Sigmund Freud und das Unbewußte

Sigmund Freud ist vielen Menschen als Begründer der Psychoanalyse bekannt. Seine Theorien werden bis heute kontrovers diskutiert. Speziell der Begriff des „Unbewußten“ ist heute für jeden ein gängiger Ausdruck. Lesen Sie hier mehr über die Geschichte und das Verständnis des ominösen „Unbewußten“ im Menschen.

Sigmund Freud und das Unbewußte Der
Biograph Ernest Jones (1879-1958) kennzeichnet Freuds (1856-1939)
wissenschaftlichen Weg mit folgenden Schlagworten: "Gehirnanatomie,
Gehirnphysiologie, Psychopathologie, Psychologie, Philosophie. Die
ersten beiden erwiesen sich als trügerisch, und das Endziel
wurde nur teilweise erreicht"
(I 438).


In
Freuds Brief an Emil Fluss vom 16. Juni 1873 heißt es: "Wenn
Sie mich nicht verstehen sollten (denn ich denke mit einer gewissen
schlaftrunkenen Philosophie), so lassen Sie meine Gedanken nur
laufen"
(Briefe 1873-1939, S. 7).


Am
2. April 1896 schrieb Freud an Wilhelm Fließ: "Ich
habe als junger Mensch keine andere Sehnsucht gekannt als die nach
philosophischer Erkenntnis, und ich bin jetzt im Begriffe sie zu
erfüllen, indem ich von der Medizin zur Psychologie
hinüberlenke. Therapeut bin ich wider Willen geworden"
(a.a.O. S.
142).

Für seine Frau
Martha verfaßte Freud übrigens ein
(ziemlich nichtssagendes) "Philosophisches
A.B.C.", um sie in
die Philosophie einzuführen (Jones
I 208).


Im
Lexikon der philosophischen Werke von Volpi/Nida-Rümelin (Hg.) werden vier Werke Freuds
besprochen: "Die
Traumdeutung"
(1900), "Totem
und Tabu"
(1912/13), "Jenseits
des Lustprinzips"
(1920) und "Das
Unbehagen in der Kultur"
(1930).


Über
Freuds "Entwurf einer Psychologie" (1895) meint Jones: "Hier benützt er Axiome und Annahmen […] als
Ausgangspunkte für weitreichende Gedankengänge und etwas
dogmatische Schlußfolgerungen. Man würde daher hinter dem
Verfasser eher einen Philosophen als einen Pathologen vermuten. […]
Vielleicht ließ Freud hier zum erstenmal seiner ursprünglichen,
bisher stets in Zügel gehaltenen Neigung zum Philosophieren
freien Lauf" (I 443).


Die Abschnitte über Freud in den Philosophiegeschichten von Bochenski (S. 38f), Helferich (S. 376-379) und
Störig (S. 394) weisen
ihn allerdings zu Recht nicht als Philosophen, sondern als Psychologen
bzw. Begründer der Psychoanalyse aus. So
schwebte Freud in seiner "Psychopathologie
des Alltagslebens"
(1904) vor, die Themen der Metaphysik (Gott, Gut und Böse,
Unsterblichkeit usw.) in der Disziplin der Metapsychologie zu
behandeln (IV 288).


Als
Jones "ihn
einmal fragte, welches seine Lieblingswerke seien, nahm er die
‚Traumdeutung‘ und ‚Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie‘ vom
Büchergestell"
(I 406). Der Inhalt dieser
beiden Schriften ist
allgemein bekannt geworden; in
Stichworten: der Traum als Wunscherfüllung und kindliche
Sexualität. Wer nur
wenig Zeit hat, lese das 7. Kapitel der "Traumdeutung", das
Schlußkapitel von "Totem und Tabu" und "Das
Unbewußte"
(1915). Dann kennt er das,
was Freud von seinem Werk am wichtigsten war (III 55).

In
"Hemmung, Symptom und Angst" (1926) grenzt sich Freud von den
Philosophen ausdrücklich ab: "Ich bin überhaupt nicht
für die Fabrikation von Weltanschauungen. Die überlasse man
den Philosophen, die eingestandenermaßen die Lebensreise ohne
einen solchen Baedeker, der über alles Auskunft
gibt, nicht ausführbar finden" (XIV 123). Am
11. April 1930 schrieb er an Juliette Boutonier: "Philosophische
Probleme und Formulierungen sind mir so fremdartig, daß ich mit
ihnen nichts anzufangen weiß, auch nichts mit der Spinozas"
(Nachtragsband, S. 671).


Sogar
im Hinblick auf den Begriff des Unbewußten grenzte sich Freud
von den Philosophen ab: "Unser Unbewußtes ist nicht ganz
dasselbe wie das der Philosophen, und überdies wollen die
meisten Philosophen vom ‚unbewußten Psychischen‘ nichts
wissen", heißt es in "Über Psychotherapie"
(1905; V 24).


Er
betrachtete das Unbewußte als Ergebnis einer Verdrängung,
die jedoch unter bestimmten Umständen aufgehoben werden könne
(Fröhlich 492). Bei allen dreien von ihm postulierten
psychischen Instanzen – Es, Ich und Überich –
differenzierte er zwischen bewußten und unbewußten
Anteilen (MPhL 616).


Wilhelm
Reich kritisierte diese Instanzen als "mechanisches Schema, das
einem jedes weitere Nachdenken ersparte. Die klinischen Diskussionen
verloren sich immer mehr und mehr, und die Spekulation begann"
(EO I 96f).

In
der Schrift über "Das Unbewußte" bezeichnet Freud
das
Unbewußte als "Annahme" (X 264), die
er aus folgenden Gründen rechtfertigte:



  • "Sie ist
    notwendig, weil die Daten des Bewußtseins in hohem Grade
    lückenhaft sind".

  • Sie
    verspricht einen "Gewinn
    an Sinn und Zusammenhang".

  • Sie ermöglicht
    "erfolgreiches Handeln", also Heilung durch Therapie (X
    265).


Die
Tatsachen, aufgrund derer Freud seine Untersuchungen anstellte,
nennt er in der dritten Vorlesung "Über Psychoanalyse" (1909):
Es sind Einfälle, Träume, Fehl- und Zufallshandlungen
seiner Patienten (VIII 31). In
"Das Unbewußte" differenziert er stärker: Er
stützt sich auf Fehlhandlungen und Träume von Gesunden, auf
psychische Symptome und Zwangserscheinungen bei Kranken sowie auf
Einfälle, Denkresultate und latente Erinnerungen von beiden (X
264f).


Was
Freuds Werke so wertvoll macht, ist, daß er stets sauber trennt
zwischen diesen Tatsachen und den Vermutungen, Spekulationen und
Theorien, die er aufgrund dieser Tatsachen entwickelt. Leider sind
heutzutage letztere bekannter als erstere und werden von manchen
Anhängern der Psychoanalyse immer noch gläubig angenommen,
was unwissenschaftlich ist.


Zu
welchen Verstiegenheiten der Freudianismus führen kann, zeigen
folgende Beispiele:


Alexander
S. Neill interpretiert ein Märchen aus "1001 Nacht"
so: "Aladin reibt seine Lampe – Onanie -, und alle Freuden
der Welt kommen zu ihm" (Erziehung in Summerhill, S. 139). Als
drei Jungen seine Taschenlampe untersuchten und zerstörten,
dachte er: "symbolisch gesehen, stellt Vaters Taschenlampe
sein Geschlechtsteil dar" (a.a.O., S. 148).


Arno
Schmidt interpretiert in "Sitara und der Weg dorthin" Karl
Mays symbolische Landschaft Sitara (persarabisch = Stern) als
Hintern (die ersten drei Buchstaben Sit- erinnern ihn an das
Sitzen bzw. Sitzfleisch). In dem Urwaldstreifen Märdistan (von persisch märd =
Mann), der Schmidt zufolge der Pofalte entspricht, wittert er
das französische merde (= Scheiße),
im Wald von Kulub (arabisch;
= Wald der Herzen),
den Schmidt als Pobehaarung versteht, findet er das
lateinische culus (= After, Hintern). Die
Vorgänge in der Geisterschmiede (v.a. das Bohren) erscheinen
ihm als Koitus.


Daß
der Vergleich von Ardistan (ard = Erde, Scholle;
Tiefland der Gewaltmenschen) und Dschinnistan (dschinn = Geist;
Hochland der Edelmenschen) mit den Pobacken nicht ganz aufgeht, stört
Schmidt nicht weiter, findet er doch in der von ihm konstruierten
Verbindung der Anfangsbuchstaben Ardsch als Alternativbezeichnung für Sitara den Anklang an das deutsche Arsch (was
er dezent verschweigt). Selbstverständlich denkt er, May habe
seine Wörter unbewußt gewählt.


Freuds
bleibendes Verdienst ist seine Selbstanalyse, die seinen Patienten
den Raum gab, Dinge zu äußern, die sie vorher nicht zu
sagen wagten oder von denen sie nicht einmal wußten, weil sie
tief in ihrem Innern verschüttet waren.


Am
Rand sei noch bemerkt, daß Freud einer der wenigen ganz großen
Menschen war, die eine glückliche Ehe führten. Aus allen
seinen Kindern ist, wie man so sagt, etwas geworden.

1. Werke von Freud, die man zur Philosophie zählen kann

"Die
Traumdeutung" (1900).
Dieses
Werk von Freud wird
am häufigsten gelesen (Jones I 407). Doch anfangs wurde es links
liegen gelassen bzw. durch Rezensionen in Fachzeitschriften verrissen
(a.a.O. I 417f).


Im
siebten Kapitel (II/III 513-626) faßt Freud "die
Hauptergebnisse unserer bisherigen Untersuchung zusammen. Der Traum
ist ein vollwichtiger psychischer Akt; seine Triebkraft ist alle Male
ein zu erfüllender Wunsch; seine Unkenntlichkeit als Wunsch und
seine vielen Sonderbarkeiten und Absurditäten rühren von
dem Einfluß der psychischen Zensur her, den er bei der Bildung
erfahren hat; außer der Nötigung, sich dieser Zensur zu
entziehen, haben bei seiner Bildung mitgewirkt eine Nötigung zur
Verdichtung des psychischen Materials, eine Rücksicht auf
Darstellbarkeit in Sinnesbildern und – wenn auch nicht
regelmäßig – eine Rücksicht auf ein rationelles
und intelligibles Äußere des Traumgebildes. Von jedem
dieser Sätze führt der Weg weiter zu psychologischen
Postulaten und Mutmaßungen" (II/III 538).


"Der
Witz und seine Beziehung zum Unbewußten" (1905).
Gleich
zu Beginn bedauert Freud, "daß die philosophische Bemühung
dem Witz lange nicht in dem Maße zu teil geworden ist, welches
er durch seine Rolle in unserem Geistesleben verdient" (VI 5).
Dann fährt er in der Tradition des Aristoteles fort, die
Leistungen seiner Vorgänger zum Thema zu würdigen, bevor
er Witz, Komik und Humor analysiert. Sein
Ergebnis: Sie seien Versuche, ein Glück wiederzuerlangen, das
zusammen mit der Kindheit verloren ging.


"Über
den Gegensinn der Urworte" (1910).
Nachdem
Freud längere Passagen von K. Abel über das Altägyptische
zitiert hat, bringt er die uns näher liegenden Beispiele aus dem
Lateinischen. Dort "heißt altus hoch
und tief, sacer heilig und verflucht". Mitunter ist der Gegensinn durch einen
Lautwandel gekennzeichnet: "clamare schreien
clam leise,
still; siccus trocken
succus Saft"
(VIII 219). Freud nennt
auch entsprechende Beispiele aus dem Deutschen: Der Boden kann oben (Dachboden) und unten sein, stumm und Stimme, wieder (im Sinn von "zusammen mit") und wider ("gegen") sind Beispiele
für den Lautwandel, um Gegensätzliches auszudrücken (VIII
220).


Freud stellt nun
diese sprachlichen Eigenheiten in Analogie zur Traumarbeit: Im Traum
scheint es keine Verneinung zu geben, Gegensätze werden
vereinigt. Entsprechend gab es schon in der antiken Traumdeutung die
Methode, Traumgegenstände gegenteilig aufzufassen.


"Totem
und Tabu" (1912/13).
Der
Untertitel "Einige
Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker" zeigt, worum es in dem vier Aufsätze umfassenden Werk geht:
Freud versucht, "Gesichtspunkte
und Ergebnisse der Psychoanalyse auf ungeklärte Probleme der
Völkerpsychologie anzuwenden" (Vorwort, IX 3). Was diese
Probleme sind, zeigen die Überschriften: Inzestscheu, Tabu,
Animismus und Magie, Totemismus.


Freud
räumt allerdings ein: "Allzuweit dürfen wir unser
Urteil über die Primitiven auch nicht durch die Analogie mit den
Neurotikern beeinflussen lassen. Es sind auch die Unterschiede in
Rechnung zu ziehen" (IX 193). Die Neurotiker seien "vor
allem im Handeln gehemmt", während die Primitiven ihre
Gedanken problemlos in Handlungen umsetzen würden, mehr noch:
sie würden Gedanken durch Handlungen ersetzen. Deshalb schließt
er das Buch mit mit einem Zitat aus Goethes "Faust": "Im
Anfang war die Tat" (IX 194) – als (falsche) Übersetzung
von Joh 1,1. Das griechische logos hat tatsächlich
sehr viele Bedeutungen, aber "Tat"
wird von Menge-Güthling nicht angegeben (am nächsten kommen
dieser Übersetzung noch die Bedeutungen "Vorfall,
Ereignis").


"Jenseits
des Lustprinzips" (1920).
Freud
stellt hier den lebenserhaltenden Trieben, die er "Eros"
nennt, den "nach Destruktion strebenden Todestrieb gegenüber",
den er als "Thanatos" bezeichnet (Gerda Pagel, in: LphW
367). Er übernahm diese
Idee von C. G. Jungs Schülerin Sabina Spielrein. Jung fand die
Konzeption fragwürdig und interpretierte sie dahingehend, "daß
jeder Ablauf ein energetisches Phänomen ist, und daß
Energie überhaupt nur aus Gegensatzspannung hervorgehen kann"
(GW 7/37).


Als
Wilhelm Reich bei Freud seine Bedenken anmeldete, antwortete Freud,
der Todestrieb sei lediglich eine Hypothese
ohne klinische Begründung (Reich
16, Einführung von Higgins).
Nachdem Reich 1934 wegen
seines Buchs "Massenpsychologie des Faschismus" (1933) aus
der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen
worden war (vgl. EO I 225),
schrieb er am 15. Januar 1935 an Lotte Liebeck: "Ich begreife
immer mehr die Sünde der Todestrieblehre. Diese Verrammelung des
lebendigsten Lebens!" (S. 62)


"Psychoanalyse
und Telepathie"
(1921).
In
diesem ursprünglich titellosen Manuskript setzt
sich Freud mit
den "sogenannten
okkulten Tatsachen" auseinander. Darunter versteht er "Dinge,
die angeblich die reale Existenz anderer psychischer Mächte als
der uns bekannten Menschen- und Tierseele verbürgen, oder an
dieser Seele bisher ungeglaubte Fähigkeiten enthüllen" (XVII
27).


Die
meisten Okkultisten charakterisiert er als "Überzeugte,
die nach Bestätigungen suchen, die eine Rechtfertigung haben
wollen, um sich offen zu ihrem Glauben zu bekennen. Der Glaube aber,
den sie zuerst selbst beweisen und dann anderen aufdrängen
wollen, ist der alte religiöse Glaube, der von der Wissenschaft
im Laufe der Menschheitsentwicklung zurückgedrängt wurde,
oder ein anderer, welcher den überwundenen Überzeugungen
der Primitiven noch näher steht"
(XVII 28f).


Anhand
zweier Beispiele von nicht eingetroffenen Prophezeiungen tut Freud
seine "unwillige,
ambivalente"
"Einstellung zu
diesem Stoff" kund
(XVII 31).


"Das
Unbehagen in der Kultur
" (1930). "Zentrales
Thema der gesellschaftstheoretischen Schrift ist der unversöhnliche
Antagonismus zwischen dem Glücksanspruch des Individuums und den
von der Zivilisation auferlegten Einschränkungen" (Gerda Pagel, in: LphW 753).


Wilhelm
Reich erzählt in "Die
Entdeckung des Orgons I", "daß
Freuds Unbehagen
in der Kultur
zur
Abwehr meiner aufblühenden Arbeit und der von ihr ausgehenden
‚Gefahr‘ entstand.


In
diesem Buche bestätigte Freud zwar die natürliche
Sexuallust als das Ziel des menschlichen Lebens und Glückstrebens,
doch er versuchte die Unhaltbarkeit dieses Prinzips nachzuweisen.
Seine theoretische und praktische Grundformel lautete stets: Der
Mensch schreitet normalerweise fort (und hat normalerweise
fortzuschreiten) vom ‚Lustprinzip‘ zum ‚Realitätsprinzip‘. Er
hat auf Lust zu verzichten und sich anzupassen
" (EO I 157).


"Der
Mann Moses und die monotheistische Religion: Drei Abhandlungen"
(1939).
Freud
neigt der Ansicht zu, daß Moses tatsächlich gelebt und der
Exodus aus Ägypten wirklich stattgefunden hat. Denn sonst sei die Geschichte der Israeliten nicht verständlich. Freud
hält Moses für einen Ägypter, der den Hebräern
die Religion des Echnaton übermittelt habe. Dementsprechend
datiert er den Exodus "in die Zeit zwischen 1358 und 1350",
also nach Echnatons Tod und "vor der Herstellung der staatlichen Autorität durch Haremhab"
(XVI 127f).


Kritik:
Die Quellenlage legt mehrere Auszüge der Hebräer aus
Ägypten unter verschiedenen Pharaonen aus verschiedenen Gründen
zu unterschiedlichen Zeiten nahe.

2.
Zur Vorgeschichte des Unbewußten

Sigmund Freund und das Unbewußte Die
"Vorgeschichte der Annahme unbewußter psychischer bzw.
geistiger Ereignisse und Energien" (Siegfried Blasche, in: EphW
4/386) ist lang:



  • In der
    magisch-animistischen Medizin wurden Dämonen oder Götter
    als Krankheitsursachen bzw. Absender von Träumen (vgl.
    Devereux) betrachtet.

  • Dasselbe
    gilt für die religiös-theurgische Medizin in der
    ägyptischen und sumerischen Hochkultur sowie für die Krankheitslehre in der Bibel und der
    griechisch-römischen Mythologie.

  • Nach Platons
    Anamnesislehre tragen wir ein Wissen in uns, das sich durch
    sokratische Gesprächsführung (Mäeutik =
    Hebammenkunst) erschließen läßt.

  • Während
    des antiken Tempelschlafs erschien dem Heilbedürftigen ein
    Gott, der entweder direkt heilte oder medizinische Ratschläge
    gab (vgl.
    Quinque).

  • Die
    antiken Orakel waren Informationsquellen über eine Seherin,
    Priesterin oder Sibylle (Prophetin), die einen inneren Zugang zu den
    Göttern hatte (vgl.
    Giebel 2001, Temple, Vandenberg).

  • In den antiken
    Mysterien wurde der Kontakt zur inneren Welt der Götter über
    Rituale und Drogen hergestellt (vgl. Bremmer, Burkert, Giebel 1990).

  • Das
    mittelalterliche und
    frühneuzeitliche Konzept
    der Besessenheit ging davon aus, daß das Handeln mancher
    Menschen von Teufeln bzw. bösen Geistern bestimmt sei. Der
    Exorzismus wird von der Katholischen Kirche auch heute noch
    praktiziert (vgl. Wegener).

  • Jakob Sprenger und
    Heinrich Institoris betrachteten im "Hexenhammer" die
    Kräfte des Verstandes als gute und böse Engel (S. 42).

  • Leibniz‘
    Monadentheorie enthielt die "Lehre
    von den unmerklichen Perzeptionen" (Blasche, a.a.O.). Die
    "Annahme eines seelischen Bereichs, dessen Inhalte nicht im
    Bewußtseinsfeld liegen bzw. dorthin gelangen und daher
    unmerklich bleiben", wurde von Leibniz und Wolff aus der
    griechischen Philosophie übernommen (Fröhlich 491).

  • Kant hielt den
    Umfang der "Sphäre unserer unbewußten Vorstellungen"
    für "unendlich" (Gulyga 133).

  • Franz Anton Mesmer
    gilt wegen der Anwendung der Suggestionstechnik als "Vorläufer
    der Hypnotherapie" (MEL 16/98).

  • In seiner "Theorie
    der Geisterkunde" gab Johann Heinrich Jung-Stilling anhand von
    okkulten Phänomenen einen Einblick in die Welt der Geister.

  • Schelling schrieb
    der menschlichen Seele ein unbewußtes Wissen um die Schöpfung
    des Universums zu (Kirchhoff 131).

  • Schopenhauers Konzept vom Willen erinnert in mancher Hinsicht an das Konzept vom Unbewußten (MPhL
    616).

3. Zur Geschichte
des Unbewußten

Die
Geschichte des Begriffs des Unbewußten umfaßt inzwischen
schon mehr als anderthalb Jahrhunderte (vgl.
a. Brugger 419f, MPhL 615f):



  • "Den Begriff
    des Unbewußten führt 1846 C. G. Carus in die Philosophie
    ein" (Blasche).

  • In seiner
    "Philosophie des Unbewußten" (1869) differenzierte
    Eduard von Hartmann zwischen einem relativen und einem absoluten
    Unbewußten.

  • Theodor Lipps
    "lehrt eine Dynamik der unbewußten Prozesse"
    (Blasche).

  • Moritz Geiger erbrachte den Nachweis, "daß das Wollen als
    Gesamtphänomen von sich aus bereits auf die immanente Realität
    unbewußter Instanzen angewiesen ist" (Blasche).

  • Karl Jaspers betonte, wie vieldeutig der Begriff des Unbewußten sei.

  • Rudolf Steiner betrachtete die geistige Welt als Teilbereich des Unbewußten:
    Die Geister sind bewußt, aber für jemand, der nichts von
    ihnen weiß, gehören sie zum Unbewußten.

  • C. G. Jung unterschied bei dem Material, das ihm seine Patienten
    präsentierten, "Grundmuster und Grundstrukturen, die er
    als Archetypen bezeichnete" (Hark 25f) und
    mit den platonischen Ideen gleichsetzte (vgl.
    Jung G 2/143;
    Jung/Franz GW
    14/III 133,
    149; Balmer
    47f, 69, 81, 98). Außerdem
    unterschied er persönliches und kollektives Unbewußtes (Hark 187f).

  • Das Konzept von der multiplen Persönlichkeit besagt, daß bei
    einem Trauma ein anderes Ich als Abwehrmechanismus einspringen und von da an ein Eigenleben entwickeln
    kann. Mehrere
    Traumata können zu einer Fülle von Persönlichkeiten
    führen, die nicht alle voneinander wissen, so daß in der
    Erinnerung des
    betroffenen Menschen Zeitsprünge vorkommen. Die
    Persönlichkeiten oder Iche, die nacheinander denselben Körper
    benützen, haben jeweils eigene Fähigkeiten, eigene
    sprachliche Gewohnheiten, eigene Erinnerungen und einen eigenen
    Charakter. Sie können auch andere Menschen ausspionieren, indem
    sie sie besetzen (vgl. das Besessenheitsphänomen). Die
    Heilung besteht darin, diese zusätzlichen
    Persönlichkeiten in
    die ursprüngliche Persönlichkeit zu integrieren. Das
    ist erreicht, wenn das Ich sich lückenlos an alles erinnern
    kann und eine Wunschvorstellung von sich selbst zu verwirklichen
    beginnt. Falls
    die ursprüngliche Persönlichkeit tot ist, bleibt nur die
    Kooperation der verschiedenen
    Persönlichkeiten als Therapieziel übrig (vgl.
    Chase, Huber, Keyes, Schreiber).

4. Lektüretips

Immanuel Kant (1724-1804) behandelte in
seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798)
"Vorstellungen, die wir haben, ohne uns ihrer bewußt zu
sein" (Überschrift zu § 5 in Kapitälchen). John
Locke hat gegen unbewußte Vorstellungen eingewandt, daß
wir nichts von ihnen wissen können, da "wir uns ihrer nicht
bewußt sind" (XII 417).


Kant
kontert: "Allein wir können uns doch mittelbar bewußt
sein, eine Vorstellung zu haben, ob wir gleich unmittelbar uns ihrer
nicht bewußt sind. Dergleichen Vorstellungen heißen dann dunkele;
die übrigen sind klar,
und, wenn ihre Klarheit sich auch auf die Teilvorstellungen eines
Ganzen derselben und ihre Verbindung erstreckt, deutliche
Vorstellungen
;
es sei des Denkens oder der Anschauung" (XII 418).


"Daß
das Feld […] dunkeler Vorstellungen
im Menschen (und so auch in Tieren) […] unermeßlich sei,
die klaren dagegen nur unendlich wenige Punkte derselben enthalten,
die dem Bewußtsein offen liegen […], kann uns
Bewunderung über unser eigenes Wesen einflößen: denn
eine höhere Macht dürfte nur rufen: es werde Licht! so
würde auch ohne Zutun des Mindesten […] gleichsam eine
halbe Welt ihm vor Augen liegen" (XII 418). "So ist das
Feld dunkler Vorstellungen
das größte im Menschen" (XII 419).


Friedrich
Wilhelm Joseph Schellings
(1775-1854) Einleitung zu dem Entwurf eines Systems der Naturphilosophie (1799)
beginnt so: "Die Intelligenz ist auf doppelte Art, entweder
blind und bewußtlos, oder frei und mit Bewußtseyn
produktiv; bewußtlos produktiv in der Weltanschauung, mit
Bewußtseyn in dem Erschaffen einer ideellen
Welt.


Die
Philosophie hebt diesen Gegensatz auf, dadurch,
daß sie die bewußtlose Thätigkeit als ursprünglich
identisch und gleichsam aus derselben Wurzel mit der bewußten
entsprossen annimmt" (S. 339).


In Die Welt als Wille und Vorstellung bestimmt Arthur Schopenhauer (1788-1860) den Willen folgendermaßen: Er sei "unser innerstes Wesen" (I 200). Er objektiviere sich in den platonischen Ideen (I 195). Er zeige sich als Kraft, die Pflanzen wachsen und Kristalle sich umbauen
lasse,
als Anziehungskraft des Nordpols, als
Elektrizität, als Anziehung und Abstoßung, Vereinigung und
Trennung zwischen den Stoffen, als Schwerkraft (I 170). Er sei die
Lebenskraft, die den Organismus "bewegt, lenkt, ordnet" und
"die Krankheiten überwältigt und die Heilungen
herbeiführt", für die dann die Ärzte und
Apotheker ihre Honorare verlangen (II 191). Während die
Vorstellung lediglich Erscheinung sei, sei der Wille das Ding an sich
(I 170). Er erkenne sich selbst in der Welt (I 556).


Carl
Gustav Carus
(1789-1869): Psyche. Unter dem absolut
Unbewußten versteht Carus "eine Region des Seelenlebens
[…], in welche wirklich durchaus kein Strahl
des Bewußtseins dringt" (S. 65). Als relativ Unbewußtes
bezeichnet er den "Bereich eines wirklich schon zum Bewußtsein
gekommenen Seelenlebens, welcher jedoch für irgendeine Zeit
jetzt wieder unbewußt geworden ist, immer jedoch auch wieder
ins Bewußtsein zurückkehrt" (S. 66). Zwischen
beiden gibt es eine Wechselwirkung (S. 75f). Die
Kräftigung des Bewußtseins durch die Rückkehr ins
Unbewußte erfahren wir alle beim Schlafen (S. 85ff).


Das
absolut Unbewußte ist uns verschlossen, doch durch "Analogie
und Vergleichung" mit dem Bewußten kommt Carus zu der
Feststellung, "daß
eine
und dieselbe Intelligenz dort wie hier waltet, und zwar waltet als ein wahrhaft ‚unbewußtes
Denken‘
"
(S. 66).


Zum
absolut Unbewußten gehören "alle Bildungsvorgänge,
alles, was Wachstum, Ernährung, Blutleben, Atmung, Absonderung
heißt, […] während […] am Nervensystem und
den Sinnen […] der Bereich des bewußten Seelenlebens
vollständig sich entwickelt" (S. 67). Im "Reich des
Bewußtlosen" herrscht Notwendigkeit, "mit dem
Aufgehen des Bewußtseins" begründet sich Freiheit (S.
71). Diese
Freiheit reicht nicht an die Sicherheit, Weisheit und Schönheit
des Unbewußten heran, dem wir aus diesem Grund Ehrfurcht
entgegenbringen sollen (S. 72). Im unbewußten Seelenleben gibt
es keine Ermüdung (vgl. Herzschlag und Atmung), nur im bewußten
(vgl. Bewegung) (S. 73). Die unbewußten Lebensvorgänge
geschehen von alleine, die bewußten müssen wir lernen (S.
73f). Die "Unterscheidung von Leib und Seele in dem gewöhnlichen
Sinne" kann Carus zufolge keine "befriedigende Erkenntnis
[…] gewähren" (S. 77).


Innerhalb
des absolut Unbewußten differenziert Carus noch zwischen dem
allgemeinen Unbewußten, welches das ganze Seelenleben umfaßt,
und dem partiellen Unbewußten, in
dem das "ursprünglich Göttliche in uns" (die
Idee) "Seele geworden" ist (S. 64f).


Das Unbewußte
ist "mit dem Allgemeinen der Welt" verbunden (S. 79). Mit
dem Erwachen des Selbstbewußtseins entsteht das "Gefühl
der Individualität" (S. 79f). Im Unbewußten gibt es
diesen Gegensatz zwischen Welt und Ich nicht (S. 80). Das kann man
etwa anhand der Beziehung eines Embryos, in dem das "absolut und
allgemein Unbewußte" tätig ist, zur Mutter sehen (S.
82f). Entsprechend der Wechselwirkung zwischen Bewußtem und
Unbewußtem findet während der Schwangerschaft eine
gegenseitige Erziehung zwischen Mutter und Kind statt (vgl. S. 84).


Im
"primitiven und absolut Unbewußten" gibt es keine
Krankheit. Denn diese "setzt allemal eine
gewisse Freiheit
voraus, den ursprünglich vorgezeichneten Lebensgang zu verlassen
und von dem nicht mehr mit eiserner Notwendigkeit verzeichneten
Lebenswege auf irgendeine Weise abzuweichen." Dementsprechend
ist der Mensch häufiger krank als Tiere und Pflanzen, während
"in tellurischen wie in den kosmischen Organismen […] der
Begriff von Krankheiten überhaupt völlig" aufhört
(S. 88). Die Gesundungsprozesse entspringen folglich dem Unbewußten
(S. 90f).


Was
für die Krankheit gilt, gilt auch für das Böse: Es
tritt "erst auf mit
dem Begriffe der Willkür
,
der größeren Selbständigkeit, der
Freiheit
"
(S. 91). Die Rückleitung zum Guten übernimmt das Gewissen
(S. 92).


Eduard
von Hartmann
(1842-1906) definiert im Vorwort zur
zwölften Auflage seiner Philosophie des Unbewussten (1868) das
Unbewußte als "Psychisches […], dem das Bewusstsein
abgesprochen wird", als "etwas Psychisches innerhalb
desjenigen Individuums, in dessen Bewusstsein es nicht eingeht"
(I XXXV). Er unterscheidet den
psychologischen Begriff des Unbewußten vom
erkenntnistheoretischen Begriff des Außerbewußten und von
der Bewußtlosigkeit. Er macht auch einen Unterschied zum
weniger Bewußten, das aus vier Bestandteilen bestehe: dem
Unklaren, dem Unbeachteten, dem Unreflektierten und dem nicht auf das
"Ich und seine Zwecke" Bezogenen (I XXXVI).


Zur
Verdeutlichung schreibt Hartmann, was das Unbewußte nicht ist: Es ist kein "Untergeschoss oder Keller des Bewusstseins
[…], in welchen der Bewusstseinsinhalt unter Abstreifung der
Bewusstseinsform versinkt, um gelegentlich wieder hervorzutreten."
Es "ist kein Taubenschlag, aus dem die Vorstellungen wie Tauben
aus- und wieder einfliegen, und je nachdem bewusst oder unbewusst
heissen" (I XXXVI).


Wie
Carus unterscheidet Hartmann relativ und absolut Unbewußtes:
"Relativ unbewusst sind psychische Phänomene in der Seele
eines Individuums, die doch nicht in sein oberstes Centralbewusstsein
fallen, sondern sich in untergeordneten Bewusstseinen in ihm
abspielen; absolut unbewusst sind psychische Thätigkeiten, die
als Thätigkeiten in kein Bewusstsein fallen und von keinem zu
belauschen sind, wenngleich ihre Producte, sofern sie psychische
Phänomene sind, in ein Bewusstsein fallen müssen" (I
XXXVIII).

Des
weiteren differenziert er zwischen dem physiologischen und
psychischen Unbewußten, die allerdings nur gradweise, nicht
prinzipiell verschieden sind: "Das physiologische Unbewusste
wäre an sich ein bloss Bewusstloses, kein Unbewusstes im
eigentlichen Sinne, wenn die Materie, aus der die physiologischen
Dispositionen gebildet sind, und welche vermittelst ihrer in
bestimmte Schwingungsformen geräth, etwas durchaus Unpsychisches
wäre" (I XLI).


Neben
dem physio-psychologischen Unbewußten postuliert Hartmann noch
"ein metaphysisches Unbewußtes." Es "ist das
Wesen aller Tätigkeiten des Universums. […] Der
Weltprozeß besteht im Bewußtwerden des Unbewußten"
(Gerhard Krämling, in: LphW 552f). Hartmann setzt also das
Unbewußte "an die Stelle des einheitlichen Weltgeistes im
deutschen Idealismus" (Peter Prechtl, in: KNLL 7/335).


Theodor
Lipps
(1851-1914) "betrachtet
[…] die Psychologie als Grundlage der Philosophie, mehr noch:
‚Philosophie als Wissenschaft‘ fällt für ihn mit
Psychologie zusammen" (Gottfried Gabriel, in: EPhW 2/619).


In Grundtatsachen des Seelenlebens (1883) handelt das VII.
Kapitel "Von
unbewussten seelischen Erregungen" (S. 125-150). Lipps behauptet
hier "nicht nur die Existenz unbewusster seelischer Vorgänge
neben den bewussten", sondern nimmt "vielmehr an, dass
unbewusste Vorgänge allen bewussten zu Grunde liegen und sie
begleiten" (S. 149).


Die Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken (1903)
des Richters Daniel Paul Schreber (1843-1911),
des zweiten Sohns des Erfinders des Schrebergartens Daniel Gottlieb
Moritz Schreber, hielt Freud für eine einzigartige Einführung
in die Mechanismen des Unbewußten.


Alfred
Adler
(1870-1937) bestimmte die Rolle des Unbewußten in der Neurose (1913)
folgendermaßen: "Der
Patient bedient sich des ‚Unbewußten‘
,
um mit seinen alten Bereitschaften und Symptomen trotz der Aufklärung
dem alten Ziel der Überlegenheit folgen zu können" (S.
235).


Karl
Jaspers
(1883-1969) begründete
in seiner Allgemeinen Psychopathologie (1913)
die Annahme eines Unbewußten mit der Unmöglichkeit, "das
Seelenleben […] als bloßes Bewußtsein und aus dem
Bewußtsein […] zu begreifen. Um mit Erklärungen
vorwärts zu kommen, muß man zu dem wirklich erlebten
Seelenleben einen theoretisch für die Zwecke des Erklärens
erdachten außerbewußten
Unterbau
hinzudenken"
(S. 9).


Er
unterschied vier Bedeutungen des Begriffs, die er in sich noch weiter
untergliederte, so daß er von der "Vieldeutigkeit dessen,
was mit dem Unbewußten gemeint
ist",
sprechen konnte:



  • "Das Unbewußte wird gedacht nach seiner Herkunft
    aus dem Bewußtsein.
    "

  • "Das Unbewußte wird gedacht nach dem Mangel
    eines Verhältnisses zur Aufmerksamkeit.
    "

  • "Das Unbewußte wird gedacht als eine Macht,
    als Ursprung."

  • "Das Unbewußte wird gedacht als das Sein" (S. 10).


Rudolf
Steiner
(1861-1925) meint im ersten Vortrag der
Reihe Individuelle
Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen
(in: GA Nr. 178, S. 170-235) vom 18. November 1917, "daß
der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der
Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. […] Geist
kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt
werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf"
(S. 170).


Eine
nähere Begründung folgt weiter unten: "Wenn man die
Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer
in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins
Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt
immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der
Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des
Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein"
(S. 171).


Es
handelt sich allerdings nicht um eine prinzipielle
Differenz. Auch C. G. Jung schrieb bei der Betrachtung des irrationalen Verhaltens einer hysterischen Patientin in
"Die Psychologie des Unbewußten" von einem bösen Geist
(GW 7/26, frühere
Fassung GW 7/262 bzw. in der Ausgabe Zürich
1917, die Steiner vorlag, S. 24), während Steiner im Hinblick auf denselben
Fall von einem dämonischen Geist redete (S.
171).


"Das
Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen,
hat gar keinen Sinn; […] die geistigen Wesenheiten, die um uns
sind […], […] sind unterbewußt; sie sind nicht
erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber
für sich sind sie vollständig bewußt" (S. 172), meinte Steiner zu Recht. Doch Jung dachte
genauso, nämlich,
daß sich die Patientin des bösen Geists bzw.
"irgendwelcher Motive" nicht bewußt gewesen sei, während er dem Geist
selbst "teuflisches Raffinement", also Bewußtsein
zuschrieb (GW 7/26, frühere
Fassung 262f; Steiner bezog
sich auf die Fassung mit dem Titel "Die
Psychologie der unbewußten Prozesse", Zürich
1917, S. 24). Mit
"unbewußter Geist" im Sinne der Psychoanalyse können
nur die mentalen Fähigkeiten eines Menschen gemeint sein, kein
geistiges Wesen.


Steiner
stellte den Fall leider absichtlich
ungenau dar: "Ich will ihn so erzählen, wie er am
verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus
nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns", sagte er im ersten seiner
beiden Vorträge über Psychoanalyse am 10. November 1917 (GA
178/128). Doch auf diese historische Genauigkeit kommt es bei psychoanalytischen
Fallgeschichten schon
an, und man erfährt sie eben nur, wenn man Jungs Darstellung des
Falls liest (GW 7/22-26, frühere Fassung
259-263, Ausgabe Zürich
1917 S. 18-25).


In
seinem Vortrag Die Offenbarungen des Unbewußten vom
geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
(in:
GA Nr. 67, S. 214-254) vom
21. März 1918 bezeichnet
Steiner die "geistige Welt" als das "eigentlich
bedeutungsvollste Unbewußte" (S. 251). Mit anderen Worten:
Das Geisterreich ist ein Teil des Unbewußten.


C.
G. Jung
(1875-1961) charakterisiert das kollektive
Unbewußte in Über die Archetypen des kollektiven
Unbewußten
folgendermaßen:
Es ist "allgemeiner Natur […], das heißt es hat im
Gegensatz zur persönlichen Psyche Inhalte und Verhaltensweisen,
welche überall und in allen Individuen cum grano salis die
gleichen sind. Es ist […] in allen Menschen sich selbst
identisch und bildet damit eine in jedermann vorhandene, allgemeine
seelische Grundlage überpersönlicher Natur" (G 2/77). Seine Inhalte "sind die
sogenannten Archetypen"
(G 2/78).
Darunter versteht Jung "jene Bilder […], aus denen Mythen
je entstanden sind" (G 2/80).


Kritik: Wenn Mythen
auf tatsächliche Begebenheiten zurückgehen, müßte
man die Archetypen als Erinnerungen an diese Begebenheiten
interpretieren, die in eine Art kollektives Gedächtnis der
Menschheit eingegangen sind.


In Der Begriff des
kollektiven Unbewußten
betont
Jung, daß es sich dabei um "eine empirische Angelegenheit"
handelt (G 2/116).
Das gilt auch für die Archetypen: "Die Hauptquelle liegt in
Träumen" (G 2/120),
und zwar in Traummotiven, die der Träumer eigentlich nicht
kennen kann. Eine zweite Quelle sind Phantasien bzw. im Fall von
Geisteskranken Wahnideen.


Über
die "Funktion des Unbewußten" (G 3/56)
gibt Jung in Die
Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten
Auskunft: Er behauptet, "daß die unbewußten
Vorgänge in einer kompensatorischen Beziehung zum Bewußtsein
stehen.
[…]
Bewußt und Unbewußt […] ergänzen sich
gegenseitig zu einem Ganzen, zum Selbst"
(G 3/60).


In Psychologie und
Religion
schreibt Jung über die "Autonomie des Unbewußten"
(G 4/11),
das sich auch in der Form von psychischen Komplexen äußert:
"Es ist gerade so, als wäre der Komplex ein selbständiges
Wesen, das fähig ist, die Absichten des Ichs zu stören"
(G 4/19f).
Von dieser Feststellung ist der Weg nicht weit zu der Interpretation,
die Vorstellungen von Teufeln, Hexen, Fabeltieren, Geistern oder
Dämonen seien der Ausdruck von Komplexen (vgl. Hark 102).


Kritik: Es gilt hier
dasselbe wie bei den Mythen. Daß es wirkliche Hexen gab, steht
außer Frage. Bei Teufeln, Geistern und Dämonen ist deren
reale Existenz außerhalb dessen, der sie wahrnehmen kann,
zumindest nicht auszuschließen. Sogar die Vorstellungen von
Fabeltieren oder Monstern können unbewußte Erinnerungen an
genetische Experimente einer technologischen Kultur von
Außerirdischen sein (vgl. Dopatka, Artikel "Mutanten",
S. 240ff).


C.
G. Jung befaßte sich ausführlich mit dem Thema in
"Geheimnisvolles am Horizont – Von Ufos und ähnlichen
Phänomenen" (1958).
Sein Schluß: "Es
wird etwas gesehen, aber man weiß nicht was
"
(S. 10). Sein Erklärungsangebot: "Es sind, wie es scheint,
Veränderungen in der Konstellation der psychischen Dominanten,
der Archetypen, der ‚Götter‘, welche säkulare Wandlungen
der kollektiven Psyche verursachen oder begleiten" (S. 9).


© Gunthard Rudolf Heller, 2013

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WEHR, Gerhard: C. G. Jung mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt, Reinbek bei Hamburg 1989

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WÖRTERBUCH DER ANTIKE mit Berücksichtigung ihres Fortwirkens, in Verbindung mit E. Bux und W. Schöne begründet von Hans Lamer, fortgeführt von Paul Kroh, Stuttgart 81976

Gunthard Heller

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