Es ist sinnvoll, Solarpanels regelmäßig zu reinigen, da Verschmutzungen zu Leistungseinbußen führen. Wie man eine Reinigung möglichst günstig durchführt, wollen wir im Folgenden zeigen und erklären.
Leistungseinbußen durch verschmutze Solarmodule
Vorab einige Erfahrungswerte, wie viel weniger Leistung wir durch verschmutzte Solarmodule erwarten können.

Sind die Solarmodule eines Balkonkraftwerks stark verschmutzt, beispielsweise durch Staub, Vogelkot, Pollen, Laub oder Ruß, kann dies die Leistung deutlich beeinträchtigen. Wie groß der Leistungsverlust tatsächlich ist, hängt von der Art und dem Ausmaß der Verschmutzung ab.
Leichte Staubschichten, wie sie etwa durch Pollen oder trockenen Straßenstaub entstehen, führen in der Regel zu einem Leistungsverlust von zwei bis fünf Prozent. Bei stärkerer Verschmutzung, etwa durch dichte Staubfilme oder Ablagerungen aus Luftverschmutzung, kann der Verlust bereits zwischen fünf und fünfzehn Prozent betragen.
Besonders problematisch sind punktuelle Verschattungen, zum Beispiel durch Vogelkot oder Blätter. Diese können, abhängig von der Verschaltung der Solarzellen, zu Leistungsverlusten von bis zu dreißig Prozent oder mehr führen.
Zehn Prozent mag für viele relativ wenig klingen, aber bei Balkonkraftwerken summiert sich das Minus über das Jahr deutlich.
Achtung: Oberflächen von Solarmodulen sind empfindlich
Die Oberfläche von Solarmodulen besteht in der Regel aus witterungsbeständigem und relativ robustem gehärtetem Glas. Trotzdem ist bei der Reinigung Vorsicht geboten, da unsachgemäße Mittel oder Werkzeuge die Glasoberfläche beschädigen oder die Beschichtung angreifen können. Das beeinträchtigt langfristig die Leistung des Moduls.
Solarmodule haben oft eine spezielle Antireflex- oder Selbstreinigungsschicht. Diese Schichten verbessern den Energieertrag, reagieren aber empfindlich auf falsche Reinigungsmethoden. Kratzer auf der Glasoberfläche führen nicht nur zu optischen Mängeln, sondern können auch Mikroverschattungen verursachen, die wiederum zu Leistungsverlusten führen. Daher ist es wichtig, mit möglichst schonenden Mitteln und Werkzeugen zu arbeiten.
Welche Reinigungsmittel und Werkzeuge verwenden?
Für die mechanische Reinigung sollte man nur weiche Materialien verwenden. Bewährt haben sich weiche Schwämme, Mikrofaser- oder Baumwolltücher sowie spezielle PV-Reinigungsbürsten mit Teleskopstiel.
Als Reinigungsmittel reicht oft gewöhnliches Leitungswasser oder Regenwasser aus. Ist das Leitungswasser sehr kalkhaltig, können leichte Kalkablagerungen (Schlieren) beim Trocknen entstehen – daher empfehlen viele Regenwasser aus der Tonne zu verwenden.

Unserer Erfahrung nach kann man aber gut Leitungswasser verwenden, sofern man am Ende die Module mit einem Mikrofasertuch trocken reibt. Bei stark kalkhaltigem Wasser können zwar minimale Schlieren verbleiben, die aber beim nächsten Regen leicht abgespült werden.
Insofern reichen zum Reinigen einfaches Leitungs- oder Regenwasser (aus der Regentonne) plus ein paar saubere Mikrofasertücher aus.
Schäden durch falsche Reinigungsmittel vermeiden
Bei der Wahl von Reinigungsmitteln sollte man auf aggressive oder scheuernde Substanzen verzichten. Das gilt insbesondere für säurehaltige, stark alkalische oder alkoholbasierte Reiniger. Auch Spülmittel mit Duft- oder Zusatzstoffen können Rückstände hinterlassen, die die Lichtdurchlässigkeit verringern oder Schmutz neu anziehen.
Harte Bürsten, Topfschwämme, Stahlwolle oder Scheuerschwämme können die Glasoberfläche beschädigen und sind ungeeignet. Auch Hochdruckreiniger sollten vermieden werden, da der Wasserstrahl Dichtungen beschädigen und Wasser in die Modulrahmen oder Anschlussdosen drücken kann.
Kratzer auf der Glasoberfläche führen nicht nur zu optischen Mängeln, sondern können auch zu Mikroverschattungen und Leistungsverlusten führen.
Wann reinige ich Solarmodule?
Es ist empfehlenswert, die Reinigung bei bewölktem Himmel oder in den Morgen- oder Abendstunden durchzuführen, damit sich die Module nicht stark aufheizen. Heißes Glas kann bei Kontakt mit kaltem Wasser reißen (Thermoschock). Außerdem trocknet Wasser bei Hitze schneller und hinterlässt Schlieren oder Kalkflecken.

Das Gleiche gilt im Winter – sind die Solarmodule zu kalt, können durch zu warmes Wasser ebenfalls Spannungsrisse entstehen. Reinigen Sie die Module daher eher an warmen, feuchten Wintertagen. Sind die Module verschneit oder gefroren, keinesfalls den Schnee abkratzen, denn jeder Kratzer schädigt das Modul dauerhaft.
Wie oft sollten Solarpanels gereinigt werden?
Oftmals wird empfohlen, die Solarpanels mindestens zweimal im Jahr komplett zu reinigen. Wir empfehlen jedoch je nach Verschmutzungsgrad zu entscheiden, wann sie sauber gemacht werden sollten.
Bei uns stehen die Solarmodule beispielsweise im Garten. Hier können schon einzelne Ereignisse wie Straßenstaub, Pollenflug, Saharastaub, Vogelkot, Blätter, Blütenstaub usw. zu einer starken temporären Verschmutzung führen.
Daher sehen wir uns mindestens einmal pro Woche die Module an und entscheiden dann situativ, ob eine Reinigung nötig ist.
Insofern hängt der Verschmutzungsgrad stark vom Standort und den dortigen Gegebenheiten ab. An einem günstigeren Standort – fern von Bäumen, Vögeln und der Straße – kann die Verschmutzung deutlich geringer sein. Hier kann durchaus eine monatliche oder halbjährliche Reinigung durchaus reichen.
Test: Wer noch nicht so viel Erfahrung hat, kann einfach mit einem feuchten Küchentuch über die Module fahren und so anhand der Rückstände gut den Verschmutzungsgrad abschätzen.
Teure Reinigungsmittel sind nicht nötig
Wir lesen und hören immer wieder von übereifrigen Solaranlagenbesitzern, die sich zu Reinigung teure Werkzeuge und Reinigungsmittel besorgen. Angefangen bei teurem destillierten Wasser, um Kalkablagerungen zu vermeiden, über spezielle Reinigungsbürsten bis hin zu einem extra Reinigungsmittel für Solarpaneele.
Sicher macht man bei dieser Auswahl nichts falsch, aber es schlägt unnötig teuer auf den Geldbeutel. Wer alles neu kaufen muss, ist hier schnell mit 100 Euro oder mehr am Start.
Nehmen Sie hingegen einfaches Leitungswasser (oder Regenwasser) plus ein paar Mikrofasertücher, ist die Reinigung nahezu kostenlos möglich.
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Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen weitergeholfen haben und Sie beim Reinigen Ihrer Module künftig viel Geld sparen können.
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