Rezi: Über „Wissenschaft und Religion““ von Dr. Herbert Uhlen“

„Ein streitbares Buch, das zum Nachdenken und zur Diskussion einlädt“ – stellt der Text auf der Rückseite eines Buches in Aussicht, das mit seinem Titel „Vom ungläubigen Thomas lernen“ neugierig darauf macht, was sein Autor, der Chemiker Dr. Herbert Uhlen, zu der Frage „Warum sich Wissenschaft und Religion nicht vertragen“ zu sagen hat. (Quellennachweis 1)

Mit seinem flüssigen Schreibstil und vielen anschaulichen Beispielen weiß der Autor zu fesseln, und es macht Freude nachzuvollziehen, was richtig erscheint, bzw. herauszufinden, woran es liegt, daß manche Darlegung nicht überzeugt.

Uhlen vertritt klar und unumwunden den Standpunkt moderner materialistischer Naturwissenschaft, die mittels der reinen Vernunft die Welt der Erscheinungen erforscht und zu deuten bestrebt ist. Dabei sieht er sich einig mit dem Apostel Thomas. Der wollte erst dann anerkennen, den auferstandenen Jesus vor sich zu haben, als er seine Finger in dessen Wundmale gelegt hatte. Diese „Evidenz“ war ihm wichtig. Ein blindes Für-wahr-Halten kam für ihn nicht in Frage.

Jesus aber tadelte ihn dafür (Joh. 20,29): „Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Religionen fordern Glaubensgehorsam. Zu wirklichen und weiterführenden Erkenntnissen gelangen wir aber nur durch eigenes Wahrnehmen und Denken. Wissenschaftliches Denken will „Evidenz“. „Evidenz ist, was offenkundig, überzeugend und klar ersichtlich ist, was offen zutage liegt.“ (16)

So grenzt sich der Autor gleich zu Anfang seines Buches als Wissenschaftler von der Religion ab, soweit deren Aussagen auf Spekulationen und Wundermärchen beruhen. Dabei führt er eine klare, furchtlose Sprache, die auf „politische Korrektheit“ keine Rücksicht nimmt. Gern folgt man den vielen klärenden Betrachtungen. Und doch muß man sehr bald feststellen, daß auch dieser Wissenschaftler Behauptungen aufstellt, die zu allgemein gefaßt sind und sich wie Glaubenssätze ausnehmen, z.B.:

  • „Vorgänge haben Ursachen, nicht Ziele.“ Hat aber nicht z.B. die Öffnung einer Blüte Befruchtung zum Ziel? Hier ist das Ziel die Ursache, oder genauer: Der zielgerichtete Wille ist die Ursache.
  • Oder der Autor verwendet Begriffe nicht umfassend und nicht klar genug bestimmt und kommt zu sehr engen Beurteilungen von Sachverhalten.

Gerade diese Mängel des Buches inmitten klar nachvollziehbarer Darlegungen machen jedoch den Reiz aus, eigene Begriffe neu zu überdenken.

Denn „Umstürze bisheriger Gewißheiten bringen die Wissenschaft voran, nicht das Bewahren von alten Gewißheiten. Wissenschaft ist auf Entdeckung aus, nicht auf Verfestigung etablierter Lehren. Nobelpreise werden vergeben für neue Entdeckungen, nicht für das Verwalten und Bewahren vorhandener Lehren. Das Umwerfen von alten Vorstellungen wird belohnt, nicht das Verteidigen.“ (28) Diese erfrischende Sicht gilt für alle Gebiete des Wissens und der Weltanschauung.

Über die Bildung und Gültigkeit von Theorien

planet erde Die Naturwissenschaft arbeitet mit Modellen, Schemata, Thesen und Hypothesen, mit Theorien, anhand derer sie in den Erkenntnissen von Sachverhalten weiterzukommen trachtet und auch weiterkommt. Sind sie aber überholt, weil falsifiziert, haben sie ihre Schuldigkeit getan und gehören zu den Akten gelegt, gegebenenfalls in den Ordner „Wissenschaftsgeschichte“.

In der Naturwissenschaft sind „ungesicherte Erkenntnisse … gang und gäbe und kein Grund zur Beunruhigung.“ (Quellennachweis 2 – Seite 31) „Autoritäten“ können den Vorgang des Fallenlassens von Theorien behindern, Gelehrte streiten miteinander, der Wille zur Beharrung kämpft gegen den zum Wandel, aber letztlich hat zu gelten:

  • „Autorität hat, was sich bewährt und kritischer Prüfung standgehalten hat …“ (32)
  • „… keine Autorität darf die Prüfung der Voraussetzungen von Erkenntnis hindern.“ (33)
  • „Maßvoller Zweifel und vernünftig dosierte Skepsis sind gesunde Geisteshaltungen und schützen vor Dogmen.“ (33)
  • „… wo es keine Evidenz gibt, muß man schweigen …“ (34)
  • Da man nicht alles selbst überprüfen kann, ist man darauf angewiesen, Forschern zu vertrauen, die ihre Forschungsergebnisse nachvollziehbar beschreiben.

Wer Vermutungen nicht als bloße Hypothesen behandelt, sondern mit der Wirklichkeit in eins setzt, verhält sich nicht wissenschaftsgerecht, d.h. sein Wahrheitswille ist hierin so schwach wie der von Gläubigen gegenüber ihrer Religion und führt in Sackgassen.

Neben der Auffrischung eigener Kenntnisse durch den leichtverständlichen Chemie-Unterricht, den man beim Lesen des Buches erhält, ist es reizvoll, mit nachzudenken über Schemata, Kategorien, die sich der Mensch ausdenkt, um Begriffe bilden zu können, z.B. „Pflanze, Tier, Mineralreich. Die Natur“ aber „denkt nicht in Kategorien. Kategorien setzen Grenzen, wo in der Natur gar keine Grenzen sind.“ (82)

Diese Behauptung will Uhlen mit dem Beispiel von Viren begründen. Sie „können nicht selbständig Stoffwechsel betreiben und sich nicht selbständig vermehren.“ Weil sie dafür fremde Zellen benötigen, in die sie eindringen und von denen sie diese Aufgaben für sich erledigen lassen, werden Viren in der Biologie nicht zu den Lebewesen gezählt. Entweder sind die betreffenden Kategorien der Biologie nicht zu halten, oder die Natur „erlaubt sich eine Zwischenstufe … wenn die Natur unübersichtlich ist, ist sie es eben“, meint der Naturwissenschaftler. „Offenbar findet es die Natur nicht wichtig, einen klaren Trennungsstrich zwischen Lebewesen und lebloser Materie zu ziehen …“(82)

denken So spricht der Logiker, der sich mit seinen Vernunftschlüssen nicht an die Grenzen des Bereiches hält, in dem allein die Vernunft zu Erkenntnissen gelangen kann. Schon der Versuch, gültige Kriterien für „Leben“ zu definieren, überfordert sie. Was ist „Leben“, und was macht ein „Lebewesen“ aus? Hier ist die Philosophie gefragt, die sich mit dem Wesen der Dinge beschäftigt. Das Wesen der Erscheinungen erschließt sich durch die innere Schau, die Intuition.

Was unter Intuition zu verstehen sei …

Die innere Wesensschau kann zum Beispiel die Stimmung eines Musikstückes wahrnehmen. Die Vernunft ermißt das Notenbild. Das innere Leben, das der Tonschöpfung zugrunde liegt und durch die Tonfolgen in Erscheinung treten soll, kann sie nicht erfassen. Das muß sie der inneren mitschwingenden und miterlebenden Wesensschau überlassen.

Dieses Erleben des Wesens der Erscheinungen ist es, das Mathilde Ludendorff als Intuition definiert und das ihr ermöglichte, in ihrem Werk „Schöpfungsgeschichte“ (Quellennachweis 3) gültige Kriterien aufzuzeigen, u. a. für die gefragte Kategorie „Lebewesen“.

Den Begriff „Intuition“ verwendet Uhlen aber für …

  • plötzliche Eingebungen, unvermutet auftretende innere Vorstellungen von Sachverhalten oder von Lösungen mathematischer und technischer Probleme und für …
  • nicht beweisbare Behauptungen, die Leute wie z. B. Esoteriker aufstellen über unerforschte Geheimnisse der Erscheinungswelt. Die Betrachtungsweise von Zahlenmystikern etwa bezeichnet er als „intuitiv“, oder Analogien, wie in der Astrologie üblich, kommen seiner Ansicht nach durch „intuitive Annäherung“ zustande.

Mit der Intuition als einer Wesensschau haben derartige Erscheinungs- bzw. Vorgehensweisen nichts zu tun. Nicht nur an diesen Beispielen zeigt dieser Naturwissenschaftler, daß er sich mit den Erkenntnisfähigkeiten nicht befaßt hat, daß er einschlägige philosophische Literatur nicht kennt und sich mit erstaunlichen Begriffs-Unschärfen begnügt.

Die Wesensschau übergeht er und bleibt bei seinen Darlegungen über Wissenschaft und Religion ganz im Konkreten und im entsprechenden Vernunftdenken. Das hat einerseits seine volle Berechtigung und führt zur Aufdeckung vieler Ungereimtheiten vor allem in den Religionen, in denen vieles Vernunftwidrige und nur Vermutete für wahr gehalten werden soll.

Um das zu veranschaulichen, weist Uhlen auf die „penible Darstellung des Stammbaumes Jesu“, d. h. Josephs, hin, die beweisen soll, daß Jesus dem „Stamme David“ zugehört, obwohl Joseph ausdrücklich nicht Jesu Vater ist. Als weiteres Beispiel für vernunftwidrigen Unsinn führt Uhlen die leibliche Himmelfahrt der nicht verstorbenen Maria an.

Nun, die Kirchen sind leer, stellt er fest, was noch anzieht, sei die „Folklore“ wie z.B. die Prozessionen, die Gottesdienste zu Heiligabend und ähnliche Volksveranstaltungen. Nicht unerwähnt lassen sollte er die Kirchenkonzerte, die die Menschen – unabhängig von ihrer Einstellung zur Religion, allein aus ihrer Sehnsucht nach Schönem – in die Kirche ziehen. Man kann Uhlen nur zustimmen, wenn er sagt: „Jede Religion lebt auch davon, daß ein Teil ihrer Diener und Anhänger mehr taugt als die religiöse Lehre.“ (203)

Werfen wir einen Blick auf seine eigenen unbewiesenen und unhaltbaren Behauptungen, mit denen er sich hier als Musterbeispiel eines darwinistisch-materialistischen Denkers vorstellt, der ein wenig betriebsblind wiederholt recht sorglos die Grenzen der Vernunfterkenntnis überschreitet:

  • „ … die Entwicklung geschieht nicht zielgerichtet.“ (240) – Dieses Dogma wird nicht nur von der Philosophie, sondern neuerdings von angesehenen Naturwissenschaftlern widerlegt.
  • „Pflanzen und Tiere verhalten sich eigennützig und ausbeuterisch.“ (231) – Sie überschreiten dabei aber – im Gegensatz zum Menschen – durchweg nicht die Grenze des zur Selbsterhaltung Notwendigen. Daher ist das Wort „ausbeuterisch“ als überzogen zurückzuweisen.
  • „ … nur der Mensch kann vorsorgend handeln.“ (231) – Pflanzen werfen vor dem Winter ihre Blätter ab, um später – bei gefrorenem Boden – nicht zu verdursten; Tiere legen Wintervorräte an oder ziehen lange vor Beginn einer notbringenden Jahreszeit in Gegenden mit günstigeren Lebensbedingungen.
  • evolution „Alle Tiere und Pflanzen leben in den Tag hinein.“ (235) – Nestbau, Brutfürsorge, Herdenführung durch ein Leittier sprechen gegen diese Verallgemeinerung.
  • „Die Natur versorgt uns nicht. Sie muß umgestaltet werden.“ (232) – Wie haben die Tierarten, wie die menschlichen Naturvölker die langen vorzivilisatorischen Zeiträume bis auf den heutigen Tag überstehen können mit Versorgung aus einer Natur, die vom Menschen noch nicht – vor allem durch Züchtungen – verändert wurde?
  • „… durch synthetische Verfahren verfügbar gemachte Strukturvarianten“ (erweisen sich) „als hochwirksam und sind [als Medikamente] dem natürlichen Vorbild deutlich überlegen.“ (233) – An anderer Stelle empfiehlt Uhlen frisches Obst und Gemüse als Nahrung. Sollen vielleicht Vitamintabletten dem naturbelassenen Angebot überlegen sein? Die stark schädigenden Nebenwirkungen heutiger pharmazeutischer Erzeugnisse erwähnt Uhlen jedenfalls bei dieser Verallgemeinerung nicht.
  • „Dawkins wies darauf hin, wir Menschen müßten, wenn wir den Planeten erhalten wollten, vor allem aufhören, Rat von der Natur zu holen. Und so ist es auch.“ (234) – Eine erstaunliche Aussage! Den Schöpfungsteil Planet Erde erhalten zu wollen, ohne die Schöpfung selbst zu Rate zu ziehen, wie soll das gehen? Auf jeden Fall sollten die philosophischen Klarstellungen von Kant und Ludendorff zu unseren Erkenntnisfähigkeiten studiert und berücksichtigt werden, um weitere Fehler zu vermeiden. Richtiges Handeln fängt bei richtigem Denken an.
  • „Gentechnik bedeutet, daß geeignete Änderungen des Erbguts nicht abgewartet werden, sondern gezielt zu Stande kommen. So oder so wird die Erbsubstanz verändert.“ (235) – Auch hier zeigt sich der ehrfurchtslose, selbstgewisse Machertyp moderner Naturwissenschaft. Der will auch ausdrücklich nichts anderes sein und ist stolz darauf. „Nebenwirkungen“ nimmt er offensichtlich in Kauf. Die Natur wird dann schon das nicht genügend Taugliche ausmerzen! Darwinistische Selektion und der Mensch als Evolutionsmotor! Wohlgemerkt: nicht als „Vollender der Schöpfung“ im Sinne der Philosophie Mathilde Ludendorffs.
  • „Die Natur hat nie vor der Aufgabe gestanden, aus dem Stand ein bestimmtes kompliziertes Enzymmolekül zu schaffen … aus dem Stand ein kompliziertes Organ wie das Auge herzustellen. Die kleinen Änderungen, die von einer Generation auf die andere weitervererbt werden … Es hätte nicht viel zusätzliche göttliche Schöpferkraft erfordert, die Augen noch etwas zuverlässiger zu machen.“ (236/7) – Wenn es denn einen Schöpfergott gäbe, meint Uhlen. Er ist mit dem vorliegenden Werk der Natur unzufrieden. Ihre angebliche Unvollkommenheit sieht er darin begründet, daß sie alles nur in kleinsten Schritten voranbringt und somit immer auf dem Wege zu Besserem, d.h. Nützlicherem, ist.

    Da staunt man, daß die Menschen mit ihren „unvollkommenen“ Augen und sicher vielen weiteren unzureichenden Körperteilen bis jetzt nicht ausgemerzt worden sind, sondern sich im Gegenteil unmäßig vermehren konnten, zum Nachteil der übrigen, in vieler Hinsicht vorteilhafter ausgestatteten Lebewesen. Das verdanken wir unserem überlegenen Großhirn. So jedenfalls argumentieren Darwinisten, zu deren nicht mehr hinterfragten Postulaten die Einschätzung der Evolution als einer Reparaturwerkstatt gehört, die lediglich „kleine Änderungen“ und die Aussortierung des Mißlungenen kennt.

  • … über 99 Prozent aller jemals auf der Erde vorhandenen Arten (sind) wieder ausgestorben …“ (238) – Dieser kühn erscheinenden Aussage sind leider keine Beweise beigefügt.
  • „Wasser (H2O) …, die banalste Substanz, die man sich denken kann.“ (242) – In Anbetracht der wunderbaren Wandlungsfähigkeit, der Schönheit seiner Erscheinungsformen und der grundlegenden Bedeutung des Wassers für das gesamte Leben auf der Erde ist das eine erstaunlich nüchterne Sichtweise.
  • „Gesinnung fördert nicht Erkenntnis; sie schadet ihr.“ (244) – Für die eigene – materialistische – Gesinnung scheint der Autor blind zu sein.

Über die Sinnfrage und Moral

Über die „letzten großen Fragen“ sei „die Naturwissenschaft … ratlos, aber alle anderen Instanzen, wenn sie ehrlich sind, sind es auch … Ratlos angesichts letzter großer Fragen sind die Menschen mit und ohne Religion.“ (197) Mit „allen anderen Instanzen“ meint er die Religionen, die Esoterik, die „Naturschwärmerei“. Er wirft da allerhand in einen Topf.

moral Das bringt der Mangel an Wissen über die Erkenntnisfähigkeiten des Menschen mit sich. Dadurch weiß er hier keine klaren Begriffe und Abgrenzungen zu bilden. Seine Betrachtungen zur Religion bleiben im Vordergründigen stecken. Er kennt ihren Zusammenhang mit den Mythen nicht, erkennt deren Sinn nicht und weiß nichts über die ursprünglichen Weisheiten und deren Verballhornungen in den Religionen.

Er läßt ausschließlich das analytische Denken gelten. Nur die sezierte Natur sagt ihm etwas. „Vorsicht ist immer geboten, wenn Begriffe wie Querdenker, vernetztes Denken, ganzheitliches Denken gebraucht werden“, meint er. (207)

Klar erkennt er zwar, daß „Naturwissenschaft … eine Veranstaltung (ist), die Sinnfragen nicht zum Thema hat“ (167), daß „Wissenschaft … keine Möglichkeit (hat) zu entscheiden, was gut und böse ist“ (147), handelt dann aber dem entgegen, indem er sich wiederum erlaubt, eine unbewiesene Behauptung aufzustellen: „Ethische Vorstellungen kommen zustande durch Auswahl von Ideen im Laufe der Zeit oder durch das Annehmen vermeintlich geoffenbarter Wahrheiten.“ (169)

Auch hier Darwinismus: kleinste Entwicklungsschritte und Selektion. „Die Notwendigkeit der Moral ergibt sich aus dem Konflikt des Wollens verschiedener Menschen.“ (170) Was aber ist dieses Wollen? An dieser Frage geht Uhlen vorbei, bleibt an der Oberfläche.

Religionsinstitutionen wie die Kirchen setzen als „Interessengruppen“ eine „vermeintlich höhere Moral von außen“ (169), und das überzeugt nicht, stellt Uhlen fest. Er kommt dem Wesentlichen ein wenig näher, wenn er der Kirchenmoral die „immanente Begründung der Moral“ entgegensetzt, begründet das aber mit dem vordergründigen Gedanken: „Wir müssen eben selber zusehen, daß wir klarkommen.“ (169) Das ist zu wenig, das entspricht dem darwinistischen Nützlichkeitsdenken.

So bleibt das Buch in seinen Einzelbetrachtungen zwar ein Gewinn, in seinen Erkenntnissen über das Wesen und die Möglichkeiten von Religion und Wissenschaft aber zu eng begrenzt und daher angreifbar. Wie versprochen lädt es „zum Nachdenken und zur Diskussion“ ein.

Viel Spaß beim Lesen!

Quellennachweis:

1. „Vom ungläubigen Thomas lernen: Warum sich Wissenschaft und Religion nicht vertragen (Deutsch) Taschenbuch – 1. Juni 2006Karin Fischer Verlag Aachen, 2006, € 17,50; Seitenzahl der Zitate aus diesem Buch jeweils in Klammern
2. Die Begriffskombination „ungesicherte Erkenntnisse“ ist allerdings unlogisch: Stellt sich eine angebliche Erkenntnis als Irrtum heraus, handelt es sich nicht wirklich um Erkenntnis, sondern eher um Sinnestäuschung, Annahme, Vermutung, Fehldeutung.
3. Erstauflage 1923

Heidrun Beißwenger

Scroll to Top