Gesunde Zähne: Tipps für zahngesunde Ernährung

Unsere Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit unserer Zähne. Sich nicht nur gesund, sondern auch zahngesund zu ernähren, ist das Thema des folgenden Artikels.

Eine gesunde Zahnernährung ersetzt nicht die tägliche Zahnpflege. Doch umgekehrt ist eine gute Zahnpflege noch kein Garant für gute Zähne.

Wenn Sie ein paar Regeln bei Ihrer Ernährung beachten und Ihre Zähne gut pflegen, werden Sie noch lange "kräftig zubeißen" können.

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Zahngesunde Ernährung: Wichtige Nährstoffe für die Zähne

Um sich gesund zu ernähren, ist es wichtig zu wissen, welche Nährstoffe Ihre Zähne brauchen. Für Ihre Gesundheit im Allgemeinen sind eine Vielzahl von Nährstoffen notwendig. Im Folgenden geht es primär darum einen kurzen Überblick über die - für Ihre Zahngesundheit - wichtigsten Nährstoffe zu nennen:

  • Vitamin A (wichtig für die Bildung der Schleimhäute),
  • Vitamin C (fördert gesundes Zahnfleisch),
  • Vitamin D (ist verantwortlich für Knochen- und Zahnbildung),
  • Vitamin E (wirkt sich bei Zahnfleischerkrankungen positiv aus),
  • Vitamin H (gut für die Haut und Schleimhäute),
  • Vitamin K (verantwortlich für gesunden Knochenbau, hemmt aber auch die Säureproduktion durch Kariesbakterien),
  • Folsäure (wirkt sich bei Zahnfleischerkrankungen positiv aus).

Zwei Mineralien spielen bei Ihrer Zahngesundheit eine wesentliche Rolle:

  • Kalzium (es wirkt positiv bei Kiefernknochen- und Zahnfleischschwund) und
  • Fluorid (wirkt zahnhärtend, d. h. macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Angriffe von Säure- und Kariesbakterien).

Nährstoffreiche Kost für gesunde Zähne

Eine vollkorn- und rohkostreiche Ernährung ist sehr gut für Ihre Zahngesundheit. Das liegt nicht nur an den reichhaltigen Nährstoffen, die darin vorkommen, sondern auch an der vermehrten Speichelproduktion. Es muss hier gut gekaut werden, um die Nahrung ausreichend zu zerkleinern. Durch das Kauen produzieren Sie vermehrt Speichel, der wiederum wichtige Nährstoffe an Ihre Zähne weiter gibt und Säuren im Mund neutralisiert.

Hinzu kommt, dass der entstehende Speisebrei sowohl den Belag auf Ihren Zähnen abschleift, als auch Ihr Zahnfleisch massiert. Wer harte Nahrung gut kaut, stärkt darüber hinaus sein Gebiss, denn die Zähne werden stärker im Kiefer verankert. Eine im Mund gut zerkleinerte Nahrung sorgt auch dafür, dass der Magen gesund bleibt.

Der Mundspeichel ist also für die Gesunderhaltung Ihrer Zähne extrem wichtig. Untersuchungen zeigten, dass verminderte Speichelproduktion ein erhebliches Kariesrisiko verursacht. Säuren werden nicht mehr neutralisiert und greifen den Zahnschmelz an. Je mehr Sie also Ihre Speichelproduktion anregen, desto besser. Achten Sie deshalb darauf, gut zu kauen. Achten Sie aber auch darauf, was Sie kauen:

Milchprodukte: Sie sind ein guter Kalziumlieferant, auch Käse. Käse hat darüber hinaus den Vorteil, dass sich sein Fett wie eine schützende Schicht um die Zähne legt - vorübergehend. Mit Fett können Kariesbakterien nichts anfangen. Fett ist also nicht schädlich für Ihre Zähne. Käse neutralisiert auch Säuren, z. B. wenn zuvor Orangensaft getrunken wurde. Naturjoghurts liefern zusätzlich zum Kalzium, Folsäure. Naturjoghurts wirken gegen Mundgeruch und sollen Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vermindern.

Fisch: Fette Fische liefern Vitamin D und Fluor. Der Vorteil: Dosenfisch ist lange haltbar - man kann ihn gut auf Vorrat kaufen, z. B. eingelegten Hering.

Gemüse: Gesondert zu nennen ist hier der Kohl, z. B. Brokkoli. Er enthält viel Vitamin C, K, Kalzium, Folsäure und Phosphor. Ein weiterer guter Nährstofflieferant ist die Paprika, vor allem die rote, gelbe und orangefarbene. Sie liefert mehr Vitamin C als Zitronen und darüber hinaus Vitamin E, Folsäure und Carotin (wird vom Körper zu Vitamin A umgewandelt).

Kräuter: Die Petersilie ist das Königskraut für unsere Zähne. Es enthält so ziemlich alles, was unsere Zähne benötigen und das noch in reichlichen Mengen: Vitamin A, Vitamin C, Carotin, Kalzium und Fluor.

Weizenkeime: Vollkörnig genossen, enthalten sie Vitamin E, Folsäure und Phosphor.

Grüner und Schwarzer Tee: Beide Getränke hemmen das Wachstum von schädlichen Bakterien, sofern sie ohne Zucker getrunken werden. Schwarzer Tee soll deutlich wirksamer als grüner Tee sein.

Fluoride kommen in vielen Nahrungsmitteln vor. Doch beachten Sie dabei, dass dessen Konzentration in Nahrungsmittel meist so niedrig und die Verweildauer im Mund so kurz ist, dass es nicht ausreichend wirken kann. Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasten, um eine ausreichende Zufuhr zu gewährleisten.

Zahngesunde Ernährung: Wie Süßes und Klebriges wirkt ...

Jeder hat von Kindesbeinen an gelernt, dass Süßes schädlich für die Zähne ist. Doch das hält einen Großteil der Menschen nicht davon ab, gerne Süßes zu essen. Und wenn wir bedenken, dass in vielen Lebensmitteln versteckter Zucker enthalten ist, dürfte es selbst für jene, die sich zu den Nichtsüßessern zählen, unmöglich sein, ihm völlig aus dem Wege zu gehen.

Zucker ist z. B. auch in Ketchup und Senf enthalten. Auch Fruchtzucker ("Diabetikerzucker" Fruktose) verursacht Karies! Des Weiteren wird auch stärkehaltige Nahrung von den Kariesbakterien mühelos in Zucker umgewandelt. Stärke ist z. B. in Kartoffeln, Chips, Haferflocken und Salzstangen zu finden.

zahngesunde Ernährung Zähne Süßigkeiten

Nicht nur Leckermäuler können darauf achten, wie sie mit Süßem zahnfreundlich umgehen können. Es gilt jedoch nach wie vor: Je weniger Zucker Sie zu sich nehmen, desto besser. Wenn Sie Süßes essen, naschen Sie nicht über eine längere, andauernde Zeit hinweg. Genießen Sie lieber eine größere Menge an Süßem auf einmal und putzen sich dann anschließend die Zähne.

Extrem ausgedrückt: lieber eine Tafel Schokolade auf einmal, als mehrere kleine Stückchen über den Tag verteilt. Bedenken Sie auch, dass das Gleiche für das Trinken von Fruchsäften, Cola, etc. gilt. Wer über den Tag verteilt immer wieder Süßes isst oder trinkt, hat keine Chance gegen Karies.

Der absolute Zahnkiller sind süße oder saure Bonbons. Denn diese verbleiben über eine relativ lange Zeit im Mund und ergeben so einen hervorragenden Nährboden für Fäulnisbakterien. Genauso dramatisch sind Schokoriegel und Karamell. Denn Süßklebriges haftete wunderbar über eine längere Zeit an den Zähnen. Das gilt auch für Honig! Wer dennoch Lust darauf hat, sollte die klebrig-süßen Reste nach dem Genuss sorgfältig beseitigen.

Saures und Fruchtiges greifen Zahnschmelz an

Auch saure Speisen greifen Ihren Zahnschmelz an. So gesund Orangensaft für Ihren Körper sein mag, für Ihre Zähne gilt dies mit Sicherheit nicht. Auch Salat mit einem Essigdressing enthält Säure. Das Gleiche gilt für die Vitamin-C-Brausetabletten: Ascorbinsäure. Auch Wein und Fruchtsaftgetränke enthalten Säure.

Wenn Sie säurehaltige Speisen oder Getränke zu sich nehmen und davon gibt es viele (auch viele Obstsorten) wird je nach Säuregehalt der ph-Wert Ihres Mundes z. T. dramatisch abgesenkt. Je niedriger der ph-Wert in Ihrem Mund, desto mehr wird der Zahnschmelz angelöst bzw. angegriffen.

zahngesunde Ernährung Zähne Saueres

Was kann man hier tun? Ein sofortiges Zähneputzen würde das Problem noch verstärken. Denn der eh schon angelöste Zahnschmelz würde damit abgeschrubbt. Warten Sie mindestens eine halbe Stunde, bevor Sie Ihre Zähne putzen. Denn diese Zeit braucht Ihr Mund, um sich zu regenerieren.

Sie können jedoch Ihren Mund mit Wasser ausspülen, um eine schnellere ph-Neutralisierung zu unterstützen. Auch der Genuss von Milch und Käse nach Saurem wirken einem Säureangriff entgegen. Zuckerfreier Kaugummi hilft ebenfalls - er regt Ihre Speichelproduktion an und damit die Regeneration in Ihrem Mund.

Sie können mit Ihrer Zunge fühlen, ob der ph-Wert in Ihrem Mund stark abgesunken ist. Wenn Sie z. B. Cola oder Orangensaft getrunken haben, fühlen sich Ihre Zähne deutlich rauer an als zuvor. Normalerweise fühlen sich die Zähne viel glatter an. Testen Sie es aus!

Da Fruchtsaftgetränke wegen des Zuckers oder Säuregehalts weniger gut zum Trinken für Zwischendurch geeignet sind, empfiehlt sich für die Flüssigkeitszufuhr des Körpers besser Wasser (zusätzlicher Vorteil: Mineralienzufuhr) oder ungesüßte Tees. Bedenken Sie: Auch bei Fruchtgetränken ohne Zuckerzusatz ist Fruchtzucker enthalten, ganz zu schweigen von der Säure.

Zahngesunde Verhaltensweisen bei Kindern

Für die Zahngesundheit der ganz Kleinen ist ständiges Flaschennuckeln und Trinken ein großes Problem. Neuere Studien haben gezeigt, dass Karies bei Kleinkindern ab dem 2. Lebensjahr massiv zunimmt. Das Problem sind nicht nur die gesüßten Getränke, sondern insbesondere das dauerhafte Nuckeln, welches Nuckelkaries verursachen kann. Das ist eine besonders schmerzhafte Karieserkrankung, die meist an der Innenseite der Vorderzähne beginnt und erhebliche Folgeschäden verursachen kann, wenn sie zu spät erkannt und behandelt wird:

  • Wachstumsstörungen der später kommenden bleibenden Zähne,
  • Störungen im Kieferwachstum,
  • Störungen in der Sprachentwicklung,
  • Fehlfunktion von Zunge und Wangenmuskulatur.

Permanentes Bereitstellen einer Schnabeltasche oder eine griffbereite Nuckelflasche sollte erst gar nicht zur Angewohnheit werden. Gewöhnen Sie Ihrem Kind von klein auf an, ausreichend und eine größere Menge zeitnah zu trinken. Stellen Sie eine Nuckelflasche nur zu den Mahlzeiten zur Verfügung. Ab dem zweiten Lebensjahr lernt ein Kind selbstständig aus einem normalen Becher zu trinken. Allerspätestens dann sollten Nuckelflaschen, Trinkflaschen mit Saugventil und Schnabeltassen der Vergangenheit angehören.

Zahngesunde Ernaehrung Kinder

Vermeiden Sie ebenfalls in Honig getauchte Schnuller, die das Kind beim Einschlafen beruhigen sollen. Sie tun ihm mittel- bis langfristig keinen Gefallen damit. Das gilt für alle Saugerflaschen und Schnabeltassen, die nachts zur Beruhigung gegeben werden. Ihr Kind gewöhnt sich an diese Art der Beruhigung und kann sich nur schwer davon lösen. Ein Kuscheltier ist wesentlich besser zur Beruhigung geeignet.

Verzichten Sie auf gesüßte Getränke, auch Milch enthält Zucker. Wasser und ungesüßte Tees sind eine Alternative und kein Problem, wenn das Kind sich daran gewöhnt hat. Gerne wird zwar Eistee gegeben, doch Eistee enthält nicht nur zu viel Zucker, sondern auch Koffein, das Kinder unruhig macht und Einschlafprobleme verursachen kann. Auch die in vielen Getränken enthaltenen Säuren greifen den Zahnschmelz an.

Wenn süße oder säurehaltigen Lebensmittel und Getränke (moderat) gegeben werden, dann sollten entsprechende Maßnahmen, die an andere Stelle dieses Artikels aufgeführt wurden, zur Anwendung kommen.

Zahngesunde Ernährung: Tipps auf einem Blick

  • Putzen Sie Ihre Zähne nach jeder Hauptmahlzeit und nach dem Genuss von Süßem.
  • Warten Sie nach dem Genuss von säurehaltigen Speisen mindestens eine halbe Stunde, bevor Sie Ihre Zähne putzen.
  • Spülen Sie Ihren Mund mit Wasser aus, wenn Sie nicht sofort die Gelegenheit haben, Ihre Zähne zu putzen. Viele Lebensmittel enthalten Säuren. Im Zweifelsfall also einfach die halbe Stunde abwarten.
  • Nach dem Genuss von Saurem: Essen Sie Käse oder trinken Sie Milch, um die ph-Neutralisierung in Ihrem Mund zu beschleunigen.
  • Zuckerfreie Kaugummis unterstützen Ihre Speichelproduktion - sind also empfehlenswert, ebenso zuckerfreie Bonbons.
  • Achten Sie auf die Zufuhr von Fluorid. Es ist in einigen Mineralwässern enthalten, in Fluorid angereichertem Salz, in Schwarzem und Grünem Tee. Achten Sie aber auch auf die Verwendung von fluoridhaltigen Zahncremes.
  • Wenn Sie Lust auf Süßes haben, stillen Sie es auf einem Rutsch - nicht über den Tag verteilt (mit anschließendem Zähneputzen).
  • Trinken Sie Wasser und Tees zwischendurch. Vermeiden Sie frucht- und zuckerhaltige Getränke.

Viel Erfolg und Genuss bei Ihrer zahngesunden Ernährung!

17.01.2018 © seit 01.2009 Cassandra B.  
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