Methode & Erklärung: 16 Grundmuster menschlichen Verhaltens

Aufgrund der großen Nachfrage zum Persönlichkeitstest "16 Grundmuster des menschlichen Verhaltens" haben wir in diesem Artikel einige interessante Hintergrund-Informationen zusammengestellt. Sie erfahren mehr zur Methode und zum Aufbau des Tests und bekommen Möglichkeiten, mit den Ergebnissen kreativ zu experimentieren.

Zu Beginn wird die Methode beschrieben, anschließend folgen noch einige Infos zum Hintergrund des Testes.

Methode: Welche Kriterien werden in dem Test untersucht?

Im Persönlichkeitstest werden Ihre Präferenzen erfragt, nach welchen Sie Ihre Entscheidungen und Handlungen auswählen. Diese wurden in folgende vier Schwerpunkte - mit je zwei Differenzen - unterteilt:

  1. Kommunikations-Aspekt: Wie kommuniziere ich in der Regel?
    • X - extrovertiert (Interaktion, aktiv, umgänglich)
    • V - introvertiert (Konzentration, reflektierend, reserviert)

  2. Wahrnehmung: Wie nehme ich bevorzugt wahr?
    • k - sinnlich (anschaulich, Tatsachen, konkret)
    • b - intuitiv (begrifflich, Strukturen, abstrakt)

  3. Entscheiden: Nach welchen Kriterien entscheide ich?
    • g - gefühlsmäßig (subjektiv, persönlich, Überzeugungskraft)
    • a - analytisch (objektiv, kritisch, Präzision)

  4. Orientierung: Wie gehe ich mit Orientierungen um?
    1. O - anpassungsfähig (spontan, offen für Neues, rezeptiv)
    2. F - bestimmt (entschlossen, festgelegt, planend)

Die Unterpunkte bilden Gegensätze, also die Umkehrung einer Perspektive. Um diese Gegensätze einem Muster zuordnen zu können, werden diese wie folgt kreuztabelliert (das ergibt insgesamt 16 beschreibbare Grundmuster):

.... .ka. .kg. .bg. .ba.
V..F

VkaF

VkgF

VbgF

VbaF

V..O

VkaO

VkgO

VbgO

VbaO

X..O

XkaO

XkgO

XbgO

XbaO

X..F

XkaF

XkgF

XbgF

XbaF

Die beiden äußeren Buchstaben V..F, V..O, X..O oder X..F geben an, wie ein Mensch mit seiner Umwelt in Beziehung tritt. Sie bilden den ersten bzw. letzten Buchstaben der Musterbezeichnung.

Die beiden mittleren Buchstaben: .ka., .kg., .bg. oder .ba. kennzeichnen das psychische System einer Persönlichkeit und werden in der Mitte der Musterbezeichnung eingesetzt.

Methode: Alle 16 Grundmuster im Überblick

In der obigen Form bekommen wir nur Bezeichnungen für die verschiedenen Mustertypen, die noch weiter expliziert werden müssen, damit man eine verständliche Beschreibung erhält.

Ein Klick auf die Bezeichnung führt Sie zu einem Artikel, in dem das jeweilige Muster ausführlich beschrieben wird. Diese Muster sind gleichwertig - es gibt kein besseres oder schlechteres Muster - keine Gewinner oder Verlierer.

Hier der Überblick über die Bezeichnung der einzelnen Grundmuster:

  .ka. .kg. .bg. .ba.
V..F

Präziser Analytiker

gründlich, ruhig

sachlich

Zuverlässiger Bewahrer

freundlich, gewissenhaft

verantwortlich

Besonnener Lehrer

ausdauernd, interessiert

bestimmt

Intuitiver Denker

zielorientiert, kritisch

unabhängig

V..O

Praktischer Forscher

kühl, analytisch

humorvoll

Loyaler Idealist

freundlich, sensibel

bescheiden

Nachdenklicher Idealist

reflektiert, gebildet

interessiert

Theoretiker

scharfsinnig, analytisch

zurückhaltend

X..O

Praktiker

sachlich, direkt

zufrieden

Troubleshooter

aufgeschlossen, freundlich

entgegenkommend

Menschenkenner

geistreich, neugierig

selbstbewusst

Ideenreicher Initiator

schnell, neugierig

vielseitig

X..F

Organisator

umsichtig, praktisch

machtbewusst

Vermittler

beliebt, gewissenhaft

aktiv

Optimist

interessiert, harmonisch

verantwortlich

Erfolgreicher Führer

sprachgewandt, interessiert

selbstbewusst

Hintergründe: Wie Verhaltensgewohnheiten unser Denken und Handeln bestimmen

Mit Sicherheit kennen Sie auch den Spruch oder die Volksweisheit "Menschen sind Gewohnheitstiere". Andererseits denken auch viele, dass wir Menschen alle Individuen sind. Wir können nach freiem Willen bestimmen und entscheiden, wer wir sind und wie wir uns entwickeln wollen. Theoretisch scheint uns die Welt offen zu stehen und unsere Möglichkeiten unendlich vielfältig zu sein. Welche dieser beiden Perspektiven ist nun richtig?

Wenn wir unsere Erfahrungen mit Menschen zurate ziehen, können wir feststellen, dass Menschen - trotz ihrer unendlichen Möglichkeiten - Verhaltensgewohnheiten entwickeln. Verhaltensgewohnheiten sind nichts anderes als sich wiederholende Muster, die wir im täglichen Umgang miteinander berücksichtigen.

Wer beispielsweise einen Menschen kennenlernen will, wird dessen Verhalten beobachten und sich fragen, ob dessen Wahrnehmung, Werte und Entscheidungen etc. mit dem eigenen Weltbild übereinstimmen.

Legt man beispielsweise viel Wert auf "Zuverlässigkeit", wird man beim Gegenüber beobachten wollen, ob er ebenfalls zuverlässig ist, d. h., ob man davon ausgehen kann, dass "Zuverlässigkeit" zu seinen Verhaltensgewohnheiten gehört. Umgangsprachlich könnte man weiterhin sagen, dass die Summe unserer Verhaltensgewohnheiten unseren Charakter bildet.

Solche Verhaltensgewohnheiten machen unsere Handlungen und Entscheidungen vorhersehbar. Wer einen Menschen gut kennt, kann aufgrund der von ihm bekannten Verhaltensgewohnheiten abschätzen, wie er sich in einer bestimmten Situation verhalten würde. Verhaltensgewohnheiten sind uns natürlich nicht angeboren, sondern wurden von uns selbst durch unsere Erfahrungen individuell gebildet und stabilisiert.

Sie haben im sozialen Kontext den Vorteil, dass wir ein Gegenüber einschätzen, beurteilen und bewerten können. Gäbe es nur willkürliches menschliches Verhalten, wäre ein soziales Miteinander nicht denkbar.

Verhaltensgewohnheiten können "sehr stabil" werden. Es gibt Menschen, bei denen wir von einem "festen Charakter" ausgehen, der sich nicht - oder nur mehr unwesentlich - ändern wird. So geht man beispielsweise bei einem Bewerbungsgespräch davon aus, dass die vom Bewerber bisher gezeigten Verhaltensgewohnheiten einem festen Muster entsprechen, das er am neuen Arbeitsplatz genau so zeigen wird.

Insofern macht es Sinn, solche Muster bei uns selbst erkennen zu können. Denn nicht alle Verhaltensgewohnheiten sind reflektiert. Manche haben wir einfach aus Gewohnheit oder aufgrund unserer Erziehung übernommen. Dabei kann uns ein Feedback - z. B. über den Test "16 Grundmuster des menschlichen Verhaltens" - helfen, uns selbst zu beobachten und neu einschätzen zu lernen.

Es geht dabei um eine Selbsteinschätzung, ein Feedback bzw. um eine andere Perspektive, die uns helfen kann, unser Verhalten für uns selbst transparenter zu machen. Denn wer eine Fremdeinschätzung seines Verhaltens kennt, kann weiterhin überlegen, ob er dieses Verhalten gut findet oder ändern will.

Betrachten Sie daher sowohl den Test, als auch die weiteren Ausführungen als anregende Perspektiven, die Ihnen helfen können, sich selbst einschätzen und kennenzulernen. Es gibt dabei keine "objektiven Wahrheiten", denn Sie haben jederzeit die Möglichkeit Ihre Verhaltensgewohnheiten zu ändern.

Wozu eigene Verhaltensgewohnheiten erforschen?

Verhaltensmuster scheinen für die eigene Person "stimmig" zu sein, da sie meist so aufgebaut sind, dass sie einander bestätigen und verstärken. Insofern sind sie nicht beliebig austauschbar, sondern bleiben stabil. Daran liegt es wohl auch, dass den meisten Menschen ihr eigenes Verhaltensmuster überzeugend erscheint und es manchmal sogar als "Maßstab für die Beurteilung der Welt" dient. Sie können sich nur schwer vorstellen, warum sich ein anderer Mensch in ähnlichen Situationen völlig anders verhält, als sie selbst es tun.

Dass sich fremde Menschen anders verhalten als man selbst, ist natürlich bekannt - aber der Grund bleibt oft ein Rätsel. Dennoch schließt man gerne von sich auf andere, was eine unerschöpfliche Quelle von Missverständnissen und Fehleinschätzungen ist. Normalerweise gehen die meisten Menschen davon aus, dass die eigenen Verhaltensgewohnheiten gut und richtig sind, d. h. Fehler beim Gegenüber liegen müssen.

C.G. Jung sagt jedoch hierzu, dass jedes menschliche Muster, unvollständig, d. h. nur ein Ausschnitt aus einem sinnvollen (anschlussfähigen, stimmigen) Verhaltensrepertoire ist. Das eigene Verhaltensmuster zu erforschen, zeigt nicht nur auf, welches Verhalten ich kenne, sondern auch, welche Möglichkeiten ich auslasse bzw. mit welchen Verhaltensweisen ich keine oder nur wenig Erfahrungen habe.

Um andere Menschen und damit andere Verhaltensgewohnheiten überhaupt verstehen zu können, muss man das Unbekannte, Unvertraute von anderen Menschen lernen. Und das heißt nicht einfach nur sich etwas abzugucken, sondern das Musterhafte an ihrem Verhalten zu begreifen, diese Handlungsalternativen zu verstehen und zu akzeptieren.

03.12.2014 © seit 02.2002 Dr. Angela Jekosch  

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