Kurs: Windows XP - Tuning

Windows XP enthält viele Features und Voreinstellungen, die zwar nett aussehen, aber von den meisten Usern nicht gebraucht werden. Selbst beim booten braucht man eine gehörige Portion Geduld. Muß das sein? Wenn Sie wissen wollen wie man diese Bremser los wird und sein System optimal einstellt, ist dieser Kurs für Sie genau das Richtige. Hier erfahren Sie wie man Windows XP Beine macht.

1. Vorwort

Mittlerweile gibt es auf dem Markt jede Menge Tuning-Programme, die Ihnen versprechen, XP so richtig die Sporen zu geben. Leider haben die meisten Programme dieser Art jedoch Nebenwirkungen, die von kleinen Fehlern im laufenden Betrieb bis hin zu Komplettabstürzen reichen. Die meisten dieser Fehler sind den großen Computerzeitschriften bekannt und dennoch werden sie weiter (meist ohne entsprechende Vorwarnung) zum Download angeboten.

Wer auf "Nummer Sicher" gehen will, hat eigentlich nur die Möglichkeit, die Tuningeinstellungen per Hand vorzunehmen. Zugegebenermaßen ist das etwas mühsamer, aber dafür haben Sie am Ende auch das gewollte Ergebnis - ein beobachtbar schnelleres Betriebssystem. Ein paar Stunden Aufwand bringen Ihnen nicht nur ein schnelles System, an dem Sie lange Freude haben werden, sondern Sie bekommen dadurch auch wertvolle Einblicke in Ihre Möglichkeiten, Windows XP selbständig zu gestalten.

In diesem Kurs habe ich nur Tips zusammengestellt, die ich persönlich getestet habe und die von kompetenten Tunern empfohlen werden. Außerdem habe ich versucht, die Erklärungen mit Bebilderungen so ausführlich zu dokumentieren, daß jeder diese Optionen nutzen kann - auch dann, wenn Sie nicht zu den Computerexperten zählen. Als Vorwissen reicht es vollkommen aus, wenn Sie eine rudimentäre Ahnung von der Bedienung von Windows XP haben.

Ich kann Ihnen natürlich keine Garantie dafür geben, um wieviel schneller Ihr System werden wird, da die Wirkungen des Tunings ...:

  • ... von der Qualität der Hardware und ...
  • ... den bereits vorgenommenen Änderungen der Standardkonfiguration abhängen.

Ich selbst konnte bei meinem Rechner (1,2 GHz Prozessor, 256 RAM, Geforce 2 Ti) eine Geschwindigkeitssteigerung von ca. 10 - 20% (je nach Anwendung) herausholen. Ein Ergebnis, daß sich sehen lassen kann.

2. Schneller booten ohne XP-Logo

Die Grundeinstellung nach der Standardinstallation von Windows ist ein wahrer Bremser beim Systemstart. Eine Möglichkeit, den Bootvorgang zu beschleunigen, besteht darin, das Windows XP-Logo beim Starten zu entfernen. Keine Sorge - das Entfernen des Logos wirkt sich nur auf die Optik beim booten aus - es gibt ansonsten keine negativen Begleiterscheinungen. Wer also auf die kleine Logo- Animation verzichten kann, kann damit den ersten - wenn auch kleinen - Schritt machen, den Systemstart zu beschleunigen.

Das Logo zu entfernen, ist denkbar simpel:

Klicken Sie auf Start -> Ausführen ->

Geben Sie hier den Befehl "msconfig" ein ->

Klicken Sie im Fenster "Systemkonfigurationsprogramm" auf den Reiter "BOOT.INI"

Klicken Sie hier die Checkbox "/NOGUIBOOT" an, um das Windwos XP-Logo aus der Boot.ini zu entfernen. Außerdem können Sie das Zeitlimit auf "3" Sekunden setzen. Sie müssen dann nur noch mit dem OK- Button bestätigen und schon ist das Logo verschwunden.

Windows wird Sie darauf hinweisen, daß die geänderten Einstellungen erst nach dem Neustart aktiv werden. Starten Sie Ihren Computer neu und die geänderten Einstellungen werden aktiv.

Außerdem kann es sein, daß Windows Sie nach dem Neustart darauf hinweist, daß Sie die Boot.ini verändert haben. Dieser Hinweis ist zwar nett, aber vollkommen überflüssig. Klicken Sie in dem "Möchtegernwarnfenster" die Checkbox - diese Meldung künftig nicht mehr anzeigen - an. Dann haben Sie bei weiteren Neustarts wieder Ruhe.

Falls Sie auf Ihrem Rechner eine andere Windows-Version haben, erfahren Sie in den folgenden Anleitungen, wie Sie das Logo aktivieren oder deaktivieren können:

2.1. Bootoptimierung mit Bootvis

Man mag es nicht glauben - obwohl man sich endlich einen neuen PC angeschafft hat, wartet man immer noch 50 bis 60 Sekunden, bis das Betriebssystem endlich startklar ist. Der Grund hierfür ist meist, daß Unmengen an Treibern beim booten aktiviert werden, damit die Hardware und all die schönen Programme unter XP laufen. Da niemand auf seine Software verzichten will, kann man zumindest das Laden der Treiber optimieren. Selbst Microsoft hat eingesehen, daß die Schleichstarts vielen Usern auf die Nerven gehen und ein nettes Tool entwickelt, daß sich Bootvis nennt.

Normalerweise würde ich jedem von Tuning-Tools abraten. Die Foren sind voll von Beschwerden tausender enttäuschter User, die nach einem Tuning ihr Betriebssystem endgültig zerschossen oder mit diversen Fehlermeldungen zu kämpfen haben. Nur bei Bootvis mache ich da eine Ausnahme. Einmal wurde es von Microsoft selbst entwickelt und außerdem - und das ist der überzeugendere Grund - haben es schon viele mir bekannte User getestet.

Das Ergebnis war in allen Fällen dasselbe - booten in nur 30 Sekunden! Das ist eine echt klasse Leistung!

Diesen Tip können Sie nur umsetzen, wenn Sie Bootvis selbst downloaden und auf Ihrem Rechner installieren. Das Programm können Sie unter folgendem Link kostenlos runterladen.

BOOTVIS DOWNLOADEN

hier: Bootvis.zip

Nachdem Sie Bootvis heruntergeladen und auf Ihrem Rechner installiert haben, kann es losgehen. Achten Sie bitte darauf, vorher alle anderen Programme zu schließen! Verwenden Sie außerdem keine anderen Tuning-Programme gleichzeitig (empfohlen).

Starten Sie Bootvis.exe ->

Wählen Sie im Menu "File" -> Option "New" -> "Next Boot + Drivers Trace"

Bestätigen Sie Mit dem OK- Button im Fenster "Trace Repetitions". Danach startet Windows ihren Rechner neu und Bootvis analysiert den Bootvorgang. Falls Sie ein Passwort benutzen, geben Sie es beim hochfahren so schnell wie möglich ein, damit Sie die Analyse nicht unnötig verfälschen. Sobald Sie wieder im normalen Windows-Programm sind, wird Bootvis ein paar Sekunden rumrödeln, bis es sich wieder startet bzw. die Analyse beendet hat.

Klicken Sie anschließend die Option "Drivers Delay" an. Hier erscheint ein Diagramm, welches anzeigt, wann welche Treiber hochgeladen wurden bzw. wann der Bootvorgang beendet war. Bootvis startet von selbst - es kann sein, daß Sie sich hier ein paar Minuten gedulden müssen!

Wenn Sie mit dem Mauszeiger über das grau-braune Viereck fahren, können Sie die Zeit für den Bootvorgang ablesen, den Bootvis für die aktuale Bootkonfiguration ermittelt hat. 42 Sekunden sind aber noch ein wenig lahm: Wollen wir nun mit Bootvis den Bootvorgang optimieren. Klicken Sie hierzu auf "Trace" -> "Optimize System"

Bootvis bootet nun Ihren Computer erneut und versucht gleichzeitig, den Bootprozess zu optimieren. Nachdem Sie wieder zum normalen Windows-Bildschirm gelangt sind, werden Sie etwas abwarten müssen, bevor Bootvis die Optimierung beendet hat.

Wenn Sie nun wieder auf "Drivers Delay" klicken und mit der Maus das grau-braune Kästchen suchen, finden Sie die neue Bootgeschwindigkeit. In meinem Fall sind es jetzt 30 Sekunden gegenüber 42 Sekunden vorher - ein super Ergebnis!

Anmerkung des Autors: Dieses eigentlich sehr nützliche Modul wird seit längerem von Microsoft weder gepflegt noch aktualisiert. Daher funktioniert es nicht mehr auf allen Windows XP Versionen einwandfrei. Daher mein Tipp: Sie können testen, ob es bei Ihnen noch arbeitet - wenn nicht, lassen Sie diese Tuning-Option einfach weg. Sie erhöht nur die Geschwindigkeit des Bootvorganges - hat aber mit dem laufenden Betrieb nichts zu tun, d.h. bringt dort keine Performance-Verbesserungen.

2.2. Bootdefragmentierung aktivieren

Eine weitere Möglichkeit, Windows beim booten noch ein wenig die Sporen zu geben, ist, die Boot- Defragmentierung zu aktivieren. Soweit mir bekannt ist, ist diese Funktion standardmäßig deaktivert, was eigentlich recht seltsam ist, wenn man die Vorteile dieser Funktion bedenkt. Es geht hierbei darum, daß der Lesekopf nicht lange auf Ihrer Festplatte nach den notwendigen Boot-Dateien suchen soll, sondern daß diese kompakt zusammengestellt werden. Die Umstellung bzw. Aktivierung dieser Funktion ist recht einfach:

Klicken Sie auf Start -> Ausführen ->

Geben Sie hier den Befehl "regedit" ein ->

In der Registry angelangt, sehen Sie links eine explorerartige Baumnavigation, die Sie genauso wie Ihren Explorer bedienen können. Öffnen sie folgenden Eintrag:

-> HKEY_LOCAL_MACHINE -> Software -> Microsoft -> Dfrg -> BootOptimizeFunktion

Markieren Sie den Eintrag "Enable" , machen Sie einen Rechtsklick und wählen die Option "Ändern".

Es erscheint ein Fenster "Zeichenfolge bearbeiten" - geben Sie nun in das Feld für "Wert" den Buchstaben "Y" ein. Bestätigen Sie Ihre Änderung mit dem OK- Button - fertig. Sie haben soeben die Bootdefragmentierungsfunktion aktivert - gratuliere!

Weitere Informationen zum Thema "Fragmentierung" erhalten Sie auch in der 9.Lektion "Fragmentierte Festplatte".

10.10.2014 © seit 09.2003 Tony Kühn    

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