Panik Gewichtsverlust: Die Angst vor dem Abnehmen

Teaser: Manche Versuche abzunehmen, scheitern schlicht an der Angst vor der Veränderung der Lebensumstände oder Gewohnheiten. Unbewusst reden wir uns ein, dass es doch gute Gründe gibt, nichts zu ändern. Lesen Sie in diesem Artikel mehr über die Angst vor dem Abnehmen und wie diese überwunden werden kann.

Angst vor dem AbnehmenDie Angst vor einer Veränderung der Lebensumstände und der Trennung von Gewohnheiten erklärt, warum viele Abnehmversuche scheitern. Diese Ängste sind natürliche Hindernisse, die überwunden werden müssen, wenn man erfolgreich abnehmen will!

So stark auch der Wunsch sein mag, endlich normalgewichtig zu werden, oft verhindert aber die Angst, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.

Dies mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber diese Angst vor dem Erfolg gibt es tatsächlich. Denn Übergewicht hat für die Betroffenen ja auch Vorteile, auf die sie künftig verzichten müssten. Diese Vorteile werden aber nicht bewusst wahrgenommen, sondern wirken durch unterbewusste Ängste.

Betrachten wir einmal die angeblichen "Vorteile" des Übergewichts.

1. Übergewicht kann als ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit mit anderen - oft ebenfalls übergewichtigen Personen des sozialen Umfeldes - verstanden werden. Hier wären Eltern, Partner, Freundinnen oder auch die Kinder zu nennen. Wird man normalgewichtig, befürchtet man den Verlust der Gruppenzugehörigkeit.

2. Übergewicht dient als Schutzmantel vor seelischen Verletzungen. Dies z.B. von Frauen vor Männern, aber auch umgekehrt. Man muss sich nicht mit einer Beziehung auseinandersetzen.

3. Essen als Ausdruck des "Ichs": "Ich bin so wie ich bin", "das ist mein Körper der Ausdruck meiner Persönlichkeit". Hier geht es also um Selbstbehauptung und Abwehr gegen Erwartungshaltungen von anderen.

4. Übergewicht als Ausdruck von Freiheit: "Ich lasse und will mich nicht kontrollieren, schon gar nicht was oder wie viel ich esse."

5. Essen zur Bekämpfung der Langeweile oder eines Defizits im sozialen Umfeld.

6. Das Essen von Genussmitteln als oraler Genuss: „Was habe ich denn sonst schon vom Leben“.

7. Essen und Genussmittel als Belohnung, eingeübt bereits seit Kindertagen: Essen als Balsam für die immer wieder verletzte Seele.

Soweit zu den vermeintlichen Vorteilen, von denen man befürchtet, dass man sie verlieren könnte.

Nun ist es eine Tatsache, dass wer abnehmen will, dies nur erfolgreich erreichen kann, wenn er bereit ist, einige Veränderungen in seinem Leben zuzulassen. Allerdings haben aber die meisten Menschen Angst vor Veränderungen ihrer Lebensgewohnheiten. Kann man diese Angst ablegen?

Im Prinzip ist diese Angst aber ein ganz natürlicher Vorgang, für den ein kleiner Bezirk im Stammhirn verantwortlich ist. Es ist die Amygdala oder der Mandelkern. Diese Angst ist keine pure Einbildung; sie besteht tatsächlich. Natürlich ist sie völlig irrational, da man ohne Probleme jederzeit wieder zunehmen kann. Das braucht nicht noch einmal gelernt werden - man wird es ein Leben lang können.

AmygdalaDie Amygdala ist an der Entstehung der Angst wesentlich beteiligt und spielt allgemein eine tragende Rolle bei der emotionalen Bewertung und dem Erfassen bekannter Situationen, sowie der Analyse möglicher Gefahren. Sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen ein. Der Mandelkern, als das Emotionszentrum im Gehirn, hilft uns bei Entscheidungen ohne harte Fakten.

Wenn für eine Entscheidung logische Informationen fehlen, schaltet es das Gefühlszentrum hinzu. Wir bevorzugen nun einmal das, was wir kennen. Das gilt auch in Fällen riskanter Entscheidungen. Ist das Risiko aufgrund von Erfahrungswerten abschätzbar, haben die meisten Menschen kein Problem damit, sich zu entscheiden, unabhängig davon, wie hoch die Gefahr des Verlierens ist.

Anders sieht es bei Situationen aus, in denen wichtige Informationen fehlen, so dass Chancen und Risiken nur schwer eingeschätzt werden können. Hier tendieren viele Menschen dazu, grundsätzlich vom schlimmsten Fall auszugehen und das Risiko dadurch zu überschätzen. Solche Entscheidungen werden, wann immer es geht, vermieden. Welche Informationen oder Fakten fehlen dem Abnehmwilligen?

Im Prinzip akzeptiert er die logische Information nicht, dass er als Normalgewichtiger mehr Freude am Leben haben wird. Nun ist Freude am Leben ein allgemeiner Begriff, ohne zu wissen, wie diese Freude aussehen wird. Dazu gehören Gesundheit, mehr Energie und Lebenskraft, aber auch mehr Geld zur Erfüllung der materiellen Wünsche, denn jede eingesparte Kalorie lässt sich in Geldwert umrechnen.

Dieses Mehr an Freude im Leben wird Veränderungen hervorrufen. Welche Veränderungen? Will ich diese überhaupt? Welche Risiken gehe ich dabei ein? Diese Risiken nicht zu kennen, sind der Grund dafür, dass viele Menschen ihr Vorhaben abzunehmen, immer wieder verschieben. Zusätzlich wird die Angst, durch falsche Informationen über die Schwierigkeiten des Abnehmens, ausgelöst.

Diese falschen Informationen betreffen ...:

  • das Gefühl, nie wieder genießen zu dürfen,
  • die Vorstellung, dass das Leben nur noch von Verzicht geprägt ist und nie mehr so lebenswert sein wird,
  • die Angst vor dem Versagen,
  • die Vorstellung, einen Halt zu verlieren,
  • die Angst vor Veränderung der allgemeinen Lebenssituation,
  • die Angst vor der Änderung der eigenen Persönlichkeit mit Auswirkungen auf das nähere Umfeld (Freundschaften, Partnerschaft).

Aber betrachtet man diese falschen Informationen jetzt als Risiken, dann erhalten sie einen völlig anderen Stellenwert. Sie werden aus der Gefühlsebene in das Bewusstsein verschoben. Sie heißen jetzt "Ich gehe bewusst das Risiko ein ...":

  • dass ich möglicherweise weniger Genuss beim Essen haben werde,
  • dass ich möglicherweise auf Genussmittel verzichten muss,
  • dass ich möglicherweise keinen Erfolg haben werde,
  • dass ich mir andere Ersatzhandlungen suchen muss, bzw. besser, meine Probleme benennen und abarbeiten muss,
  • dass sich möglicherweise meine Lebenssituation auch im Bereich meiner Beziehungen verändern wird.

Jetzt kennt man das Risiko und muss nur noch bereit sein, dieses Risiko anzunehmen. Abnehmen ist demnach viel mehr als man meint. Das ganze Leben verändert sich dadurch. Es ist, als hätte man einen Stein ins Wasser geworfen, der zahllose Ringe bildet, die sich immer weiter ausdehnen.

Diese Ringe kann man bezeichnen mit ...:

  • verbessertem Körpergefühl,
  • gesteigertem Selbstbewusstsein,
  • besserer Gesundheit,
  • erhöhter Leistungsfähigkeit,
  • positiven Veränderungen im sozialen Umfeld,
  • mehr Lebensfreude.

Das sind genug Gründe mit Freude und voller positiver Erwartung, Veränderungen zuzulassen. Der einfachste Weg ist, diese Veränderungen unbewusst herbeizuführen. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass wir die meisten Veränderungen in unserem Leben eher unbewusst durchführen. Deshalb sollte man bei einem guten Abnehmprogramm auf strikte Anweisungen verzichten.

Sie übernehmen die eine oder andere Empfehlung und verändern dadurch Ihr Verhalten unbewusst. Wer lernt solchen Verhaltensänderungen positiv gegenüberzustehen, wird auch anfangen quasi "automatisch abzunehmen". Man verändert sich natürlich, ohne Druck oder zwanghafte Bemühungen, d.h. die gesamte Lebenssituation ändert sich zum Positiven.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, finden Sie mehr zu diesem Thema auf meiner Webseite "www.kilokill.de".

Viel Erfolg beim Abnehmen!

13.10.2013 © seit 09.2009 Siegfried Müller  
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