Reflektionen zur Entstehung der Welt, ihr System und ihren Sinn

Was wissen wir über Realität?

Probleme erschütterten schon immer die Welt, doch nie in Dimensionen wie heute. Die neue Situation erfordert neue Strategien. Bemühungen um Schadensbegrenzung genügen nicht. Heute, wo die physischen Urkräfte durch Wissenschaft und Technik in den Dienst der Menschheit genommen sind, muss als Gegengewicht die Urkraft des lebendigen Geistes her. Was aber ist lebendiger Geist? Wie kam er überhaupt in die Welt?

Erde Sonnenaufgang Die Materie ist bis ins Kleinste und Größte erforscht. Das erweckt den Anschein, als wäre man im Besitz eines ziemlich klaren Bildes von der Welt. Und doch befriedigt dieses Bild nicht. Wir wissen nicht, wo wir herkommen.

Wir wissen nicht, wie die Welt entstanden ist, woher sie ihre Dynamik hat, ob sie ein Ziel hat oder nicht. Wir wissen auch nicht, ob Bewusstsein zufällig oder notwendig in die Welt kam, und wir wissen nicht, ob Leben, Leid und Tod Sinn haben. Solange diese Fragen nicht geklärt sind, können wir nicht sicher sein, ob wir ein realistisches Bild von der Welt, uns selbst und allem anderen haben.

In mangelnder Kenntnis der Realität, lag schon immer das Hauptproblem. Dieses Faktum ist die wahre Ursache von allem selbstgemachten Elend. Bisher heilte die Zeit die Wunden. Heute jedoch verfügt die Menschheit über zyklopische Kräfte, die, falsch angewendet, ihr die Lebensgrundlage für immer entziehen können.

Mit keinen Appellen an die Vernunft und durch keine staatlichen Verordnungen ist die aktuelle, negative Entwicklung aufzuhalten. Nur ein besseres Weltbild könnte die Lage zum Positiven wenden. Ein besseres Weltbild könnte aber nur entstehen, indem es im Bewusstsein aller wüchse, in Spezialisten wie in Laien – als Kooperation von Fachwissen und gesundem Menschenverstand.

Wo ist der Maßstab? Religionen und Realtität …

Um einen Einstieg in das Thema Realität und somit zur Wurzel aller Verirrungen und Verwirrungen zu finden, ist hier exemplarisch die Spannung zwischen Islam und Christentum bzw. zwischen Ost und West gewählt. Von Kulturkampf ist die Rede. Doch wieviele Christen gibt es denn noch im Christentum? Und wieviele Moslems im Islam? Echte Moslems sind friedfertig, echte Christen auch. Kulturkampf, wenn es denn einen gibt, findet auf einer anderen Ebene statt.

Finden er zwischen Ost und West statt? Indirekt schon, aber selbst das ist nicht die ganze Wahrheit. Orient und Okzident sind zwar zwei Welten, doch stets fand auch fruchtbarer Austausch zwischen ihnen statt. Man könnte sagen, das mentale Verhältnis ist wie bei einem Ehepaar – Bauch und Hirn. Neben dem Schönen gibt es in einer Ehe Missverständnisse, oft auch Rechthaberei und Unterdrückung bis hin zur Gewaltanwendung. Nicht selten führt der Eheweg in die Entfremdung.

In ihrem gegenwärtigen Zustand gleichen die zwei Welten zwei nebeneinander liegenden, schlecht isolierten Wohnungen. Die Bewohner der östlichen Wohnung pflegen die Tradition und setzen auf Hierarchie als ordnende Kraft. Einschränkung der Individualität und die damit verbundene Reduzierung individueller Potenziale nehmen sie in Kauf.

Die Bewohner der westlichen Wohnung hingegen leben ihre errungene individuelle Freiheit aus. Das fördert zwar kreative Potenziale und belohnt mit wissenschaftlichem, technischem und wirtschaftlichem Fortschritt, doch sie bricht auch schützende Tabus und öffnet Pforten zu dunklen Abgründen. Würden die negativen Folgen in der jeweiligen „Familie“ bleiben, wäre es nicht so schlimm. In der globalisierten Business- und Funwelt sind aber die Verflechtungen eng und die Wände dünn. Das stört die Hüter der Traditionen, vor allem in der islamischen Welt.

Soll jetzt, um Frieden zu schaffen, der aus christlichen Wurzeln gewachsene Westen seine leidvoll errungene Freiheit aufgeben? Das kann nicht die Lösung sein. Wie aber soll es weiter gehen? Durch guten Willen allein geht es nicht. Guten Willen gibt es nicht nur unter den Hauptopfern in Ost und West – den kleinen Leuten – guten Willen findet man auch bei Privilegierten auf beiden Seiten. Bei allem guten Willen und mit allen gut gemeinten Taten – die Welt wird nicht besser.

Niemand in Ost und West kann das Grundübel beseitigen, niemand überblickt die komplexen Zusammenhänge in der täglich komplizierter werdenden Welt. Das geistige Fassungsvermögen reichte zwar noch nie, aber wenigstens konnte früher jede Kultur irgendwie alles in eine ihrem Wesen adäquate übergeordnete Ganzheit bringen. Heute gefährdet oder zerstört die zusammenwachsende, vorwiegend merkantile Welt alle regionalen Welten. Das beschädigt traditionelle Maßstäbe und begünstigt regional wie global das Chaos.

Kirche Die veränderten übergeordneten Weltverhältnisse erfordern dringend einen allgemeingültigen Maßstab. Dafür aber gibt es ohne einen plausiblen überregionalen Bezugspunkt schwerlich Konsens. So ein Bezugspunkt kann erst dann ins Blickfeld kommen, wenn der Grund für die Existenz der Welt und des Menschen gefunden ist.

Das einzig Verbindliche, das sich bislang im Nebel der Gegenwart ausmachen lässt, sind Signale aus der Realität. Sie zwingen mit steigendem Druck die in Konventionen festgefahrene und durch Interessenkonflikte gespaltene Menschheit über ihren Schatten zu springen. Schatten, das ist vor allem die materialistisch-egoistische Weltsicht.

Mit Waffen und Machtgehabe ist kein Standpunkt zu legitimieren, nur die hinter den Dingen stehende Realität kann das. Sie bringt Egoismen und realitätsferne Systeme zu Fall. Darüber kann viel Zeit vergehen. Heute aber kann nicht gewartet werden bis die Zeit die Sache regelt, dafür sind die in Menschenhand liegenden Machtmittel zu gewaltig.

Jetzt muss das ganze geistige Potenzial aufgewendet werden, um die finale Katastrophe zu vermeiden. Reichlich Anschauungsmaterial zur Fehlervermeidung stellt die Geschichte zur Verfügung, und rationales Wissen wird von der Wissenschaft geliefert. Erfahrung und Wissen müssen aufgegriffen und vereint werden. Dann rücken die Dinge an ihren natürlichen Platz. Und die Keulen können eingemottet werden.

Technischer Fortschritt und geistige Entwicklung …

Der technische Fortschritt in der Menschheitsgeschichte ist gewaltig, nicht so die menschliche Entwicklung. Doch schon immer gab es vereinzelt Menschen, die mit einem besonderen Gespür für die Realität die Welt sahen und versuchten mit Mitteln ihrer Zeit ihr Empfinden zum Ausdruck zu bringen. Weil faktisches Wissen fehlte, sprach man in Bildern, wie zum Beispiel in der Parabel von Adam und Eva.

Rationaler Materialismus und eigennütziges Machtstreben begleitet die Menschheit gewissermaßen seit Adam und Eva. Der Apfel ist nicht nur Metapher für Wissen und Macht, er ist auch Sinnbild für Materie. Verzehr des Apfels symbolisiert vor allem die geistige Nutzung der in der Materie schlummernden Kräfte. Und die von der Schlange versprochene Gottgleichheit steht für Macht über die Materie.

Bedenkt man, wie Wissenschaft und Technik die materielle Macht stärkten und was Beharren in Konventionen, Dogmen und überlebten Riten anrichtet, muss man sagen, da ist was dran. Auch an der Vertreibung aus dem Paradies ist was dran. Der göttliche Auftrag „macht euch die Erde untertan“ (Mose 1,28), soll nicht heißen ausbeuten, unterdrücken und missbrauchen, sondern die materielle Welt geistig verarbeiten, um somit die Ressourcen der Welt in konstruktivem Sinne zu nutzen. Dazu aber bedarf es der Hinwendung zur Realität.

astronaut Was ist „Realität?“ Menschliche Weltsicht zeigt immer ein mehr oder weniger persönlich gefärbtes und begrenztes Bild der Realität. Die wahre Realität ist die Ganzheit des Seins, mit Gutem und Schlechtem, mit Leben und Tod. Der materielle Teil der Welt – meint man – sei gut erforscht. In Wahrheit liegen 95% der Materie im Dunkel.

Und was Leben und Geist betrifft, darüber ist man völlig im Unklaren. Was heute allgemein unter Realität verstanden wird, ist hochgradige Sichtverengung.

Wen wundert es da, dass in so einem eingeschränkten Weltbild kein allgemeingültiger Maßstab zu finden ist; und folglich jeder Mensch in seinem kurzen Leben vor allem für sich selber sorgt.

Die Hoffnung doch noch einen allgemeinen Maßstab zu finden, ist nicht so aussichtslos wie es scheint. Einfache, aber leistungsstarke Mittel stehen zur Verfügung. Das sind vor allem der aus der Seele kommende gesunde Menschenverstand, dann der rationale Kopfverstand, sowie die weltoffene Vernunft, die Bereitschaft, die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse bewusst wahrzunehmen und nicht zuletzt der Wille zur Selbstkorrektur.

Mit diesen Mitteln und Potenzialen, in Verbindung mit einer authentischen Wesensart, kann jeder seinen Zugang zur wahren Welt finden. In diesem Bemühen verbindet sich unkompatibel und seelenlos Erscheinendes zur lebendigen Ganzheit.

Chance im Stillstand der Erkenntnis

Heute herrscht vielfach die Meinung, eine Wahrheit gäbe es nicht – die Welt bestünde aus vielen Wahrheiten. Aus subjektiver Sicht ist das richtig. Wenn tausend Menschen auf dem Petersplatz stehen, sieht jeder den Petersdom aus einem anderen Blickwinkel. Das sind dann tausend subjektive Wahrheiten. Der Petersdom selber hingegen ist die allgemeine Wahrheit, ebenso allgemein ist auch die Realität.

Sie ist der Boden des Seins, die Ursache aller Grundbedürfnisse und die Wurzel der Grundrechte. Obwohl das niemand ernsthaft bestreitet, geht es in der Welt dennoch ziemlich rechtlos zu. Wesentlichen Anteil am hartnäckigen Übel hat das beschränkte und deformierte Weltbild.

Die schnelllebige Zeit von heute vermittelt den Eindruck als wäre sie in rasanter Entwicklung begriffen. In Wahrheit rotiert sie auf der Stelle. Was passiert, sind lediglich Variierungen oder Perfektionierungen alter Errungenschaften und vergangener Moden. Das sind zwar Veränderungen, Fortschritt aber sähe anders aus, er würde dem Leben und der Natur dienen.

Seit die Menschheit sich zu zivilisieren begann, verbessern Machthaber ihre Machtpotenziale. Ergebnisse und Wirkungen wurden immer gewaltiger, die menschlichen Unzulänglichkeiten aber blieben auf altem Niveau. In dem Maß wie technische Mittel und Möglichkeiten zunahmen, wuchsen auch Deformationen an Mensch, Kultur und Natur.

In dieser historisch gewachsenen destruktiven Spirale gab es immer wieder Menschen, die für sich einen Ausweg aus der entwicklungshemmenden Atmosphäre suchten und manchmal auch fanden. Nie aber gingen große soziale Gemeinschaften so einen Weg, geschweige denn die Menschheit. Wenn es aber weiter geht wie bisher, sind die Tage der Menschheit gezählt.

Bemerkenswert an der Menschheitsgeschichte ist, dass sich heute, zum Zeitpunkt der höchsten Not an Geist und Leben, zugleich auch die tiefsten Einsichten in das Wesen der physikalischen Welt auftun. Das öffnet erstmals weit das Tor zu einem Weg in die lebendige Welt. Dort könnte der Sinn für die so oft als sinnlos erlebte Welt gefunden werden.

Auf diesem Weg könnten jene Wünsche, die außerhalb der materiellen Sphäre tief in der Seele gründen, erfüllbar werden. Dann könnten sich tiefsitzende Ängste, fehlgeleitete Triebe und destruktive Neigungen auflösen. Solche Veränderungen kämen dem Einzelnen ebenso zugute wie der Allgemeinheit.

Um die Chance der Stunde zu nutzen, müssten allerdings wissenschaftliche Erkenntnisse, sowie die Grenzen ihrer Möglichkeiten ins allgemeine Weltbild integriert werden. Erster Schritt hierzu wäre, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Welt nicht nur physikalisch ist, sondern – wie wir selber auch –, aus Leben und Geist besteht. Weil wir Spiegel der Welt sind, haben wir die Möglichkeit, die Welt zu erkennen. Für diese schlichte Einsicht müssen allerdings eingefleischte Konventionen abgebaut werden.

Schöpfungsgeschichte – Sinn oder Unsinn?

Wir haben heute in einer Klarheit wie nie zuvor die Geschichte der Menschheit, sowie die der Schöpfung vor Augen, ebenso die Geschichte des Lebens auf der Erde. Wie nie zuvor haben wir Gelegenheit zu erforschen, wo die Wurzel allen Übels ist. Forschen ist bislang die Profession wissenschaftlicher Spezialisten. Doch zur Revision des veralteten Weltbildes ist auch die Mitarbeit der Laien gefragt. Sie haben den Vorzug auf kein wissenschaftliches Gebiet fixiert zu sein. Prinzipiell hat jeder Mensch der authentisch und offen ist, das Potenzial für einen ganzheitlichen Blick.

„Vor dem Schöpfungsanfang war nichts“. Ernsthaft kann daran niemand glauben. Dass es so nicht sein kann, sagt nicht nur der gesunde Menschenverstand, auch die Wissenschaft sagt es. Was aber war dann davor? Erwiesen ist: Der Urknall, mit dem alles begann, war pure Energie. Was aber ist Energie? Offensichtlich ist es differenziertes, gegensätzliches Kraftpotenzial.

Wie es zum Urknall kam, ist wissenschaftlich kaum zu klären. Aber das macht nichts, in uns selber ist eine plausible Antwort. Wir repräsentieren schließlich in unserem Wesenskern das Wesen der Schöpfung. Der gesunde Menschenverstand ist eine Verknüpfung zwischen Bewusstsein und diesem Wesenskern.

Lässt man diesen Mittler zwischen universellem und persönlichem Sein zu Wort kommen, sagt er: Weil es kein universelles Nichts gibt, war vor der Schöpfung relatives Nichts. Das impliziert, schon vor der Schöpfung gab es unendlich Vieles, auch andere lebende Wesen. In diesem endlosen Sein war so etwas wie ein Urknall möglich. Generell kommt etwas zum Knall, wenn ein in sich ruhendes Potenzial durch einen Impuls plötzlich aufgebrochen wird. Das ist leicht zu verstehen, wenn es im gegenständlichen Bereich geschieht, im ideellen hingegen, wo es keinen Raum und keine Zeit gibt, sind unsere Erfahrungswerte unbrauchbar.

Das soll aber nicht heißen, dass Ereignisse dort ganz dem Verstehen verschlossen bleiben, sie sind nur nicht auf direktem Weg zu verstehen. Gesicherte Fakten müssen aufgegriffen und logisch verknüpft werden. Dann ergibt sich ein Bild, das zwar nicht den Vorgang zeigt, aber als Analogie einen Eindruck vermittelt.

Fakt ist: Vor dem Anfang waren Bewegungspotenzial (Energie) und Ruhepotenzial (Materie) in vollkommener Symmetrie vereint. Etwas störte das Gleichgewicht, und die supersymmetrische Einheit zerfiel plötzlich in fortschreitende Asymmetrien. – Die abstrakte Einheit pluralisierte in konkretem Sein.

Trotz aller Vielfalt bleibt die Schöpfung ein in sich geschlossenes System. Ihre Gesamtenergie kann weder erhöht noch gemindert werden. Wird an einer Stelle Energie entzogen, tritt sie in veränderter Form anderswo wieder in Erscheinung (Energie-Erhaltungsgesetz). Ihre Materie, die ihrem Wesen nach beziehungslos erscheint, hat die Eigenschaft, mit jedem anderen Stückchen im Universum verbunden zu sein (Quantenphysik). Zweifellos, die Schöpfung ist eine Einheit, jedoch ohne ein lokalisierbares Zentrum.

Bibel Dennoch, heute weiß die Astrophysik, dass alles was die Natur braucht, um ein Universum zu entfalten, aus einer (bislang unauffindbaren) Quelle stammt. Sie weiß, dass sich unser ausdehnendes Universum in Richtung ständig zunehmender Entropie bewegt. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass bei zunehmendem Abstand zwischen Materieteilen die Gravitation schwächer wird.

Hinzu kommt noch die geheimnisvolle Wirkkraft der dunklen, abstoßenden Energie, vermutlich treibt sie den Raum auseinander. Astrophysiker sagen, solange das Rätsel der dunklen Energie und das des fehlenden Zentrums ungelöst bleibt, ist das Schicksal des Universums nicht auszumachen. Nur eins ist sicher, irgendwann und irgendwie wird es zugrunde gehen.

 Im Gegensatz zur Schöpfung sind Lebewesen offene Systeme. Permanent balancieren sie in einem Nichtgleichgewicht und sind bestrebt, es aufrecht zu erhalten. Ihre Strukturen beruhen auf kooperativer Basis. In dieser Weise können sie sich der natürlichen Tendenz, in die Unordnung hineinzurutschen eine zeitlang widersetzen.

So ein System muss Energie und Materie von außen importieren; es muss seine Abfallprodukte loswerden und es muss verbrauchten Brennstoff wieder auffüllen. So kann es auf bestimmte Zeit in einem Nichtgleichgewicht bleiben. Irgendwann aber gerät es in irreversibles Ungleichgewicht. Seine Struktur löst sich auf und die Substanz kehrt in den Urzustand zurück.

Alles Leben auf der Erde scheitert an der Unerreichbarkeit des symmetrischen Zustands. Daran kann auch menschliche Intelligenz nichts ändern. Dennoch, mit dem Menschen kam etwas in die Welt, das das Leben auf eine höhere Stufe brachte. Geistig nämlich ist er in der Lage vollkommene Symmetrie herzustellen, indem er die Extreme des Seins – das Alles und das „Nichts“ – zur Einheit verbindet. Diese Fähigkeit vereinigt, wenigstens für Augenblicke, das Jetzt mit dem Anfang und Ende des Universums. Das vollendet gewissermaßen die Schöpfung und rückt das Phänomen Leben in ein neues Licht.

Leben im Universum, war das nun zwingende Notwendigkeit oder war es Zufall? Wenn es Zufall war, dann ist es letztendlich ohne Ziel und Sinn. War es hingegen kein Zufall, dann war es zwangsläufig und hat seinen Sinn in einer Zweckerfüllung. Die Fähigkeit des Menschen, das Alles mit dem „Nichts“ zu verbinden, gibt reichlich Grund zur Annahme, dass die Schöpfung und das Leben einen konkreten Sinn haben.

Supersymmetrie – die falsche Fährte?

Die Suche nach Sinn trieb die Menschheit durch die Geschichte und die Wissenschaft zu Höchstleistungen. Heute versucht die Physik den vielfältigen „Teilchenzoo“ mit den unterschiedlich gebrochenen Symmetrien aus einer einzigen, gleichwertigen, hochsymmetrischen Teilchensorte abzuleiten. Doch mit der experimentellen Bestätigung dieser Vereinigungstheorie ist es schwierig. Darum ist nicht zu entscheiden, welches der bislang konstruierten Weltbilder richtig ist. Solange in solchen Dingen keine Klarheit herrscht, bleiben elementare Fragen offen.

Physik Formeln Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, für eine Theorie, die zur Vereinigung aller Kräfte führen soll, eine geschlossene, in sich stimmige mathematische Struktur zu finden.

Ansätze dazu finden sich allerdings in der Stringtheorie, sowie in der Annahme einer Supersymmetrie. Doch der Begriff Supersymmetrie steht im Widerspruch zum gesuchten Ur-Teilchen. Wenn mit Supersymmetrie die universelle Symmetrie gemeint ist, kann sie kein Ur-Teilchen als Grundlage aller Teilchen sein.

Denn universelle Symmetrie neutralisiert jeden Gegensatz und hebt jede Wirkkraft auf, sie ist raum-, zeit- und eigenschaftslos. Sie ist wie nichts – sie ist das „Nichts“. Aus ihrer Einheit kann nichts heraustreten. Sie ist aber als raumzeitloser, immaterieller „Kern“ in allen Dingen drin. Um diesen „Kern“, dem Zentrum, kreisen die Kräfte von allen geordneten Dingen und verbinden alles zur Ganzheit.

Wie in jedem Ding und um jedes Ding, so kreisen auch Kräfte aus dem Zentrum um die Gesamtmasse des Seins und verbinden alles zur Einheit. In dieser sind Immaterielles mit Materiellem und Vergängliches mit Unvergänglichem im ewigen Gleichgewicht.

Die Urformen der Teilchen können nur vom Rand der Ausgewogenheit, dem – wie die Physiker sagen – Energievakuum kommen. Dieser Grenzbereich zwischen Sein und Nichtsein ist so minimal, dass er wie nichts ist. Hier entstehen zwangsläufig die ersten Gegensätzlichkeiten. In raschem Wechsel zwischen Sein und Nichtsein bilden sie die kleinsten Räume in kürzesten Zeitintervallen.

In elementarer Abstufung sind diese dynamisch vereinten Minigegensätze die ewig pulsierende Basis des konkreten Seins. Als die geringstmögliche Raum-Zeit-Distanz wird sie von der Physik Planck-Länge genannt.

Nirgends, nicht einmal an der Basis gibt es die von der Physik gesuchte hochsymmetrische, gleichwertige Teilchensorte aus der alle Teilchen abgeleitet werden könnten. Teilchen jeder Art verdanken ihr Dasein einer dosierten Nichtsymmetrie. Zusammen sind sie die erste Stufe des konkreten Seins. Auf weiteren Stufen realisieren sich potenzielle Eigenschaften. Obwohl der Urknall mit der Supersymmetrie in direkte Verbindung gebracht werden kann, ist er nicht die wahre Ursache des Universums. Er kann nur die Matrix für die physikalischen Gesetze sein.

Ideale Form – der Kern des Universums?

Weil das Universum beim Urknall aus einem Punkt purer Energie entstanden war und sich materielle Differenzierung in Lichtgeschwindigkeit ballonartig aufblähte, meint man die Schöpfung sei wie die Erde kugelförmig. Diese Ansicht bietet keinen Ansatz zum Verstehen der Welt. Wer oder was bläst den „Ballon“ auf? Woher hat die Schöpfung ihre endlose Dynamik? Und woher hat die Erde ihre Fruchtbarkeit?

Seit alters her wird die Welt kreis- oder kugelförmig gesehen. Diese Idealformen genügen nicht als Muster für das Weltsystem. Die kleinste Kugel ist ein Punkt, und der kleinste Kreis verschwindet im Punkt. An diesem Punkt steht heute die Wissenschaft und kann die Welt nicht verstehen. Das Elementarteilchen als Energiepunkt bietet ebenso wenig wie die diffuse, zentrumslose Kugelform des Universums eine Erklärungsmöglichkeit für die Dynamik der Welt. Ganz anders sähe es bei einem schleifenförmigen Energiefließsystem aus.

Kugeln metall Da gibt es auch einen kleinsten Punkt, aber einen mit besonderen Eigenschaften. In ihm ist die Charakteristik aus zwei gegenüberliegenden Bereichen verdichtet, wie Positiv und Negativ, und vielleicht auch als Materie und Antimaterie oder Universum und Antiuniversum. An ihm wären die Gegensätze der Welt zur relativ symmetrischen Ganzheit verbunden. Das Ganze wäre ein dynamisches Fließsystem, mit dem Schnittpunkt als komprimiertes Zentrum. Aufschlussreich ist die lateinische Wurzel von Universum, im Lateinischen bedeutet unus „ein“ und versum „wenden“, „drehen“, „umkehren“.

Verstanden etwa die Weisen der Antike die Welt besser als wir? Sahen sie die Welt vielleicht wie das System des Menschen?: Zweigeteilt und leicht asymmetrisch. Dualität ist die Voraussetzung für Reflexionsfähigkeit und Dynamik. Erwiesen ist, hätte es am Anfang der Schöpfung nicht einen leichten Überschuss von Materie im Vergleich zur puren Energie gegeben, hätte sich das Universum nie über einen Ausbruch reiner Energie hinausentwickelt.

Und gäbe es zum materiellen Universum kein Gegenstück, dann gäbe es keine Evolution. Ohne Reflektion und Kopierfähigkeit hätte es keine Entwicklung zu immer komplexeren Formen gegeben.

Es kann eingewendet werden: die Durchmesser der Kugel in Länge, Breite, Tiefe und Höhe kreuzen sich in der Mitte. Dieser zentrale Punkt könnte auch Schnittpunkt von Fließbahnen sein. Allerdings müssten sie asymmetrisch sein, sonst fehlte die Dynamik. Wenn sie asymmetrisch wären, gäbe es zwar Dynamik, die Kugel aber wäre dann nicht rund. Auf begrenzte Konkretisierungen trifft das tatsächlich zu.

Sie sind aber alle nur Teile des Systems. Die Ganzheit, die die Grundlage allen Seins ist, ist symmetrisch, also rund. Allein in ihr sind alle Symmetrien in einer Weise enthalten, dass sie insgesamt ein Gleichgewicht darstellen. Diese Rundheit kann also nicht auf Teile eines begrenzten Ganzen übertragen werden. Dynamik ist nur durch Teilung der abstrakten symmetrischen Ganzheit in asymmetrische Konkretisierungen, die in Abhängigkeit verbunden bleiben, wie der Tag und die Nacht, möglich. Die einfachste Form dieses dynamischen Systems ist die Schleifenform.

Erst alles zusammen ergibt das Runde und zugleich auch das Größte. Doch weil es alles ist, ist es zugleich auch mit seinem Gegensatz – dem Kleinsten – identisch. Als Einheit ist es das ewige Sein. Im Zentrum, dem Punkt, haben die Fließbahnen des konkreten Seins ihren Schnittpunkt. Diese Logik fehlt im aktuellen Weltbild. Theorien vom Multiversum und von Energieschleifen allerdings gibt es.

Alles spricht dafür, dass der Urknall so etwas wie eine Kernspaltung war, bei der eine ursprüngliche, einigermaßen ausgewogene Einheit, nahe an der Einheit, irgendwie gestört und dadurch plötzlich und gewaltsam in konkretisierende Gegensätzlichkeiten gespalten wurde, wobei dennoch der Schnittpunkt alle Teile zur Ganzheit verband.

In symbolischer Darstellung ist die materielle Schöpfung (die nur ein Teil der Schöpfung ist) eine unrunde Kreisform. Die ganzheitliche Schöpfung hingegen sind zwei unrunde Kreise, die sich leicht berühren. Als aktive Ganzheit ist das eine Schleife. Das ganze Sein ist symbolisch als Blumenblüte darstellbar: im Zentrum ist das potenzielle Sein; die Peripherie ist die raumzeitliche Masse; zwischen den beiden Extremen, Zentrum und Peripherie (die als Absolutheit identisch sind), sind die vielfältigen Schleifen der konkreten Pluralisierungen als kleinste, kleine und große „Blütenblätter“ darstellbar.

Eine Welt – ein Gott – viele Standpunkte

Nahe am Zentrum des Seins sind differenzierte, fast symmetrische Ganzheiten. Weil so eine fast symmetrische Ganzheit ihre besondere Charakteristik hat, gibt es viele. Unser Universum war vor seinem Entstehen eine davon. Durch eine Störung kam es zum Urknall und ihr idealer Vorschöpfungszustand zerbarst in kleinste Bestandteile. Seitdem kämpfen zwei „Willen“ gegeneinander, der eine will alles zur Einheit verbinden, der andere strebt zum formlosen „Nichts“ – zum Chaos.

Alle Schöpfungsmythen sprechen in ihrer Weise von einem vorweltlichen Drama. Bei allen geht es um die Wiederherstellung des zertrümmerten ehemals harmonischen Reiches. In Mythen treten die Mächte des Guten und Bösen als Götter auf. In jüngeren Fassungen ist aus guten Göttern der Allvater geworden; und aus bösen wurde der leibhaftige Widersacher. Beide haben ein Heer von Helfern. Auf der einen Seite sind es Engel, auf der anderen böse Geister. Der Allvater ist die Ganzheit. Sein Thron ist pure Energie mitten im Reich des Geistes. Dem Widersacher gehört, weit ab vom Thron, das dunkle Reich der erstarrten Energie (Materie) mitsamt dem Abgrund des Chaos.

Dieses personalisierte, elementare Gegensatzpaar, mit entsprechenden Herrschaftsgebieten, haben alle monotheistischen Religionen zum Inhalt. Doch trotz dieses gemeinsamen Nenners sind sie sich über Gott und sein Reich nicht einig. Mehr Übereinstimmung gibt es hinsichtlich des Widersachers. Jede Glaubensrichtung geht davon aus, dass sie zur Verbreitung ihrer Ansichten direkt von Gott beauftragt wäre.

Religionen Christen Der christlich-jüdische Gott verkörpert als persönlicher Gott sowohl das Zentrum des Seins als auch die Ganzheit des Seins, einschließlich des Chaos. Seinem Widersacher, dem Herrn des Chaos, gewährt er Freiheit. Ihm begegnet er wie ein Judokämpfer, – der siegt, indem er die Energie des Gegners für sich nutzt.

Diese Vorstellung kommt der modernen physikalischen Weltsicht nahe. Physikalisch setzt sich die differenzierte Ganzheit des Universums aus drei Bereichen zusammen: Aus einem fiktiven Zentrum als Ursprungsort der Naturgesetze, aus konkreter Masse und aus verbindender Energie.

In christlichen Metaphern sind das Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dieser Trinität steht die trennende Energie des Widersachers entgegen.

Besonders für Moslems ist die jüdisch-christliche Vorstellung von Gott ein Ärgernis. Der Islam lehrt die Unteilbarkeit Gottes (Zentrum des Seins). Was sagt die Vernunft dazu? Sie sagt: Auf die Sichtweise kommt es an. Betrachtet man das Zentrum des Seins, sieht man allein das Unteilbare. Da haben Sohn und Heiliger Geist wirklich keinen Platz. Der jüdisch-christliche Glaube indes bezieht sich auf die Ganzheit des Seins. Bei Moses (1,27) heißt es „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“.

Das trifft tatsächlich auf die Ganzheit des Seins ebenso zu, wie auf die Ganzheit des Menschen. Beim Menschen ist der Seelenkern das Zentrum (Gott); der Körper einschließlich des Hirns ist die materielle Substanz (Sohn); und die Energieströme, die das ganze Wesen zusammenhalten, ist die verbindende Kraft (Heiliger Geist.)

Aus jüdisch-christlicher Sicht trat das Wort Gottes (das Potenzial) aus dem Zentrum hervor und materialisierte zur Schöpfungssubstanz. Physikalisch wurde aus Abstraktem konkrete Substanz und daraus schließlich lebendige Wesen.

Das Johannes Evangelium beginnt mit den Worten: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“

Im Prinzip bringt die Mathematik nichts anderes zum Ausdruck: Der Anfang ist die Einheit. In ihr ist das Größte und das Kleinste vereint. Da Größtes weder größer noch kleiner werden kann, und Kleinstes weder größer noch kleiner, sind beide Extreme identisch. Alles und „Nichts“ also sind zusammen eine Einheit, als solche sind sie die Eins. Darin ist die Unendlichkeit ebenso enthalten wie die Null (bedeutend in diesem Zusammenhang ist die potenzierende Fähigkeit der Null).

Auf der Eins baut sich die Zahlenreihe bis ins Unendliche auf. Aus Vermischungen der Zahlen und logischen Kombinationen lassen sich ganze Welten bauen. Auf diesem System beruht die Mathematik, wie auch die Ordnung der Naturgesetze. Daraus ist die ganze Welt entstanden und schließlich auch der Mensch als geistbegabtes Wesen.

Grundsätzlich kann über Religionen gesagt werden: Wie jeder Mensch, hat jede Religion innerhalb der Realität einen spezifischen Standpunkt. Jeder Standpunkt zeigt einen anderen Aspekt von der Wirklichkeit.

Religionen sollten sich wegen unterschiedlicher Standpunkte nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. Jede könnte aus den Standpunkten anderer nützliche Einsichten gewinnen. Das käme ihrer Identität zugute und würde zugleich die Menschheit bereichern. Religionen sollten bescheiden werden. Sie sollten einsehen, dass jeder Mensch, ob Mann, Frau oder Kind, ob Moslem, Jude, Christ oder andere, sozusagen gleichberechtigte Kinder Gottes sind.

Soll das nun heißen, dass die Probleme der Welt mit reformierter Religiosität zu lösen wären? Bestimmt nicht! Es wäre Orientierung nach außen. Außen aber ist kein solider Grund für allgemeine Ethik zu finden. Der einzige Grund, der alle und Alles verbindet, ist der Seelenkern des Menschen. Er ist direkt mit dem Zentrum verbunden. Der alte Spruch „jeder fange mit der Weltverbesserung bei sich selber an“ hat weiterhin Gültigkeit.

Noch etwas ist zu bedenken. Im Menschen wächst im Laufe seines Lebens der innere Mensch. Das ist eine energetische Kombination zwischen Mensch und Welt. Im Laufe des Lebens wird sie erworben. Der materielle Körper als Träger des inneren Menschen zerfällt und stirbt; als Informationsträger aber bleibt der innere Mensch übrig (Quantenmechanik).

Doch wenn der materielle Körper als Träger des inneren Menschen nicht mehr ist, dann muss er von der Realität getragen werden. Das heißt, nur das, was am inneren Menschen der Realität entspricht, kann ihn tragen. Er wird also auf das Reale reduziert, alles andere löst sich auf. Wenn er im Wesentlichen unrealistisch ist, stirbt er einen zweiten Tod. Schon bei den alten Ägyptern wird vom zweiten Tod gesprochen. Sie fürchteten ihn mehr als den ersten. Auch in der Bibel ist vielfach vom zweiten Tod die Rede.

Schlussbemerkung

Aus allem was an Erkenntnissen vorliegt, können die Fragen, was Leben ist, welchen Sinn das Leben hat und was die Aufgabe des Menschen in der Welt ist, deutlicher als in früheren Zeiten formuliert werden.

Leben kam nicht erst in die Welt, es war schon immer da. In niedrigster Form als Energie und ungeformter Materie. Im Energiequant sind Geist und Materie als Potentiale vereint. Was ist Geist? Und was ist Materie?

Geist ist die abstrakte Ganzheit des Seins. Er umfasst alles, in ihm sind alle Gegensätze in Raumzeitlosigkeit vereint (Spezielle Relativitätstheorie), er ist unteilbar. Materie hingegen ist das pluralisierte Sein; da sind die Gegensätze als Anfang und Ende in allen möglichen Formen, Dimensionen und Eigenschaften konkretisiert. In der Schöpfungsevolution entfalten sich die materiellen Möglichkeiten, wobei Geist die konstante Verbindung zum ewigen Sein bleibt.

Die Potenziale der Materie hingegen konkretisieren, indem sie Verbindungen mit kompatiblen Teilen wie Quanten, Elementarteilchen, Molekülen und so weiter eingehen. Bei jedem Entwicklungsschritt ist ein Stückchen mehr von der Welt abgebildet. Die Tendenz geht zur Abbildung des ganzen konkreten Seins. Das ist dann vollendet, wenn der ewige Geist mit dem pluralisierten Alles ins Gleichgewicht kommt. Im Menschen ist das potenziell möglich. Er kann die ganze Skala des Seins abstrahieren und zur einer Einheit verbinden. Theoretisch ist es ewiges Leben.

Fazit, die Aufgabe des Menschen in der Welt ist: seine Welt mit der Realität weitgehend in Einklang zu bringen. Nur die Realität ist in der Lage, die individuelle Welt (den inneren Menschen) auch noch nach dem Tode des materiellen Körpers zu tragen.

Es kann eingewendet werden: Die geistige Leistungsfähigkeit der Menschen ist sehr begrenzt und individuell, manchmal setzt sie aus, bevor der Körper seinen Dienst versagt. Wie kann da ein Mensch die Forderung der Natur erfüllen? Gewiss, viele können es mit Denken nicht. Das ist aber auch nicht entscheidend, entscheidend ist der Zustand der Seele.

Ein minderbegabter oder durch Krankheit geschwächter Mensch kann intellektuell vielleicht wenig von der Realität wahrnehmen, gefühlsmäßig aber kann er ihr näher sein als ein geistig hochbegabter. Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Das eigentliche Leben ist dort, wo die extremen Gegensätze der Skala des Seins in Einheit verbunden sind. Dort ist auch der Sinn des Daseins. Da erhalten Freud und Leid ihren Sinn, ebenso die Welt, mit ihren guten und schlechten Seiten.

Im herkömmlichen Weltbild weiß man nicht, weshalb man gut sein soll. Da lautet das Motto: "Der Ehrliche ist der Dumme". Wäre die wahre Welt bekannt, wüsste jeder weshalb er gut sein soll. Dann lautete das Motto: "Der Unehrliche ist der Dumme".

Heinz Altmann

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