Alain de Benoist: Reflektionen zum Thema Rassismus

Teaser: Das Thema Rassismus ist in Deutschland ein heißes Eisen, an dem man sich schnell die Finger verbrennen kann. Doch gerade deshalb ist es wichtig, sich der Bedeutung und dessen Auswirkungen klar zu werden. In diesem Artikel versucht ihn Heidrun Beißwenger anhand beispielhafter Thesen von Alain de Benoist in seinen verschiedenen Aspekten zu beleuchten.

Alain de Benoist bezeichnete sich vor einigen Jahren der rechtskonservativen Zeitung „Junge Freiheit“ (Quellenangabe 1) gegenüber als Antirassist. Damit entspricht er dem Zeitgeist, und man fragt sich, wie echt der Antirassismus dieses führenden Vertreters der „Neuen Rechten“ in Frankreich wirklich ist.

Benoist erklärte denn auch, daß der „Antirassismus … heute allzuoft lediglich eine Form der Auseinandersetzung“ ist, „die es erlaubt, einen Gegner zu disqualifizieren oder zu delegitimieren, dem man keine anderen Argumente entgegensetzen kann. Man gibt dem Begriff ,Rassismus’ außerdem eine möglichst weite Bedeutung, die es erlaubt, ihn bei allen möglichen Situationen mißbräuchlich anzuwenden.

,Rassismus’ wird so zu einem Gummi-Begriff, der überall ,Rassisten’ sieht in ähnlicher Weise, wie Antisemiten überall ,den Juden’ sehen. Es ist dieselbe paranoide Besessenheit, die allerorten Verschwörungen am Werk sieht. Dieser Antirassismus funktioniert heute in mehrfacher Hinsicht als simple Legitimation für eine herrschende Ideologie, die sich anders nicht mehr zu rechtfertigen weiß.“ Dennoch zählt sich Benoist zu den Antirassisten. Das erklärt er, indem er zeigt, was er unter Rassismus versteht.

schwarzer EngelRassismus ist für ihn eine „Fortschrittsideologie“, die sich „im 19. Jahrhundert im Kielwasser der sozialen Entwicklungen“ herausbildete und die „Menschheitsgeschichte als Einheitsgeschichte“ sieht. „Aus dieser Sicht wird der Westen unveränderlich als die entwickeltste Zivilisation angesehen, der gegenüber alle anderen Kulturen als zurückgeblieben gelten.“

Diese Sichtweise führe zur Überbewertung der eigenen „westlichen“ Lebensverhältnisse, die „mißbräuchlich als universale Werte“ angesehen werden. Zu denen sollen sich nach Ansicht solcher Rassisten ja tatsächlich alle Völker „hinaufentwickeln“ bzw. zu denen hin erlöst werden.

Bedeutung von Kultur und Zivilisation

Wie Benoist hier die Begriffe Zivilisation und Kultur gebraucht, scheinen sie für ihn austauschbar zu sein. Die beiden Begriffe zu trennen, halten allerdings auch andere Denker nicht nur für überflüssig, sondern für ungerechtfertigt. Mathilde Ludendorff dagegen unterscheidet sie klar voneinander. Daß sie rechthat, zeigt uns sehr deutlich das Beispiel eines Volksstammes der australischen Ureinwohner, der sich die „Wahren Menschen“ nennt: (Quellenangabe 2)

Aus deren Sicht sind wir „Westler“ mit unseren technischen Errungenschaften und unserer Verstädterung derart der Natur entfremdet und domestiziert, daß sie den Kopf schütteln über uns als die „Veränderten“, die wir neben vielen Fähigkeiten auch zum Teil unser wahres Menschsein verloren hätten. Die „Wahren Menschen“ brauchen zu ihrer angestammten Lebensart unsere zivilisatorischen Erfindungen nicht.

Sie haben sich in den Jahrtausenden, bevor der „Weiße Mann“ ihren Erdteil in Besitz nahm, auf die Natur als ihre Mutter und auf sich selbst verlassen, mit Erfolg, weil sie alle ihre Fähigkeiten der Wahrnehmung und des Sich-Einlassens auf die Botschaften der Natur – selbst die geheimsten – aufs Höchste ausbildeten und pflegten. Die „Veränderten“ aber verachteten die „Primitiven“.

Allzu viele andere, der über 500 Aborigines-Stämme sind auf die Lockungen alltagserleichternder, aber naturentfremdender Zivilisationsangebote der europäischen Eindringlinge hereingefallen und haben vielfach alles verloren: das alte Wissen und Können, Gesundheit, Menschenwürde, Freiheit und Eigenständigkeit und ihre tiefe Gottverbundenheit.

Die „Wahren Menschen“ dagegen sind sich treu geblieben, bis heute, und sind sich ihres Lebenssinnes jeden Augenblick bewußt, den sie darin sehen, sich in immer größer werdender Weisheit und Hingabe an die „Göttliche Einheit“ und die „Musik des Universums“ zu vervollkommnen. „Die Welt selbst wurde ins Leben gesungen“, sagen sie, und so ist der „unsichtbare Edelstein in unserm Innern“ – Mathilde Ludendorff nennt ihn das „gottahnende Ich“ – „makellos und gibt Hilfe im gemeinsamen Streben aller Seelen zur Vollkommenheit.“ (Quellenangabe 3)

Das ist Kultur. Sie schafft – als Kunstwerke – gottgeeinte Menschenseelen voller Achtung vor den Freiheitsrechten der Anderen, voller Ehrfurcht vor der Schöpfung und großer Weisheit im Umgang mit ihr. Dazu bedarf sie keiner zivilisatorischen Erfindungen. Diese lehnen die „Wahren Menschen“ für sich ab. Sie wollen sich den Herausforderungen der Natur stellen, um ihr nahe zu sein, nackt, schutzlos, fast ohne Hilfsmittel.

Dieses Selbst- und Gottvertrauen verleiht ihnen ihren Mut, ihre Stärke, ihren Stolz, ihre Liebe zur Schöpfung und ihr Einheitsempfinden mit deren Lebewesen. (Dennoch wollen sie – angesichts des erdrückenden Einflusses der „Veränderten“ – untergehen. Sie zeugen bewußt keine Kinder mehr.)

Die Sehnsucht, eigenes Gotterleben in Kunstwerken in die Erscheinung treten zu lassen, bedarf allerdings zusätzlich der Mittel, die die Vernunft ersinnt, bedarf der Zivilisation. Wo beide – Gotterleben und Vernunft – zusammenwirken, kann durch die Kunst über die Natur hinaus Gottoffenbarung ermöglicht werden. Mathilde Ludendorff sieht hierin die „Vollendung der Schöpfung“ durch den Menschen. Von solcher Vollendung legen europäische Werke der bildenden Kunst, der Dichtung, der Musik beredtes Zeugnis ab.

Ein Bechstein-Flügel mit seiner feinersonnenen Klaviertechnik ermöglicht vielfältigeren, feineren Ausdruck als ein Didjeridu; ein Johann Sebastian Bach schuf im Zusammenwirken von Vernunft und Gotterleben höhere Gottoffenbarung in der Musik als es die Australier in der dumpfen Eintönigkeit ihrer Tonröhren – den Jahrtausende hindurch unverändert gebliebenen Didjeridus – je hervorbringen konnten.

Die flächendeckende Versorgung mit Lebensmittelmärkten jedoch, das Verkehrsnetz, die Verkehrsmittel, das Bankenwesen, das Weltnetz der Informationen sind zivilisatorische Einrichtungen. Sie haben an sich selbst mit Kultur nichts gemein, wenn wir darunter den Ausdruck des unendlichen Wesens verstehen, das in allem, besonders wach aber im Ich der Menschenseele lebt und in Werken der menschlichen Kunst in höherem Maße wahrnehmbar werden kann als in der übrigen Natur.

Zivilisatorische Erfindungen sollen Nutzen bringen, einem Zweck dienen und können – sinnvoll verwendet – auch der Kultur dienen, können sogar Kultur aufweisen, indem sie – zweckerhaben – schön gestaltet sind, ihrem Wesen nach aber sind sie keine Kultur, deren Merkmal Zweckerhabenheit ist.

Bis heute herrscht über die Begriffe „Kultur“ und „Zivilisation“ bedauerlicherweise keine allgemeine Übereinkunft. Und genau das hat immer wieder zu Rassenüberheblichkeit geführt, womit sich die Überheblichen als die menschlich und damit kulturell Minderwertigen erwiesen. Hier hat die oben beschriebene Begriffsbestimmung Mathilde Ludendorffs für Klarheit gesorgt und damit jeglichem Rassenhochmut die philosophische Grundlage entzogen.

Somit ist Benoist zuzustimmen, wenn er diese Art von Rassismus ablehnt, der den Grad „westlicher“ Zivilisationsentwicklung zum Maßstab nimmt für alle Völker und sie danach einstuft. Eine tiefere Begründung für seine Ablehnung bleibt er uns jedoch schuldig. Damit steht sein Antirassismus auf wackligen Füßen.

„Universalistisch“ oder „differentialistisch“?

Nun bekennt sich Benoist aber zu einem „differentialistischen“ Antirassismus, den er im Gegensatz zum „universalistischen“ sieht . Der universalistische Antirassismus glaubt an die Gleichheit aller Menschen, der differentialistische dagegen achte die Unterschiede. Beide seien vergleichbar dem „universalistischen Feminismus“ einerseits und dem „identitären Feminismus“ andererseits.

DeutscherErsterer „glaubt, daß die Förderung der Frauen durch eine Verneinung der Unterschiede der Geschlechter zu erreichen ist“– wie z.B. in Frankreich; Letzterer sei in den USA vorherrschend und betone „vor allem die Unterschiede, also die weibliche Seite der menschlichen Natur“. (Quellenangabe 4)Dieser „identitäre Feminismus“ entspreche seinem „differentialistischen Antirassismus“.

Doch auch hier muß sich Benoist wieder begriffliche Unschärfe vorwerfen lassen. Welche „Gleichheit“, welcher „Unterschied“ ist jeweils gemeint? Daß Menschen verschieden sind, ist offenkundig. Daß bei bestimmten Menschengruppen bestimmte Merkmale gleich sind, ist ebenfalls offenkundig. Die Frage bleibt, woher Gleichheit und Unterschiede herrühren, ob sie angeboren oder erworben sind.

In einer menschlichen Gesellschaft kommt man leicht zu Vorurteilen über angebliche Unfähigkeiten einer ihrer Menschengruppen, die man Jahrtausende hindurch daran hindert, sich zu bilden, unmittelbar Einfluß zu nehmen auf Kultur und Staatsgeschäfte und sich dabei zu bewähren. Über „Weiblichkeit“ bis hin zum „physiologischen Schwachsinn des Weibes“ (Quellenangabe 5) ist in der Vergangenheit unendlich fantasiert worden, bis endlich Mädchen in großer Zahl für die höheren Bildungsanstalten zugelassen wurden und sich nun von einer ganz andern Seite zeigten als erwartet.

Da die zivilisatorischen Verhältnisse aber auf den Mann zugeschnitten blieben, mußten sich Frauen übermäßig anstrengen, wenn sie – wie zunächst gesellschaftlich erwartet – Familie und außerhäuslichen Beruf vereinbaren wollten. Das wiederum führt heute zum Teil zu dem – fantasie- und wohl auch aussichtslosen – Bestreben der „differentialistischen Antirassisten“, das Rad der Geschichte zurückzudrehen bzw. fortschrittliche Maßnahmen schlechtzureden. Diese Art von „Antirassismus“ ist keiner und entpuppt sich hier als ideologischer Behinderer menschlicher Entscheidungsfreiheit.

Benoist macht sein Demokratie-Verständnis am Athener Ursprungsbeispiel fest. Im antiken Athen galten als Bürger mit allen Freiheitsrechten die „Ebenbürtigen“. Von diesen „Dazugehörenden“ führte „jeder seine Sache selbst (Weiber, Kinder und Sklaven ausgenommen)“, wie auch Schiller die athenische Verfassung Solons beschreibt. (Quellenangabe 6) „Sklaven“ waren die „ausländischen Arbeitskräfte“, Gäste, die in einer anderen Heimat verwurzelt waren und wenig Liebe und Verantwortlichkeit dem Gastland gegenüber mitbrachten, zumal sie hier auch minder geachtet und berechtigt waren, ja schwer gedemütigt wurden.

Mit ihnen wurden also bereits vor 2500 Jahren die einheimischen „Weiber“ gleichgesetzt. „Welche Demokratie hat … jemals Nicht-Bürgern das Wahlrecht zuerkannt?“ fragt Benoist und zeigt damit sein Einverständnis mit einer Zweiklassigkeit auch innerhalb eines Volkes. Er scheint – wie bei unzähligen Historikern üblich – seinen Maskulinismus nicht zu bemerken, mit dem er bei seiner Geschichtsbetrachtung und -beurteilung, ohne mit der Wimper zu zucken und völlig selbstverständlich, ganze Bevölkerungsgruppen ausblendet.

Gleichzeitig offenbart er hier, daß sein „differentialistischer Antirassismus“ in Rassismus umgeschlagen ist, wenn denn Rassismus als Bestreben definiert wird, Menschengruppen in einer Wertehierarchie einzuordnen.(Quellenangabe 7) Denn es wird wohl niemand bezweifeln, daß der Ausschluß der Frauen aus der Bürgerschaft der „ebenbürtigen Dazugehörenden“ und ihre Einordnung in die niedere Rangstufe der Volksfremden etwas mit Bewertung zu tun hat.

Benoist im Gegenüber zu Kant, Schiller, Ludendorff

So leicht kann also aus der Anerkennung der Verschiedenheit von Menschengruppen ideologische Bewertung und Bevormundung werden, wenn Scheuklappen beibehalten und Begriffe nicht klar bestimmt werden.

Gleich sind alle Menschen in ihrem Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Daraus ergibt sich für Kant „ein Grundsatz der moralischen Politik: daß sich ein Volk zu einem Staat nach den alleinigen Rechtsbegriffen der Freiheit und Gleichheit vereinigen solle, und dies Prinzip ist nicht auf Klugheit, sondern auf Pflicht gegründet.“ (Quellenangabe 8) Dieses „Recht der Menschen muß heilig gehalten werden … Man kann hier nicht halbieren, und das Mittelding eines pragmatisch-bedingten Rechts (zwischen Recht und Nutzen) aussinnen, sondern alle Politik muß ihre Knie vor dem Erstern beugen …“ (Quellenangabe 9)

Dieses eindeutige Bekenntnis beinhaltet die Auffassung Kants, daß es Aufgabe eines republikanisch geordneten Staatswesens ist, die Freiheit der Einzelnen zu gewährleisten. Benoist dagegen sieht zwischen Gemeinnutz und Individualismus eine unüberbrückbare Kluft. Athen habe „Demokratie … nicht in bezug auf das Individuum aufgefaßt, sondern vielmehr in bezug auf die polis, das heißt auf die Stadt als organisierte Gemeinschaft.“ (Quellenangabe 10)

Einer solchen Verfassung, in der – um mit Kant zu sprechen – „halbiert“ wird und ein „pragmatisch-bedingtes Recht“ ausgesonnen ist, stimmt Alain de Benoist zu! „Die ,Freiheit’ eines Individuums-ohne-Zugehörigkeit, eines nicht-eingefügten Individuums ist völlig sinnlos“, betont er. (Quellenangabe 11)

Ein Ausschluß von Freiheitsrechten mag im Falle eines Verbrechers berechtigt sein, der sich nicht an Recht und Gesetz gehalten und sich somit selbst ins Abseits begeben hat. Er muß hinnehmen, als Folge dieser seiner freien Wahl nun eines Teils seiner Freiheit beraubt zu werden. Ein Ausschluß von gewissen Freiheitsrechten mag auch für Ausländer gelten, solange sie sich dem Staatsganzen innerlich nicht verbunden und verpflichtet fühlen.

Doch auch inländische Benachteiligte haben es schwer, sich als Ausgegrenzte „dazugehörig“ zu empfinden. „Was soll mir ein Vaterland, in dem mein Vater kein Land hat“, war z.B. im vorigen Jahrhundert ein bitteres, aber nur zu wahres Wort der „Linken“. Die von vornherein vorenthaltene Freiheit ist die Ursache für einen Individualismus, der sich ums Ganze nicht mehr kümmert. Hier gilt es anzusetzen: Das Freiheitsrecht für alle, die eigenen Kräfte zu entfalten, läßt auch das Gesamte aufblühen und fördert den Einsatz der Einzelnen dafür.

Ungeachtet dieses Wirkzusammenhanges ist Benoist jedoch bereit, zugunsten der polis billigend hinzunehmen, daß eine Gruppe von gesetzestreuen Angehörigen des Volkes als „Individuen-ohne-Zugehörigkeit“ von Freiheitsrechten ausgeschlossen wurde. Einzig diese Art von „Demokratie“, wie sie das antike Athen, vor allem aber bis zur letzten Konsequenz das antike Sparta verwirklicht hat, hält Benoist für die „echte“, und zwar allein deswegen, weil sie in Griechenland ihren Ursprung hat. Die Bewertung „echt“ billigt er den „liberalen“ Demokratien von heute nicht zu. Diese, so meint er, seien auf Individualismus ausgerichtet, und den lehnt er pauschal ab.

Der Liberalismus ist ein Kind der Aufklärung. Wie im Preußen Friedrichs des Großen und seines Vaters ging es nicht vorrangig um das Volk als Abstammungsgemeinschaft. Preußen wurde mit Salzburgern und Franzosen „peubliert“. Friedrich der Große hatte keine Scheu, sogar völlig fremdwirkende Menschen in seinem Staat anzusiedeln und sie an allen bis dahin verwirklichten Freiheitsrechten teilnehmen zu lassen. Zwar bekannte er selbst sich zu seiner deutschen Wesensart und nahm sie – wie auch die anderer europäischer Völker – so, wie sie 1800 Jahre vor ihm beschrieben worden waren, wie sie noch zu seiner Zeit erhalten wahr, meldete aber dennoch stolz seinem Schreibfreund Voltaire:

„Ich verhandle derzeit mit tausend mohammedanischen Familien, denen ich in Westpreußen Heimstätten und Moscheen geben will.“ Ja, er setzte seinem eigenen Volk in Preußen 3000 Franzosen als Zöllner und Steuereintreiber vor die Nase – zur „allgemeinen Erbitterung“, wie Johanna Schopenhauer berichtet, die das in Danzig miterlebt hatte.

Daß Landfremde sich die gleichen Rechte anmaßen wie Einheimische, ja sich über diese erheben, ist – nach Kant – klar gegen das republikanische Menschenrecht auf Gestaltung der eigenen Lebensverhältnisse auf eigenem Territorium gerichtet. Wer in ein Land zuwandert, hat sich zunächst einmal an Gesetz und Sitte des aufnehmenden Landes zu halten, ohne mitbestimmen zu dürfen, so wie es sich ganz selbstverständlich auch für Gäste in einem Privathaushalt gehört. Im Sparta des Lykurgus aber sollten die Bürger die „Sklaven“ voller Absicht mißhandeln. Eine solche Fremdenfeindlichkeit spottet jedes menschlichen Anstandes.

„Wenn die Griechen von Freiheit sprechen, meinen sie daher durchaus nicht das Recht, sich von der Abhängigkeit gegenüber dem Stadtstaat freizumachen oder sich den Zwängen zu entziehen, denen jeder Bürger unterworfen ist, sondern vielmehr das Recht, die gesetzlich verbürgte politische Fähigkeit, unter anderem sich am Leben der Stadt beteiligen, in den Versammlungen abstimmen, die hohen Beamten wählen zu können.“ (Quellenangabe 12)

06.02.2013 © seit 09.2007 Heidrun Beißwenger
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