Zähneputzen bei Babys, Kleinkindern und Kindern

Eltern sollten das Zähneputzen schon mit Babys, Kleinkindern und Kindern einüben, damit sie keine schlechten Zähne bekommen. Doch wie sieht die richtige Zahnpflege bzw. Zähneputzen bei kleinen Kindern aus? Hier erhalten Sie wertvolle Tipps, wann und wie Sie bei Babys, Kleinkindern und Kindern mit der Zahnpflege beginnen und was beim Zähneputzen zu beachten ist.

Untersuchungen haben ergeben, dass 90% aller Schulanfänger defekte Zähne haben. Zwei Ursachen sind dafür entscheidend: die zuckerreiche Ernährung bei Kleinkindern und mangelhaftes Zähneputzen bzw. Zahnpflege.

Im folgenden Artikel erhalten Sie viele wertvolle Tipps, ab wann bei Babys, Kleinkindern und Kindern mit dem Zähneputzen begonnen werden soll und was dabei zu beachten ist. Auch einige Anregungen werden gegeben, um nicht nur für saubere Zähne, sondern auch für Spaß beim Zähneputzen zu sorgen. Denn, wenn Kinder freudig an das Zähneputzen herangeführt werden, wird sich das auf ihre spätere Zahnpflege als Erwachsener positiv auswirken.

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Vorurteile beim Zähneputzen / Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern

Es gibt Menschen, die glauben, dass die Pflege der Milchzähne ihrer Kinder nicht sonderlich wichtig ist. Das Kind verliert sie eh und mit dem Zähneputzen muss erst so richtig begonnen werden, wenn sie ihre zweiten Zähne bekommen.

Das ist ein folgenschwerer, oft auch schmerzlicher und kostenspieliger Irrtum. Eine gute Pflege der Milchzähne ist Voraussetzung dafür, dass Ihre Kinder gesunde, bleibende Zähne bekommen. Vier Gründe spielen dabei eine maßgebliche Rolle.

Wenn Ihr Kind seine Milchzähne zu früh verliert, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die später bleibenden Zähne nicht genügend Platz erhalten, um gerade aus dem Kiefer herauswachsen zu können. Denn die Milchzähne halten den nötigen Platz für die nachwachsenden Zähne quasi frei.

Fallen sie zu früh heraus, so beanspruchen ein Teil des Platzes die noch bestehenden Nachbarzähne. Der zweite Zahn wächst schief heraus. Er hat nicht genug Platz, um gerade herauswachsen zu können. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern zieht die Notwendigkeit von Zahnspangen nach sich. Ersparen Sie das Ihrem Kind.

Der zweite Grund betrifft den Nährboden für Karies. Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist noch weicher als der der später bleibenden Zähne. Schnell bildet sich ein Nährboden für Karies, der wiederum andere Milchzähne und die nachwachsenden bleibenden Zähne angreift. Diese Erfahrung sollten Sie von Ihrem Kind fernhalten.

Der dritte Grund bezieht sich auf die Gewohnheit des Zähneputzens. Je früher ein Kind lernt sich an das Zähneputzen zu gewöhnen, desto besser. Der Spruch "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" trifft es sehr gut.

Ihrem Kind wird es auch als Erwachsener wesentlich leichter fallen, seine Zähne gewissenhaft zu putzen, wenn damit früh begonnen wurde. Bedenken Sie auch, dass Sie für Ihr Kind das Vorbild schlechthin sind. Es wird sich nicht mit Erklärungen, warum Zähneputzen so wichtig ist, zufriedengeben, wenn es nicht beobachtet, dass auch seine Eltern ihre Zähne gewissenhaft pflegen. Seien Sie ihm ein gutes Vorbild!

Viertens stören fehlende und schmerzhafte Zähne die Sprachentwicklung Ihres Kindes. Es lernt nicht, die Worte richtig auszusprechen, was nicht nur die Zischlaute betrifft. Ein sprechfreudiges Kind, das Interesse an Kommunikation entwickelt, wird sich in seinem sozialen Umfeld - auch im Kindergarten und Schule - wesentlich wohler fühlen.

Zähneputzen und Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern

Beginnen Sie mit der Mundpflege bei Ihrem Säugling, also schon wenige Tage nach der Geburt. Dazu eignet sich ein weicher feuchter Lappen, mit dem Sie das Zahnfleisch Ihres Babys vorsichtig abwischen. Dies beugt der Bildung von Plaque vor. Auch gewöhnt sich das Baby sehr früh an das Reinigen seines Mundes. Es wird auch später weniger Probleme damit haben, wenn der Zahnarzt seinen Mund untersucht. Denn es hat sich daran gewöhnt, vor anderen seinen Mund zu öffnen und ihn von innen untersuchen und berühren zu lassen.

Muttermilch ist die beste Ernährung für Ihr Baby. Bedenken Sie jedoch, dass Muttermilch etwa 7% Zucker enthält. Daher gehört eine tägliche Mund- und später Zahnreinigung bzw. Zähneputzen zur Körperpflege dazu.

Sobald der erste Milchzahn zu sehen ist, putzen Sie ihn mit einem Wattebäuschchen oder mit einem Mundläppchen. Wenn die ersten Zähnchen da sind, sollten sie mit einer Kinderzahnpasta geputzt werden. Vermeiden Sie jedoch Zahncremes mit Frucht- oder Bonbongeschmack. Kleinkinder verschlucken ohnehin einen Großteil der Zahnpasta. Man sollte das nicht noch mit schmackhaften Zahncremes fördern. Bis zum 2. Lebensjahr sollten die Zähnchen Ihres Kindes einmal täglich geputzt werden. Verwenden Sie dazu fluoridhaltige Kinderzahnpasta. Die Menge der Zahnpasta, die Sie dabei benötigen, sollte etwa der Größe einer Erbse entsprechen. Das reicht im Kleinkindalter völlig aus.

Vermeiden Sie Ihrem Kind mit Zucker gesüßte Tees oder saure Obstsäfte zu geben. Milchzähne sind weicher als die zweiten Zähne und daher auch anfälliger für Karies. Gewöhnen Sie es an Wasser oder ungesüßte Tees, um den Durst zu stillen. Geben Sie Ihrem Kind auch keine Honigschnuller. Honig verursacht genauso Karies wie Zucker. Außerdem verbleibt er aufgrund seiner klebrigen Konsistenz recht lange im Mund und ergibt damit einen hervorragenden Nährboden für schädliche Bakterien.

Gehen Sie innerhalb des 1. Lebensjahres mit Ihrem Kind zum Zahnarzt. Er wird Ihnen mitteilen, wie oft weitere Kontrollen notwendig sind. Wenn Ihr Kind alt genug ist, können Sie mit ihm auch einen Zahnarztbesuch spielerisch simulieren. Lassen Sie sich auch selbst in den Mund gucken und hinein fassen. Das macht Kindern großen Spaß.

Ab dem 2. Lebensjahr wird eine 2-tägige Reinigung der Zähne empfohlen. Am besten morgens, nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen sollten die Zähne geputzt werden. Ihr Kind wird vermehrt ein Interesse daran entwickeln, seine Zähne selbst putzen zu wollen.

Zäneputzen mit Kindern kleinkind

Fördern Sie sein Interesse dafür. Es gibt spezielle Zahnbürsten für Kinder, je nach ihrem Alter - lassen Sie sich beraten. Normalerweise gilt: Der Griff einer Kinderzahnbürste soll sehr dick sein - je kleiner die Hände, desto dicker der Griff.

Denn durch die noch nicht erlernte Motorik kann Ihr Kind die Zahnbürste besser halten und führen. Auch gibt es Zahnbürsten mit einer Rutschbremse für Daumen. Lassen Sie Ihr Kind seine Zahnbürste selbst aussuchen, natürlich im Rahmen der Zahnbürsten, die dafür infrage kommen. So können Sie seine Eigeninitiative - richtiges Zähneputzen zu erlernen - zusätzlich unterstützen.

Mit 4 bzw. 5 Jahren ist Ihr Kind so weit eine neue Putztechnik zu erlernen, d. h. nicht mehr hin- und herzuschrubben, sondern mit der Zahnbürste leicht kreisende Bewegungen auszuführen. Die Rütteltechnik ist erst für Erwachsene (ca. ab 17-18 Jahren) geeignet. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seine Zähne mit System putzt, sodass kein Zahn vergessen wird.

Es sollte also seine Zähne immer in einer gleichbleibenden Reihenfolge putzen. Um Ihrem Kind zu verdeutlichen, dass eine Reinigung gründlich sein soll, können Sie ihm Färbetabletten geben. Alle Zahnstellen, die noch nicht sauber sind, färben sich rot. Damit eignen sich Färbetabletten nicht nur zum Motivieren, sondern auch als Erfolgskontrolle beim Erlernen des "richtigen Zähneputzens".

Gewöhnen Sie Ihr Kind daran, dass es seine Zähne drei Minuten lang putzt. Es gibt Sanduhren zu kaufen, die auf drei Minuten terminiert sind. Auch Eieruhren sind dafür geeignet.

Richtiges Zähneputzen bei Kleinkindern und Kindern ritualisieren

Gestalten Sie das Zähneputzen zu einem festen täglichen Ritual, das dem Kind Spaß macht. Sie können das Ritual auch mit dem Singen von Zahnputzliedern verbinden. Ein Beispiel dafür ist folgendes Lied:

"Ich putze meine Zähne von rot nach weiß,
ich putze meine Zähne mit ganz viel Fleiß.
Morgens wenn ich früh aufsteh - abends wenn zu bett ich geh,
putz ich meine Zähne so weiß wie Schnee."
(Mit der Melodie: Ein Männlein steht im Walde)

Gehen Sie mit gutem Vorbild voran. Manche Familien putzen sich z. B. gemeinsam die Zähne. Kinder haben auch großen Spaß daran, Erwachsenen die Zähne zu putzen. Lassen Sie sich darauf ein.

Übung mit Spielspaß wird Ihr Kind dazu bringen, seine eigene Zahnpflege auch künftig ernst zu nehmen. Falls Sie mehrere Kinder haben, können diese miteinbezogen werden, um aus dem Zähneputzen ein Erlebnis zu machen.

Beachten Sie jedoch: Auch wenn Ihr Kind beginnt seine Zähne selbst zu putzen, müssen Sie die Reinigung seiner Zähne weiterhin übernehmen. Denn es hat noch nicht die notwendige Motorik seine Zähne auch sauber zu bekommen.

Sie werden bis ins Schulalter hinein die Zähne Ihres Kindes nachputzen und kontrollieren müssen, um eine ausreichende Zahnpflege zu gewährleisten.

Auch die zweiten Zähne Ihres Kindes sind kariesanfälliger als die erwachsener Menschen. Das liegt daran, dass die Zähne noch nicht glatt und abgeschliffen sind, sich Bakterien daher besser festsetzen und Karies verursachen können. Das gilt verstärkt für die bleibenden Backenzähne Ihres Kindes.

Es gibt die Möglichkeit die noch feinen Risse in den bleibenden Backenzähnen Ihres Kindes zu versiegeln, sodass sich dort kein Karies bilden kann. Die Versiegelung hält etwa 7-10 Jahre. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber.

Zahnpflege und Zähneputzen für Kinder ab dem Schulalter

Zähneputzen Kleinkind Kind ab SchulalterAb einem Alter von 6 Jahren können Sie dazu übergehen für das Zähneputzen Ihres Kindes normale Zahnpasta zu besorgen. Trägt Ihr Kind eine Zahnspange oder andere Gebiss-Korrektur, seien Sie noch sorgsamer bei der Reinigung seiner Zähne. Denn Speisereste können sich gut in dem Draht verfangen und haften bleiben.

Kinder lieben zum Zähneputzen elektrische Zahnbürsten. Das automatische Rütteln fasziniert sie und fördern darüber hinaus die Sauberkeit ihrer Zähne. Denn die speziellen Rüttelbewegungen können Kinder motorisch noch nicht ausführen.

Vor allem im Kindesalter sind die Zähne durch Unfälle gefährdet. Bricht ein Stück eines Zahns Ihres Kindes heraus, heben Sie es auf! Gehen Sie mit Ihrem Kind so schnell wie möglich zum Zahnarzt und nehmen Sie das herausgebrochene Stück mit.

Er hat die Möglichkeit das Stück wieder einzusetzen. Bricht der Zahn mit Wurzel heraus, legen Sie ihn in eine Zahnrettungsbox (erhältlich in Apotheken).

Diese Box enthält eine Nählösung, welche die noch lebenden Zellen auf der Wurzel am Leben erhalten. Haben Sie keine Zahnrettungsbox parat, legen Sie den Zahn in einen Behälter mit Milch. Ein sofortiger Gang zum Zahnarzt ist in jedem Fall angesagt.

Es gibt zur Vorbeugung solcher Schäden den sogenannten Sportmundschutz. Dabei handelt es sich um Mundschienen, die in mittlerweile allen möglichen Größen und Farben zu bekommen sind. Sie kennen diesen Mundschutz mit Sicherheit aus dem Boxkampf. Informieren Sie sich bei Ihrem Zahnarzt.

Viel Erfolg beim Erlernen des Zähneputzens mit Ihren Kindern!

23.01.2018 © seit 01.2009 Cassandra B.  
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