Wicca: Geschichte des Geheimkults der Hexen

Teaser: Heute ist in den Medien über Wiccas - oder moderne Hexen - viel zu lesen. Doch kaum jemand kennt die Geschichte und die religiösen Wurzeln dieser vielfach aufgespaltenen Bewegung. In diesem Artikel bekommen Sie eine sehr detaillierte Darstellung der Geschichte des Geheimkults der modernen Hexen.

"Erfolg ist dein Beweis", eine logische Feststellung aus dem Liber L Vel Legis, macht klar, daß der Mensch im Neuen Äon alles erreichen kann, was er will. Robert Anton Wilson schrieb zu diesem Thema in seinen Kultbüchern: "Der Mensch ist auf den totalen Erfolg im Universum programmiert!" Erfolg ist aber nur möglich, wenn wir unsere Wurzeln kennen! Wenn wir wissen, woher wir kommen und wer wir sind.

Erst wenn diese Klarheit vorhanden ist, eruieren wir, wohin wir gehen wollen. "Identität" ist nur möglich im Laufe der bewußten Auseinandersetzung mit der uns prägenden Vergangenheit, sowohl der individuell-persönlichen als auch der traditionell-religiösen. Von dieser Basis aus ist eine spirituelle Evolution des Stammes in seine immer größer werdende Krone erst möglich. Ohne Anerkennung dessen, worin unsere Identität und Freiheit begründet ist, gibt es keinen Erfolg!

Erfolg ist kein Geschenk, sondern ein Verdienst von Mühen, eine Belohnung von bestandenen Prüfungen. Auch davon spricht das Liber L in diesen Zusammenhängen.

Meines Erachtens ist das ein bedeutender Anspruch von Wicca: Bewahrung der Tradition, Verehrung der Ahnen, Anbetung der matriarchalen Seite Gottes, um diesen Ansprüchen des "Woher wir kommen" gerecht zu werden.

Wenn jenes bewußt ist, dann ist die Potenz: Initiation, Kontakt mit den Göttern, Magie, um die Möglichkeiten der Gegenwart zu verstehen und zu nutzen. Was die Zukunft des europäisch-heidnischen Priesterkultes angeht: Inspiration & Kreativität im Gottesdienst ist gefordert, ein spirituelles Bekenntnis ist zu leisten, an uns selbst und für uns selbst, für den göttlichen Menschen des Neuen Äons. Aber auch im Dienst und auf Augenhöhe mit den Göttern sein - ein offenes Experimentierfeld für die bestehende und zukünftige Wicca-Priesterschaft.

Was ist Wicca?

Wicca ist ein Mysterienkult. Wicca ist eine Naturreligion, die nur aus eingeweihten Priestern und Priesterinnen besteht. Wicca ist ein lebenslanger Dienst an den Göttern. Wicca ist derzeit die am stärksten wachsende spirituelle Bewegung in der westlich-orientierten Welt. Der Begriff "Mysterien" stammt aus dem Lateinischen (mysterium bedeutet wörtlich Geheimnis, Geheimlehre, Geheimkult). Kennzeichen eines Mysterienkultes sind nach derzeitiger religionswissenschaftlicher Auffassung:

1. ein geheimnisvolles Geschehen als Kultmythos
2. die geheimgehaltene Einweihung (Initiation), manchmal eine Reihe von Einweihungen
3. kultische Feiern zur Ehrung bestimmter Gottheiten, zu der (in der Regel) nur Eingeweihte zugelassen sind.

Aus notwendigen Gründen scheinen sich die matriarchalisch geführten Wicca-Kreise in diesen Zeiten mehr zu öffnen und ihr Wissen darzulegen als noch in den vergangenen Jahrzehnten. Der Kult erlebt derzeit weltweit einen Zulauf wie in den ausgehenden Sechzigern des letzten Jahrhunderts. Nachwuchshexen sind dabei einer Flut von Daten ausgesetzt, die wenig Wert auf fundierte Kenntnisse der Tradition legt.

Ursprung und Bedeutung des Wortes Wicca

Laut Oxford English Dictionary liegen die Wurzeln des Wortes "Wicca" im altenglischen Begriff wiccian, was soviel wie "hexen, zaubern" bedeutet. Das männliche Substantiv wäre demnach wicca, das weibliche wicce, mit dem Plural wiccan. Die im Kult gebräuchliche Form ist wicca, die für beide Geschlechter gebraucht und von einigen Autoren mit "weise" übersetzt wird.

Nach meinen eigenen Recherchen ist die Wurzel des Wortes wicca möglicherweise auf das germanische vi-karr zurückzuführen, welches auf einen "Gottgeweihten" verweist, da in altgermanischen Zeiten ein Gottgeweihter identisch war mit einem Menschen, der "Heiliges Haar" trägt (ve-/vi= heilig und kar(r)= Haar). Das Weihehaar, das wehende Haar, war ein Zeichen der äußeren Odinsweihe.

Die Haare wurden als Zeichen der Weihe an den Gott nicht geschnitten. Dies wird auch in germanischen Namen wie Vikarr oder Odinkar (Os-kar) deutlich.Vikarr – bei Saxo Wicar – hieß außerdem ein norwegischer König, der an einem Odinsopfer starb.

Den geheimnisvollen merowingischen Priesterkönigen sagt man ebenfalls nach, daß sie ihr Haar als heilig empfanden und es niemals schnitten.

Die Merowinger standen - wie auch die Templer und Katharer - in der Tradition einer "gnostischen Liebeskirche", die sich letztlich auf die Lehren der Maria Magdalena gründete. Der Kult der Schwarzen Madonna, die mit über 400 Kultorten noch heute in Europa vertreten ist, hat hier ebenfalls seinen Ursprung. Die englische Bezeichnung witchcraft bzw. the craft ("die Kunst") meint Kunst, Handwerk, aber auch "magische Fähigkeiten" wie heilen, beeinflussen, schützen oder bannen.

Das sind Fertigkeiten, die über einen langen Zeitraum erlernt werden müssen und die bei Freizeitmagiern dieser Tage nur eine kleine Rolle spielen. Sicherlich ein Ergebnis der schnellen Lebenszeit und Eile. Kaum jemand kann und will sich die Zeit nehmen, die für das Erlernen einer Tradition nötig ist. Alles muß schnellst mögliche Resultate zeigen. Dabei vergessen die Zauberlehrlinge von heute, daß Magie die Arbeit mit Energien ist und immer eine Wirkung nach sich zieht.

Und zwar unabhängig davon, ob diese Beeinflussung der Dinge gewollt war oder nicht. Bevor ein Neuling also in einen Coven (Hexenzirkel) aufgenommen werden kann, muß er eine ein- bis dreijährige Lehre durchlaufen. Das Verständnis, das mit dem Studium der Geschichte des Hexenkultes beginnt und danach viele Ausbildungsschritte erfordert, sollte wachsen wie ein Baum.

Die Ursprünge von Wicca

Die verschiedenen Traditionen von Wicca in Europa

Wicca ist in Deutschland zu Anfang der Frühromantik (Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts) aus der Religionskritik eines Goethe und Schlegel als philosophisches Idealmodell einer Naturreligion entstanden. Die Jena-Weimarschen Heidenkreise von J. W. von Goethe, Friedrich von Schlegel, Fichte und Novalis deuten erste Spuren an. Die Ursprünge dieser Heidenkreise liegen in den sog. jüdischen Wohnstuben.

In der damaligen Zeit waren diese Wohnstuben Zentren des künstlerischen und intellektuellen Lebens in Deutschland. Es waren Orte der geistigen Freiheit und des elitären Austausches und eine Quelle für innovative gesellschaftliche, religiöse und künstlerische Ideen. Die Triebkraft der Romantiker war der Geist der Magie.

Die Romantiker gebrauchten die Vorstellungskraft, um ihre aufgestauten Frustrationen los zu werden und um eine nach ihrem Bild geformte Welt zu beschwören. Der Veccio Kult ist 1789 als Alte Religion in der Schlegelschen Bergpartei als "Verehrung der Natur über die Verehrung der Frau" ins Leben gerufen worden.

In der folgenden Zeit war die Alte Religion ein Teil der Lebensreformbewegung und der weiblichen Emanzipationsbewegung, die stark von den Schriften einer Dorothea Veit (geb. Mendelson, verheiratet mit F. von Schlegel) beeinflußt wurde.

Die damaligen deutschen Hexenzirkel haben nach einer belegten Aussage von MacGregor Mathers (eigentlich Liddell Mathers, ein Rosenkreuzer, der von der "Keltischen Bewegung" inspiriert war und sich später nur noch MacGregor nannte) auch die Entwicklung des "Hermetic Order of the Golden Dawn" (Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung) maßgeblich beeinflußt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß der englische Golden Dawn die Ermächtigung bzw. die Charta zur Gründung der Vereinigung von deutschen Magiern bekam, die auch die ersten magischen Zeremonien inspirierten. Der Golden Dawn erhielt die Beschreibung der niederen Grade der Initiationsrituale aus Nürnberg ("the secret chiefs").

Die Eingeweihten von Nürnberg lehnten es danach strikt ab, die Rituale der höheren Adeptengrade weiter zu geben. MacGregor Mathers (s.o.) und Aleister Crowley ersannen eigene, angelehnt an das schon gegebene Wissen, und inszenierten ihren Aufstieg in England selbst. Bemerkenswert ist, daß der britische Coven, den Gerald B. Gardner (Gründer der Gardnerian Wicca) im New Forest gefunden hat, als "innerster Kreis einer Rosenkreuzer Loge" agiert hat. Auch in der deutschen Tradition der magischen Merlinsschmiede war es bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts üblich, daß einem Coven eine Rosenkreuzer-Gruppe als esoterischer Vorhof vorgeschaltet war.

Doch gehen wir in der Zeit noch etwas zurück: 1899 entstand angeblich das älteste Buch über "witchcraft" von Charles E. Leeland: "Ar(c)adia – die Lehre der Hexen". In diesem authentischen Hexenbuch in deutscher Sprache beschrieb er die Geschichte von Maddalenas italienischer Hexenfamilie. Auf die im Buch vorgestellten Rituale und Anrufungen beziehen sich bis heute viele Wicca-Anhänger in ihren Zeremonien. Da in Leelands Werk die Göttin im Mittelpunkt steht, ist es vor allem bei den dianischen (feministischen) Zirkeln beliebt, die ausschließlich die Große Göttin verehren.

1921 veröffentlichte die britische Ägyptologin und Anthropologin Margaret Murray den ersten Teil ihrer Studienergebnisse und stellte mit ihrem Buch: "The Witch Cult in Western Europe" eine bis heute umstrittene These auf: Demnach sah sie Parallelen zwischen dem Hexenglauben und einem frühgeschichtlichen Fruchtbarkeitskult, den sie für die Ur-Religion Westeuropas hielt.

Sie verbreitete die Kenntnis von der Tradition einer uralten Erdmutter-Tradition. Es gibt unzählige Indizien für diese These. Der Fruchtbarkeitskult soll sich bis zur Zeit der Inquisition in Europa gehalten haben. Heute geht man davon aus, daß die Ur-Religion im Geheimen überlebte, also seit Tausenden von Jahren eine auf- und abschwellende fortlaufende Tradition besteht. Diese Erkenntnisse bilden für viele Wicca die Grundlagen ihrer Religion. Ebenso wie die Forschungen der Archäologin Marija Gimbutas. Die Popularität des Hexenkultes ist nicht zuletzt der Verdienst dieser beiden Frauen.

Gerald Brosseau Gardner (s.o.), geboren 1884, der sich nach mehreren Reisen in den Nahen Osten ab 1936 der Magie zuwandte, wurde seinem eigenen Bericht zufolge 1946 (andere Angaben sprechen von 1936/1939) Mitglied in einer Hexenvereinigung im New Forest/Südengland, die enge Kontakte zur italienischen Freimaurerei über Giovanni Recigno unterhielt, dessen Familienangehörige wiederum Anhänger der Aradia-Hexenströmung waren.

Recigno war auch Mitglied des "Order of the Pentagram", der sehr eng mit der Gruppe "UR" von Julius Evola in Rom und mit der "Myriam School of Esoteric Initiation", die von Guilianno Kremmerz 1926 gegründet wurde, verbunden war.

Gardner ließ sich in den ersten Grad des Wicca-Kultes von einer Hexe namens "Daffo" (Dorothy Clutterbuck) aus New Forest initiieren. Obwohl er nie in den zweiten oder dritten Grad initiiert wurde, bildete er doch zahlreiche neue Coven.

Logischerweise kannte Gardner auch Aleister Crowley und war wie dieser Mitglied im berühmten "Ordo Templi Orientis", (Orden der Orient-Templer), der in der Moderne 1902 von den Deutschen Karl Kellner und Theodor Reuß gegründet wurde. Kellner war ein hochgradiger Freimaurer und in der einflußreichen "Hermetischen Bruderschaft des Lichts".

In den 1890ern behauptete Kellner, drei für ihn wesentliche Adepten getroffen zu haben: einen Sufi und zwei hinduistische Tantrika (die Namen sind mir bekannt). Kellner lehrte daraufhin eine an den Westen angepaßte Version des fernöstlichen Roten Tantra, bei dem die weiblichen Aspekte der Obersten Gottheit im Mittelpunkt stehen.

Das ist insofern interessant, als auch im traditionellen Wicca Einflüsse aus dem Sufismus und aus dem Tantra zu finden sind.

Ich habe einen seltenen Hinweis in der Biographie von John Carter über Jack Parsons gefunden, nachdem Crowley in einem inneren Hexenzirkel (Coven) gewesen bzw. mitgewirkt haben soll. Fest steht, dass Crowley den Beginn des modernen Wicca entscheidend mit geprägt hat. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, daß er wesentliche Teile des "Book of Shadows" gegen Geld für Gardner geschrieben hat.

Vergleicht man einige Teile des Liber Al vel Legis (Buch des Gesetzes) mit dem wiccischen Schattenbuch, kommt man nicht umhin, verblüffende Ähnlichkeiten (fast wörtlich) in einigen Teilen und besonders in deren Sprache zu bemerken. Dies können natürlich nur initiierte Wicca feststellen und vergleichen.

Aus diesen und anderen Gründen ist das Liber Al vel Legis für initiierte Wicca ein Buch, das sie anerkennen und studieren. In diesem tiefen Sinne könnte man sagen, ein echter Wicca ist auch immer ein Thelemit. Nur umgekehrt ist es meistens nicht so. Eine Annäherung von Wicca und Thelema wäre meiner Meinung nach wünschenswert und im Sinne des Neuen Äons, da beide offensichtlich ähnliche Wurzeln aufweisen, zumindest seit crowleyanischer Zeit.

Wohlgemerkt, ich spreche hier nicht von dem freifliegenden Wicca, das sich ausbreitet, manchmal – besonders bei jungen Leuten – ohne Sinn und Verstand. Wicca im marktschreienden Sinne der populären Liebes- und Geldmagierituale hat sicherlich wenig mit dem thelemitischen Gedankengut einer spirituellen Lebensführung zu tun.

Aus den Lehren des O.T.O. kristallisierte sich in demselben ein Geheimorden heraus: der "Argentum Astrum". Die Adepten des "Silbernen Sterns" waren ausnahmslos Männer (zu denen auch A.C. gehörte), die von den Priesterinnen eingeweiht wurden. Der ägyptisch orientierte A. A. beinhaltet noch weitaus interessantere Geheimnisse, die sich nur nach längerem Studium und vor allem eigenen inneren Einsichten erhellen.

Im O.T.O. versammelten sich etliche bekannte Geister damaliger Zeit, William Butler Yeats, Dion Fortune (alias Violet de Virth), die Ordensgroßmeister Theodor Reuß, Aleister Crowley, Rudolf Steiner und viele mehr. Die anthroposophische Bewegung Rudolf Steiners entstand auf diesen magischen Grundlagen, was heutige Anthroposophen nicht unbedingt an die große Glocke hängen.

Es bestanden zudem hervorragende Kontakte zu dem "Ancient and Archaeological Order of Druids", denen auch so berühmte Künstler wie z.B. William Blake ehemals vorstanden. Der Druidenorden wurde von demselben Mann gegründet (1874), der auch im Jahre 1865 die "Societas Rosicruciana" (Gesellschaft vom Rosenkreuz) ins Leben rief: Dr. Robert W. Little.

Der wichtigste Neubelebungsversuch der Neuzeit geht auf Gardner zurück, der das Material von Margret Murray aufgriff und 1949 den Roman "High Magic’sAid" veröffentlichte, wo er detailliert von den Ritualen der Wicca erzählt. Ab 1951 bezeichnete sich Gardner bereits als "König der Hexen". In England wurden erst 1954 die seit der Zeit der Inquisition bestehenden Hexengesetze aufgehoben (WitchcraftAct).

Gardner publizierte noch im gleichen Jahr "Witchcraft Today" sowie 1959 "The Meaning of Witchcraft" und das "Book of Shadows", ein bislang nur individuell weitergegebenes Buch, ein Regelwerk mit Ritualen und Anrufungen. "Witchcraft Today" wurde für einen Großteil der Wicca-Anhänger zum Hauptwerk. Das "Book of Shadows" sorgte für eine Ausbreitung der Hexencoven über ganz England.

Zur gleichen Zeit erschien in den U.S.A. die Zeitung "waxing moon". Es war die erste internationale Hexenzeitung, welche auf die Entwicklung von Wicca großen Einfluß genommen hat. Noch in den 50er Jahren wurde in einem Londoner Hotel die "Wicca Research Group" gegründet. Das war die Geburtsstunde des modernen Wicca, wie wir es heute kennen. 1964 verstarb Gardner und hinterließ das Hexenmuseum auf der Isle of Man, wo er seine Sammlung von Hexenwaffen ausstellte.

Am 06. Juni1965 wurde als sein Nachfolger Alex Sanders von Hohepriesterinnen verschiedener Coven für sieben Jahre zum "König der Hexen" bestimmt. Sanders behauptete, im zarten Alter von fünf Jahren durch seine Großmutter in den Kult eingeführt worden zu sein, was viele aber bezweifeln. Er veränderte in den 70er Jahren Wicca grundlegend und viele der alten Coven-Strukturen in Europa wurden zerstört.

Sanders wurde 1972, 1979 und 1986 wieder gewählt. Er war ebenso wie Gardner Mitglied im O.T.O. Schon in den 60er Jahren spaltete sich die Wicca-Bewegung in einen gardnerischen und einen alexandrinischen Strom, da viele Gardnerian Wicca Alex Sanders als Oberhaupt und Hexenkönig ablehnten. Dieser schwächende Streit zwischen den beiden Lagern dauerte bis zum Tode von Alex Sanders am 30. April 1988 (Beltane/Walpurgisnacht) an.

Seitdem gibt es keinen Hexenkönig mehr. Sanders hatte seinen eigenen Sohn als Nachfolger bestimmt, womit er die Tradition brach, nach welcher der König durch den "Britain Witchcraft Council of Elders" gewählt werden sollte. Derek Taylor, der in den letzten Jahren mit Alex Sanders homosexuell zusammenlebte, kümmerte sich um die spirituelle Ausbildung des kommenden Hexenkönigs. Derek wurde jedoch Ende Februar 2000 ermordet aufgefunden, die Hintergründe und die Täter sind nach wie vor unbekannt.

Viele Wicca können mit dem patriarchalen Reizbegriff des "Oberhauptes/Königs" nichts anfangen, da sie eher der matriarchalen Gesellschaftsform anhängen und dem alten Hexengesetz "Keiner über mir und keiner unter mir" im Sinne einer weiblichen "Ring"-Gemeinschaft huldigen wollen. Einen wirklichen Unterschied zwischen den beiden Traditional British Wicca (TBW) gibt es nicht, da sie einer gemeinsamen Tradition entstammen.

Gardner bevorzugte die chaotischere Form der Magie, den spontanen zauberhaften Ausdruck der Rituale, während Sanders auf eine strengere Liturgie und Zeremonialmagie achtete. Die von ihm bevorzugte Arbeitsweise fußt im Wesentlichen auf Gardners Ideen.

12.05.2015 © seit 01.2009 Eire Rautenberg
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