Marienkäfer: Welche Bedeutung haben die Punkte auf dem Rücken?

Jeder kennt die kleinen Punkte auf dem Rücken von Marienkäfern. Zeigen Sie wirklich ihr Alter an oder haben Sie eine andere Bedeutung? Wenn Sie sich für das Geheimnis der Punkte interessieren, erfahren Sie hier, was es damit auf sich hat.

Warum haben Marienkäfer Punkte auf dem Rücken?

Schon als kleines Kind habe ich diese putzigen Käfer geliebt. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Käfergattung, die bei manchen eher ein Gruseln erzeugen, sind diese Winzlinge sehr beliebt. Besonders auffällig sind bei ihnen die Punkte am Rücken, deren Anzahl – je nach Käfer – sehr unterschiedlich ist.

Meine Eltern erklärten mir damals, dass die Punkte anzeigen, wie alt der Marienkäfer ist. Für jedes neue Lebensjahr erscheint ein neuer Punkt auf seinem Rücken. Aber woher weiß der Käfer, wie alt er ist? Gibt es einen Kalender für Marienkäfer? Und wer zum Teufel malt dem Winzling zum Geburtstag einen neuen Punkt auf den Rücken?

Warum haben Marienkäfer Punkte Alter

Meine Eltern hatten sicher gehofft, mich mit ihrer Antwort ruhig zu stellen. Stattdessen haben sich mich erst recht neugierig gemacht, was es mit diesem Phänomen auf sich hat. So habe ich aus Spaß ein wenig nachgeforscht und bekam heraus, dass sie mir einen Bären aufgebunden hatten.

Die richtige Antwort erfuhr ich erst sehr viel später, als ich selbst zu recherchieren begann. Dabei bekam ich Folgendes heraus …

Auf der ganzen Erde gibt es ca. 4500 Arten, davon allein 80 in Deutschland. Jede Art von Marienkäfer hat von Geburt an eine bestimmte Anzahl von Punkten auf dem Rücken. Sie verändert sich im Laufe seines Lebens nicht mehr.

Damit kann man eindeutig sagen, dass die Anzahl der Punkte bei Marienkäfern nichts mit dem Lebensalter des jeweiligen Käfers zu tun haben. Interessant bleibt die Anzahl der Punkte auf dem Rücken der Käfer trotzdem, auch wenn diese eine ganz andere Bedeutung haben.

Marienkäfer gelb

Beispiele für Marienkäfer und ihre Punkte

Viele Marienkäferarten werden nach der Anzahl der Punkte auf dem Rücken benannt. Um einen kleinen Überblick zu geben, habe ich einige Arten mit „Punktzahl“ aufgeführt und erkläre, was sie unterscheidet:

  • Zweipunkt-Marienkäfer bekämpfen gerne die Blattläuse an Obstgehölzen.
  • Vierpunkt-Marienkäfer fressen gerne Schildläuse.
  • Siebenpunkt-Marienkäfer sind in Obstanlagen und Gärten zu finden.
  • Der Vierzehnpunkt-Marienkäfer ist wie der Zweipunkt-Marienkäfer eine der häufigsten und wirkungsvollsten Arten.
  • Ein Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer ernährt sich ausschließlich von Pilzmyzel der Mehltaupilze.

Marienkäfer ohne Punkte

Der Kugelkäfer ist mit 1 bis 1,5 mm Körperlänge der kleinste Marienkäfer – ohne Punkte! Er gehört zu den bedeutendsten Gegnern der Obstbaumspinnmilben.

Aber auch bei Mehrpunkt-Marienkäfern können einzelne keine Punkte haben oder sie verschmelzen miteinander.

Marienkäfer schwarz, rote Punkte

Es gibt auch schwarze Marienkäfer mit roten Punkten.

Diese Farbvarianten können manche Arten betreffen – so kann ein Zwei-Punkt-Marienkäfer rot mit schwarzen Punkten sein – oder auch schwarz mit roten Punkten.

Damit kennen Sie jetzt nicht nur das Geheimnis der Punkte von Marienkäfern, sondern können auch verschiedene Arten und ihre Lebensweise voneinander unterscheiden.

Marienkäfer als Nützlinge im Garten

Marienkäfer sehen also nicht nur niedlich aus, sondern sind echte Nützlinge im Garten. Jeder Gärtner und Landwirt kann sich freuen, wenn der erkennt, dass sie bei ihm aktiv sind. Je nach Region werden ihnen unterschiedliche Namen gegeben. Ihre Beliebtheit ist damit gerechtfertigt, da sie uns gute Dienste erweisen.

So kann ein Marienkäfer in seiner Larvenzeit (je nach Art) bis zu 3000 Pflanzenläuse und Spinnmilben vertilgen. In der obigen Abbildung können Sie einen Marienkäfer sehen, der gerade eine Erbsenlaus verspeist.

Obwohl diese Tiere wünschenswert sind, machen wir Menschen ihnen das Überleben nicht leicht. Wenn Sie den Kleinen beim Überleben helfen wollen, kann ich Ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg geben …

Verzichten Sie in ihrem Garten auf den Einsatz von giftigen Chemikalien, die meist Schädlinge und Nützliche gleichsam vernichten. Biologisch unbedenkliche Hausmittel oder Pflanzenschutzmittel tun es in den meisten Fällen auch, schaden aber den Marienkäfern nicht so heftig.

Erhalten und erweitern Sie Überwitterungsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung von Gärten und Obstanlagen, z. B. Heckenpflanzungen, Stein- und Reisighaufen, alte Trockenmauern. Legen Sie Wildkräuterstreifen im Garten an. Blattläuse, die sich dort entwickeln, dienen als Ersatzfutter. Helfen Sie unseren kleinen Freunden – sie haben es verdient!

Viel Freude mit unseren Freunden – den Marienkäfern!

Andrea Munich