Vorurteile: Was wissen Sie über populäre Koch- und Essmythen?

Teaser: Im Laufe der Zeit werden immer wieder neue Ernährungs-, Koch- und Essensirrtümer verbreitet. Manche Irrtümer halten sich hartnäckig, weil sie sich plausibel anhören oder weil sie schon seit Generationen gelten. Erfahren Sie hier einige typische Beispiele über populäre Vorurteile aus diesem Bereich.

Im Laufe der Zeit zeigen sich immer wieder neue Ernährungs-, Koch- und Essensirrtümer. Das ist eine völlig normale Entwicklung, denn die Wissenschaft schläft nicht und bringt ihre Erkenntnisse kontinuierlich auf den neuesten Stand.

Populäre vorurteile beim kochen und essenManche Irrtümer halten sich hartnäckig, weil sie sich plausibel anhören oder weil sie schon seit Generationen gelten. Andere Irrtümer wiederum werden bewusst verbreitet bzw. nicht aufgeklärt, um Produkte an möglichst viele Käufer zu bringen. Lesen Sie im folgenden Artikel über einige interessante Koch- und Essmythen.

Dass Spinat nicht wesentlich mehr Eisen enthält als andere Nahrungsmittel dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Schuld an diesem Irrtum war ein Tippfehler - ein nach rechts verschobenes Komma. Immerhin bescherte uns dieser Irrtum „Popeye, den Spinatmatrosen“.

In der Mehrzahl der Fälle jedoch dürften die negativen Konsequenzen aus Irrtümern überwiegen. Insofern lohnt es sich auf alle Fälle, das eigene Wissen regelmäßig zu überprüfen.

Fruchtcreme- und Fruchtfüllungen, Sahne- und Sahnecremetorten

Manchmal hat man so richtige Lust auf eine Sahnetorte. Doch auch eine ansprechend sahnig aussehende Torte hält nicht immer das, was ihr Anblick verspricht.

Eine Sahnetorte, ein Sahnekuchen oder eine Fruchtsahnetorte muss mindestens 60% Sahne enthalten. Füllungen, die weniger Sahneanteil enthalten, werden als Sahnecreme bezeichnet.

Füllungen, die als Fruchtfüllungen bezeichnet werden, müssen einen wesentlichen Anteil an Früchten enthalten. Allerdings brauchen Fruchtcremefüllungen keine Früchte enthalten, sondern dürfen alleinig mit Aromen "fruchtig" abgeschmeckt werden.

Garnelen und Imitate

Hier sind Mogeleien der Industrie auf dem Markt, die Garnelen täuschend echt ähnlich sehen. Doch dabei handelt es sich lediglich um ein Produkt aus Krebsfleisch-Imitat, welches aus Fischmuskeleiweiß besteht, dem billigen Surimi. Mit Geschmacksverstärkern, Aromen und Farbstoffen vermischt, finden die Garnelen-Imitate immer noch viele Käufer, die sich täuschen lassen.

Manchmal heißen diese Produkte "gefangene Surimi-Garnele" oder so ähnlich. Allein der Name ist schon so gewählt, dass der unwissende Käufer davon ausgeht, echte Garnelen zu kaufen. Es lohnt sich daher immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe des Produktes zu werfen, bevor man es kauft.

Margarine ist gesünder als Butter

Das ist längst überholt, doch der Irrtum hält sich immer noch hartnäckig. Margarine ist ein künstlich hergestelltes Produkt. Auch die Beimengung von Vitaminen hat nicht die erhofften gesundheitsfördernden Wirkungen gezeigt, zumal es sich um künstlich hergestellte Vitamine handelt, die nicht die gleiche Wirkung wie natürliche Vitamine haben. Eine zu hohe Dosierung von Vitaminen kann sogar schädliche Auswirkungen haben. 

Wissenschaftliche Langzeitstudien konnten keinerlei Vorteile bei der Ernährung mit Margarine feststellen, ganz im Gegenteil. Das betrifft jedoch die Einnahme jener Margarinesorten, die gehärtete Pflanzenöle beinhalten. Eine Studie zeigte, dass bei einer täglichen Einnahme von mindestens vier (und mehr) Teelöffeln Margarine rund ein bis zwei Drittel der Betroffenen ein höheres Infarktrisiko aufwiesen im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die nur einmal im Monat Margarine bzw. nur Butter als täglichen Aufstrichzusatz verwendeten.

Margarine hat auch nicht weniger Kalorien als Butter. Beide haben den gleichen Fettgehalt von ca. 80 %.

Mittlerweile gibt es auch Margarine, die zum Teil oder ganz auf gehärtete Pflanzenöle verzichtet. Dennoch bleibt es dabei, dass Margarine im Gegensatz zur Butter industriell hergestellt wird. Viele Menschen wollen dennoch nicht auf Margarine verzichten, da ihnen Margarine durch die jahrelange Prägung besser schmeckt.

Doch nicht nur gute Köche oder Bäcker, die auf Qualität achten, verwenden Butter. Wer sich genügend bewegt und Butter in Maßen genießt, braucht keine gesundheitlichen Nachteile zu befürchten.  

Der großer Sündenbock: Zucker 

Über den Zucker gibt es zahlreiche Mythen.

Vorurteile gegen zucker"Zucker verursacht Karies", ist eine Verallgemeinerung, die nicht unkommentiert gelassen werden darf. Man sollte die Zusammenhänge genauer kennen, um das Risiko von Karies zu vermeiden. Drei Dinge müssen zusammenkommen, damit Karies entstehen kann: Kohlenhydrate, Bakterien und Zeit. Wer Süßigkeiten isst und sich danach richtig die Zähne putzt, braucht kein Karies zu befürchten.

Wer allerdings Kartoffelchips oder Haferflocken isst, sollte ebenfalls seine Zähne putzen. Beides enthält viel Stärke, die über eine längere Verweildauer im Mund einen wunderbaren Nährboden für Bakterien bildet.

Stärke ist nichts anderes als eine lange Kette von Traubenzucker. Während purer Zucker relativ schnell vom Speichel weggespült wird, klebt Stärke an den Zähnen und sorgt für Kariesbakterien - je mehr Zeit bis zum nächsten Zähneputzen vergeht, desto günstiger für die Bakterien.

Deshalb sollte man weder kleine noch große Kinder dazu ermahnen, sich ihre Süßigkeiten einzuteilen. Den Zähnen kann kaum Schlimmeres angetan werden, als über den ganzen Tag verteilt mit den Säurebakterien, die sich aus Süßem bilden, konfrontiert zu werden. Um ein passendes Bild zu wählen: Besser ist es für die Zähne, wenn die Tafel Schokolade auf einen Rutsch gegessen wird, als mehrere Stückchen über den Tag verteilt.

Dennoch macht zu viel Zucker dick (auch Fruchtzucker!). Süßes ist gerade für Kinder etwas Herrliches, doch sie sollten lernen Zucker in Maßen zu genießen. Überall wo Zucker ganz oben bei den Inhaltsstoffen zu finden ist, sollte man achtgeben. Doch prüfen Sie nicht nur den Zucker, sondern auch Fructose, Glucose, Maltose und Zuckeraustauschstoffe! Für sie gilt im Wesentlichen das Gleiche.

Honig und Trockenfrüchte werden oft als "gesunde" Süßigkeiten angesehen. Doch es gibt keine gesunden Süßigkeiten! Was für Zucker gilt, gilt auch für Honig und Trockenfrüchte. Honig hat um die 78 % Zucker und Trockenfrüchte um die 45 %. Trockenfrüchte haben zudem den Nachteil, dass sie wunderbar an den Zähnen kleben und lange Zeit im Mund verweilen, sofern nicht sofort die Zähne geputzt werden.

Zucker ist kein Vitaminräuber. Lange hielt sich dieser Irrtum. Richtig ist, dass das Vitamin B1 eine Rolle in der Verwandlung von Traubenzucker spielt. Es wird aber nicht verbraucht, sondern wie ein Werkzeug wiederholt genutzt. Es ist auch beim Abbau von Eiweiß und Fett ein notwendiger "Helfer".

Auch ist Zucker kein Räuber von Kalzium. Wenn Kalzium schlecht vom Körper aufgenommen wird, liegt das an oxalsäurereichen Lebensmitteln, z.B. Spinat, Mangold, Sellerie, Kakao, Schokolade, Rote Beete.

Energie-Irrtümer beim Kochen

Der Backofen muss vorgeheizt werden

Das ist ein uralter Mythos und wird sogar von Kochprofis in den Medien weiterhin befolgt. Vorheizen kostet nur zusätzliche Energie und ist in den meisten Fällen nicht nötig. Durch die Empfehlung den Backofen vorzuheizen, können Hersteller einheitliche Back- und Garzeiten angeben, denn die Backöfen heizen unterschiedlich schnell auf. Doch gewöhnen Sie sich das Vorheizen ab und prüfen lieber nach, ob der Kuchen schon fertig oder die Pizza schon kross ist. Sie können damit bis zu 20 % Energie einsparen.

Der Deckel gehört auf dem Topf

Dem ist so und wenn Sie auch nur schnell ein paar Eier kochen wollen. Mit einem Deckel auf dem Topf können Sie bis zu 50 % Energie einsparen. Wer noch schneller sein will, kann das Wasser mit dem Wasserkocher heiß machen und dann in den Topf geben. Diese Variante ist nicht nur schneller, sondern hilft auch Energie einzusparen. Ein Wasserkocher verbraucht wesentlich weniger Energie als ein Herd.

Abspülen verbraucht weniger Wasser als ein Geschirrspüler

Ein moderner Geschirrspüler verbraucht etwas 13 l Wasser bei der täglichen Geschirrmenge einer vierköpfigen Familie. Mit der Hand abgewaschen, bräuchte man jedoch 70 Liter Wasser. Damit ließe sich mit einer Geschirrspülmaschine 80 Prozent Wasser einsparen. Eine (moderne) Geschirrspülmaschine lohnt sich also bei einer Familie auf alle Fälle!

Viel Erfolg bei einer gesunden und sparsamen Lebensweise!

09.06.2012 © seit 03.2011 Cassandra B.  
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