Anleitung: Praktische Durchführung des Mentalen Trainings

Die Trainingsmethode des Mentalen Trainings erhöht den Lerneffekt für erfolgreiches Handeln in der Zukunft enorm. Lesen Sie im folgenden Artikel, wie sich das Mentale Training praktisch durchführen lässt, und worauf es bei der Vorbereitung ankommt.

Anleitung für das Mentale TrainingDie Trainingsmethode des Mentalen Trainings erhöht den Lerneffekt für erfolgreiches Handeln in der Zukunft enorm. Lesen Sie im folgenden Artikel, wie sich das Mentale Training praktisch durchführen lässt, und worauf es bei der Vorbereitung ankommt.

Wie das Mentale Training funktioniert und in welchen Bereichen es angewendet werden kann, wurde im Artikel: "Mentales Training: Wie Lernen durch Vorstellungsübungen funktioniert ..." beschrieben. Im Folgenden geht es darum, welche beiden Schritte das Mentale Training beinhaltet und wie es - anhand eines Beispiels - praktisch durchgeführt werden kann.

Das Mentale Training kann für beliebige Inhalte genutzt werden, um künftige Situationen in die gewünschte Richtung zu lenken. Führen Sie es bewusst durch, z.B. dann, wenn Sie sich dabei beobachten in negative Gedankenschleifen zu geraten. Gestalten Sie Ihre künftigen Handlungen, Gefühle und Gedanken vorab.

Aufbau des Mentalen Trainings

1. Entspannungstechnik

Zuerst geht es darum sich zu entspannen, zu lockern. Dazu eignen sich Entspannungstechniken wie die Progressive Relaxation, Autogenes Training, eine kleine Meditation oder Atemübungen. Wenn Sie selbst keine Entspannungstechnik kennen, kann Ihnen die richtige Bauchatmung empfohlen werden. 

Sie ist einfach zu handhaben und beruhigt Körper und Geist mit etwas Übung sehr schnell. Eine Beschreibung dieser Methode finden Sie hier auf Philognosie: "Atemtechnik: Die richtige Bauchatmung".

Nehmen Sie diesen ersten Schritt ernst. Wer sich gut lockert, hat es leichter sich die künftige Situation und sein gewünschtes Handeln lebhaft vorzustellen. Außerdem hat man in Situationen, die einem wichtig sind, oft mit einem sehr hohen (oft zu hohen) Erregungsniveau zu tun. Die Entspannungstechniken helfen Ihnen also auch, in der künftigen Situation ein angemessenes Erregungsniveau zu finden. Sie sind eine wichtige Voraussetzung für den zweiten Schritt.

2. Das Mentale Training

Wie wollen und werden Sie künftig handeln? Welche Gefühle haben Sie in einer künftigen Situation? Was denken, spüren, riechen, schmecken, hören, sehen Sie? Stellen Sie sich Ihre künftige Situation lebhaft vor. Beziehen Sie so viele Sinne ein, wie es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie sich dafür so viel Zeit, wie Sie brauchen.

Wiederholen Sie das Mentale Training mehrmals, so lange, bis Sie sich sicher fühlen. Es bleibt Ihnen selbst überlassen, ob Sie Ihr Training 3x am Tag durchführen oder ob einmal täglich ausreicht. Das ist unter anderem davon abhängig, wie weit die Situation in der Zukunft liegt und wie gut es Ihnen gelingt, sich die Situation zufriedenstellend vorzustellen.

Beispiel: Vorstellungsgespräch mit Mentalen Training üben

Übung Mentales TrainingBeginnen Sie immer mit dem ersten Schritt, eine Entspannungsübung durchzuführen (ca. 5-10 Minuten), bevor Sie das Mentale Training durchführen.

Nehmen wir an, dass es Ihnen darum geht, sich für eine Arbeitsstelle zu bewerben. Der Termin für ein Vorstellungsgespräch ist schon gemacht. Natürlich wissen Sie im Vorfeld nicht ganz genau, welche Fragen an Sie gestellt werden und wer Ihnen gegenüber sitzt. Doch das müssen Sie nicht wissen.

Stellen Sie sich die Situation exemplarisch vor ...

  • Stellen Sie sich vor, wie Sie sich für das Vorstellungsgespräch zurechtmachen. Wie wollen Sie aussehen? Was werden Sie anziehen? Wie erreichen Sie Ihre gewünschte, künftige Arbeitsstelle? ...
  • Stellen Sie sich vor, wie Sie den Raum betreten, wo das Vorstellungsgespräch stattfindet. Wie fühlen Sie sich? Vermutlich sind Sie etwas aufgeregt, das ist normal und macht nichts. Sie werden mit der Aufregung umgehen können, denn Sie achten in dieser Situation z.B. darauf, dass Sie tief in Ihren Bauch atmen.
  • Stellen Sie sich die Begrüßung vor, dass Sie Ihrem Gegenüber die Hand reichen, ihm in die Augen sehen und einen angenehmen Händedruck empfinden. Sie werden ruhiger. Ihnen wird ein Platz angeboten und Sie setzen sich ...
  • Stellen Sie sich vor, welche Frage an Sie gestellt wird. Wie werden Sie antworten? Welche Körperhaltung nehmen Sie ein? Wie fühlt sich Ihr Gesichtsausdruck an? Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen? Dann folgt eine weitere Frage ...
  • Stellen Sie sich das Bewerbungsgespräch immer vollständiger vor. Wie fühlen Sie sich? Was denken Sie? Haben Sie vielleicht was vergessen? Das macht nichts - Sie haben ja die Möglichkeit das Training mehrmals zu wiederholen.

Wenn Sie z.B. dann merken, dass Sie Ihre Antworten im Mentalen Training nicht flüssig formulieren können, sprechen Sie Ihre Antworten laut. Legen Sie sich Ihre Antworten zurecht. Sie haben auch im Vorfeld die Möglichkeit Ihre Antworten aufzuschreiben ...

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie zu wenig Anhaltspunkte für die Fragen haben, welche gestellt werden können, dann informieren Sie sich im Vorfeld, welche Fragen den künftigen Arbeitgeber interessieren könnten. Anregungen zum Thema Vorstellungsgespräch finden Sie hier: "Vorstellungsgespräch: Wie kann ich mich richtig vorbereiten?"

Vor allem Kommunikationssituationen sind in dieser Hinsicht etwas komplexer als Bewegungsabläufe und bedürfen in manchen Fällen einer sorgfältigen Vorbereitung, die über das eigentliche Mentale Training hinausgeht. Immer wenn Ihnen eine Lücke auffällt, füllen Sie sie aus. Auch das ist eine beabsichtige Wirkung des Mentalen Trainings.

Wenn Sie bemerken, dass Sie sich immer wieder Sorgen machen und negative Gedanken denken, hilft es auch Selbstgespräche zu führen, d.h. den negativen Gedanken positive Gedanken entgegenzusetzen. Das kann auch die Form eines Zwiegesprächs mit sich selbst annehmen.

Steuern Sie negativen Gedanken bewusst entgegen. Sie werden mit der Zeit merken, dass es sich dabei um eine Gewohnheit handelt, die Sie selbst verändern können. Seien Sie geduldig mit sich selbst - Gewohnheiten ändern sich nicht von heute auf morgen, sondern nur durch das Annehmen neuer Gewohnheiten und das bedeutet Wiederholung.

Machen Sie sich des Weiteren wiederholt klar, was Sie erreichen oder bewirken wollen. In diesem Beispiel dürfte es darum gehen, die neue Arbeitsstelle zu bekommen. Halten Sie sich Ihr Ziel vor Augen. Beleben Sie Ihr Ziel, indem Sie sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben. Das gibt Ihnen die Kraft und Motivation vielleicht sogar mit einer freudigen Erwartung in die Zukunft zu blicken.

Ziehen Sie alle Register, die Ihnen zur Verfügung stehen. Werden Sie kreativ und gestalten Sie Ihre Zukunft erst in Gedanken, dann in Taten.

Viel Erfolg beim Mentalen Training!

25.05.2016 © seit 11.2010 Cassandra B.  
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