Schutz vor Salmonellen

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, die an vielen Stellen im Haushalt, besonders in der Küche, auftreten und sich vermehren können. Lesen Sie im folgenden Tipp, wie Sie sich mit dem Einhalten einfacher Regeln wirkungsvoll vor Salmonellenerkrankungen schützen können.

Es gibt viele verschiedene Arten von Salmonellen und ebenso viele verschiedene Arten von Erkrankungen, wobei ca. 6 % davon für Menschen gefährlich werden können. Dabei ist es nicht schwer, sich vorbeugend vor einer Salmonellenvergiftung oder Salmonellenerkrankungen zu schützen.

Um was für eine Erkrankung handelt es sich?

Schutz Salmonellen Fleisch TippsLeider sind Salmonellen für das menschliche Auge unsichtbar, man sieht sie nicht, man hört sie nicht und man schmeckt sie nicht. Die Erkrankung durch Salmonellen nennt man Salmonellose. Dabei handelt es sich um eine Infektion.

Grob unterscheidet man zwischen zwei Arten von Salmonellen:

  • den Enteritis-Salmonellen
  • den Typhus/Paratyphus-Salmonellen

Letztere können schwere Erkrankungen verursachen (Typhus-Erkrankungen) und sind auf den Menschen angepasst, d.h. kommen bei Tieren nicht vor.

Erstere kommen bei Menschen und Tieren vor - beide können sich gegenseitig anstecken. Enteritis-Salmonellen verursachen Durchfallerkrankungen, die in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt werden müssen. Doch für immungeschwächte Menschen kann auch diese Form der Erkrankung lebensbedrohlich verlaufen.

Symptome für eine Salmonellenerkrankung können schweres Bauchgrimmen, wässriger Durchfall, schmerzhafte Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Fieber und Erbrechen sein. Salmonellen können Entzündungen hervorrufen.

Die Symptome einer Erkrankung treten normalerweise nach wenigen Stunden bis zu drei Tagen nach der Aufnahme von Salmonellen auf.

Wer ist besonders betroffen?

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders gefährdet, an Salmonellen zu erkranken. Das betrifft alte und kranke Menschen, aber auch Kinder und Säuglinge. Auch Menschen, die an AIDS erkrankt sind, haben ein geschwächtes Immunsystem und sollten auf eine gute Hygiene achten.

Auch in bestimmten Berufen sollten die Vorschriften peinlich genau eingehalten werden. Das gilt für alle Pflegeberufe, für Menschen, die in einem Krankenhaus tätig sind, aber auch für das gesamte Küchenpersonal einer Großküche.

Doch auch in Privathaushalten kommt es immer wieder zu Erkrankungen. Der Grund ist meistens in einer mangelnden Hygiene zu finden.

Wie kommt es zu einer Infektion?

Die häufigste Ursache der Erkrankungen geschieht über die Infektion durch den Verzehr von Lebensmitteln, die von einer hohen Anzahl von Salmonellen befallen sind. Dabei sind folgende Lebensmittel häufig betroffen:

  • Geflügel und daher auch rohe Eier - in der Regel die Eierschale,
  • Schweine- und Rinderprodukte,
  • Produkte, wo rohe Eier verwendet werden (Mayonnaise, Speiseeis, Süßspeisen),
  • Fleischprodukte, die unhygienisch aufgetaut werden.

Anstecken kann man sich aber auch durch die Ausscheidungen von infizierten Menschen und Tieren, wenn naher und häufiger Kontakt besteht. Dabei müssen jene nicht sichtbar von der Krankheit befallen sein. Eine Infektion durch Tiere ist allerdings selten mit einer Ausnahme. Gesondert sind hier Reptilien zu nennen (dazu gehören auch Schildkröten), die unerkannt infiziert wurden, ohne dabei selbst zu erkranken. Hier besteht eine Befallsrate von 90%. Manche Experten raten sogar ab, in Haushalten Reptilien zu halten, wo Säuglinge und Kleinkinder leben.

Auch bei Menschen, die an Salmonellose erkrankt sind, besteht Ansteckungsgefahr! Menschen, die an Salmonellose erkrankt sind, sollten sich von der Küche fernhalten und ebenso von Orten, wo viele Menschen zusammentreffen (z.B. Kindergarten, Krankenhaus ...).

Eine Infektion durch verunreinigtes Wasser, z.B. abgestandenes Wasser in Duschschläuchen ist selten, doch sie kommt vor, v.a. bei den oben genannten Risikogruppen.

Bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem braucht es eine hohe Konzentration von Keimzahlen (ca. 105 Salmonellen), damit es zu einer Infektion kommt. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine wesentlich kleinere Salmonellenanzahl zur Erkrankung führen.

Wie können Sie sich vor Salmonellen schützen?

Salmonellen können auch bei sehr niedrigen Temperaturen überleben! Es hilft also nichts Lebensmittel einzufrieren, um sie loszuwerden. Sie überleben auch noch bei minus 20 Grad Celsius, obwohl sie sich bei diesen Temperaturen nicht mehr vermehren. Ab ca. 7 Grad Celsius beginnen sie sich zu vermehren. Wer Lebensmittel ca. 10 Minuten lang auf 70 Grad erhitzt, senkt das Salmonellenrisiko drastisch, denn Hitze mögen sie nicht, wohl aber Wärme!

Daraus ergeben sich folgende vorbeugende Maßnahmen:

  • Hände waschen nach jedem Toilettengang.
  • Hände waschen vor und nach der Zubereitung / Bearbeitung von rohem Fleisch. D.h., wenn Sie z.B. rohes Fleisch geschnitten haben und dann zum Schneiden von Salat übergehen, waschen Sie Ihre Hände.
  • Fleisch und Gemüse auf voneinander separaten Arbeitsunterlagen zubereiten. Achten Sie sorgfältig darauf, dass z.B. ein Probierlöffel nicht zwischenrein auf die Fleischablagefläche gelegt und dann wiederverwendet wird.
  • Nahrungsmittel, die salmonellenanfällig sind, lange und ausreichend heiß garen. Das gilt auch für die Mikrowelle! Die Gefahr besteht z.B. bei Fleischfüllungen, dass diese nicht die notwendige Garzeit und Hitze bekommen und sich die Salmonellen daher an den sogenannten kalten Stellen gut vermehren können.
  • Leicht verderbliche Speisen sollen nach dem Einkauf sofort kühl gelagert werden! Trennen Sie im Kühlschrank Fleischprodukte von Gemüse- und Käseprodukten. Trennen Sie aber auch fertig zubereitete Speisen streng von rohen Speisen.
  • Da Hackfleisch eine große Angriffsfläche für Salmonellen bietet, brauchen Sie es am besten am gleichen Tag des Einkaufs auf.
  • Tauen Sie tiefgefrorenes Fleisch am besten im Kühlschrank auf, da sich die Salmonellen bei niedrigen Temperaturen nicht so schnell vermehren können. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass das Auftauwasser nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt! Verwenden Sie eine Schale oder Schüssel, die das Auftauwasser auffängt. Das Auftauwasser muss dann im Anschluss weggeschüttet werden.
  • Speisen, die mit rohen Eiern zubereitet wurden, z.B. Speiseeis sollen nach dem An- oder Auftauen nicht wieder eingefroren werden. Denn die Salmonellen, welche sich beim Antauen vermehrt haben, werden beim erneuten Einfrieren nur lahmgelegt, nicht abgetötet.
  • Eier sind sehr häufig Salmonellenüberträger. Wenn Sie nicht auf die Verwendung von rohen Eiern in Speisen verzichten wollen, achten Sie darauf, frische und gut gekühlte Eier zu verwenden. Bevor Sie ein Ei aufschlagen, waschen Sie die Eierschale ab.
  • Spülen Sie Ihre Haushaltsgeräte sorgfältig mit ausreichend heißem Wasser ab. Spülmaschinen sorgen für eine ausreichende Hitze, um die Bakterien abzutöten.
  • Spülmittel oder Reinigungsmittel, die antibakteriell sind, töten die Keime zuverlässig ab. Doch wiegen Sie sich nicht in trügerische Sicherheit, denn durch Hände oder andere Lebensmittel können die gereinigten Flächen und Gegenstände sofort wieder kontaminiert werden.
  • Wechseln Sie regelmäßig Ihren Spüllappen bzw. Spülschwamm!

Salmonellenerkrankungen sind meldepflichtig

Das gilt auch für den Verdacht auf eine Salmonellenerkrankung. Dies muss beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Menschen, die in Schulen, Pflegeheimen, Großküchen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, dürfen selbst im Verdachtsfall nicht arbeiten gehen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei den vorbeugenden Maßnahmen gegen eine Infektion durch Salmonellen. Bleiben Sie gesund!

01.02.2018 © seit 08.2002 Cassandra B.  
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