Ganzheitliche Gesundheit: Auf den Spuren des Hippokrates

Hippokrates von Kos gilt für uns heute als „Vater der Medizin“. In der Überlieferung wurde er zum ersten Standesvertreter der Ärzte. Er gilt als derjenige, der Grundsätze über die Heilkunst aufgestellt hat. Er stellt seine Handlungen unter die Aufsicht der Götter und seine Ausführung unter die eigenen Einsichten, wohl in das Wesen der Krankheiten.

Schon sein Zeitgenosse Demokrit von Abdera wurde durch den Sinnspruch bekannt, dass nur „durch Schaden Narren klug werden.“ Das gilt ganz besonders für Gesundheit und Krankheit, erst wenn wir krank geworden sind, dann wird die Wiederherstellung der Gesundheit ein Thema. Über das, was einer Krankheit oft vorausgegangen ist, darüber wird ein Mantel des Schweigens geworfen.

Ganzheitliche Medizin von Hippokrates„Ich werde den, der mich die Kunst [des Heilens] gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten, ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag.“

Hier finden wir im Eid des Hippokrates das Prinzip, dass jeder Mensch sich zum Arzt ausbilden lassen soll, wenn er es nur will, und dass die Ärzte ihr Wissen unentgeltlich weitergeben sollen. Zugleich aber schränkt er den Kreis der Teilnehmer an seinen Vorlesungen und Unterweisungen „auf die nach ärztlicher Sitte vereidigten Schüler“ ein.

Der Sinn dieser Einschränkung: „Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde. [...] Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich als Geheimnis bewahren.“

Schauen wir uns näher an, was Hippokrates seinen Schülern vermittelt hat:

Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur.

Wie schon Demokrit ausführte, beschäftigen wir uns in der Regel mit unserer Gesundheit erst dann, wenn uns der Körper deutliche Signale gibt. Unser Körper ist widerstandsfähig und verzeiht viele Fehler, aber wenn wir die ersten Anzeichen nicht beachten, dann werden wir auf die „Fehler wider die Natur“ umso heftiger aufmerksam gemacht.

Zunächst werden wir in der Regel mit ganz gewöhnlichen und vorübergehenden Krankheiten konfrontiert. Diese sollen uns eine Warnung sein, eben nach Fehlern zu suchen, damit ähnliche Krankheiten nicht später um so hartnäckiger, eben als chronische Krankheiten wiederkehren.

Die häufigsten Fehler bestehen darin, dass wir auf einen weiteren Ausspruch des Hippokrates viel zu wenig achten:

Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.

Unsere Essensgewohnheiten sind oft so, als könnten wir alles in uns hineinstopfen, alles verwerten und alles verdauen. Wir interessieren uns meist so lange nicht, bis uns die ersten Beschwerden auffallen. Erst dann kommen wir dazu, uns bewusst zu ernähren und achten auf unsere Nahrungsmittel.

Leicht wird uns das nicht gemacht, wenn wir uns das Angebot an Lebensmittel im Supermarkt ansehen. Die machen zwar satt, aber gesunde Lebensmittel muss man sehr bewusst suchen und auch entsprechend zubereiten. Besonders schlimm ist es bei den Getränken. Viele Menschen haben völlig falsche Trinkgewohnheiten. Sie nehmen als Durstlöscher zuckerreiche Getränke, die ihren Zweck überhaupt nicht erfüllen. Das beste Getränk ist reines, basisches Wasser. Und davon sollten wir nicht zu wenig trinken.

Manchmal spüren wir auch richtigen Heißhunger; und dabei erkennen wir oft nicht, dass wir in Wahrheit durstig sind und nicht hungrig, aber dass wir in einem übersäuerten Milieu nicht einmal das auseinander halten können.

Wohlgetan ist es, die Gesunden sorgfältig zu führen, damit sie nicht krank werden.

Diesem Gedanken des Hippokrates lasse ich sogleich zwei Sprüche von Sebastian Kneipp folgen:

  • „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern." Und:
  • „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel.“

Wenn ich an Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) denke, so kommt mir natürlich auch sein Lebenslauf in den Sinn. Seine Erkrankung an Tuberkulose. Und wie er sich selbst heilte, indem er Johann Siegmund Hahn vertraute und immer wieder in der eiskalten Donau badete und dadurch wieder gesund wurde. Er leitete daraus ab, dass der menschliche Körper Abhärtung braucht.

Diese Botschaft ist besonders für unsere Zeit da, wir verbringen viel Zeit in völlig klimatisierten Räumen, wir stellen den Thermostat so, dass wir zu allen Zeiten eine gleichmäßige Temperatur vorfinden und meinen dann auch noch, dass so etwas gesund sein soll. Und wenn wir einen überhitzten Raum im Winter für wenige Minuten lüften, dann ziehen wir deswegen gleich einen dicken Pullover an.

Ganzheitliche Gesundheit nach KneippObwohl ich noch nicht in der eiskalten Donau gebadet habe, so kann ich doch aus eigener Erfahrung sagen, welch angenehme und erfrischende Wirkung es hat, wenn ich vom Frühjahr bis spät in den Herbst hinein (so lange es noch nicht frostig ist) am Morgen ein paar Schritte, einige Minuten lang barfuß im Garten über den Rasen gehe.

Gesundheit bekommen wir durch den Lebenswandel. In unsere Zeit übertragen muss das bedeuten, dass wir die für uns richtige Arbeit finden und tun. Wir werden uns einerseits abhärten, aber andererseits Stress aus psychischer Belastung nach Möglichkeit vermeiden. Denn wenn es uns am Wohlbefinden mangelt, dann sind wir oft ganz besonders geneigt, dies durch Nahrungsmittel wie Schokolade oder Kaffee auszugleichen.

Wir machen den Magen durch Süßigkeiten sauer oder mit dem Kaffee lassen wir ihn dehydrieren; wir denken oft nicht so weit, dass eine Flüssigkeit dem Körper auch Wasser entziehen kann. Aber wir wundern uns darüber, wenn wir daraufhin in der Nacht nicht gut schlafen können.

Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.

Auch dieser Satz des Hippokrates bedarf in unserer Zeit einer Erklärung. Wir spüren selber sehr gut, was uns stärkt und unsere Lebens- und Schaffensfreude vermehrt. Und wir merken auch recht schnell, wenn das Wohlbefinden aussetzt. Es ist zwar leicht die Aufforderung gesagt: „Horche auf deine innere Stimme!“, aber was wir von ihr hören und das, was gesellschaftliche Zwänge und Erwartungshaltungen uns abverlangen, ist oft nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

In unserem Inneren ist (bis auf Ausnahmesituationen) der Wunsch: „Ich will gesund sein; ich will gesund bleiben.“ Dieser Wunsch kann eine ungeheure Kraft entfalten. Er ist unsere stärkste Kraft, das ist unsere Selbstheilungskraft. Wenn wir diese Kraft nicht einsetzen, wird damit jedes Medikament paralysiert.

Nicht der Arzt heilt, sondern die Natur. Der Arzt kann nur ihr getreuer Helfer und Diener sein. Er wird von ihr, niemals aber die Natur von ihm lernen.

Es ist wohl der größte Unfug, dass wir die Kräuter in Heilkräuter und in Unkraut einteilen. Der Volksmund dagegen weiß, dass gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist. Nur unser Wissen darüber, welche positiven Wirkungen die Kräuter haben können, ist völlig unzureichend. Viele Jahrhunderte lang wurden heilkräuterkundige Frauen als Hexen verfolgt, gefoltert und verbrannt.

In nicht mehr ganz so finsteren Zeiten, um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt Sebastian Kneipp eine Anzeige wegen Kurpfuscherei, weil er eine an Cholera erkrankte Magd mit heißen Umschlägen behandelt hatte. Geklagt hat der Apotheker aus Babenhausen wegen „Gewerbebeeinträchtigung und Schädigung“. Dabei hat Kneipp Menschen behandelt, die nach jahrelanger Behandlung bei Ärzten und Apothekern keine Hilfe gefunden haben oder die einfach kein Geld hatten, sich einen Arzt zu leisten.

Es geht um das ständige Thema, wie es um unser Wasser bestellt ist. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir brauchen gutes, reines Wasser. Zum Ausbruch der Cholera ist es gekommen, weil die Menschen nicht wussten oder wahrhaben wollten, dass fäkalienverunreinigtes Grundwasser nicht als Trinkwasser verwendet werden darf.

Heute leben wir in einer Zeit des Wassermangels. Um den Bedarf an Wasser bereitstellen zu können, muss Nutzwasser oft in Kläranlagen, um es dann wieder verwenden zu können. Die Ansprüche, die an unser Trinkwasser gestellt werden, werden immer bescheidener, denn die Vorschriften werden an das, was in Kläranlagen gemacht werden kann, immer wieder angepasst.

Unverständlich ist mir, warum wir kein ausreichendes Bewusstsein zu diesem Thema entwickeln und wenigstens die ganz einfache Regel beachten, dass wir nicht in der Leitung abgestandenes Wasser trinken sollen, sondern mindestens einen Liter durchrinnen lassen, bevor wir das Wasser in ein Glas füllen.

Wir müssen aber auch der Realität ins Auge blicken, dass Stadtwerke immer weniger in der Lage sein werden, uns einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Daher wird es (wie schon an einigen Orten dieser Welt) in naher Zukunft überall die Aufgabe sein, dass wir unser Trinkwasser filtern, um es vor Schadstoffen zu reinigen.

Wenn wir es geschickt anstellen, so können wir daheim Heilwasser erzeugen in der Qualität, wie es beispielsweise aus der bekannten Quelle in Lourdes kommt oder aus dem Heilstollen in Nordenau im Sauerland.

Von den Medizinern erwarte ich mir, dass sie auf den von Hippokrates aufgezeigten Weg zurückfinden und sich auch ernsthaft mit dem Nobelpreisträger für Medizin (1931), mit Otto Heinrich Warburg und mit der nach ihm benannten Hypothese befassen.

Ich finde es logisch und einleuchtend, dass viele Krankheiten nur dort stattfinden können, wo sie ein für sie günstiges übersäuertes Milieu vorfinden. Dass die Medizin in mehr als 80 Jahren (Warburg veröffentlichte seine These erstmals 1924) bis heute darauf noch immer keine Antwort gefunden hat, ist beschämend genug. Es kommt der beklemmende Verdacht auf, dass mit Wasserkuren nicht annähernd so viel Geschäft gemacht werden kann wie mit Chemotherapien oder mit Operationen.

Wer den Hippokrates ernst nimmt, wird umdenken müssen.

Von Günter Wittek

16.09.2016 © seit 09.2011 Günter Wittek

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