Abnehmen und Psyche: Die Seele hungert – der Körper frisst

Sind Sie unglücklich, weil Sie unter Ihrem Übergewicht leiden, oder sind Sie übergewichtig, weil Sie unglücklich sind? Mit diesem Ratgeber will ich versuchen auf diese Frage eine Antwort zu geben.

Antworten helfen dabei, Probleme zu lösen. Es lohnt sich auch, den einen oder anderen gegebenen Tipp einfach einmal umzusetzen.

Was hat Übergewicht mit Persönlichkeit und Selbstwertgefühl zu tun?

Psyche und Übergewicht AbnehmenHäufig findet sich bei Übergewichtigen ein Mangelzustand im seelischen Bereich. Da wir in einer bipolaren Welt leben, bedeutet dies, dass energetisch betrachtet, immer versucht wird ein Gleichgewicht zwischen den zwei Polen herzustellen.

Die Therapie mittels Akupunktur mag hier als Beispiel dienen. Demnach befindet sich der kranke Körper in einem Ungleichgewicht zwischen den beiden Energien Yin und Yang. Ich werde im Folgendem nur kurz darauf eingehen, denn die gesamte, sich über die Jahrtausende entwickelte Philosophie hinter Yin und Yang, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Yin ist die Dunkelheit, während Yang die Sonne darstellt, Yin ist das Passive, Yang das Aktive, Yin ist die Nacht, Yang der Tag. Der Übergang von Yin zu Yang ist fließend - das eine kann nicht ohne das andere - sie bilden also eine dynamische Einheit.

Um also, bei einem Mangelzustand auf der energetischen (seelischen) Seite, nicht in eine auswegslose Situation zu geraten, versuchen wir auf der materiellen Ebene einen Ausgleich zu schaffen.

Dies gelingt uns am einfachsten über den oralen Genuss. Die Konsequenz dieses Handelns bedeutet letztlich Übergewicht. Damit befindet man sich aber in einem Circulus vitiosus, was Teufelskreis bedeutet. Übergewicht verstärkt jetzt den Mangelzustand (Selbstwertgefühl) im seelischen Bereich unserer Persönlichkeit.

Die Folge ist fatal, denn die würde noch mehr oralen Genuss und damit eine weitere Gewichtszunahme bedeuten. Wie gelingt es aber, diesem Teufelskreis zu entkommen?

Betrachten wir zunächst, welche Mangelzustände auf der seelischen Ebene vorliegen könnten.

1. Sie geben gern, können aber schlecht annehmen. Dies führt zu der Ansicht, dass Sie für Ihre Leistung zuwenig zurückbekommen und Sie sich deshalb anderweitig befriedigen müssen.

2. Sie arbeiten zu viel und entspannen zu wenig. Hier versuchen Sie die wenigen Augenblicke der Entspannung, durch eine orale Befriedigung qualitativ zu verbessern. Dies geschieht oft durch den Konsum von alkoholischen Getränken.

3. Sie übernehmen für alles die Verantwortung, vergessen aber dabei, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen. Dafür haben Sie ja gar keine Zeit mehr.

4. Sie kümmern sich mehr um andere als um sich selbst. Sie haben keine Zeit mehr, Ihre persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Schnell etwas aus dem Kühlschrank, schnell eine Tafel Schokolade genießen (?), schnell das Mittagessen hinunter schlingen.

5. Sie sehnen sich danach, geliebt zu werden, lieben sich aber selbst zu wenig. Nur wer sich selbst liebt, kann Liebe geben und Liebe empfangen.

Welche Gegenstrategie verspricht hier Besserung?

Egoist abnehmen ÜbergewichtWerden Sie zu einem Egoisten!!! Der Begriff „Egoismus“ ist zunächst einmal negativ belastet. Er wird als Bezeichnung für rücksichtsloses Verhalten verwendet. Egoisten verfolgen allein ihre eigenen Interessen. Andererseits können Sie nur ein zufriedenes und glückliches Leben führen, wenn Sie an sich und Ihr Wohlbefinden denken und Ihre Handlungen darauf abstimmen.

Ich will diese Aussage einmal an einem Beispiel verdeutlichen. Haben Sie schon einmal etwas gespendet? Wenn ja, wie haben Sie sich danach gefühlt? Sicher haben Sie sich danach wohl gefühlt. Sie haben ja etwas Gutes getan. Nun behaupte ich, dass Sie nur gespendet haben, um sich gut zu fühlen, also aus Egoismus.

Vordergründig könnte man sagen, dass dies aus Mitleid geschah. Ja, natürlich auch. Denken Sie jetzt darüber nach, welches Gefühl Sie gehabt hätten, wenn Sie nicht gespendet hätten. Ein ungutes Gefühl? Das Ergebnis: Sie haben gespendet, weil Sie kein ungutes Gefühl haben wollten, also aus Egoismus.

Dies wertet keinesfalls Ihre Mildtätigkeit ab. Aber es zeigt auch, dass ein gesunder Egoismus nötig ist, um den Mitmenschen und natürlich auch sich selbst etwas Gutes tun zu können.

Werden Sie ein Egoist!

Wie können Sie einen gesunden Egoismus auf die oben genannten Mangelzustände anwenden und diese dadurch beheben?

1. Sie geben gern, können aber schlecht annehmen

Kennen Sie diese Aussage von sich, wenn Sie für einen anderen Menschen etwas getan haben und dieser Ihnen etwas dafür geben will? Sie sagen statt einem einfachen: „Danke“ diesen Satz: „Aber das ist doch nicht nötig!“ Natürlich ist dieser Dank auch für den anderen notwendig, denn auch dieser möchte gern etwas geben. Sie geben doch gerne, also geben Sie ihm seine Befriedigung, dass er auch Ihnen etwas Gutes getan hat.

2. Sie arbeiten zu viel und entspannen zu wenig

Wir alle planen mehr oder weniger unseren Arbeitsalltag oder er wird von anderen verplant. Planen Sie ab sofort auch Ihre Entspannungszeiten ein. Um soundsoviel Uhr gehe ich ins Kino, gehe ich ins Schwimmbad, höre ich mir aus meiner Sammlung diese CD an, mache ich einen Spaziergang und und und …!

3. Sie übernehmen für alles die Verantwortung

Verantwortung für sich selbst übernehmen kann man nur, wenn man in der Lage ist Verantwortung abzugeben. So gewinnen Sie die Muße, sich um sich selbst und Ihre Bedürfnisse zu kümmern.

Sie sind nicht für alle Menschen und deren Handlungsweisen verantwortlich. Ja, Sie können, dadurch dass Sie versuchen für sie Verantwortung zu übernehmen, sie nicht vor Fehlern schützen.

In der Kindererziehung bedeutet dieses Verhalten dummerweise sogar, die Schwächung der Fähigkeit Ihrer Kinder, für sich selbst Verantwortung übernehmen zu können.

4. Sie kümmern sich mehr um andere als um sich selbst

Wann waren Sie das letzte Mal beim Frisör? Wann haben Sie sich eine Massage gegönnt oder sich einfach einmal entspannt? Wann haben Sie ein Buch gelesen? Sie haben keine Zeit? Ihr Mann will pünktlich sein Essen auf dem Tisch haben und erwartet, dass Sie für ihn immer ansprechbar sind, Ihre Kinder wollen sofort eine Antwort oder ihre Bedürfnisse gestillt bekommen?

Natürlich unterliegen auch viele Männer dem Irrtum, immer und jederzeit für andere verfügbar sein zu müssen. Schaffen Sie sich also Freiräume, die nur Ihnen persönlich gehören und in denen Sie sich von nichts und niemanden stören lassen.

5. Sie sehnen sich danach, geliebt zu werden, lieben sich aber selbst zu wenig

Nur wer sich selbst liebt, kann Liebe geben und Liebe empfangen. Ein großes Problem besteht darin, dass wir in der Kindheit nur dann geliebt wurden, zumindest haben wir es oft so empfunden, wenn wir brav waren, funktioniert haben und die Wünsche unserer Eltern erfüllten.

Falls wir diese Vorgaben nicht erfüllten, wurden wir bestraft, also nicht geliebt. Irgendwo habe ich einmal diese Aussage gelesen: Kinder sind nicht durch Zufall gehorsam, liebevoll und wohlerzogen. Sie müssen durch Vorbild und Zucht geformt werden. Bei dieser Aussage lief und läuft es mir immer noch kalt den Rücken herunter. Denn wie leicht wird nicht geformt, sondern verformt.

Beginnen Sie also sich selbst zu lieben!

Lieben Sie sich mit all Ihren guten Seiten, mit Ihren Fehlern und Schwächen. Erkennen Sie diese als zu Ihnen gehörig an. Erst wenn dies geschieht, werden Sie auch Ihre Fehler und Schwächen ablegen können, denn wer möchte sich nicht noch mehr lieben? In diesem Sinne wünsche ich, dass es Ihnen gelingt, diese Tipps umzusetzen.

Wie Sie auch auf körperlicher Ebene etwas für Ihr Normalgewicht tun können, erfahren Sie auf meiner Webseite www.kilokill.de.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!

24.05.2016 © seit 06.2009 Siegfried Müller  
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