Vorsorge: Tipps zu „Mutter-Vater-Kind-Kuren“““

Mutter-Vater-Kind-Kuren, gibt es die überhaupt noch? Die Frage drängt sich auf, wenn man sich die Seiten der Krankenkassen ansieht. Vor wenigen Jahren noch als Vorsorgemaßnahme der Krankenkassen bewoben, findet man heute kaum noch Hinweise auf diese Angebote für Mütter und Väter in besonders belastenden Lebenssituationen.

Zudem besteht in der Praxis die Schwierigkeit, überhaupt Anträge zu erhalten. Die Ärzte sind oftmals mit der Komplettproblematik und der Antragstellung überfordert, kostet es doch einige Zeit sich den Anträgen zu widmen. Dann noch eine passende Klinik zu finden, die den Indikationen entspricht, ist fast schon unmöglich.

Von daher gibt es Beratungsstellen, wie das Müttergenesungswerk oder den Landesverband Saar-Pfalz Pro Mutter & Kind e.V., die den Eltern bei der Antragstellung einer Kur zur Seite stehen.

Die Beratungsstellen verstehen sich als Schnittstelle zwischen den Krankenkassen, den Ärzten und den Kliniken. Die Beratung der Eltern erfolgt kostenlos, ebenso die Ausgabe der Atteste und die Besprechung der Indikationen sowie der Klinikauswahl.

Vater Mutter Kind Kuren Tipps Ratgeber Die häufigsten Indikationen für eine Mutter-Vater-Kind-Kur sind ein psychovegetativer Erschöpfungszustand, ein drohender Burnout, Schlafstörungen, Partnerschaftsprobleme, Todesfälle in der Familie oder Behinderungen der Kinder. Die Kurmaßnahmen dauern in der Regel drei Wochen und sind Pflichtleistungen der Krankenkassen. Die Kliniken bieten meist Schwerpunkte an wie Trauer oder Trauma und auch Schwerpunktkuren, zum Beispiel für Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern mit Down-Syndrom.

Dabei sind die Klinikkonzepte so unterschiedlich wie die Lage der Kliniken. Einige bieten im Krankheitsfall der Kinder ab dem ersten Tag eine Einzelplatzbetreuung an, sodass die Mütter ihre Anwendungen wahrnehmen können, andere ab dem dritten Tag, wiederum andere Kliniken gar nicht.

Die Anwendungen sind in erster Linie ähnlich. So bewilligen die Krankenkassen nur noch eine gewisse Anzahl von Massagen, Gruppenstunden oder Einzelgesprächen.

Wer den Antrag alleine stellt, wird dies nicht wissen, da im Falle einer Bewilligung die Krankenkasse eine Klinik vorschlägt, die im besten Fall zu den Indikationen passt, aber nicht selten eher zum Tagessatz der Klinik.

Beratungsstellen wie Pro Mutter & Kind e.V. haben deshalb reagiert und sich Kooperationspartner gesucht.

Der Landesverband Saar-Pfalz bietet als gemeinnütziger Verein den Eltern Hilfestellung bei Bedarf und in Fällen einer Ablehnung der Kasse durch einen Rechtsanwalt, der zudem Anwalt für Sozial- und Medizinrecht ist. Die Mütter in den besonders belastenden Situationen sind oftmals mit einer Ablehnung überfordert und geben auf. Manchmal, so der Eindruck, spekulieren die Krankenkassen darauf, denn die Quote der Mütter die abgelehnt wurden, liegt bei ca. 70 Prozent.

Außerdem wissen die Eltern bei der Beantragung einer Kur meist nicht, dass sie ein Wunsch- und Wahlrecht nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit haben, was die Klinik angeht. In vielen Aspekten spielt dies keine sehr große Rolle, da die Kliniken von der Grundversorgung recht ähnlich strukturiert sind. Geht man aber von einer schwereren Belastung der Eltern aus, ist es unabdingbar ein Haus zu wählen, das eine große Nachhaltigkeit gewährt.

Kliniken wie der Bromerhof in Isny im Allgäu, Gut Univita Holmecke in Hemer, der Tannenhof in Todtnauberg, das Miramar in Großenbrode oder das Gesundheitszentrum an der Höhle in Buchen / Eberstadt, setzen hierbei auf besondere Konzepte.

Sie gehen von ADHS/ ADS bei Kindern, positiver Erziehung, Bindungsstärkung, dem Marte Meo Erziehungskonzept, spezieller Frühchen-Förderung und Verarbeitung der Frühchen Geburt bis hin zur Narben Harmonisierung, Energetisierung oder Cranio-Sacral Therapie.

Viele Kliniken setzen auf alternative Heilmethoden und versuchen den Müttern nachhaltige Impulse für den Alltag zu geben.

Wichtig ist es also in allen Aspekten rund um die Beantragung und die Zeit nach der Kur, Willen und Durchhaltevermögen zu zeigen. Kuren können nur ein Schritt in die richtige Richtung sein, so zum Beispiel eine Ernährungsumstellung oder Raucherentwöhnung. Keinesfalls gilt heute noch das Motto, das den Kurkliniken früher nachgesagt wurde: „Morgens Fango, abends Tango“.

Vielmehr stehen durchdachte Konzepte, Umsichtigkeit und die Individualität der Mütter im Vordergrund. Wichtig ist dabei, dass die Mütter gut vorbereitet in eine Kur gehen, eventuelle Probleme direkt im Haus ansprechen und nach der Kur weiter an sich arbeiten. Dann wird das Thema „Mutter-Vater-Kind-Kuren“ und die Nachhaltigkeit auch gelingen.

Annina Dessauer

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