Blumenpflege: Tipps Schnittblumen länger frisch zu halten

Es gibt einige einfache Methoden, um gekaufte Schnittblumen länger frisch zu halten. Schließlich will man einem lieben Menschen eine Freude machen, die er oder sie möglichst lange genießen soll. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Tipps, die Ihnen helfen werden, möglichst lange Freude an Ihren Blumen zu haben.

Kauftipps für frische Schnittblumen

Wer lange Freude an seinen Schnittblumen haben will, sollte bereits beim Kauf der Schnittblumen einiges beachten. Wer alte oder kranke Blumen kauft, wird sie auch mit den besten Methoden nicht lange am Leben halten. Da sich nur wenige mit dem Kauf und der Pflege von Blumen richtig auskennen, werden wir hier nur Punkte aufzählen, die jeder leicht verstehen und testen kann.

Kauftipps für frische Schnittblumen

Achten Sie darauf, dass die Blüten frisch und prall aussehen, ohne Verfärbungen oder welke Stellen. Die Knospen sollten fest geschlossen oder gerade dabei sein, sich zu öffnen. Die Stängel der Blumen sollten fest und prall sein, ohne Anzeichen von Austrocknung oder Schimmel. Drücken Sie leicht auf die Stiele – frische Stiele fühlen sich fest und elastisch an.

Schauen Sie sich auch die Blätter genauer an. Gesunde Blätter sind grün und fest, ohne Verfärbungen oder welkende Stellen. Achten Sie auf diese Details, um sicherzustellen, dass die gewählten Blumen beim Kauf noch frisch und gesund sind.

Mit diesen Tipps sollten Sie sehr frische Schnittblumen bekommen, die man lange frisch halten kann. Im Zweifelsfall können Sie den Verkäufer auch fragen, welche Blumen heute frisch geliefert wurden.

Saubere Vasen sind wichtig

Oftmals lagern wir die Vasen für Schnittblumen lange Zeit ein, bevor sie irgendwann zum Einsatz kommen. Nicht selten sammelt sich dort einiger Staub und Dreck an, der nicht nur unschön zu sehen, sondern auch schlecht für unsere frischen Schnittblumen ist. Prüfen Sie deshalb die Sauberkeit der Vase vorab und reinigen Sie sie – falls nötig – gründlich mit Spülmittel und warmen Wasser. Damit wollen wir verhindern, unnötig Bakterien einzutragen, die unsere Schnittblumen befallen und sie vorzeitig altern lassen.

Schnittblumen richtig anschneiden

Das Anschneiden der Stiele von Schnittblumen vor dem Einsetzen in die Vase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihre Blumen anschließend noch Wasser aufnehmen können – nicht vorzeitig vertrocknen.

Schnittblumen anschneiden - länger frisch halten

Denn durch das Anschneiden werden verstopfte oder verschlossene Leitbahnen entfernt, was den Wasserfluss durch den Stiel erleichtert und dafür sorgt, dass die Blume ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann. Während des Transports oder bei der Lagerung ohne Wasser können die Stielenden austrocknen und Luftblasen bilden, die eine Wasseraufnahme behindern. Ein frischer Schnitt legt neue Leitungsbahnen frei und beseitigt eventuelle Luftblasen.

Das schräge Anschneiden der Stiele (ca. 45° Winkel) vergrößert die Oberfläche des Stielendes und ermöglicht eine effizientere Wasseraufnahme. Gleichzeitig können Sie durch den frischen Schnitt verfaulte oder verschimmelte Stielenden entfernen, wodurch das Risiko von Bakterienwachstum verringert wird.

Verwenden Sie zum Anschneiden ein scharfes Messer oder eine spezielle Blumenschere und schneiden Sie den Stiel schräg an. Entfernen Sie dabei alle Blätter, die später mit dem Blumenwasser in Berührung kommen könnten. Denn Blätter faulen schnell, wenn sie im Wasser stehen und bilden Fäulnisbakterien, die der gesamten Pflanze schaden.

Der Anschnitt der Blumen hält natürlich nicht ewig und wird nach einigen Tagen seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Daher kann man sich die Faustregel merken, dass man bei jedem Wasserwechsel die unteren Enden der Blumen neu anschneiden sollte.

Schnittblumen schnell ins Wasser stellen

Frische Schnittblumen sollten möglichst schnell ins Wasser gestellt werden, damit sie ihre Schönheit und Frische so lange wie möglich behalten. Indem Sie die Blumen sofort ins Wasser geben, verhindern Sie die Bildung von Luftblasen in den Stielen und optimieren die Wasseraufnahme.

Wenn Schnittblumen nicht sofort ins Wasser gestellt werden, können Luftblasen in die Leitbahnen eindringen und den Wassertransport blockieren. Dadurch nehmen die Blumen nicht mehr ausreichend Wasser auf und verwelken schneller. Außerdem bleiben die Leitbahnen offen, sodass sie kontinuierlich Wasser aufnehmen. Denken Sie daran: Eine ausreichende Wasserversorgung ist das Lebenselixier der Blumen, denn Sie können sich – auch ohne Wurzeln – oft noch lange selbst mit Wasser versorgen.

Tipps Schnittblumen länger frischhalten

Zudem trocknen Stiele, die längere Zeit ohne Wasser sind, an den Schnittstellen aus. Dies beeinträchtigt die Wasseraufnahme deutlich und führt dazu, dass die Blumen schnell verwelken. An den trockenen Schnittstellen können sich überdies Bakterien ansiedeln, die die Leitbahnen verstopfen und den Verwelkungsprozess beschleunigen.

Wechseln Sie etwa alle zwei Tage das Blumenwasser aus, damit sich darin keine Bakterien oder Fäulnis bilden.

Temperatur des Blumenwassers

Manche Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf einen Temperaturschock. Wenn es im Sommer draußen richtig heiß wird, sollte man die frischen Schnittblumen nicht mit „eiskaltem“ Wasser schocken. Denn eine große Temperaturdifferenz stresst die Pflanze unnötig, was zu einem früheren Ableben führt.

Passen Sie die Temperatur des Wassers daher an die Umgebungstemperatur an, d. h. das Wasser sollte lauwarm sein bzw. Zimmertemperatur haben. Die Ausnahme bilden hier sogenannte Zwiebelblumen – wie Tulpen – die kaltes Wasser besser vertragen.

Richtigen Standort für die Blumen wählen

Der richtige Standort spielt eine entscheidende Rolle, um die Lebensdauer Ihrer Schnittblumen zu verlängern und ihre Schönheit zu bewahren. Es lohnt sich also ein paar Gedanken an den Standort zu verschwenden, wenn man die Blumen lange genießen will.

Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft, da beides die Blumen schneller welken lässt. Stellen Sie Ihre Blumen nicht in die Nähe von Obstschalen, da Obst wie Äpfel und Bananen Ethylengas abgibt, das den Alterungsprozess der Blumen beschleunigt. Ein kühler Standort ist ideal, besonders nachts. Wenn möglich, bringen Sie die Blumen über Nacht in einen kühlen Raum oder sogar in den Kühlschrank, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Nährlösungen für das Blumenwasser

Meist wird mit einem gekauften Blumenstrauß eine Nährlösung (-pulver) gratis mitgegeben. Diese Nährlösung hat zwei Funktionen:

  • Sie verhindert das Bilden von Fäulnisbakterien und Pilzen, die den Alterungsprozess der Blumen beschleunigen.
  • Sie enthält Mineralien, die für die Blüten sehr wichtig sind und ihre Lebensdauer verlängern.

Nutzen Sie also unbedingt das mitgelieferte Tütchen, um das Blumenwasser aufzuwerten.

Wer keine Nährlösung zur Verfügung hat, kann dem Blumenwasser eine Prise Zucker beigeben. Es soll aber nicht mehr sein, denn sonst erreicht man wiederum das Gegenteil.

Gegen das Bilden von Fäulnisbakterien und Pilzen hilft eine Kupfer- oder Messingmünze, die ins Wasser gegeben wird. Wer eine Vase aus Kupfer bzw. Messing verwendet, kann sich natürlich die Münze sparen. Den gleichen Effekt erreicht man mit einem Schuss Essig oder Zitronensaft.

Große Temperaturunterschiede

Wenn Sie im Winter einen Blumenstrauß bekommen oder verschenken und er kalt von draußen ins Warme gebracht wird, sollten Sie ihm Zeit lassen, sich an die veränderte Temperatur zu gewöhnen. Rechnen Sie im Winter mit ca. 30 Minuten bis zu einer Stunde, bis die Schnittblumen wieder Zimmertemperatur angenommen haben, bis man sie weiter bearbeitet.

Unverträglichkeiten von Blumensorten

Es gibt Blumen, die sich nicht vertragen und daher in getrennten Vasen stehen sollten. Ein Beispiel sind Tulpen und Narzissen (Osterglocken). Beide blühen zur gleichen Jahreszeit (früh im Frühling). Sie würden zwar optisch gut zueinanderpassen, doch der Narzissenschleim lässt die Tulpen verkümmern.

Narzissen (Osterglocken) sollten gesondert behandelt werden, bevor sie mit anderen Blumen in eine gemeinsame Vase gegeben werden, unabhängig von deren Sorte. Osterglocken sind sehr beliebte Schnittblumen – vielleicht auch deshalb, weil sie den Frühling einläuten nach einem blütenlosen Winter.

Lassen Sie die angeschnittenen Stiele 24 Stunden im Wasser stehen, damit sie sich ausschleimen können. Schneiden Sie sie später keinesfalls neu an, denn sonst tritt wieder Schleim aus. Erst danach können Sie sie gemeinsam mit anderen Blumen in eine Vase geben. Wer ganz sicher gehen will, lässt sie nur für sich und getrennt von anderen Blumen in einer Vase stehen.

Schnittblumen, die eine Sonderbehandlung brauchen

Einige Schnittblumen benötigen vor dem Arrangieren in der Vase eine besondere Behandlung, damit sie ihre volle Blütenpracht entfalten und so lange wie möglich frisch bleiben. Indem Sie auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Blumensorten eingehen, können Sie sicherstellen, dass Ihr Blumenstrauß in all seiner Schönheit erstrahlt.

Rosen sollten zunächst von beschädigten äußeren Blütenblättern befreit werden. Anschließend können Sie die Stielenden kurz in warmes Wasser (ca. 40°C) tauchen, um Luftblasen zu entfernen. Schneiden Sie die Stiele schräg an und entfernen Sie die unteren Blätter.

Tulpen sollten vor dem Arrangieren möglichst kühl gelagert werden. Schneiden Sie die Stiele schräg an und stellen Sie die Tulpen zunächst eingewickelt in Wasser, um die Stiele gerade zu halten.

Lilien profitieren davon, wenn die Staubbeutel entfernt werden, um Flecken und vorzeitiges Verblühen zu verhindern. Schneiden Sie die Stiele schräg an und entfernen Sie die unteren Blätter.

Gerbera sollten mit ihren Stielenden kurz in warmes Wasser (ca. 40°C) getaucht werden, um die Wasseraufnahme zu verbessern. Entfernen Sie die unteren Blätter und achten Sie darauf, dass nur die Stiele im Wasser stehen.

Narzissen sondern ein schleimiges Sekret ab und sollten daher zunächst für einige Stunden separat in Wasser stehen. Schneiden Sie die Stiele schräg an, bevor Sie die Narzissen mit anderen Blumen kombinieren.

Hortensien profitieren davon, wenn ihre Stielenden kurz in warmes Wasser (ca. 40°C) getaucht werden. Schneiden Sie die Stiele schräg an und tauchen Sie die Blütenköpfe in kaltes Wasser, um sie zu erfrischen.

Pfingstrosen entfalten ihre Schönheit besser, wenn Sie die Knospen leicht aneinander reiben, um die äußeren Blätter zu lösen. Schneiden Sie die Stiele schräg an und entfernen Sie die unteren Blätter.

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Viel Erfolg beim Frischhalten Ihrer Blumen!

Andrea Munich