Alles Verschwörungstheorien? - 9/11 vor den internationalen Gerichtshof!

Teaser: Viele Jahre nach dem berüchtigten Anschlag von 9/11 sind noch keine wesentlichen Fragen beantwortet. Offizielle Erklärungen sind unglaubwürdig, falsch oder widersprüchlich - Verschwörungstheorien machen die Runde. Lesen Sie in diesem Artikel, was wir von 9/11 lernen können ..

Die 9/11-Truther sind keine „Spinner“

Was sind das für Leute, die nicht daran glauben, dass Osama bin Laden und seine Al Qaida etwas mit 9/11 zu tun haben? Glauben die an eine geheime Weltregierung, an „Illuminati“, an Freimaurer, an den Mossad, an dunkle Gestalten in schwarzen Helikoptern?

Von den Verteidigern der offiziellen Lehre der Bush-Administration wird solches und ähnliches fleissig behauptet.

Dabei wird die Tatsache totgeschwiegen, dass gerade die namhaftesten Wissenschaftler, Architekten, Ingenieure, Politiker, Piloten sich in Berufsgenossenschaften zusammengeschlossen haben und vom US-Kongress eine neue, regierungsunabhängige Untersuchung fordern.

Die grösste unter diesen Berufsgenossenschaften sind die US-amerikanischen Architekten und Ingenieure unter Leitung von Richard Gage: über 1200 haben eine entsprechende Forderung unterschrieben (www.ae911truth.org).

Eine vergleichbare Bewegung unter Wissenschaftlern, welche die offizielle Darstellung verteidigen würden, ist nie bekannt geworden und gibt es nicht.

Im FOCUS MONEY vom 5. Januar 2010 sind 40 bekannte Persönlichkeiten namentlich aufgeführt, die sagen: „Wir glauben euch nicht“.

Von ihnen sind besonders zu nennen Jörg Schneider und Hugo Bachmann, international bekannte Professoren am Institut für Baustatik und Konstruktion der ETH Zürich. Prof. Hugo Bachmann hat schon zwei Tage nach den Anschlägen, am 13. September 2001, in einem Interview des St. Galler Tagblatts die Vermutung geäussert, dass die Zwillingstürme nicht durch Feuer, sondern durch Sprengsätze zum Einsturz gebracht worden sein müssen (vom Einsturz des dritthöchsten WTC-Gebäudes, WTC 7, am Nachmittag des 11. September, wusste er noch nichts).

Von den deutschen Persönlichkeiten sind besonders Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth und der Geheimdienstexperte und Ex-Bundesminister Andreas von Bülow hervorzuheben. Andreas von Bülow ist vielen bekannt geworden durch sein Buch „Die CIA und der 11. September“ (2004).

Es gibt harte Fakten und naturwissenschaftliche Gründe für die Überzeugung sehr vieler kritisch denkender Menschen, dass die Bush-Administration nicht nur bezüglich Massenvernichtungswaffen im Irak, sondern auch bezüglich 9/11 die Welt ganz krud angelogen hat.

Was nun?

Nun stellt sich für uns die Frage: was machen wir mit diesem Wissen? Wenn es gelänge, die Weltöffentlichkeit von einer (Mit-)Schuld der Bush-Administration zu überzeugen, was würde sich auf der Welt ändern? Viele haben vermutlich unbewusst starke Ängste vor Antworten auf diese Frage.

Niemand kann voraussehen, was geschehen wird. Wir können nicht erwarten, dass die Spannungen in der Welt, der Hass zwischen den Religionen verschwinden, wenn „9/11“ endlich aufgeklärt ist und die wahren Verbrecher hinter Schloss und Riegel sitzen.

Es ist aber auch unmöglich, dass sich in irgendeinem Bereich der heutigen gewaltigen Krisen etwas zum Besseren entwickeln kann, solange die Wahrheit nicht zu ihrem Recht gekommen ist. Lüge gebiert immer weitere Lügen und damit weitere Ungerechtigkeiten, Feindschaft, Kriege.

Solange ohne Beweise weiterhin behauptet werden kann, Islamisten seien die Täter, können fundamentalistische angebliche Christen am 11. September den Koran verbrennen und so das Feuer des Hasses weiter anheizen. Das allein schon sollte Grund genug sein, sich für die Wahrheit einzusetzen.

Zum Nachdenken: Wie würden die Christen weltweit und die Koranverbrenner insbesondere reagieren, wenn z.B. Freidenker wegen der vielen Gewaltszenen und Gebote eines Rächergottes und den grausamen Schlächtereien bei den Eroberungskriegen nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten die Bibel oder auch nur das „Alte Testament“ verbrennen wollten?

Wir behaupten nicht, sie zu kennen. Wir beschuldigen niemanden. Wir verlangen eines: schonungslose Aufklärung! Sie wird mindestens die Voraussetzung dafür sein, dass mehr Menschen anfangen, kritischer zu denken und dass zumindest Pläne für weitere tödliche false flag operations vielleicht weniger Chancen auf Realisierung haben. Damit allein wäre schon sehr viel gewonnen.

John F. Kennedy hat nachweislich die Operation Northwood verhindert und damit eine womöglich verhängnisvolle Entwicklung der Kubakrise abgewendet – was immerhin bedeutet, dass nicht jeder Präsident blindlings solche Wahnsinnstaten befürwortet, sie mithin auch verhindern kann.

Mit Bezug auf Obama können wir sogar die Vermutung und Hoffnung hegen, dass er nicht ganz machtlos das Spiel irgendwelcher dunkler Hintermänner spielen muss, sondern einen gewissen Handlungsspielraum für eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat, auch wenn dieser Handlungsspielraum zugegebenermassen eng begrenzt ist: selbst er kann sich einer drängenden Kriegslogik nicht einfach entziehen, noch schlimmer: er kann es kaum wagen, für die Aufklärung von 9/11 auch nur den kleinsten Schritt zu machen.

Was ich jedoch als sicher behaupten möchte: Wäre Obama 2001 Präsident gewesen, hätte es kein 9/11 gegeben.

Es geht um Gerechtigkeit

Die Terrorangriffe vom 11. September 2001 sind Verbrechen, ganz egal, von welcher Seite sie verübt worden sind. Jene, die sie geplant und durchgeführt haben, sind Verbrecher und müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Neun Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen ist noch keiner von ihnen in einem rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft gezogen worden, keiner.

Dafür sind schätzungsweise eine Million Menschen durch die damit begründeten Kriege in Afghanistan und im Irak ums Leben gekommen, gewaltige Kulturgüter zerstört und die Umwelt durch die Kriegsfolgen geschädigt worden. Wir dürfen Grossverbrechen wie 9/11 nicht einfach achselzuckend durchgehen lassen.

Hinter ihnen stehen nicht „dunkle Mächte“, „Illuminati“ oder sonstige „Geheimbünde“, sondern Menschen mit persönlicher Verantwortung, mit der sie konfrontiert werden müssen. Noam Chomsky wirft den 9/11-Truthern vor, die Konzentration auf 9/11 lenke von der Verfolgung der weit grösseren Verbrechen ab: von den Kriegen gegen Afghanistan und den Irak und dem drohenden gegen den Iran und von der zunehmenden Umweltzerstörung und der Verelendung in der dritten Welt.

Dieser Einwand ist nichts als eine Flucht vor der Verantwortung in diesem tabuisierten Megathema: man kann sich vor jeder noch so grossen Verantwortung drücken unter Hinweis auf noch grössere Aufgaben. Mit diesem Argument müssten wir auch aufhören, gewöhnliche Diebstähle oder Morde zu verfolgen. Angesichts der 3000 Toten in den WTC-Türmen und den rund einer Million Toten in den beiden bisherigen Kriegen und der angewachsenen Terrorgefahr wirkt diese Ausrede grotesk.

Die vielen tausend Wissenschaftler und Persönlichkeiten und die Millionen Frauen und Männer, die eine ehrliche Aufklärung verlangen, sind keine Idioten oder Spinner oder „Verschwörungstheoretiker“, sondern Menschen, die ein hohes Gut einfordern, das höchste, das für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unabdingbar ist: Gerechtigkeit.

Sie behaupten nicht, zu wissen, wer genau die Anschläge verübt hat. Was sie sagen, lässt sich beweisen: dass die offizielle Erklärung der Anschläge nicht stimmen kann und die Bush-Administration gelogen hat.

Darum verlangt der Respekt vor der den Idealen unserer freiheitlichen Gesellschaft eine neue, ehrliche Untersuchung. Die 9/11-Truther fordern vom US-Kongress die Einsetzung einer regierungsunabhängigen Instanz. Zweifellos wäre es für die Ehre der Vereinigten Staaten von höchster moralischer Bedeutung, wenn es gelänge, die ganze Wahrheit durch einen internen Prozess ans Licht zu bringen und so einer Selbstreinigung fähig zu werden.

Es gibt jedoch berechtigte Zweifel daran, dass es in naher Zukunft so weit kommen wird.
Deshalb schlage ich als zweite mögliche Instanz für die richterliche Untersuchung der Terroranschläge den internationalen Gerichtshof in Den Haag vor.

Er ist schon deshalb als dafür berechtigt anzusehen, weil die Anschläge vom 11. September 2001 die Weltgemeinschaft noch viel nachhaltiger beeinträchtigt haben als alle anderen Konflikte, die von ihm in den letzten Jahren untersucht worden sind: die Massaker in Ruanda, der Jugoslawienkrieg.

Felix Sachs

14.07.2015 © seit 09.2010 Felix Sachs  
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