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Heute wird - statistisch gesehen - jede dritte Ehe geschieden. Auch die Trennungszahlen der Ehen, wo die Ehepartner über 60 Jahre alt sind, haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.
Daher stellt sich die Frage, was Paare tun, um nicht nur jahrzehntelang, sondern auch glücklich zusammenzuleben. Der folgende Artikel beschreibt 7 wichtige Herausforderungen, die glückliche und langjährige Beziehungen erfolgreich meistern.
Jeder Mensch schleppt seine Vergangenheit in Form von Gewohnheiten mit sich herum. Macht man negative Erfahrungen mit einem Partner werden diese auch in der nächsten Beziehung wieder eine wichtige Rolle spielen.
Problematisch wird es, wenn vergangene Erfahrungen unbewusst und unreflektiert bleiben. Es ist leicht die Verantwortung für den Fehlschlag nicht bei sich selbst, sondern nur beim anderen zu suchen. Ganz nach dem Motto: "Der andere war schuld, wollte sich nicht ändern, hat mich betrogen ..." Mit solchen Projektionen bestimmt man lediglich einen "Schuldigen", hat aber keine Lösung für das eigentliche Problem.
Daher ist es wichtig und langfristig glücksfördernd, die Verantwortung für das eigene (Er-)Leben zu übernehmen, auch wenn es sich um schlechte Erfahrungen aus der Kindheit handelte. Jetzt sind wir erwachsen und können selbst bestimmen, ob wir uns weiterhin wie Kleinkinder oder reife Erwachsene benehmen wollen.
Erfahrungen lassen sich nicht ändern, doch sie lassen sich reflektieren und in Folge anders bewerten. Beim Reflektieren der eigenen Geschichte, der sich wiederholenden Verhaltensmuster hilft es, sich Aufzeichnungen zu machen. Auch Gespräche mit anderen Menschen können helfen, eigene Erfahrungen aufzuarbeiten und sich selbst anzunehmen. Wichtig ist am Ende zu wissen, was man anders - oder besser machen - will, damit man nicht wieder in dieselbe Falle tappt.
Man trifft die Entscheidung "für einen Partner" nicht nur einmal. Dies wird den meisten Menschen spätestens bei der ersten richtigen Krise in der Partnerschaft bewusst. Diese Entscheidung hat viel mit Wertschätzung zu tun. Nur wenn man ihm immer wieder zeigt, dass er Priorität vor anderen Menschen hat, kann langfristig Vertrauen entstehen.
Männer oder auch Frauen, die mit ihrem Beruf verheiratet sind, zeigen damit ihrem Partner deutlich, dass er letztlich nur die zweite Geige spielt und nicht wirklich wichtig ist.
Zuverlässigkeit scheint jener Wert zu sein, der Beziehungen langfristig zusammenschweißt. Dieser Wert wurde lange Zeit unterschätzt bzw. nur als einer von vielen Werten genannt. Doch wenn Vereinbarungen nicht eingehalten werden oder Beteuerungen wie, "ich werde mir mehr Zeit für meine Familie nehmen" nicht in die Tat umgesetzt werden, kann dies schnell als Missachtung und Desinteresse gewertet werden.
In die Beziehung sollte genauso viel investiert werden, wie in ein großes Projekt. Viele Paare investieren nur in der Anfangsphase der Beziehung, bis ihr Partner ihnen sicher scheint. Doch die Beziehung ist kein Gegenstand oder Ding, das so bleibt, wie es ist, sondern ein Prozess, der lebendig gelebt werden will. Eine langjährige und glückliche Beziehung zu führen, ist ein sehr großes Lebensprojekt, wofür man eine Menge tun muss.
Machen wir uns das an einem kleinen Beispiel klar. Jemand, der ein Geschäft aufbauen will, wird sich die Bedürfnisse seiner Kunden anhören und sie mit all seinen Anstrengungen erfüllen wollen. Denn sonst hat sein Geschäft kein Erfolg und ist zum Scheitern verurteilt. Er wird darin viel Geld, Zeit und Energie investieren. Warum sollte man das mit seinem Herzensprojekt - der eigenen Beziehung - anders handhaben?
Glückliche und langjährige Beziehungen laufen nicht einfach von alleine. Sie sind der Drahtzieher Ihres eigenen Glücks. Gehen Sie aktiv auf Ihren Partner zu, wenn es z.B. Missverständnisse gibt. Behandeln Sie ihn mindestens so, wie Ihren wichtigsten Kunden, auch wenn das in diesem Kontext etwas komisch klingen mag.
Achten Sie auf ein ausgewogenes Geben und Nehmen in Ihrer Beziehung. Jeder sollte das Gefühl haben, dass er genau so viel gibt und nimmt wie sein Partner.
Gibt ein Partner wesentlich mehr, kann der andere schnell das Gefühl bekommen, es nicht wieder gutmachen zu können und flüchtet womöglich in eine andere Beziehung. Auch kann es sein, dass sich derjenige, welcher mehr gibt, ausgenutzt fühlt, was schnell zu schlechten Gefühlen und Streits führen kann.
Um diese Ausgewogenheit zu finden, sind regelmäßige Gespräche mit dem Partner sehr wichtig. Vor allem wenn man sich über Kleinigkeiten streitet ("muss ich heute schon wieder abwaschen?"), geht es selten um den Sachaspekt, sondern um fehlende Anerkennung - ein Indikator dafür, dass man zu selten miteinander spricht.
Im klassischen Fall ist "sie" den ganzen Tag mit Haushalt und Kindern beschäftigt - "er" in seinem Beruf. Abends sind beide so erschöpft, dass sie sich keine Zeit füreinander nehmen. Beide sind müde - er kann nicht oder sie will nicht. Intimität und Sexualität funktionieren nicht einfach auf Knopfdruck oder von selbst.
Nähe braucht Zeit und die Zeit müssen sich die Partner füreinander nehmen, selbst, wenn es in schwierigen Zeiten nur einmal die Woche sein sollte. Das bedeutet aber auch: keine Kinder, Freunde oder Eltern. Nehmen Sie sich explizit Zeit füreinander, tun Sie etwas gemeinsam, was Ihnen beiden wohltut und Freude bereitet.
Kritik und Streit kommen in jeder Beziehung vor. Doch langfristig glückliche Beziehungen suchen nach Lösungen - kurzfristige sehen Probleme, die sich mit der Zeit weiter anhäufen bzw. selbst verstärken.
In guten und glücklichen Beziehungen gibt es 5-15 mehr positive Botschaften als negative. D.h. auf eine negative Botschaft (z.B. unfreundliche Antwort) kommen mindestens 5 positive Botschaften (z.B. Fragen stellen, Zuhören, in den Arm nehmen, einen Kuss geben, ein Lächeln).
Viele Paare suchen den Sinn in der Beziehung in ihren Kindern. Auch das Abbezahlen des Hauses oder eine gemeinsame Karriere fallen hier oft in die engere Wahl. Das Problem dabei ist: Die Kinder sind irgendwann groß und verlassen das Elternhaus. Das Haus ist irgendwann abbezahlt und auch die Karriere ist irgendwann beendet.
Der "Sinn einer Beziehung" beantwortet die Frage: "Warum sind gerade wir beide zusammen" bzw. "Was wollen wir beide gemeinsam?" Die Beantwortung dieser Frage ist - wie die Beziehung selbst - ein aktiver Prozess, der gemeinsam reflektiert und gelebt werden will.
Glückliche und langjährige Beziehungen sehen z.B. ihren Sinn in einer gemeinsam gelebten Spiritualität oder anderer Aktivitäten oder Lebenswerte, die beiden wichtig sind, die beide teilen. Gerade solche Werte können die Zeit überdauern und den Partner zu einem einzigartigen Partner machen, mit dem man sein Leben gemeinsam leben will.
Viel Freude und Erfolg in Ihrer Beziehung!
Wert 4.7 |
Thema: 4.8 | Information: 4.6 | Verständlichkeit: 4.8 |
| Stimmen: 5 | Legende: 5: super - bis 1: erträglich |
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| Gleichgewicht immer wieder neu herstellen und sich bewußt machen was zusammen hält. | Shakti Morgane | 28.09.2010 17:21 |
| Ganz richtig. Es ist der 'gemeinsame Geist', der ein Paar zusammenschweißt.
Wie dieser 'gemeinsame Geist' aussieht, muss man sich immer mal wieder vor Augen führen. |
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