Urknallhypothese: Hindernis für die kosmologische Forschung

Als im Jahre 1929 der amerikanische Astrophysiker Edwin Powell Hubble (1889 bis 1953) nach astronomischen Beobachtungen herausgefunden hatte, daß die Rotverschiebung der Galaxien proportional zu ihrer Entfernung wächst, galt die Theorie von der Expansion des Universums als bewiesen.

Urknalltheorie wiederlegenMan konnte nun davon ausgehen, daß die Galaxien weit entfernte Sternsysteme sind, die sich alle voneinander entfernen. Jedoch zeigte sich, daß diese Entdeckung in der Kosmologie fehlerhafte Interpretationen erzeugte, die in der Zeit danach zu einer grundsätzlichen Behinderung der weiteren Erforschung der Bewegungen kosmischer Objekte führen sollte.

Diese Zeit dauert gegenwärtig noch an. Es wurde formuliert, die Galaxien bewegten sich „ähnlich wie Bombensplitter nach einer Explosion.“ Ein Fehler, der zu der Vorstellung geführt hat, die kosmische Expansion sei unumkehrbar unidirektional, erfolge also stets nur in einer Richtung.

Aus dieser Fehlhaltung wurde in der Folge eine Theorie entwickelt, die von Beginn an umstritten war, weil sie bis heute nicht durch Beobachtungen belegt werden kann – die Urknalltheorie. Sie fußt auf einer aus der Expansion des Universums fehlerhaft abgeleiteten Grundannahme.

Man betrachtet die Unidirektionalität der Expansion des Universums als unumstößliches Axiom und stellt es seither nicht mehr in Frage. Das fehlende Hinterfragen dieser Annahme ermöglicht in der Folge das Ableiten weiterer falscher, beinahe abenteuerlicher Schlüsse:

1. Wenn sich das Universum unumkehrbar ausdehnt, so muß es am Anfang des Expansionsprozesses in einem einzigen Punkt vereinigt gewesen sein. Die Astrophysiker nennen das eine Singularität.

2. Die unendliche Energie in diesem Punkt führte zu einer Urexplosion, in der die Materie aus Energie erzeugt wurde – dem Urknall.

3. Vor diesem „Anfang“ des Universums existierte nichts, es ist der Nullpunkt der Zeit, Raum und Zeit sind mit dem Urknall entstanden.

4. Die fortschreitende Expansion hat im Zusammenhang mit der damit einhergehenden Abkühlung zur Entwicklung der existierenden Vielfalt der Materieformen geführt. Am „Anfang“ gab es diese Formen nicht.

5. Die fortschreitende Expansion muß zwingend in einem Ende des Universums aufgehen, in dem auch Raum und Zeit enden müssen.

Keine dieser Schlußfolgerungen ist belegbar.

Die Schlußfolgerung in Ziffer 1 ist in sich selbst nicht schlüssig. Nicht eben sehr wissenschaftlich, aber dennoch anschaulich glossiert Klaus Gebler in seinem Buch Als der Urknall Mode war diesen Schluß, indem er sagt: „Welcher Beobachter eines aufgehenden Hefekuchens käme auf die Idee, einen Anfangszustand herbeizurechnen, bei dem 100 Milliarden mal Milliarden Hefekuchen in einen Stecknadelkopf gepaßt hätten?“

Aber es gibt ernste Argumente. Nach Berechnungen, die auf der nachgewiesenen Expansion des Universums fußen, müßte der Anfangspunkt der Expansion vor etwa 8 Mrd. Jahren liegen. Es wurden jedoch kosmische Objekte gefunden und vermessen, die älter sind, als das aus diesen Berechnungen ermittelte Alter des Universums. Sie müßten also vor dem Urknall existiert haben.

Was aber bedeutet „vor“ dem Anfang der Zeit? Die Unidirektionalität der Expansion des Universums steht allein schon dadurch im Zweifel. Um diesen Widerspruch zu lösen, hat man aber nicht die Unidirektionalität der Expansion hinterfragt, vielmehr wurden die Begriffe „dunkle Energie“ und, abgeleitet aus dem einsteinschen Masseäquivalent E = m*c2, „dunkle Materie“ eingeführt und in geeigneter Weise definiert, so daß der „Anfang der Zeit“ vor etwa 13,7 Mrd. Jahren liegt. Damit endlich wurde die Schlußfolgerung in Ziffer 3 gewissermaßen „passend gemacht“.

Wenn aber richtig sein soll, daß es vor dem Urknall nichts gab, so muß das Universum eine berechenbare Außengrenze haben, hinter der keine Materie existieren kann, weil die Expansionsgeschwindigkeit endlich und der Anfang bekannt ist. Wenn es diese Außengrenze nicht gibt, das heißt, wenn außerhalb dieser Rechengrenze Materie existiert, kann es auch keinen Urknall gegeben haben.

Rotverschiebung von GalaxienNachdem die Expansion des Universums durch die Beobachtung der Rotverschiebung der Galaxien als etabliert galt, führten Überlegungen zu der Annahme, daß sich die Geschwindigkeit der Expansion wegen der allgemeinen Gravitation der Massen verringern müßte, daß also die Expansion langsamer werden müßte.

Um diese Annahme zu quantifizieren, wurden detailliertere Messungen durchgeführt, um die Geschwindigkeit der Expansion und ihre Veränderung über die „Lebenszeit“ des Universums zu bestimmen.

Die Messungen, die im wesentlichen auf Entfernungsbestimmungen weit entfernter Supernovae vom Typ 1a basierten, ergaben entgegen dieser Lehrmeinung eine Zunahme der Expansionsgeschwindigkeit. Diese unerwartete Beobachtung wird seitdem auf die unbestimmte dunkle Energie zurückgeführt.

In den Modellen besteht das Universum zu 72% aus dunkler Energie, 23% aus dunkler Materie und zu 5% aus der sichtbaren, baryonischen Materie. Die Existenz der dunklen Energie soll auch eine Erklärung für die „Flachheit“ des Universums sein.

Geht man von der Urknalltheorie aus, würde die normale Materie nicht ausreichen, um dem Universum eine flache (das heißt im wesentlichen euklidische) Geometrie zu geben, sie betrüge nur 2 bis 5% der dafür notwendigen Masse.

Aus Beobachtungen der gravitativen Anziehung zwischen den Galaxien ergibt sich aber, daß dunkle Materie maximal 30% der erforderlichen Materie sein kann. Dunkle Energie, die aufgrund des durch Einstein gefundenen Masseäquivalentes E = mc2 eine Masse haben muß, würde die fehlende Masse gerade liefern.

Dies aber ist insofern nicht schlüssig, als man diese Werte nicht berechnet, sondern so festgelegt hat, daß sie mit den Meßergebnissen zusammenpassen. Erhebliche Zweifel bestehen an den 5% baryonischer Masse und deren Festsetzungskriterien. Jedoch ist dunkle Materie noch immer eine Fiktion, die durch nichts, auch nicht durch hinreichend exakte theoretische Interpretation, eine Bestätigung erfahren hat.

Die Urknallhypothese war zu dieser Zeit bereits so fest etabliert, daß die wenigen Forscher, die Fragen zu ihrer Richtigkeit stellen wollten, von der allgemeinen Euphorie unterdrückt wurden.

An dieser Stelle sei eine grundsätzliche Überlegung diskutiert. Einige Wissenschaftler unterscheiden in dieser Diskussion Materie einerseits und Energie andererseits. Dies scheint mir einen verhängnisvollen Fehler zu beinhalten, der dann schließlich an anderen Stellen, wie zum Beispiel in den vorausgehenden Absätzen beschrieben, zu Fehlinterpretationen führt.

Man spricht von Materie, meint aber Masse. Damit wird die Energie aus der Materie ausgeklammert. Energie wird somit nicht als Materie angesehen. Was aber ist dann Energie? Gehört sie nicht zur Materie?

Ich vertrete die Auffassung, daß Materie die duale Erscheinung zweier Komponenten, der Masse einerseits und der Energie andererseits ist. Masse und Energie sind Erscheinungsformen der Materie. Entsprechend dem durch Einstein bewiesenen Masse-Energie-Äquivalent E=m*c2 stehen beide Komponenten miteinander in Wechselbeziehung. Die Bewegung der Materie schließt den ständigen Übergang der einen Erscheinungsform in die andere und umgekehrt ein. Beide Vorgänge sind durch Strahlungsemissionen begleitet, die ständig, überall und in alle Richtungen erfolgen.

So bleiben also auch mit der Definition der „dunklen Energie“ und der „dunklen Materie“ wesentliche Fragen der Bewegung des Universums unerklärbar. Die Forschung stagniert, es gibt keine Möglichkeiten, unter Beibehaltung der Urknallhypothese in der Erforschung grundsätzlicher Fragen voranzukommen.

Welche Eigenschaft des Universums muß dann aber an die Stelle der Unidirektionalität der Ausdehnung gesetzt werden? Anders gefragt, wie muß man die beschleunigte Expansion erklären, die ja durch Beobachtung nachgewiesen und somit als Tatsache bestätigt ist?

Es ist anzunehmen, daß das Universum einer Schwingung (Oszillation) unterliegt, das heißt, nach einer Ausdehnungsphase bis zu einem Maximum (Amplitude) kontrahiert es wieder bis zu einem Minimum, um sich dann wieder auszudehnen. Das Universum „pulsiert“ um einen Gleichgewichtszustand, den es auf Grund der Bewegung nicht einnehmen wird. Die Beschleunigung ist dann mit der Annahme erklärbar, daß sich das Universum derzeit einige Winkelgrade nach dem Minimum befindet. Auch ließe die Oszillation Erklärungen für die Geometrie des Universums zu, indem sich die Schwingung nicht in einer Ebene, sondern im Raum vollzieht.

Galaxie urknalltheorieEs erscheint sinnvoll, nach den Kräften zu suchen, die diese Gleichgewichtsreaktion steuern.

Ziehe man jedoch nur die allgemeine Gravitation in Betracht, käme ein oszillierendes Universum nicht zustande, da es durch die allgemeine Gravitation in sich zusammenstürzen würde.

Es muß folglich zur Gravitation eine Gegenkraft existieren, die den Schwingungsprozeß aufrechterhalten kann.

Eine plausible Annahme könnte sein, daß das Universum einer Rotation unterliegt. Damit würden Zentrifugalkräfte entstehen, die mit der Gravitation zusammenwirken und ein Kräftegleichgewicht bilden. Diese alles überspannende Rotation, die allgemeine Zentrifugation, wird überlagert durch eine Vielzahl kleiner, lokaler Rotationen, die als Folge der allgemeinen Zentrifugation anzusehen sind und durch sie initiiert werden.

Dadurch rotieren alle Galaxien in sich. Ohne Rotation könnten sie nicht dauerhaft bestehen, wie auch ohne Rotation das Universum nicht dauerhaft bestehen könnte, und schon gar nicht könnte es beschleunigt expandieren. Gelänge es, in den lokalen Rotationsbewegungen der Galaxien die durch die Gesamtrotation zwingend hervorgerufenen Coriolisverschiebungen nachzuweisen, könnte diese Darstellung einer Bestätigung näherkommen.

Solchen möglichen Beobachtungsergebnissen vorgreifend könnte die folgende Überlegung stehen. Es gibt im Universum kein einziges Objekt, das nicht einer Rotation unterliegt. Alles rotiert, nur das Universum nicht?

Mit diesem Postulat würde ja das Universum losgelöst von sich selbst dargestellt. Daß diese Rotation bisher noch nicht in Betracht gezogen wurde, mag daran liegen, daß die gesamte gegenwärtige Kosmologie den Urknall als Axiom ansieht. Die Bewegung der Materie aus einer Explosion heraus kann aber keine Gesamtrotation erzeugen.

Der Beweis dafür ist elementar. Ohne einen mathematischen Apparat zu bemühen, ist dafür die folgende Erklärung schlüssig. Alle Kräfte, die bei der Explosion eines Punktes auftreten können, bewegen sich radial vom Explosionszentrum weg, weil eine Kraft, deren Ursprung ein Punkt ist, keine andere Richtung zuläßt. Wenn eine Rotation entstehen soll, müßten weitere nichtradiale Kräfte vorhanden sein. Diese lägen dann aber außerhalb des Explosionszentrums, kämen also nicht ursächlich aus der Explosion.

Oder aber das Explosionszentrum war kein Punkt, sondern ein Raum. Der aber soll ja nach Ansicht der Urknalltheoretiker zum Zeitpunkt der Explosion noch gar nicht existiert haben. Zum anderen könnten aus der alleinigen Existenz radialer Kräfte auch keine lokalen Rotationen entstehen, dafür fehlte die auslösende oder initiierende Kraft.

Die Annahme einer Gesamtrotation des Universums darf jedoch nicht den Fehlschluß initiieren, es müsse ein ortsfestes Zentrum des Universums geben, eine Art Rotationsachse. Es muß eher angenommen werden, daß das Rotationszentrum selbst einer vierdimensionalen Bewegung in Raum und Zeit unterliegt, die durch ständig veränderliche Inhomogenitäten in der Massenverteilung hervorgerufen wird.

In allen bisherigen Theorien gibt es kein brauchbares Postulat für eine der Gravitation entgegenwirkende Kraft, die einen Gesamtkollaps ausschließen könnte. Die „dunkle Materie“ ist keines, da man ihre Existenz nicht beweisen kann. Eine solche Kraft muß aber existieren, da ja das Universum nicht zusammenstürzt. Der gegenwärtig etablierte Ausweg auf die Definition sogenannter „dunkler Energie“ oder „dunkler Materie“ ist eine nicht beweisbare Fiktion.

Auch eine evtl. Annahme, es könnte sich um die Trägheitsbewegung handeln, der die Materie nach dem Urknall folgt, muß wegen der experimentellen Bestätigung der Expansionsbeschleunigung verworfen werden. Zudem müßte unter dieser Annahme das Universum nach einer Endzeit wieder in eine Singularität zusammenfallen.

Um diese Widersprüche zu lösen, hatte Einstein die Idee einer kosmologischen Konstanten eingebracht, mit der eine Art universelle Abstoßung begründet wurde, ein Postulat, mit dem die Expansionsbeschleunigung erklärbar wurde. Die Herkunft der universellen Abstoßung konnte jedoch mit der kosmologischen Konstanten nicht erklärt werden.

Dennoch war die Idee genial, denn sie kongruiert mit der Annahme einer allgemeinen Rotation des Universums, die zu einer allgemeinen Zentrifugation führt – eben diese universelle Abstoßung.

Diese Kongruenz kann jedoch unter dem axiomatischen Festhalten an der Annahme der Existenz eines Urknalls nicht dargestellt werden, weil die ihm zwingend folgende radiale Expansion der Materie von einer Gesamtrotation frei wäre.

Mit der Definition der dunklen Materie wurde die kosmologische Konstante dann wieder verworfen, obwohl letztere eine bessere Erklärung geliefert hätte. Einstein jedoch ging von einem statischen Universum aus und eliminierte damit seine Idee selbst. Die Annahme eines statischen Universums kann man als philosophischen Irrtum Einsteins interpretieren.

Denn in der Raumzeit ist die Materie in ständiger Bewegung, was alle Beobachtungen kosmischer Objekte belegen. Es ist deshalb völlig auszuschließen, daß das Universum als ganzes statisch ist. Die Bewegung ist eine der gesamten Materie innewohnende Grundeigenschaft, Materie ohne Bewegung gibt es nicht.

Diese Aussage ergibt sich auch aus dem Hubble-Gesetz v = H(t)*d. Darin ist v die häufig Fluchtgeschwindigkeit genannte Expansionsgeschwindigkeit der kosmischen Objekte im Raum zur kosmischen Zeit t in der Entfernung d. Aus der Gegenwartszeit t0 ergibt sich die Hubble-Konstante H0 = H(t0), deren Konstanz jedoch nicht für das Universum insgesamt gilt, sondern von der im vermessenen Raumbereich vorherrschenden Zentrifugation abhängt.

Durch Messungen in unterschiedlichen Entfernungen an verschiedenen kosmischen Objekten wird sie um das Jahr 2000 herum zu 15…30 km/(s*Mio. Lichtjahre) angegeben. Neuere Berechnungen geben 64,8…74,6 km/(s*Mpc), das sind 19,9…22,9 km/(s*Mio. Lichtjahre) an.

Verschiedene Autoren deuten diese differierenden Ergebnisse als Meßunsicherheiten wegen ungenauer Bestimmung der Entfernungen zu den Objekten und wegen verschiedener Methoden der Messung. Unter der Annahme einer allgemeinen Zentrifugation lassen sich diese Differenzen jedoch als gesetzmäßig interpretieren, weil in verschiedenen Bereichen des Universums, aus denen die Meßwerte erlangt wurden, auch unterschiedliche Bedingungen für die Zentrifugation vorliegen, folglich auch unterschiedliche Werte für die Hubble-Konstante entstehen müssen.

Die Werte sind also nicht „ungenau“, vielmehr entsprechen sie den Bedingungen der vermessenen Objekte in der Raumzeit.

Aus den obigen Darstellungen folgt eine ultimative Entscheidung. Wenn in lokalen Rotationen kosmischer Objekte Coriolisverschiebungen, die bei einer Gesamtrotation zwingend vorhanden sein müßten, bei der radialen Expansion aber nicht vorhanden sein könnten, nachgewiesen werden können, hat es einen Urknall nicht gegeben.

Urknall als SchöpfungsmythosDas Festhalten an der Urknallhypothese verhärtet die Stagnation der Forschung. Der Knoten ist nur auflösbar, in dem die Bereitschaft eingebracht wird, die bestehende Wurstphilosophie, nach der all und jedes einen Anfang und ein Ende haben müsse, zu verlassen.

Es gibt in der Natur Kategorien, die keinen Anfang hatten und kein Ende haben werden, die also ewig sind. Zu diesen Kategorien zählen die Raumzeit und die in ihr existierende, sich bewegende Materie.

Es ist schon reichlich unbegreiflich, einen „Anfang“ der Zeit zu postulieren, noch verworrener erscheint aber eine neuerlich geäußerte These Stephen Hawkings, nach der sinngemäß „vor“ dem Urknall – wie auch immer man das verstehen soll – die Zeit rückwärts gelaufen und somit das Universum implodiert sei.

Unter der Annahme der allgemeinen Rotation befindet sich das Universum gegenwärtig in einer Expansionsphase, die sich nach einer endlichen Zeit in eine Kontraktionsphase umkehren wird, um nach einer weiteren halben Periode wieder zu expandieren.

Diese Schwingung (Oszillation) des Universums ist ein ewiger Zyklus, der seinen Antrieb im Kräftegleichgewicht der allumfassenden Gravitation mit der allgemeinen Zentrifugation hat. In dieser Darstellungsweise ist vorstellbar, daß die allgemeine Zentrifugation des Universums kein Gesamtprozeß ist, sondern in Teilbereiche zerfällt, in denen großräumige Rotationen zu verzeichnen sind, die einander durchdringen, sich ständig verändern und neu formen.

So könnte die häufig geäußerte Ansicht der Existenz mehrerer „paralleler Universen“ erklärt werden, ein irritierender Begriff, dem ich nicht folgen mag. Bildlich gesprochen bewegt sich das Universum ähnlich einem Wolkengebilde, das frei von einem definierbaren Rotationszentrum ist und sich doch in alles umfassender Rotation befindet.

Daraus folgt unmittelbar, daß die Zeit keinen Anfang hat. Der Raum ist nicht entstanden, er existiert. Es gibt in der Raumzeit den ewigen Zyklus des Übergangs von Masse in Energie und umgekehrt, der seinen Antrieb in der ständigen Bewegung der Materie hat, die letztlich durch die Bewegung immerwährender Veränderung unterliegt.

Die Bewegung wird durch die der Materie innewohnenden Kräfte aufrechterhalten. Der ständige Übergang von Masse in Energie und umgekehrt beinhaltet die ständige Entstehung und Aufhebung von Strukturen der Elementarteilchen, daß heißt, das immerwährende Aufbauen und Zerstören der Elemente, das begleitet wird von Energiestrahlungsvorgängen im gesamten Universum in allen Richtungen.

Sie wird in der Kosmologie mit der Bezeichnung Hintergrundstrahlung geführt. Diese Hintergrundstrahlung, die von George Gamow vorhergesagt und 1965 von Arno Penzias und Robert Wilson mit einem Radioteleskop gefunden wurde, ist nicht als Relikt, als Überbleibsel aus einer Entstehung des Universums zu sehen, vielmehr ist sie ein ständiger, die Bewegung der Materie begleitender Prozeß.

Mit diesem Denkmodell sind fast alle Paradoxa, die dem Urknallgedanken innewohnen, aufgehoben. Alle sogenannten „Beweise“ für die Urknalltheorie sind schließlich daraus abgeleitet und auf den Umstand „zugeschnitten“, daß die Unidirektionalität der Universumsbewegung als Axiom angesehen wird, fußen also auf einer falschen Ausgangsannahme.

Die völlig spekulativen Konstrukte der dunklen Energie und der dunklen Materie erübrigen sich dadurch. Was bedeutet denn dunkle Energie und dunkle Materie? Die Definition der „dunklen“ Materie in der Kosmologie ist auf einer höheren Ebene ein ganz ähnlicher Vorgang, wie er sich bei der Entstehung des Glaubens vollzogen hat: Unbegreifliche, mit dem vorhandenen Wissen nicht erklärbare Phänomene werden auf transzendente, übernatürliche Kräfte ausgelagert, um auf diese Weise eine Erklärung zu ermöglichen. Ein solches Herangehen ist wissenschaftsfern.

Alle existierenden und gegenwärtig anerkannten Theorien beweisen die Zusammenhänge zwischen den vier Universumskoordinaten, beweisen die Relativität von Raum und Zeit, und sie beweisen die Zusammenhänge zwischen der Raumzeit und der Bewegung, nicht aber, daß die Zeit eine vektorielle Größe ist, das heißt, einen Nullpunkt hat und auch nicht, daß der Raum entstanden ist, heißt, daß Materie Energie ohne Raum war.

Die Folge dieser Denkstruktur ist jedoch zwingend, daß auf Grund der Ewigkeit der Existenz der Materie in der Raumzeit, das heißt auf Grund des Fehlens eines Anfangs von Materie und Raumzeit der Schöpfungsidee die Grundlage entzogen wird.

Es gibt keine Schöpfung, kein Entstehen des Universums, es gibt permanente, ewige Evolution. Die Schöpfungsidee fußt darauf, daß es eine Art Bewußtsein außerhalb der durch Evolution der Materie entstandenen Intelligenz gibt, also einen Schöpfer, einen Gott oder auch mehrere Götter.

Es sind dies jedoch keine objektiven Kategorien, es ist der im Verlaufe der Evolution der Intelligenz entstandener Glaube in dem Bestreben, die umgebende Welt zu verstehen. Diesen übermateriellen Bewußtseinsformen, die durch die sich entwickelnde Intelligenz erschaffen wurden, werden alle Vorgänge im Bestreben der Erklärung der Welt zugeordnet, für die auf der jeweiligen Entwicklungsstufe keine (oder noch keine) rationale Erklärung existiert. Die Intelligenz aber ist nichts außermaterielles, sie ist an Materie gebunden, sie ist ein Evolutionsergebnis der Materie – das Gehirn.

Noch eine fatale Folge hat das Schwingungsmodell. Das Bestreben der sich entwickelnden Intelligenz nach Erklärung der umgebenden Welt wird Lücken erhalten. In der gegenwärtigen Entwicklungsphase nicht erklärbare Vorgänge können nicht mehr auf überirdische, auf außermaterielle Lenkung „ausgelagert“ werden, da es keine gibt. Das Weltbild der Intelligenz wird nur so vollkommen sein, wie es der aktuelle Entwicklungsstand zuläßt. Auf viele Fragen wird es langfristig oder dauerhaft keine Antwort geben.

Die Möglichkeiten, bestimmte Vorgänge im Makrokosmos wie auch im Mikrokosmos mit dem menschlichen Verstand, dem Vorstellungsvermögen aufnehmen und erfassen zu können, sind begrenzt. In einzelnen Fragen werden sie auch begrenzt bleiben. Aber der Mensch kann mit seinem abstrakten Denkvermögen auf analytischer Grundlage Dinge beschreiben und aus Vorgängen Schußfolgerungen ableiten, die sich aus zwingender Logik ergeben, auch unter dem Eingeständnis, daß man sich einzelne Ergebnisse nicht vorstellen kann, mit dem sogenannten „normalen“ Denken nicht erfassen kann.

Sicher können sich nur ganz wenige Menschen in höherer Deutlichkeit vorstellen, daß sich Masse in Energie umwandeln kann. Wo ist die Masse dann, wenn sie zu Energie geworden ist? Man scheitert ja schon daran, sich „die Energie“ vorstellen zu können.

Stets sehen wir ja nur ihre Wirkung. Aber wir können rechnerisch damit umgehen, weil wir seit Einstein den rechnerischen Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungsformen der Materie kennen. Mathematiker und Physiker benutzen zur Beschreibung der Vorgänge, die in der Raumzeit keine Erklärung haben, mehrdimensionale Räume (mehr als 4 Dimensionen).

Das sind fiktive Gebilde, mit denen komplexe oder irrationale Vorgänge erfaßbar und berechenbar werden. Ähnlich, wie man in der Elektrotechnik einem Phasenlauf kapazitiven oder induktiven Ursprungs, der mit der eindimensionalen Stromkoordinate nicht erklärbar wäre, mit Hilfe der imaginären Größe i (Wurzel aus –1) eine fiktive Koordinate im Bereich der komplexen Zahlen gibt und damit berechenbar macht.

Diese Größe i liegt außerhalb des realen Vorstellungsvermögens, niemand kann sich mit Hilfe rationalen Denkens eine Zahl „vorstellen“, deren Produkt mit sich selbst –1 ergibt, mit ihrer Hilfe wird aber ermöglicht, Blindströme induktiver und kapazitiver Ursprünge zu berechnen.

Ich bin sicher, jeder muß sich von der Behauptung trennen, sich mehrdimensionale Räume „vorstellen“ zu können. Mehrdimensionale Räume sind mathematische Gebilde, mit denen man Vorgänge beschreibt, die im physikalischen Raum oder der Raumzeit keine Erklärung haben, zum Beispiel das Gleichzeitigkeitsproblem – ein räumliches Objekt befindet sich gleichzeitig an zwei Orten (Quantenmechanik).

Oder das Raum-Zeit-Kontinuum, in dem in einem Inertialsystem mit c (Lichtgeschwindigkeit) in der Bewegungsrichtung zum Betrachtersystem die Anzahl der Raumkoordinaten auf 2 reduziert wird (Lorentz-Transformation). Aber diese Gebilde mehrdimensionaler Räume bleiben virtuell, sie können mit dem menschlichen Verstand, unserem Vorstellungsvermögen, nicht abgebildet werden.

Es sei an dieser Stelle der Hinweis gegeben, daß der interessierte Leser zu dieser Thematik weitere Details, insbesondere zur Herkunft und zur Geschichte der Urknallhypothese, in meinem Buch Wissenschaft, Religion und Politik erfahren kann, das im Re Di Roma-Verlag, Remscheid, mit der ISBN 978-3-86870-284-2 erschienen ist. Es kann beim Verlag oder im Internet beim Amazon-Vertrieb bestellt werden.

Dr. Manfred Pohl

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