Mental fit: Die Kraft der Gedanken

20.01.2005
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Peter Schipek
www.lernwelt.at
  

Die Kraft der inneren Bilder

Worte, Bilder, Gefühle und eine entsprechende Haltung sind wertvolle Werkzeuge zur Veränderung des inneren Erlebens.
Wir erreichen nur das, was wir uns auch wirklich zutrauen. Fast alles, was unsere Realität ausmacht, ist mit inneren Bildern rückgekoppelt. Die bildhafte Vorstellung ist ein Schlüssel zum Wesen des schöpferischen Prozesses.

Erst mal entspannen

Sie können Ihre Augen offen lassen oder schließen, die Aufmerksamkeit von der Außenwelt abziehen und sanft nach innen richten. Das ist immer ein guter Anfang: tief Luft holen und innehalten.

Nehmen Sie Ihren Körper wahr und machen Sie sich ein Bild:

  • Wo sind Spannungen?
  • Wo fühlt sich Ihr Körper angenehm an?
  • Und wo gibt es vielleicht Verspannungen?

Und während Sie tief ausatmen, Ihre Schultern fallen lassen, vorsichtig Ihren Kopf bewegen, so lange, bis Sie ein angenehmes Gleichgewicht von Kopf, Hals und Schultern gefunden haben. Vielleicht lockern und entspannen Sie Ihre Kiefermuskulatur, Zunge, Lippen und den Hals. Und wenn Sie jetzt wieder Ihren Körper wahrnehmen:

Wie fühlt er sich an?

  • Gibt es irgendwelche Unterschiede?
  • Zu Ihrer Alltagswahrnehmung?
  • Zum Beginn der Übung?

Und wenn Sie möchten, können Sie noch ein wenig in diesem Zustand bleiben …

Keine Entspannung ohne Stress - und kein Stress ohne Entspannung. Denn überall, wo nach Ausgleich gesucht wird, muss es auch Gegensätze geben, unterschiedlich wirkende Kräfte, Pole und Extreme. Ungleichgewicht entsteht, wenn ein Pol zu viel Platz einnimmt. Dann strebt der andere Pol nach Ausgleich. So entsteht eine ständige Bewegung: der Rhythmus des Lebens.

Ausgleich bedeutet nicht etwa Stillstand, sondern ist ein dynamischer Prozess, der uns mit allem verbindet. Und je größer die äußerlichen Herausforderungen, desto mehr Raum braucht unsere Innenwelt, um die Balance zwischen Körper, Geist und Seele aufrechtzuerhalten. Dazu genügt häufig bereits ein kurzes Innehalten, durchatmen und loslassen, durchatmen und loslassen.

Machen wir uns die Bilder oder machen die Bilder uns?

Darf ich vorstellen: Dies ist der Beginn der Vorstellung - Ihrer Vorstellung!

Hier geht es um das, was Sie sich vorstellen, wenn Sie sich etwas vorstellen, ohne sich zu verstellen und um jene inneren Bilder und Filme, die den Raum Ihres Geistes füllen. Womit? Das kommt ganz auf die Art der Vorstellung an, die in Ihrem Inneren gegeben wird. Mal sind Sie der Hauptdarsteller eines dramatischen Geschehens, mal sitzen Sie als Zuschauer in der hinteren Reihe, mal ist Ihre Vorstellung neblig und verschwommen, ein anderes Mal sonnenklar - nirgendwo können Sie weiter in die Ferne sehen als in Ihrem Geist.

Sich etwas vorzustellen, öffnet unser Bewusstsein für neue Möglichkeiten, denn Erfindungen werden zuerst auf der Leinwand des Geistes gemacht. Jeder spinnt mal vor sich hin, sagen die Anhänger der These von der "harten" Realität, aber was haben solche Luftschlösser für einen Einfluss auf das tägliche Leben, auf die wirklichen Dinge dieser Welt?

Darauf gibt es eine banale Antwort: Ohne Luftschlösser gäbe es auch keine Schlösser. Ohne die Bilder der inneren Architektur gäbe es keine äußere. Auch der Eiffelturm in Paris und die Golden Gate Bridge in San Francisco waren zuallererst kreative Visualisierungen, bevor sie zu Stahlkonstruktionen werden konnten.

Jeder Mensch hat seine eigene Art der inneren Bilder - auch wenn manche von sich behaupten, sie könnten es nicht. Doch eine wunderbare Fähigkeit haben wir alle: wir können so tun als ob.

Wir können so tun, als ob!

Sollten Sie also zu denen gehören, die sich ihrer Vorstellungskraft nicht ganz sicher sind, so wissen Sie doch eines ganz genau: Sie können so tun als ob! Sie brauchen nur wenige Minuten am Tag regelmäßig so zu tun, als ob Sie sich etwas vorstellen können - dann können Sie es auch! Das ist übrigens eines unserer wirkungsvollsten Gestaltungskräfte: So tun, als ob …

Aktive & passive Vorstellungen

Ein fantastisches Beispiel für "so-tun-als-ob" ist Robert de Niro, der Schauspieler. Sein Perfektionismus ist legendär: Für seine Rolle in Taxidriver dümpelte er Stunden im Wasser, weil er sich Travis Bickle, den Taxifahrer, als eine Art Krabbe vorstellte. Für New York, New York lernte er Saxofon spielen, für den Film "Die durch die Hölle gehen" verbrachte er mehrere Wochen unter Stahlarbeitern und für Raving Bull nahm er ein Jahr Boxunterricht.

Am besten gefällt mir aber die Geschichte für "Die Unbestechlichen". Er trug, wie damals die Gangster, maßgeschneiderte Seidenunterwäsche, tigerte tagelang durch das Filmstudio und murmelte vor sich hin: "Das alles gehört mir, das alles gehört mir, das alles gehört mir, das alles gehört mir ..."

De Niro gibt ein perfektes Beispiel für "aktive Vorstellung" - sich etwas vorzustellen, darin einzutauchen und das Bild als Anker in der Zukunft zu platzieren. Nicht nur Schauspieler arbeiten mit Bildern, auch die tieferen Schichten unseres Bewusstseins. Wir erleben seine Botschaften als Träume, Fantasien, Vorstellungen und Geistesblitze. Den inneren Vorstellungen und Bildern Aufmerksamkeit schenken, nennt man "passive Vorstellung".

Bringen Sie sich in einen entspannten Zustand und beobachten Sie, welche Bilder auftauchen. Ohne sie zu erschaffen oder zu verändern, einfach beobachten – und wieder verschwinden lassen, wie sie kommen und gehen.

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von Peter Schipek

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