täuschende Produktbezeichnungen und Werbungen aufzudecken. Dabei ist auch Ihre Mithilfe gefragt, denn nur wenn sich viele Menschen zusammentun, wird sich an der bisherigen Praxis etwas ändern.

Die Hersteller werden so mit der Kritik der Kunden konfrontiert und sind daher am ehesten bemüht, öffentlich in keinem schlechten Licht dazustehen. Außerdem reagieren die Hersteller auf diese Kritiken und ändern anschließend die Kennzeichnung der Lebensmittel. Damit hat jeder die Chance durch seine Hilfe wirklich etwas zu verbessern. Vielleicht motiviert das auch Sie, aktiv zu werden und eine klare Kennzeichnung der Lebensmittel zu unterstützen. Am Ende profitieren wir alle von dem Engagement kritischer Konsumenten.

Helfen Sie mit, die Abzocke zu beenden und geben auch Sie Ihre Erfahrungen weiter!

Viel Erfolg (und Aufklärung) mit "Lebensmittel-Klarheit.de"!

Tony Kühn

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