Vorfenster für Sprossenfenster selber bauen

Einfach verglaste Sprossenfenster haben besonders im Winter einen großen Wärmeverlust. Schon mit einfachen Vorfenstern können Sie diesen Energieverlust wesentlich reduzieren und somit eine Menge Heizkosten sparen.

Vorfenster selber bauen In diesem Artikel gebe ich eine kleine Bauanleitung für Heimwerker, wie Sie Vorfenster für Sprossenfenster selbst bauen können. Falls Sie eine andere Fensterart in Ihrem Haus haben, können Sie sich das Prinzip ansehen und überlegen, ob sich dies für Ihre Bedürfnisse modifizieren läßt.

In der nebenstehenden Abbildung habe ich die unteren beiden Sprossenfenster mit Vorfenstern versehen, während die oberen beiden Sprossenfenster noch die ursprüngliche Einfachverglasung aufweisen.

Schon bei geringem Forst bilden sich an der Einfachverglasung deutliche Kondenswasserspuren (siehe Pfeile), während die mit Vorfenster versehenen Sprossenfenster klar bleiben.

Die Vorfenster verhindern in diesem Fall den „Kondensationseffekt“ der Raumluft. Warme Luft kann mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft – daraus folgt – je größer der Temperaturunterschied ist, desto mehr Wasser kondensiert an den Fenstern.

Vorfenster selber bauen

Aber sehen wir uns als erstes das Bauprinzip für die Vorfenster an. Grundsätzlich gehe ich so vor, daß ich vor jedes Sprossenfenster ein eigenes Vorfenster aus Kunststoff baue. Damit habe ich die Möglichkeit im Winter einzelne Fenster zum Lüften öffnen zu können. Als erstes fertige ich mir eine Schablone aus Packpapier an.

Diese ist so bemessen, daß sie ein einzelnes Sprossenfenster genau abdeckt (siehe Abbildung – braunes Feld 1). Ich lasse rund um den Holzrahmen einen Abstand von ca. 0,5 bis 1 cm. Mit dieser Schablone (es eignet sich auch ein fester Karton) prüfe ich, ob die Maße bei den anderen Sprossenfensterelementen hinreichend gleich sind. Wenn die Schablone überall paßt, können wir zum nächsten Schritt übergehen und die Maße auf die Kunststoffenster übertragen.

Vorfenster machen In der linken Abbildung können Sie die Kunststoffenster sehen, die ich als Vorfenster vorgesehen habe. Man bekommt Sie in Baumärkten – diese Art dicker „Klarsichtfolie“ hat ca. 1mm Dicke und 1m Höhe – die Breite habe ich im Baumarkt schon auf Maß zuschneiden lassen.

Sie wird meist von einer großen Rolle abgeschnitten – man erkennt hier noch die leichte Rundung, die wir ebenfalls für unsere Zwecke nutzen werden.

Da diese Kunststoffenster gut durchsichtig und sehr stabil sind, sind sie in montiertem Zustand kaum zu erkennen.

Kunststoffenster Vorfenster mit Schablone bauen Als nächstes fixiere ich mit Tesakrepp meine Schablone auf einem der Kunststoffenster und übertrage die Maße der Schablone mit einem wasserfesten Stift auf die Plastikfenster (siehe Abbildung rechts). Damit ich die Ränder sauber anzeichnen kann, beschwere ich die Ränder des Plastikfensters mit leichten Gewichten, so daß es halbwegs plan auf dem Boden liegt.

Nach dem Anzeichnen der Maße entferne ich die Schablone und lege Sie zur weiteren Verwendung auf die Seite. Mit einer stabilen Schere kann man die Plastikfenster recht gut auf die passenden Maße zurecht schneiden. Bevor ich das Plastikfenster montiere, halte ich es probeweise an das entsprechende Sprossenfenster und prüfe, ob die Maße passen.

Manchmal ist es nötig seitlich kleine Aussparungen auszuschneiden, um Fensterhaken oder den Verschlußsmechanismus anzupassen. Ich zeichne beim Anhalten mit dem Stift die genaue Position der Aussparungen auf das Kunststoffenster an, so daß jedes Vorfenster optimal zugeschnitten ist.

Vorfenster befestigen Vor der Montage der Plastikfenster ist es günstig, sowohl die Sprossenfenster als auch die Plastikfenster gründlich zu reinigen.

Außerdem sollten Sie darauf achten, daß die Fensterscheiben trocken sind, d.h. es soll sich dort kein Kondenswasser befinden. Nötigenfalls müssen sie die Fensterscheiben mit einem trockenen Tuch vorher trockenreiben.

Kommen wir nun zur Montage der Vorfenster. Ich habe mir für diesen Zweck einen Akkuschrauber und kleine Spacks (3,5×16) zurechtgelegt.

Ich lege nun die Plastikfenster so an den Rahmen an, daß die Wölbung nach innen zeigt und drücke die Fenster in die vorgesehene Position. Als nächstes schraube ich in der Mitte jeder Sprosse einen kleinen Spack (Schraube) von oben nach unten mittig in die Querleisten der Fenstersprossen, so daß die Wölbung direkt ans Fenster gezogen wird. Die Position der Schrauben können Sie in der linken Abbildung (roter Punkt) erkennen.

montiertes Vorfenster Das praktische an dieser Montage ist, daß Sie das Kunststoffenster mit wenigen Schrauben am Fensterrahmen befestigen können. Die Ränder schließen dicht ab, da die Spannung der Rundung sie an den Rahmen presst. In der rechten Abbildung können Sie ein fertig montiertes Vorfenster sehen. Die roten Punkte bezeichnen die Stellen, an denen ich das Kunststoffenster am Rahmen befestigt habe.

Damit die Vorfenster den Winter über montiert bleiben können, sollten Sie darauf achten, daß keine Luftschlitze zwischen Vorfenster und dem Fensterglas verbleiben. Nur wenn dort warme Raumluft an die Glasscheiben gelangen kann, kann sich erneut Kondenswasser bilden.

Ist der Luftraum zwischen den Vorfenster und der Glasscheibe jedoch luftdicht abgeschlossen, reicht die dort eingeschlossene Luftfeuchtigkeit nicht aus, um an der Scheibe zu kondensieren. Damit bleiben sowohl die Scheiben, als auch der Holzrahmen trocken, was die Lebensdauer entscheidend verlängert. So kann es sich anbieten die Ränder falls nötig noch luftdicht zu versiegeln.

Meist sind diese Vorfenster – bei entsprechender Pflege und Lagerung – über mehrere Jahre verwendbar. Erst nach etwa 3 bis 4 Jahren stellt sich bei den Kunststoffenstern ein leichter „Milchglaseffekt“ durch die Sonnenstrahlung ein, d.h. sie sind dann nicht mehr so klar und durchsichtig wie am Anfang.

Viel Erfolg beim Renovieren und Energiesparen!

Heiko Wahn

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