Reflektionen zur Entstehung der Welt, ihr System und ihren Sinn

Teaser: In diesem Artikel beschäftigt sich der Autor Heinz Altmann mit den ältesten Fragen der Philosophie. Was ist die Welt? Wie entstand die Welt und das Leben? Was ist Realität und wie können wir sie erkennen? Er versucht in dieser umfassenden Reflektion die einzelnen Standpunkte zusammenzudenken.

Was wissen wir über Realität?

Probleme erschütterten schon immer die Welt, doch nie in Dimensionen wie heute. Die neue Situation erfordert neue Strategien. Bemühungen um Schadensbegrenzung genügen nicht. Heute, wo die physischen Urkräfte durch Wissenschaft und Technik in den Dienst der Menschheit genommen sind, muss als Gegengewicht die Urkraft des lebendigen Geistes her. Was aber ist lebendiger Geist? Wie kam er überhaupt in die Welt?

Erde SonnenaufgangDie Materie ist bis ins Kleinste und Größte erforscht. Das erweckt den Anschein, als wäre man im Besitz eines ziemlich klaren Bildes von der Welt. Und doch befriedigt dieses Bild nicht. Wir wissen nicht, wo wir herkommen.

Wir wissen nicht, wie die Welt entstanden ist, woher sie ihre Dynamik hat, ob sie ein Ziel hat oder nicht. Wir wissen auch nicht, ob Bewusstsein zufällig oder notwendig in die Welt kam, und wir wissen nicht, ob Leben, Leid und Tod Sinn haben. Solange diese Fragen nicht geklärt sind, können wir nicht sicher sein, ob wir ein realistisches Bild von der Welt, uns selbst und allem anderen haben.

In mangelnder Kenntnis der Realität, lag schon immer das Hauptproblem. Dieses Faktum ist die wahre Ursache von allem selbstgemachten Elend. Bisher heilte die Zeit die Wunden. Heute jedoch verfügt die Menschheit über zyklopische Kräfte, die, falsch angewendet, ihr die Lebensgrundlage für immer entziehen können.

Mit keinen Appellen an die Vernunft und durch keine staatlichen Verordnungen ist die aktuelle, negative Entwicklung aufzuhalten. Nur ein besseres Weltbild könnte die Lage zum Positiven wenden. Ein besseres Weltbild könnte aber nur entstehen, indem es im Bewusstsein aller wüchse, in Spezialisten wie in Laien – als Kooperation von Fachwissen und gesundem Menschenverstand.

Wo ist der Maßstab? Religionen und Realtität ...

Um einen Einstieg in das Thema Realität und somit zur Wurzel aller Verirrungen und Verwirrungen zu finden, ist hier exemplarisch die Spannung zwischen Islam und Christentum bzw. zwischen Ost und West gewählt. Von Kulturkampf ist die Rede. Doch wieviele Christen gibt es denn noch im Christentum? Und wieviele Moslems im Islam? Echte Moslems sind friedfertig, echte Christen auch. Kulturkampf, wenn es denn einen gibt, findet auf einer anderen Ebene statt.

Finden er zwischen Ost und West statt? Indirekt schon, aber selbst das ist nicht die ganze Wahrheit. Orient und Okzident sind zwar zwei Welten, doch stets fand auch fruchtbarer Austausch zwischen ihnen statt. Man könnte sagen, das mentale Verhältnis ist wie bei einem Ehepaar – Bauch und Hirn. Neben dem Schönen gibt es in einer Ehe Missverständnisse, oft auch Rechthaberei und Unterdrückung bis hin zur Gewaltanwendung. Nicht selten führt der Eheweg in die Entfremdung.

In ihrem gegenwärtigen Zustand gleichen die zwei Welten zwei nebeneinander liegenden, schlecht isolierten Wohnungen. Die Bewohner der östlichen Wohnung pflegen die Tradition und setzen auf Hierarchie als ordnende Kraft. Einschränkung der Individualität und die damit verbundene Reduzierung individueller Potenziale nehmen sie in Kauf.

Die Bewohner der westlichen Wohnung hingegen leben ihre errungene individuelle Freiheit aus. Das fördert zwar kreative Potenziale und belohnt mit wissenschaftlichem, technischem und wirtschaftlichem Fortschritt, doch sie bricht auch schützende Tabus und öffnet Pforten zu dunklen Abgründen. Würden die negativen Folgen in der jeweiligen „Familie“ bleiben, wäre es nicht so schlimm. In der globalisierten Business- und Funwelt sind aber die Verflechtungen eng und die Wände dünn. Das stört die Hüter der Traditionen, vor allem in der islamischen Welt.

Soll jetzt, um Frieden zu schaffen, der aus christlichen Wurzeln gewachsene Westen seine leidvoll errungene Freiheit aufgeben? Das kann nicht die Lösung sein. Wie aber soll es weiter gehen? Durch guten Willen allein geht es nicht. Guten Willen gibt es nicht nur unter den Hauptopfern in Ost und West – den kleinen Leuten – guten Willen findet man auch bei Privilegierten auf beiden Seiten. Bei allem guten Willen und mit allen gut gemeinten Taten – die Welt wird nicht besser.

Niemand in Ost und West kann das Grundübel beseitigen, niemand überblickt die komplexen Zusammenhänge in der täglich komplizierter werdenden Welt. Das geistige Fassungsvermögen reichte zwar noch nie, aber wenigstens konnte früher jede Kultur irgendwie alles in eine ihrem Wesen adäquate übergeordnete Ganzheit bringen. Heute gefährdet oder zerstört die zusammenwachsende, vorwiegend merkantile Welt alle regionalen Welten. Das beschädigt traditionelle Maßstäbe und begünstigt regional wie global das Chaos.

KircheDie veränderten übergeordneten Weltverhältnisse erfordern dringend einen allgemeingültigen Maßstab. Dafür aber gibt es ohne einen plausiblen überregionalen Bezugspunkt schwerlich Konsens. So ein Bezugspunkt kann erst dann ins Blickfeld kommen, wenn der Grund für die Existenz der Welt und des Menschen gefunden ist.

Das einzig Verbindliche, das sich bislang im Nebel der Gegenwart ausmachen lässt, sind Signale aus der Realität. Sie zwingen mit steigendem Druck die in Konventionen festgefahrene und durch Interessenkonflikte gespaltene Menschheit über ihren Schatten zu springen. Schatten, das ist vor allem die materialistisch-egoistische Weltsicht.

Mit Waffen und Machtgehabe ist kein Standpunkt zu legitimieren, nur die hinter den Dingen stehende Realität kann das. Sie bringt Egoismen und realitätsferne Systeme zu Fall. Darüber kann viel Zeit vergehen. Heute aber kann nicht gewartet werden bis die Zeit die Sache regelt, dafür sind die in Menschenhand liegenden Machtmittel zu gewaltig.

Jetzt muss das ganze geistige Potenzial aufgewendet werden, um die finale Katastrophe zu vermeiden. Reichlich Anschauungsmaterial zur Fehlervermeidung stellt die Geschichte zur Verfügung, und rationales Wissen wird von der Wissenschaft geliefert. Erfahrung und Wissen müssen aufgegriffen und vereint werden. Dann rücken die Dinge an ihren natürlichen Platz. Und die Keulen können eingemottet werden.

Technischer Fortschritt und geistige Entwicklung ...

Der technische Fortschritt in der Menschheitsgeschichte ist gewaltig, nicht so die menschliche Entwicklung. Doch schon immer gab es vereinzelt Menschen, die mit einem besonderen Gespür für die Realität die Welt sahen und versuchten mit Mitteln ihrer Zeit ihr Empfinden zum Ausdruck zu bringen. Weil faktisches Wissen fehlte, sprach man in Bildern, wie zum Beispiel in der Parabel von Adam und Eva.

Rationaler Materialismus und eigennütziges Machtstreben begleitet die Menschheit gewissermaßen seit Adam und Eva. Der Apfel ist nicht nur Metapher für Wissen und Macht, er ist auch Sinnbild für Materie. Verzehr des Apfels symbolisiert vor allem die geistige Nutzung der in der Materie schlummernden Kräfte. Und die von der Schlange versprochene Gottgleichheit steht für Macht über die Materie.

Bedenkt man, wie Wissenschaft und Technik die materielle Macht stärkten und was Beharren in Konventionen, Dogmen und überlebten Riten anrichtet, muss man sagen, da ist was dran. Auch an der Vertreibung aus dem Paradies ist was dran. Der göttliche Auftrag „macht euch die Erde untertan“ (Mose 1,28), soll nicht heißen ausbeuten, unterdrücken und missbrauchen, sondern die materielle Welt geistig verarbeiten, um somit die Ressourcen der Welt in konstruktivem Sinne zu nutzen. Dazu aber bedarf es der Hinwendung zur Realität.

astronautWas ist „Realität?“ Menschliche Weltsicht zeigt immer ein mehr oder weniger persönlich gefärbtes und begrenztes Bild der Realität. Die wahre Realität ist die Ganzheit des Seins, mit Gutem und Schlechtem, mit Leben und Tod. Der materielle Teil der Welt - meint man - sei gut erforscht. In Wahrheit liegen 95% der Materie im Dunkel.

Und was Leben und Geist betrifft, darüber ist man völlig im Unklaren. Was heute allgemein unter Realität verstanden wird, ist hochgradige Sichtverengung.

Wen wundert es da, dass in so einem eingeschränkten Weltbild kein allgemeingültiger Maßstab zu finden ist; und folglich jeder Mensch in seinem kurzen Leben vor allem für sich selber sorgt.

Die Hoffnung doch noch einen allgemeinen Maßstab zu finden, ist nicht so aussichtslos wie es scheint. Einfache, aber leistungsstarke Mittel stehen zur Verfügung. Das sind vor allem der aus der Seele kommende gesunde Menschenverstand, dann der rationale Kopfverstand, sowie die weltoffene Vernunft, die Bereitschaft, die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse bewusst wahrzunehmen und nicht zuletzt der Wille zur Selbstkorrektur.

Mit diesen Mitteln und Potenzialen, in Verbindung mit einer authentischen Wesensart, kann jeder seinen Zugang zur wahren Welt finden. In diesem Bemühen verbindet sich unkompatibel und seelenlos Erscheinendes zur lebendigen Ganzheit.

Chance im Stillstand der Erkenntnis

Heute herrscht vielfach die Meinung, eine Wahrheit gäbe es nicht - die Welt bestünde aus vielen Wahrheiten. Aus subjektiver Sicht ist das richtig. Wenn tausend Menschen auf dem Petersplatz stehen, sieht jeder den Petersdom aus einem anderen Blickwinkel. Das sind dann tausend subjektive Wahrheiten. Der Petersdom selber hingegen ist die allgemeine Wahrheit, ebenso allgemein ist auch die Realität.

Sie ist der Boden des Seins, die Ursache aller Grundbedürfnisse und die Wurzel der Grundrechte. Obwohl das niemand ernsthaft bestreitet, geht es in der Welt dennoch ziemlich rechtlos zu. Wesentlichen Anteil am hartnäckigen Übel hat das beschränkte und deformierte Weltbild.

Die schnelllebige Zeit von heute vermittelt den Eindruck als wäre sie in rasanter Entwicklung begriffen. In Wahrheit rotiert sie auf der Stelle. Was passiert, sind lediglich Variierungen oder Perfektionierungen alter Errungenschaften und vergangener Moden. Das sind zwar Veränderungen, Fortschritt aber sähe anders aus, er würde dem Leben und der Natur dienen.

Seit die Menschheit sich zu zivilisieren begann, verbessern Machthaber ihre Machtpotenziale. Ergebnisse und Wirkungen wurden immer gewaltiger, die menschlichen Unzulänglichkeiten aber blieben auf altem Niveau. In dem Maß wie technische Mittel und Möglichkeiten zunahmen, wuchsen auch Deformationen an Mensch, Kultur und Natur.

In dieser historisch gewachsenen destruktiven Spirale gab es immer wieder Menschen, die für sich einen Ausweg aus der entwicklungshemmenden Atmosphäre suchten und manchmal auch fanden. Nie aber gingen große soziale Gemeinschaften so einen Weg, geschweige denn die Menschheit. Wenn es aber weiter geht wie bisher, sind die Tage der Menschheit gezählt.

Bemerkenswert an der Menschheitsgeschichte ist, dass sich heute, zum Zeitpunkt der höchsten Not an Geist und Leben, zugleich auch die tiefsten Einsichten in das Wesen der physikalischen Welt auftun. Das öffnet erstmals weit das Tor zu einem Weg in die lebendige Welt. Dort könnte der Sinn für die so oft als sinnlos erlebte Welt gefunden werden.

Auf diesem Weg könnten jene Wünsche, die außerhalb der materiellen Sphäre tief in der Seele gründen, erfüllbar werden. Dann könnten sich tiefsitzende Ängste, fehlgeleitete Triebe und destruktive Neigungen auflösen. Solche Veränderungen kämen dem Einzelnen ebenso zugute wie der Allgemeinheit.

Um die Chance der Stunde zu nutzen, müssten allerdings wissenschaftliche Erkenntnisse, sowie die Grenzen ihrer Möglichkeiten ins allgemeine Weltbild integriert werden. Erster Schritt hierzu wäre, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Welt nicht nur physikalisch ist, sondern – wie wir selber auch –, aus Leben und Geist besteht. Weil wir Spiegel der Welt sind, haben wir die Möglichkeit, die Welt zu erkennen. Für diese schlichte Einsicht müssen allerdings eingefleischte Konventionen abgebaut werden.

Schöpfungsgeschichte - Sinn oder Unsinn?

Wir haben heute in einer Klarheit wie nie zuvor die Geschichte der Menschheit, sowie die der Schöpfung vor Augen, ebenso die Geschichte des Lebens auf der Erde. Wie nie zuvor haben wir Gelegenheit zu erforschen, wo die Wurzel allen Übels ist. Forschen ist bislang die Profession wissenschaftlicher Spezialisten. Doch zur Revision des veralteten Weltbildes ist auch die Mitarbeit der Laien gefragt. Sie haben den Vorzug auf kein wissenschaftliches Gebiet fixiert zu sein. Prinzipiell hat jeder Mensch der authentisch und offen ist, das Potenzial für einen ganzheitlichen Blick.

„Vor dem Schöpfungsanfang war nichts“. Ernsthaft kann daran niemand glauben. Dass es so nicht sein kann, sagt nicht nur der gesunde Menschenverstand, auch die Wissenschaft sagt es. Was aber war dann davor? Erwiesen ist: Der Urknall, mit dem alles begann, war pure Energie. Was aber ist Energie? Offensichtlich ist es differenziertes, gegensätzliches Kraftpotenzial.

Wie es zum Urknall kam, ist wissenschaftlich kaum zu klären. Aber das macht nichts, in uns selber ist eine plausible Antwort. Wir repräsentieren schließlich in unserem Wesenskern das Wesen der Schöpfung. Der gesunde Menschenverstand ist eine Verknüpfung zwischen Bewusstsein und diesem Wesenskern.

Lässt man diesen Mittler zwischen universellem und persönlichem Sein zu Wort kommen, sagt er: Weil es kein universelles Nichts gibt, war vor der Schöpfung relatives Nichts. Das impliziert, schon vor der Schöpfung gab es unendlich Vieles, auch andere lebende Wesen. In diesem endlosen Sein war so etwas wie ein Urknall möglich. Generell kommt etwas zum Knall, wenn ein in sich ruhendes Potenzial durch einen Impuls plötzlich aufgebrochen wird. Das ist leicht zu verstehen, wenn es im gegenständlichen Bereich geschieht, im ideellen hingegen, wo es keinen Raum und keine Zeit gibt, sind unsere Erfahrungswerte unbrauchbar.

Das soll aber nicht heißen, dass Ereignisse dort ganz dem Verstehen verschlossen bleiben, sie sind nur nicht auf direktem Weg zu verstehen. Gesicherte Fakten müssen aufgegriffen und logisch verknüpft werden. Dann ergibt sich ein Bild, das zwar nicht den Vorgang zeigt, aber als Analogie einen Eindruck vermittelt.

Fakt ist: Vor dem Anfang waren Bewegungspotenzial (Energie) und Ruhepotenzial (Materie) in vollkommener Symmetrie vereint. Etwas störte das Gleichgewicht, und die supersymmetrische Einheit zerfiel plötzlich in fortschreitende Asymmetrien. – Die abstrakte Einheit pluralisierte in konkretem Sein.

Trotz aller Vielfalt bleibt die Schöpfung ein in sich geschlossenes System. Ihre Gesamtenergie kann weder erhöht noch gemindert werden. Wird an einer Stelle Energie entzogen, tritt sie in veränderter Form anderswo wieder in Erscheinung (Energie-Erhaltungsgesetz). Ihre Materie, die ihrem Wesen nach beziehungslos erscheint, hat die Eigenschaft, mit jedem anderen Stückchen im Universum verbunden zu sein (Quantenphysik). Zweifellos, die Schöpfung ist eine Einheit, jedoch ohne ein lokalisierbares Zentrum.

BibelDennoch, heute weiß die Astrophysik, dass alles was die Natur braucht, um ein Universum zu entfalten, aus einer (bislang unauffindbaren) Quelle stammt. Sie weiß, dass sich unser ausdehnendes Universum in Richtung ständig zunehmender Entropie bewegt. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass bei zunehmendem Abstand zwischen Materieteilen die Gravitation schwächer wird.

Hinzu kommt noch die geheimnisvolle Wirkkraft der dunklen, abstoßenden Energie, vermutlich treibt sie den Raum auseinander. Astrophysiker sagen, solange das Rätsel der dunklen Energie und das des fehlenden Zentrums ungelöst bleibt, ist das Schicksal des Universums nicht auszumachen. Nur eins ist sicher, irgendwann und irgendwie wird es zugrunde gehen.

 Im Gegensatz zur Schöpfung sind Lebewesen offene Systeme. Permanent balancieren sie in einem Nichtgleichgewicht und sind bestrebt, es aufrecht zu erhalten. Ihre Strukturen beruhen auf kooperativer Basis. In dieser Weise können sie sich der natürlichen Tendenz, in die Unordnung hineinzurutschen eine zeitlang widersetzen.

So ein System muss Energie und Materie von außen importieren; es muss seine Abfallprodukte loswerden und es muss verbrauchten Brennstoff wieder auffüllen. So kann es auf bestimmte Zeit in einem Nichtgleichgewicht bleiben. Irgendwann aber gerät es in irreversibles Ungleichgewicht. Seine Struktur löst sich auf und die Substanz kehrt in den Urzustand zurück.

Alles Leben auf der Erde scheitert an der Unerreichbarkeit des symmetrischen Zustands. Daran kann auch menschliche Intelligenz nichts ändern. Dennoch, mit dem Menschen kam etwas in die Welt, das das Leben auf eine höhere Stufe brachte. Geistig nämlich ist er in der Lage vollkommene Symmetrie herzustellen, indem er die Extreme des Seins – das Alles und das „Nichts“ – zur Einheit verbindet. Diese Fähigkeit vereinigt, wenigstens für Augenblicke, das Jetzt mit dem Anfang und Ende des Universums. Das vollendet gewissermaßen die Schöpfung und rückt das Phänomen Leben in ein neues Licht.

Leben im Universum, war das nun zwingende Notwendigkeit oder war es Zufall? Wenn es Zufall war, dann ist es letztendlich ohne Ziel und Sinn. War es hingegen kein Zufall, dann war es zwangsläufig und hat seinen Sinn in einer Zweckerfüllung. Die Fähigkeit des Menschen, das Alles mit dem „Nichts“ zu verbinden, gibt reichlich Grund zur Annahme, dass die Schöpfung und das Leben einen konkreten Sinn haben.

09.10.2013 © seit 03.2008 Heinz Altmann
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