Suchbegriff eingeben
Sind Sie der Meinung, dass der Arbeitsplatz, der an einem festen Ort gebunden ist, die beste Lösung für effektives und konzentriertes Lernen und Arbeiten bildet? Haben Sie manchmal gute Ideen im Kopf, trauen sich aber nicht, diese zu realisieren?
Walt Disney, ein Träumer und Visionär und einer der erfolgreichsten Menschen aller Zeiten, entwickelte eine besondere Methode ungewöhnliche Ideen umzusetzen. Diese Methode ist als die "Walt Disney Strategie" bekannt geworden. Er selbst nannte sie als einen der Hauptgründe für seinen Erfolg. Einer der vielen Vorteile dieser Strategie ist die hohe Konzentrationsfähigkeit beim Lernen, Planen und Arbeiten.
Dabei lernt man große Ideen nicht mehr zu fürchten, sondern entwickelt schrittweise Pläne, wie sich das scheinbar "Unmögliche" umsetzen lässt. Im folgenden Abschnitt werde ich erklären, wie die Walt Disney Strategie funktioniert.
Wie funktioniert die Walt Disney Strategie?
Walt Disney wählte drei verschiedene Räume, die er entsprechend einrichtete. Diese drei Bereiche nannte er „den Raum des Träumers“, „den Raum des Machers“ und „den Raum des Kritikers“. Für die weitere Umsetzung dieser Strategie, müssen Sie selbst jedoch nicht unbedingt getrennte Räumlichkeiten zur Verfügung haben. Es funktioniert auch dann, wenn Sie sich einfach drei Plätze in einem Raum - z. B. Ihrem Arbeitszimmer - wählen.
Der Platz des Träumers ist vielleicht Ihr Lieblingsstuhl oder die Couch. Der Platz des Machers könnte der Schreibtisch sein oder ein anderer Platz, an dem Sie ansonsten aktiv arbeiten. Zuletzt braucht es noch einen Platz für den Kritiker. Hierzu könnte beispielsweise ein einfacher Stuhl mit einem Tisch dienen. Legen Sie ein Notizbuch griffbereit zu jedem Platz.
1. Der Raum (Platz) des Träumers
Dies ist der Ort, an dem der kreative oder visionäre Teil der Arbeit stattfinden soll. Hier entwerfen Sie ausschließlich neue Ideen, Visionen und Ziele. Ob die Ideen durchführbar oder umsetzbar sind, spielt dabei keine Rolle.
Der Träumer soll nicht zensiert werden, sondern allen Ideen und Gedanken freien Lauf lassen können. Nehmen Sie sich einen Stift und einen Zettel und halten Sie die Ideen, Visionen oder Ziele fest, die Ihnen in den Kopf kommen.
Der Träumer in Ihnen sollte sich an diesem Ort wohlfühlen, denn auch das Ambiente eines Ortes kann Kreativität fördern oder hemmen. Ein kahler Raum lädt nicht unbedingt zum träumen ein, während schöne Pflanzen, ansprechende Bilder, ein gemütlicher Sessel oder sanfte Musik kreative Ideen durchaus fördern können.
2. Der Raum (Platz) des Machers
In diesem Raum arbeiten Sie aktiv und versuchen die Ideen des Träumers in die Tat umzusetzen. Entwickeln Sie hier die Ideen und Ziele weiter und entwerfen Sie Strategien, wie man die Umsetzung praktisch realisieren kann. Bei der Gestaltung dieses Platzes achten Sie bitte darauf, dass sich hier keine ablenkenden Gegenstände befinden, die Ihre Konzentration negativ beeinträchtigen könnten.
Aber auch der Macher zensiert oder prüft die Ideen des "Träumers" nicht. Er hat lediglich den Job zu überlegen, was man tun müsste, um von der Idee zur Tat voranzuschreiten. Er beschäftigt sich ausschließlich mit der Frage "Wie es geht ... " und nicht "Ob es geht ...". Ein echter Macher lässt sich somit nicht von Zweifeln, Ängsten oder Unbekanntem schrecken. Für ihn ist alles möglich - es ist nur die Frage "Wie".
3. Der Raum (Platz) des Kritikers
Erst in diesem Schritt geht es darum, die gewonnen Ideen und Wege zur Umsetzung zu prüfen. Nun ist es Ihnen erlaubt Zweifel einzubringen und die Einzelheiten abzuwägen bzw. zu kontrollieren. Sind Ihre Ziele, Ideen oder Visionen realistisch? Welche Probleme oder Schwachstellen könnte es geben? Auf welche Schwierigkeiten könnten Sie bei der Umsetzung stoßen? Notieren Sie im Raum des Kritikers alle Argumente, die Ihnen zu dem Projekt einfallen. Hier kann schon ein ruhiger Ort, an dem lediglich ein Tisch mit einem Stuhl steht, als "Raum des Kritikers" dienen.
Wenn Sie die letzte Phase durchlaufen haben, kann das Spiel wieder von vorne beginnen. In anderen Worten - Sie geben die Kritik an dem Projekt wieder dem Träumer, der versucht kreative Lösungen zu ersinnen. Denn vor allem schwierige Probleme brauchen viel Kreativität und Mut, damit man nicht aufgibt, sondern gute Lösungen findet. Die so gefundenen Lösungen können anschließend wieder an den "Macher" weitergegeben werden, bis sie am Ende wieder beim Kritiker landen.
Sie werden feststellen, wie mit jedem Durchlauf die Ideen reifen und ein Projekt immer mehr Gestalt annimmt. So können Sie selbst große Projekte oder bahnbrechende Ideen schrittweise vom Entwurf bis zur konkreten Realisierung planen.
Damit die Walt Disney Methode funktioniert, muss auf die strikte Rollentrennung dieser drei Bereiche geachtet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Träumer bereits seine besten Ideen verwirft, weil er sie zu früh kritisiert oder zerredet, ohne deren prinzipielle Umsetzung überhaupt geprüft zu haben. Versetzen Sie sich also bewusst in die Rolle des Träumers, Machers oder Kritikers. Übernehmen Sie auf jedem Platz die entsprechende Haltung, Gestik und Mimik der verschiedenen Rollen. Probieren Sie die Walt Disney Strategie einfach einmal aus!
Viel Erfolg mit Ihrer neuen Lernumgebung wünscht Ihnen ...
Gerhild Löchli
Wert 4.7 |
Thema: 4.7 | Information: 4.6 | Verständlichkeit: 4.7 |
| Stimmen: 16 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
||
| Views: 4431 | |||
Keine Beiträge vorhanden.