Verhaltensmuster: Verhalten selbst steuern / ändern

Selbstkritische Menschen können bei sich selbst Fehler und Schwächen (Verhaltensmuster) erkennen, die sie steuern oder ändern wollen. Doch wer schon einmal versucht hat, sein eigenes Verhalten zu ändern, weiß wie schwierig das ist.

Hier vermitteln wir Hintergrundwissen, das Ihnen helfen soll, Ihr Verhalten / Verhaltensmuster konstruktiv zu ändern.

Im folgenden Artikel erfahren Sie verschiedene Aspekte, die bei jeder Änderung des Verhaltens eine Rolle spielen können. Wir behandeln folgende Themen:

  • Hintergrundwissen zum Verändern von Verhaltensmustern
  • Zeit, Raum, persönliche Kraft / Energie
  • Energieräuber und Motivationstechniken
  • Innere Bilder und Stimmen - Tipps für mentale Programme

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen zum Thema Verhaltensänderung?

Haben Sie schon öfter versucht "Kleinigkeiten" in Ihrem Leben zu verändern. Mussten Sie einsehen, dass es viel schwerer ist, als Sie dachten?

Wenn Sie in die Erfolgsliteratur schauen, wird Ihnen erklärt, dass Sie dazu ein klares Ziel und viel Motivation brauchen. Die meisten Menschen haben aber die Erfahrung gemacht, dass klare Ziele und hohe Motivation allein nicht ausreichen, wenn es darum geht, ihr Verhalten zu ändern.

Da wir aber nicht wissen, wie wir erfolgreich Verhalten ändern können, haben wir die Erklärung der "geringen Selbstdisziplin" erfunden. Mit geringer Selbstdisziplin hat das aber nichts zu tun.

Was ist dann der wirkliche Grund unserer Schwierigkeiten?

Menschen entwickeln unablässig Gewohnheiten. Wir entwickeln für alles, was wir tun, feste Muster. Diese regeln, was wir essen, wo wir schlafen, was wir denken, worüber wir sprechen, was wir begehren oder hassen und sogar, wie wir unsere Gefühle zum Ausdruck bringen.

All das verfestigt sich zu Routinemustern. Wenn wir zum Beispiel einen Ort zum ersten mal betreten, wählen wir sofort "unseren Platz." Handelt es sich dabei um einen bestimmten Sitzplatz, so werden wir von nun an immer versuchen, ihn zu besetzen.

Verhalten ändern Fehler und SchwächenDiese Routinemuster sind nicht nur äußere Aktivitäten, wie zur Arbeit gehen oder immer zur gleichen Zeit essen. Auch geistige Muster haben wir verinnerlicht und wenden sie ständig an. Unser Erfolg oder Misserfolg, unsere zyklisch immer wiederkehrenden Krisen sind Ausdrucksformen unserer Lebensroutinen. Deshalb haben wir auch im Laufe unseres Lebens immer wieder mit den gleichen Arten von Problemen zu kämpfen.

Offensichtlich sind aber manche Menschen besser in der Lage, sich regelmäßig so zu verhalten, wie sie es eigentlich wollen. Die Frage ist nur: Welches Wissen und welche Fähigkeiten haben diese Menschen, um ihr Verhalten konstruktiv zu steuern.

Zu den wichtigsten Elementen zählt Energie.
Es leuchtet uns ein, dass alles, was wir tun, Energie erfordert. Wir können keine einzige Handlung ohne die dazu erforderliche Energie ausführen.

Doch obwohl jeder Mensch Energie hat, wird diese Energie gewöhnlich völlig durch alltägliche Routineaktivitäten verbraucht.

Alles Neue und Ungewohnte können wir nur in Angriff nehmen, wenn wir dafür Energie "frei" haben. Deshalb fällt es den meisten Menschen so ungeheuer schwer, sich zu verändern. Für Veränderungen ist bei ihnen einfach keine Energie "frei."

Der Gehirnforscher Paul D. MacLean hat herausgearbeitet, dass unser Verhalten zu einem großen Teil von unserem Stammhirn gesteuert wird. Und das Schlüsselwort, das die Organisation von Energie in unserem Stammhirn am besten charakterisiert, heißt Muster.

Neurowissenschaftler vermuten, dass Muster gerade wegen ihrer Funktion als Energie-Stabilisierer so schwer zu verändern sind – was auch erklären würde, warum Verhaltensänderung nicht so einfach ist. Wir wissen heute auch, dass einmal gefestigte Muster im Gehirn gespeichert bleiben. Sie werden nicht gelöscht – können aber durch neue Muster überlagert werden.

Unser Verhaltensgedächtnis codiert unsere Erfahrungen als Muster mit dem Ziel, sie in ähnlichen Zusammenhängen wieder abrufen zu können. Zentrale Zusammenhänge, Kontexte, nach denen wir unser Verhalten organisieren, sind beispielsweise die von Zeit und Raum.

Kontexte der Zeit sind beispielsweise: "Zeit zum Arbeiten", "Zeit für mich", Zeit für Weiterbildung", "Zeit für die Familie".
Kontexte des Raums sind zum Beispiel: unser Lieblingssessel, der Platz, an der wir uns erholen usw.

Zeit und Raum sind wichtige Kontexte unseres Verhaltens, aber keineswegs die einzigen. Unsere Rhythmen, Rituale und Werte sind weitere entscheidende Kontexte, die unser Verhalten strukturieren.

Wer diese Erkenntnisse von Paul MacLean ernst nimmt und mit diesen Wissenshintergrund Verhaltenssteuerung entwickelt, ist den meisten anderen weit voraus.

Wer jetzt erkannt hat, dass er sein Verhalten nur bedingt steuern kann, wird sich fragen, über welche Umwege er die Regie über die Musterbildung im Stammhirn übernehmen kann. Die Antwort nach MacLean lautet: indem wir die Kontrolle über die Parameter übernehmen, die die Kontexte für unser Verhalten bilden. Das sind vor allem Rhythmen, Zeit- und Raumparameter.

Sie haben nun die "kleine Stammhirn-Landkarte" von Paul MacLean. Mit diesem Wissenshintergrund sind Sie anderen weit voraus.

  1. Erkenntnis:
    Mit diesem Wissen werden Sie nie mehr über "mein Verhalten" nachdenken, sondern nur noch über "mein Verhalten im Kontext X".
  2. Erkenntnis:
    Unser Verhalten hängt nur zu einem Teil von unseren Zielen und von unserer Motivation ab. Zu einem Großteil wird es durch die (uns regelmäßig nicht bewussten) Muster unseres Stammhirns bestimmt.

Und wie gelingt uns das nun alles?

Wie verhält sich das mit den Rhythmen, Zeit- und Raumkategorien?
Wie unterbrechen wir Routinemuster?
Wie können wir neue Muster bilden, um unser Verhalten zu ändern?
Wie erhalten wir die notwendige "freie" Energie?

Der Umgang mit Rhythmen

Verhaltensmuster ändern Zeit Ziele Wir alle kennen den Einfluss von Rhythmen auf unser Leben, auf unser Wohlergehen, auf unsere Leistung. Besonders klar ist uns der richtige Rhythmus beim Sport. In keiner Ballsportart wird auf das Einspielen verzichtet. Turner turnen sich ein, Rennfahrer drehen eine Aufwärmrunde. Spitzensportler wissen um die Wichtigkeit des Einschwingens auf den richtigen Rhythmus.

Nun zu uns:

Warum ist uns im Alltag die Notwendigkeit des Hineingleitens in unseren Rhythmus so wenig bewusst?
Warum klingt es komisch, wenn wir sagen würden: "Ich muss erst noch meinen Rhythmus zum Aufräumen finden."
Bei einer Bergtour finden wir das doch völlig normal.

Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi bezeichnet den Zustand des Mitschwingens im eigenen Rhythmus als Flow-Erlebnis. Er weist nach, dass wir in diesem Zustand die besten Leistungen erbringen.

Wir alle haben diesen Flow–Zustand schon erlebt. "Flow" ist das Gefühl, im Einklang mit sich und der Welt zu sein - das Wissen, sein Schicksal in die eigene Hand nehmen zu können.

Werden Sie sich deshalb Ihrer Rhythmen bewusst. Ihr Lohn sind immer häufigere "Flow–Erlebnisse".

Fragen Sie sich also:

  1. Welche wiederkehrenden Tätigkeiten fallen mir viel leichter (bringen auch bessere Ergebnisse und machen mehr Spaß), wenn ich im richtigen Rhythmus bin?
  2. Beobachten Sie, mit welchen Schritten Sie sich in die Rhythmen zu diesen Tätigkeiten "einschwingen".
  3. Finden Sie heraus, bei welchen Tätigkeiten Sie nicht "im Rhythmus" sind.

Das ist nur eine kleine aber wichtige Vorübung zu den Übungen in Teil 2.
Nehmen Sie sich Zeit und denken Sie über die Rhythmen in Ihren Tätigkeiten nach. Sie werden sehen, wie wichtig diese Rhythmen für "Verhalten steuern und ändern" sind.

Auf der nächsten Seite entdecken Sie den Umgang mit Zeit- und Raumkategorien und beschäftigen sich mit Ihrer persönlichen Kraft, mit Ihrer Energie.

(Anmerkung der Redaktion: Teile der Texte wurden mit freundlicher Genehmigung von Lutz Berger - Homepage: http://lutzland.de - zur Verfügung gestellt.)

06.04.2017 © seit 03.2016 Peter Schipek  

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